Kokardenblumen im Staudenbeet: Sorten, Aussaat und Erhaltungsschnitt
- Kokardenblumen (Gaillardia) blühen typischerweise von Juni bis September.
- Die Großblumige Prachtmischung ist eine kurzlebige Staude mit ihrem Optimum im zweiten und dritten Jahr.
- Die Prachtmischung wird von April bis Juli ins Freiland gesät, die Samen nur andrücken und nicht mit Erde bedecken.
- Keimung bei 18 bis 22 °C in 12 bis 20 Tagen, Sämlinge danach auf 25 × 25 cm vereinzeln.
- Kokardenblumen brauchen volle Sonne und guten Wasserabzug und vertragen eingewachsen Trockenheit.
- Mehrjährige Kokardenblumen Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurückschneiden.

Kokardenblumen blühen typischerweise von Juni bis September, Sorten wie ‘Arizona Sun’ in Orange-Rot mit leuchtend gelben Spitzen. Als Dauerstaude taugt zumindest die Großblumige Prachtmischung nur begrenzt: sie ist kurzlebig und hat ihr Optimum im zweiten und dritten Jahr. Ich plane bei meinen Kokardenblumen deshalb von Anfang an Nachwuchs ein und schneide die mehrjährigen Pflanzen im September zurück. Drei Dinge entscheiden dabei: die passende Sorte, eine Aussaat ohne Erdbedeckung und der RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. zur richtigen Zeit.
Was ist eine Kokardenblume?
Kokardenblume ist der deutsche Name für Pflanzen der Gattung Gaillardia. Die Gattung stammt aus Nord- und Südamerika. Zu ihr gehören sowohl einjährige Sommerblumen als auch mehrjährige Stauden. Ob deine Sorte einjährig oder mehrjährig wächst, liest du deshalb vor dem Kauf auf der Saatgut-Tüte nach. Mehrere Sorten fürs Beet gehören zu Gaillardia aristata: die Großblumige Prachtmischung, ‘Maxima Aurea’ sowie die Serien ‘Gusto’ und ‘SpinTop’.
Welche Kokardenblume passt in dein Beet?
Bei der Sortenwahl entscheiden Boden, Höhe und Verwendung. Die Angaben in der Tabelle gelten jeweils für die genannte Sorte, nicht für alle Kokardenblumen.
| Sorte oder Serie | Merkmale | Passender Platz |
|---|---|---|
| Großblumige Prachtmischung (Gaillardia aristata) | kurzlebige mehrjährige Staude, Optimum im zweiten und dritten Jahr, winterhart, Winterschutz günstig | offene, sonnige und auch trockene Lagen mit nährstoffreichem Boden |
| ‘Maxima Aurea’ (Gaillardia aristata) | Sorte für magere Plätze | gut durchlässige, trockene bis frische und nährstoffarme Böden |
| ‘Arizona Sun’ | orange-rote Blüten mit leuchtend gelben Spitzen der Zungenblüten, Blüte von Juni bis September, in der Sortenprüfung 20 cm hoch | Sonne, ohne nasse Erde und ohne Staunässe |
| ‘Arizona Red Shades’ | rot blühende Auswahl der kompakten Arizona-Serie, Herstellerangabe für die Serie 30 cm | Beete, Rabatten und Kübel in der Sonne |
| ‘Gusto’ und ‘SpinTop’ (Gaillardia aristata) | Serien, die in der LWG-Leistungsprüfung als besonders attraktiv für Insekten auffielen | Beete, die Insekten anziehen sollen |
Auf magerem, durchlässigem Boden liegt ‘Maxima Aurea’ näher, denn sie ist für nährstoffarme Böden beschrieben, die Prachtmischung dagegen für nährstoffreiche. Kompakt bleiben die Sorten der Arizona-Serie, für sie liegen Höhenangaben von 20 bis 30 cm vor. Der niedrigere Wert stammt aus der Sortenprüfung von ‘Arizona Sun’, der höhere aus der Herstellerangabe zur Serie. ‘Arizona Red Shades’ ist ausdrücklich für Beete, Rabatten und Kübel gedacht. Soll dein Beet vor allem Insekten anziehen, kommen die Serien ‘Gusto’ und ‘SpinTop’ infrage. Beide fielen in der LWG-Leistungsprüfung als besonders attraktiv für Insekten auf. In meinem Staudenbeet mit nährstoffreichem Gartenboden steht die Großblumige Prachtmischung.
