Kokardenblume schneiden: So verlängerst du die Blütezeit
- Kokardenblumen blühen typischerweise von Juni bis September.
- Wiederholtes Ausputzen verblühter Köpfe verlängert die Blühdauer.
- Mehrjährige Kokardenblumen schneidest du Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurück.
- Dieser Erhaltungsschnitt fördert Erneuerungsknospen und die weitere Lebensdauer der Staude.
- Gaillardia gibt es als einjährige Sommerblume und als mehrjährige Staude, die Lebensform bestimmt den Schnitt.
- Die Großblumige Prachtmischung ist kurzlebig und hat ihr Optimum im zweiten und dritten Jahr.

Im Hochsommer stehen zwischen den frischen Kokardenblumen schnell die ersten verwelkten Köpfe. Lässt du sie stehen, setzt die Pflanze Samen an, und das kann sie weitere Blüten kosten. Ich gehe deshalb während der Blütezeit mit einer kleinen Schere durchs Beet und schneide Verblühtes ab, bevor es ausreift.
Kokardenblumen blühen typischerweise von Juni bis September. Um diese Zeit auszuschöpfen, arbeitest du mit vier Dingen: AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. zur richtigen Zeit, gestaffelter Aussaat und der passenden Lebensform. Kokardenblume ist der Gartenname der Gattung Gaillardia. Zu ihr gehören einjährige Sommerblumen und mehrjährige Stauden, und dieser Unterschied bestimmt, wie du im Spätsommer schneidest.
Kokardenblume schneiden: zwei Schnitte mit zwei Zielen
Wer eine Kokardenblume schneiden will, meint meist einen von zwei Schnitten. Das Ausputzen begleitet die ganze Blütezeit und verlängert die Blühdauer. Der Erhaltungsschnitt kommt einmal im Spätsommer und gilt nur den mehrjährigen Pflanzen. Die Tabelle stellt dir beide nebeneinander.
| Schnitt | Zeitpunkt | Ziel | Gilt für |
|---|---|---|---|
| Ausputzen | immer wieder während der Blüte, typischerweise Juni bis September | verlängert die Blühdauer | einjährige und mehrjährige Kokardenblumen |
| Erhaltungsschnitt bis auf die grundständigen Blätter | Anfang bis Mitte September | fördert Erneuerungsknospen und die weitere Lebensdauer | nur mehrjährige Kokardenblumen |
Grundständige Blätter wachsen unten an der Basis der Pflanze, dicht über dem Boden. Beim Erhaltungsschnitt bleiben sie stehen, die Stängel darüber kommen weg.
Ausputzen: So entfernst du verblühte Köpfe
Ausputzen, im Englischen Deadheading, heißt: Du entfernst verblühte Köpfe, bevor sie Samen bilden. Machst du das bei Kokardenblumen immer wieder, verlängerst du ihre Blühdauer. Dahinter steht ein Muster, das bei vielen Sommerblumen und Stauden auftritt: Bildet die Pflanze Samen, kann das weitere Blüten vermindern.
Den richtigen Moment zeigt dir die Blüte selbst. Verlieren die Zungenblüten ihre Farbe, welken oder fallen ab, ist der Kopf fertig. Ich schneide ihn dann samt Stiel ab, bis ich bei den Blättern bin, damit keine kahlen Stiele im Beet stehen bleiben. Diesen Gang wiederhole ich während der gesamten Blütezeit, sobald neue Köpfe welken.
Ausputzen hat noch einen Nebeneffekt. Bei vielen Stauden kann das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten eine unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern.
Eine scharfe, saubere Schere einstecken. Welke Köpfe mit ihrem Stiel bis zu den Blättern abschneiden. Dabei die Blätter auf Läuse und weißen Belag ansehen. Den Gang wiederholen, solange die Pflanze blüht.
Blüten für die Vase schneidest du frisch und nicht verwelkt, das ist ein eigenes Thema. Welche Sorten sich eignen und wann du Kokardenblumen für die Vase schneidest, liest du im Ratgeber dazu.
Der Erhaltungsschnitt im September
Mehrjährige Kokardenblumen schneidest du Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurück. Der Schnitt fördert Erneuerungsknospen und die weitere Lebensdauer der Staude. Ich nehme dafür die Gartenschere, kappe die Stängel dicht über den grundständigen Blättern und lasse diese Blätter unversehrt.
Hier musst du abwägen. Die Blütezeit reicht typischerweise bis in den September, und genau in diesen Monat fällt der Erhaltungsschnitt. Mit dem Schnitt gibst du also die letzten Blüten des Jahres her, zugunsten von Erneuerungsknospen und einer längeren Lebensdauer der Pflanze.
Einjährige Kokardenblumen im September wie Stauden zurückschneiden. Der Erhaltungsschnitt gilt den mehrjährigen Pflanzen. Einjährige putzt du einfach weiter aus, solange sie blühen.
