Kokardenblumen richtig pflegen: 10 Fehler von der Aussaat bis zum Rückschnitt
- Kokardenblumen brauchen volle Sonne und einen Boden mit gutem Wasserabzug.
- Die Saat nur andrücken, nicht mit Erde bedecken und bis zur Keimung feucht halten.
- Nach der Keimung eher trockener weiterkultivieren und nasse Erde vermeiden.
- Sämlinge auf 25 × 25 cm Abstand vereinzeln.
- Selten, aber durchdringend gießen, möglichst morgens direkt in den Wurzelbereich.
- Ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr geben.
- Mehrjährige Kokardenblumen Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurückschneiden.

Deine Kokardenblumen laufen nicht auf, welken mitten im Sommer oder bleiben im zweiten Jahr aus? Dahinter können Pflegefehler stecken, die sich gut vermeiden lassen. Die kritischen Stellen sind Saattiefe, Nässe, Dünger und der Schnitt im September. Ich gehe die zehn Fehler in der Reihenfolge durch, in der sie im Gartenjahr anfallen. Zu jedem Fehler bekommst du den Handgriff, mit dem du es besser machst.
Botanisch heißen Kokardenblumen Gaillardia, und die Gattung stammt aus Nord- und Südamerika. Kokardenblumen blühen typischerweise von Juni bis September.
Fehler 1: Nicht wissen, ob deine Sorte ein- oder mehrjährig ist
Zur Gattung Gaillardia gehören einjährige Sommerblumen und mehrjährige Stauden. Ob du im September schneidest und wie du überwinterst, hängt an genau dieser Unterscheidung. Schau deshalb zuerst auf die Saatguttüte deiner Sorte. Die Großblumige Prachtmischung von Gaillardia aristata ist zum Beispiel eine kurzlebige mehrjährige Staude, die ihr Optimum im zweiten und dritten Jahr erreicht. Lässt eine solche Pflanze danach nach, liegt das nicht zwingend an deiner Pflege. Plane deshalb rechtzeitig eine neue Aussaat ein, damit im Beet keine Lücke entsteht.
„Kokardenblumen sind einjährig.“ Das stimmt nur für einen Teil der Gattung. Daneben gibt es mehrjährige Stauden, und welche du vor dir hast, verrät die Sortenangabe.
Standort und Boden: Fehler 2 bis 4
Fehler 2: Ein Platz mit zu wenig Sonne
Kokardenblumen brauchen einen vollsonnigen Standort. Das gilt für die Großblumige Prachtmischung genauso wie für die kompakte Arizona-Serie. Die Prachtmischung eignet sich für offene, sonnige und auch trockene Lagen. Ein halbschattiger Platz entspricht nicht ihren Ansprüchen, deshalb setzt du sie nicht in den Schatten höherer Nachbarn. Ich prüfe einen neuen Platz an einem Sommertag morgens, mittags und abends darauf, wohin der Schatten fällt.
Wie du herausfindest, welcher Platz Kokardenblumen bei Licht, Boden und Wind passt, erklärt der Ratgeber dazu. Bleibt dir nur ein halbschattiges Beet, lies vorher nach, was Kokardenblumen an halbschattigen Plätzen brauchen.
Fehler 3: Staunässe im Wurzelraum
Kokardenblumen brauchen einen guten Wasserabzug und vertragen nach dem Einwachsen Trockenheit. Bei der Arizona-Serie sollst du nasse Erde und Staunässe ausdrücklich vermeiden. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Meide deshalb Senken, in denen Regenwasser stehen bleibt.
Welke Triebe bedeuten nicht automatisch Durst. Welkende Staudentriebe können auch durch Wurzel- oder Stängelgrundfäulen entstehen, deren Erreger bei anhaltender Bodenfeuchte günstige Bedingungen finden. Prüfe deshalb die Feuchte unter der Oberfläche, bevor du gießt.
Fehler 4: Ohne Bodenvorbereitung pflanzen
Vor der Pflanzung entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Bodenverdichtungen. So entsteht ein durchlässiger, bewuchsfreier Pflanzboden. Neigt das Beet zu Staunässe, lockerst du auch tiefer liegende Verdichtungen. Erst danach arbeitest du bei Bedarf mineralisches Material ein, denn tonige Böden werden durch Zuschläge wie Splitt durchlässiger. Lockere den Boden erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist, zum Beispiel mit der Grabgabel.