Kokardenblumen aussäen
Die Großblumige Prachtmischung säst du von April bis Juli direkt ins Freiland. Die Samen drückst du nur leicht an und bedeckst sie nicht mit Erde. Bis zur Keimung hältst du die Saatstelle feucht, danach führst du die Sämlinge eher trockener weiter.
Aussaat der Großblumigen Prachtmischung auf einen Blick
| Schritt | Angabe |
|---|---|
| Aussaatzeit im Freiland | April bis Juli |
| Saatbedeckung | leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 12 bis 20 Tage |
| Feuchte | bis zur Keimung feucht, danach eher trockener |
| VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. | auf 25 × 25 cm |
Ich säe die Prachtmischung in kurze Reihen und stecke an beide Enden einen Stab. So sehe ich beim Gießen und Jäten, wo die offen liegenden Samen keimen sollen. Vereinzeln mache ich erst, wenn sich die Sämlinge sicher greifen lassen.
Vorziehen in Schalen
Ziehst du lieber in Schalen vor, nimmst du salzarme Aussaaterde und sorgst dafür, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Eine Abdeckung nimmst du beim ersten Keimling ab und stellst die Schale hell, aber geschützt vor praller Sonne auf. Stehen die Sämlinge dicht, vereinzelst du sie nach den ersten Laubblättern mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. und hältst sie dabei an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., ohne zu ziehen. Für die Arizona-Serie gilt in der Weiterkultur: Das Substrat bleibt ohne Staunässe eher trocken, weil die Pflanzen empfindlich auf nasses Substrat reagieren. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab.
Den Termin für die Vorkultur nennt die Saatgut-Tüte deiner Sorte. Damit du ihn im Blick behältst, kannst du ihn im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken eintragen. Welche Fehler bei Aussaat, Boden und Gießen typisch sind, fasst der Ratgeber zu häufigen Pflegefehlern bei Kokardenblumen zusammen.
Kokardenblumen pflanzen und anwachsen lassen
Vor dem Pflanzen entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden. Neigt das Beet zu Staunässe, beseitigst du auch tiefer liegende Verdichtungen. Den Topfballen tauchst du vor dem Einsetzen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Wie bei Stauden allgemein erhält der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. beim Einsetzen eine Bodenabdeckung von 1 cm.
Direkt gesäte Sämlinge der Prachtmischung vereinzelst du auf 25 cm in der Reihe und ebenso viel zwischen den Reihen. Wie sich die Pflanzen auf deiner Fläche verteilen, kannst du vorab im Beetplaner skizzieren.
Frisch gepflanzte Stauden brauchen beim Einwachsen zusätzliche Bewässerung. Bei anhaltender Trockenheit gießt du neu angelegte Staudenpflanzungen wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Das gilt während der ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht.. Die Trockenheitsverträglichkeit der Kokardenblume gilt erst nach dem Einwachsen, frisch gesetzte Pflanzen gießt du in Trockenphasen also wie jede neue Staudenpflanzung. Ich prüfe vorher mit dem Finger, ob der Boden auch unter der Oberfläche trocken ist. Dann gieße ich mit der Kanne direkt am Fuß der Pflanze. Wie du Kokardenblumen in heißen Sommern gießt, beschreibt der Ratgeber zur Bewässerung.
Wie lange leben Kokardenblumen?
Kurzlebig mit Höhepunkt im zweiten und dritten Jahr
Die Großblumige Prachtmischung ist eine mehrjährige, aber kurzlebige Staude. Ihr Leistungsoptimum erreicht sie im zweiten und dritten Jahr. Weil sie kurzlebig ist und ihren Höhepunkt im zweiten und dritten Jahr hat, ziehst du Nachwuchs heran, solange die älteren Pflanzen noch gut blühen. Ich säe dafür in eine freie Beetecke nach und setze die Jungpflanzen in die Lücken, wenn ältere Exemplare nachlassen. Winterhart ist die Prachtmischung, ein Winterschutz wird trotzdem als günstig beschrieben.