Herbst und Winter in Kürze
Die Großblumige Prachtmischung ist winterhart, ein Winterschutz ist trotzdem günstig. Pilzbefallene Blätter entfernst du schon im Herbst. Welche Pflegefehler bei Kokardenblumen du von Standort bis Gießen vermeiden solltest, steht in einem eigenen Ratgeber.
Einjährig oder Staude: die Sortenwahl
Bevor du Saatgut oder Pflanzen kaufst, lohnt der Blick auf die Lebensform. Bei einjährigen Sorten bleibt es beim Ausputzen bis zum Ende der Saison. Mehrjährige brauchen zusätzlich den Erhaltungsschnitt und eine Planung über mehrere Jahre.
Die Großblumige Prachtmischung von Gaillardia aristata ist eine mehrjährige, aber kurzlebige Staude. Ihr Optimum hat sie im zweiten und dritten Jahr. ‘Maxima Aurea’, ebenfalls eine Gaillardia aristata, eignet sich für gut durchlässige, trockene bis frische und nährstoffarme Böden. Die Prachtmischung wird dagegen für nährstoffreiche Böden empfohlen. Richte das Beet deshalb nach deiner Sorte aus und nicht nach einer Pauschalregel.
Früh- und spätblühende Sorten zu kombinieren, funktioniert nur mit einer Blütezeitangabe für jede Sorte. Lies sie auf der Saatguttüte oder dem Pflanzenetikett ab. Setze dann Sorten nebeneinander, deren Blütezeiten sich ergänzen, und notiere dir, wann jede tatsächlich aufblüht.
Ich stecke beim Pflanzen zu jeder Kokardenblume ein Etikett mit Sortennamen und dem Vermerk einjährig oder mehrjährig. Im September sehe ich so ohne Nachschlagen, welche Pflanzen den Erhaltungsschnitt bekommen und welche ich weiter ausputze.
Gestaffelt säen: mehrere Sätze statt einer Aussaat
Bei einjährigen Kokardenblumen verteilst du die Aussaat auf mehrere Sätze, statt alles an einem Tag zu säen. Das Aussaatfenster deiner Sorte steht auf der Saatguttüte, und innerhalb dieses Fensters säst du in Abständen erneut. Spätere Sätze können später in Blüte kommen. Wie weit sich das verschiebt, hängt von Sorte und Witterung ab, deshalb beobachtest du es selbst. Ich schreibe das Datum jedes Satzes aufs Stecketikett und trage ein, wann die ersten Blüten aufgehen.
Bei der mehrjährigen Staude staffelst du über die Jahre. Die Prachtmischung ist kurzlebig und hat ihr Optimum im zweiten und dritten Jahr. Wer regelmäßig junge Pflanzen nachzieht, hat deshalb stets Exemplare in ihrem besten Alter im Beet.
Wie du Kokardenblumen ziehst und ins Staudenbeet pflanzt, erklärt ein eigener Ratgeber. Die Termine deiner Sätze hältst du im druckbaren Aussaatkalender für Stauden fest. Wo jeder Satz hinkommt, kannst du vorher im Beetplaner auf deine Fläche verteilen.
Samen ernten und trotzdem ausputzen
Wer Samen ernten will, muss Köpfe ausreifen lassen, und genau das verhindert das Ausputzen. Weil Samenbildung bei vielen Sommerblumen und Stauden weitere Blüten vermindern kann, kostet dich jeder Saatgutkopf womöglich Blüten. Ich lasse deshalb nur an einer Pflanze einige Köpfe ausreifen und putze alle übrigen weiter aus.
Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen aus selbst geernteten samen.liveutlich von der Mutterpflanze abweichen. Hängst du an einer bestimmten Sorte, kaufst du ihr Saatgut besser neu.
Kühl, dunkel und trocken gelagert bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen etwa 3 Jahre keimfähig, als Orientierung und ohne Garantie für jede Art. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Bei Resten mit fraglicher KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. machst du etwa 4 Wochen vor der Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt..
Standort, Wasser, Dünger und Gesundheit: das Wichtigste für die Blüte
Die Großblumige Prachtmischung eignet sich für offene, sonnige und auch trockene Lagen. Wie Kokardenblumen an halbschattigen Standorten gelingen und was du dort an der Pflege änderst, liest du im Ratgeber dazu.
Neu gepflanzte Kokardenblumen-Stauden gießt du bei anhaltender Trockenheit in den ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. wiederholt durchdringend. Je Gießgang sind das etwa 25 l/m², am besten morgens direkt an die Wurzeln statt über die Blätter.
Für Sorten wie ‘Maxima Aurea’, die nährstoffarme Böden mögen, gilt: Zu viel Dünger kann bei Stauden magerer Standorte untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr. Wie du Stauden gießt und wann Kompost oder gar kein Dünger passt, steht im Überblick zum Gießen und Düngen von Stauden.
Gegen Echten Mehltau senken ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung das Risiko. Trockenes Wetter schließt einen Befall anfälliger Stauden allerdings nicht aus. Woran du kranke oder befallene Kokardenblumen erkennst, zeigt ein eigener Ratgeber.