Beim Nährstoffgehalt gehen die Sorten auseinander. Die Großblumige Prachtmischung setzt du in nährstoffreichen Boden. ‘Maxima Aurea’ eignet sich dagegen für gut durchlässige, trockene bis frische und nährstoffarme Böden. Prüfe also die Sortenangabe, bevor du den Boden anreicherst. Kalk gibst du nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Wie du den Boden für Kokardenblumen untersuchst und verbesserst, zeigt der Ratgeber dazu.
Mit der Fingerprobe bestimmst du die Bodenart an feuchter, nicht nasser Erde. Sand lässt sich nicht formen, Lehm ist körnig formbar. Ton fühlt sich schmierig und klebrig an.
Aussaat: Fehler 5 bis 7
Die folgenden Werte gelten für die Kokardenblumen-Mischung Großblumige Prachtmischung. Bei anderen Sorten hältst du dich an die Angabe auf der Saatguttüte.
| Schritt | Angabe für die Großblumige Prachtmischung |
|---|---|
| Aussaat ins Freiland | April bis Juli |
| Saatbedeckung | leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken |
| Bis zur Keimung | feucht halten |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 12 bis 20 Tage |
| Nach der Keimung | eher trockener weiterkultivieren |
| VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. | auf 25 × 25 cm Abstand |
Fehler 5: Die Samen mit Erde bedecken
Die Saat wird leicht angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Harke sie deshalb nicht ein und siebe keine Erde darüber. Ich streue die Samen auf die feinkrümelige, angefeuchtete Fläche und drücke sie mit der flachen Hand an. Säst du in Schalen vor, nimm salzarme Aussaaterde, aus der überschüssiges Gießwasser abfließen kann.
Liegt eine Abdeckung über der Aussaatschale, nimmst du sie beim ersten Keimling ab. Danach stehen die jungen Pflanzen hell, aber geschützt vor praller Sonne.
Fehler 6: Nach dem Keimen weiter nass halten
Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung muss das Substrat ständig ausreichend feucht bleiben. Nach der Keimung stellst du um, denn die Prachtmischung wird dann eher trockener weiterkultiviert. Bei der Arizona-Serie reagieren die Pflanzen in der Weiterkultur empfindlich auf nasses Substrat und sollen ohne Staunässe eher trocken stehen. Dieselbe Aussaat braucht also zwei Phasen beim Gießen. Wer nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. weitergießt wie vorher, hält die Sämlinge nass, obwohl sie jetzt eher trocken stehen sollen. Sobald ich die ersten Keimlinge sehe, prüfe ich die Erde mit dem Finger, bevor ich zur Brause greife.
Fehler 7: Zu dicht stehen lassen und ungehärtet auspflanzen
Sämlinge der Prachtmischung vereinzelst du auf 25 × 25 cm, in der Reihe und zwischen den Reihen also gleich weit. Dicht stehende Sämlinge kannst du nach Bildung der ersten Laubblätter mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. vereinzeln. Fasse sie dabei an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. an, ohne daran zu ziehen. Hast du im Zimmer vorgezogen, härtest du die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab. Dafür stehen sie etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz. Setzt du mehrere Sorten, kannst du die Pflanzabstände vorab im Beetplaner einzeichnen.
Im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken behältst du die Aussaatfenster deiner Stauden im Blick.
Fehler 8: Oft und flach gießen statt selten und durchdringend
Eingewachsene Kokardenblumen vertragen Trockenheit. Frisch gepflanzte Stauden brauchen während des Einwachsens dagegen zusätzliche Bewässerung. Daraus ergeben sich zwei Fehler in entgegengesetzter Richtung: die junge Pflanzung austrocknen lassen und die eingewachsene Pflanze übergießen.
Gieße selten, aber durchdringend, denn eine durchdringende Gabe befeuchtet tiefere Wurzelschichten besser als viele kleine Gaben. Der richtige Moment kommt, bevor der noch leicht feuchte Untergrund vollständig austrocknet. Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil Pflanzenbedarf, Bodenart und Witterung den Wasserbedarf bestimmen. Gieße möglichst morgens direkt in den Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. Am Morgen trocknen nasse Blätter schneller ab, und das verringert die Gefahr von Blattkrankheiten.
Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Das ist ein Wert für die Fläche, nicht je Pflanze.