Schreib beim Säen Sorte und Jahr auf ein Stecketikett. Bei einer kurzlebigen Staude erkennst du daran, welche Pflanzen im zweiten und dritten Jahr stehen und wann Nachwuchs an der Reihe ist.
Der Erhaltungsschnitt im September
Mehrjährige Kokardenblumen schneidest du Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurück. Der Schnitt soll Erneuerungsknospen und die weitere Lebensdauer fördern. Auch für die Großblumige Prachtmischung ist ein Rückschnitt im Herbst vorgesehen. Weil Kokardenblumen typischerweise bis September blühen, fällt der Schnitt in die letzten Blühwochen: Du verzichtest auf späte Blüten zugunsten der Erneuerungsknospen.
Bis dahin putzt du aus, denn wiederholtes Entfernen verblühter Blüten verlängert die Blühdauer. Ich schneide welke Köpfe beim Rundgang mit der Schere ab und sammle sie in einem Eimer. Wie du die Blütezeit der Kokardenblume mit Ausputzen und Rückschnitt verlängerst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Was Kokardenblumen sonst noch brauchen
Standort und Boden
Kokardenblumen brauchen einen vollsonnigen Standort mit gutem Wasserabzug und vertragen nach dem Einwachsen Trockenheit. Beim Boden unterscheiden sich die Sorten von nährstoffreich bis nährstoffarm, und für die Arizona-Serie gilt, nasse Erde und Staunässe zu meiden. Welcher Standort Kokardenblumen bei Licht, Boden und Wind passt, erklärt der Standort-Ratgeber, und wie du den Boden für Kokardenblumen prüfst und verbesserst, der Ratgeber zum Boden.
Düngen und Winterschutz
Für ‘Maxima Aurea’ sind nährstoffarme Böden beschrieben, und bei Stauden solcher Standorte kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Dünger auf Vorrat lässt du bei dieser Sorte deshalb weg. Rückschnitt, Winterschutz und Mulch für alle Stauden erklärt der Abschnitt Pflege im Jahreslauf im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.
Im Kübel
Für Kübel ist ‘Arizona Red Shades’ ausdrücklich mit vorgesehen. Im Gefäß zählt deshalb ein freier Wasserabzug, denn für die Arizona-Serie sollen nasse Erde und Staunässe vermieden werden. Erde, Gießen und Überwinterung im Gefäß behandelt der Abschnitt Topf und Balkonkasten im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.
Blattflecken und andere Probleme
Blattflecken an Gaillardia können auf den Brandpilz Entyloma gaillardianum hinweisen. Pilzliche und bakterielle Flecken können sich aber so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache klärt. Wie du Krankheiten und Schädlinge an Kokardenblumen erkennst und was du dagegen tun kannst, steht im eigenen Ratgeber.
Für die Vase
Willst du Kokardenblumen für die Vase schneiden, nimmst du sie morgens oder abends bei trockenem Wetter und stellst sie sofort kühl ins Wasser. Welche Kokardenblumen sich als Schnittblumen eignen und wie sie lange halten, erklärt der Ratgeber zur Vase.
Im Beet kombinieren
Als Nachbarn eignen sich Stauden mit ähnlichen Ansprüchen an Licht, Boden, Feuchtigkeit und Nährstoffe, denn solche Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter. Weil die Prachtmischung nährstoffreiche und ‘Maxima Aurea’ nährstoffarme Böden braucht, wählst du die Partner passend zur Sorte. Welche Farbkombinationen mit Kokardenblumen stimmige Gartenbilder ergeben, zeigt der Ratgeber zur Gestaltung.
Wert für Insekten
Die Bayerische Gartenakademie zählt Kokardenblumen neben Indianernesseln und Lavendel zu ihrer Auswahl sommerblühender Bienenpflanzen. Eine Würzburger Untersuchung dokumentiert Hummelbesuche an Gaillardia aristata, obwohl in ihren standardisierten Beobachtungszeiten keine Blütenbesuche an dieser Art erfasst wurden. Welche Insekten Kokardenblumen im Naturgarten nutzen, beschreibt der Ratgeber zum Naturgarten.