Bevor ich das Kokardenbeet gieße, steche ich mit der Handschaufel eine Bodenscholle aus. An Farbe und Gefühl prüfe ich, ob im Wurzelraum noch Feuchtigkeit steckt.
Wie du Kokardenblumen in heißen, trockenen Sommern gießt, erklärt der Ratgeber zur Bewässerung.
Fehler 9: Zu viel und zu spät düngen
Der Düngebedarf von Stauden ergibt sich aus ihrem Nährstoffbedarf und dem, was der Boden bereits anbietet. Steht die Prachtmischung wie empfohlen in nährstoffreichem Boden, kann dieser Vorrat einen Teil ihres Bedarfs schon decken. Klarheit bringt eine Bodenuntersuchung, denn sie zeigt den Düngebedarf nach Nährstoffart und Menge. Kompost und StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. liefern selbst Nährstoffe, deshalb rechnest du sie bei der Düngung mit. Ich notiere jede Kompostgabe im Gartenkalender, damit ich sie beim nächsten Düngen berücksichtige.
Zu reichliche oder zu späte Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind außerdem anfälliger für Krankheiten. Stickstoff gibst du deshalb nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer gar nicht mehr. So können die Pflanzen vor dem Winter ausreichend aushärten.
Mehr Phosphor bringt nicht automatisch mehr Blüten. Die Pflanze braucht Phosphor für Energiehaushalt, Erbsubstanz und Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er nicht.
Fehler 10: Mehrjährige Kokardenblumen im September nicht zurückschneiden
Mehrjährige Kokardenblumen schneidest du Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurück. Der Schnitt soll Erneuerungsknospen und die weitere Lebensdauer der Pflanze fördern. Auch die Großblumige Prachtmischung schneidest du im Herbst zurück. Wer den Schnitt auslässt, verzichtet bei einer ohnehin kurzlebigen Staude auf genau die Maßnahme, die ihre Lebensdauer fördern soll.
Bei vielen anderen Stauden bleiben abgestorbene Stängel als Winterschutz im Herbst stehen. Diese Regel überträgst du nicht auf mehrjährige Kokardenblumen. Ich fasse die Triebe büschelweise und schneide sie mit einer scharfen Schere knapp über den grundständigen Blättern ab.
Bis zum Septemberschnitt entfernst du Verblühtes laufend, denn wiederholtes AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. verlängert die Blühdauer. Wie du die Blütezeit der Kokardenblume mit Ausputzen, Rückschnitt und Sortenwahl verlängerst, zeigt der Ratgeber dazu.
Winter, Krankheiten, Topf und Vase: kurz eingeordnet
Die Großblumige Prachtmischung ist winterhart, ein Winterschutz ist trotzdem günstig. Im Kübel kann auch eine im Garten winterharte Pflanze erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert. Wie du Stauden im Jahreslauf schneidest, mulchst und über den Winter bringst, erklärt der Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.
An Gaillardia ist der Brandpilz Entyloma gaillardianum als Ursache von Blattflecken bekannt. Pilzliche und bakterielle Blattflecken an Stauden können sich aber so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache unterscheidet. Woran du Blattflecken, Schädlinge und andere Probleme an Kokardenblumen erkennst, steht im eigenen Ratgeber.
Im Topf gilt die Regel gegen Nässe genauso: Pflanzgefäße brauchen Ablauflöcher, damit stehendes Wasser keine Wurzelfäulnis begünstigt. ‘Arizona Red Shades’ ist eine rot blühende Auswahl für Beete, Rabatten und Kübel. Welche Erde, welches Gefäß und welche Düngung Kokardenblumen im Topf brauchen, liest du im Ratgeber zur Topfkultur.
Für die Vase zählen Sorte und Schnittzeitpunkt. Welche Kokardenblumen sich für die Vase eignen und wann du sie schneidest, erfährst du im Ratgeber zur Vasenhaltbarkeit.
Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Für Kokardenblumen suchst du also Partner für sonnige Plätze mit gutem Wasserabzug. Ideen dafür findest du, wenn du nachliest, wie du Kokardenblumen im Staudenbeet ziehst und kombinierst. Die Bayerische Gartenakademie zählt Kokardenblumen zu den sommerblühenden Bienenpflanzen. Welchen Wert Kokardenblumen für Insekten im Naturgarten haben, zeigt ein eigener Ratgeber.




