Blumen · Stauden & Ziergräser · Pflege

Skabiose düngen: wann, womit und warum oft gar nicht

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für die Gartenskabiose ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.
  • Die wilde Tauben-Skabiose stammt von eher stickstoffarmen Standorten: Dünge sie erst, wenn ein Mangel erkennbar ist.
  • Ob und womit du düngst, zeigt eine Bodenuntersuchung; Stickstoff musst du dabei gesondert beauftragen.
  • Gelbe Blätter können auch von Trockenheit, Staunässe oder einem hohen pH-Wert kommen.
  • Stickstoff gibt es nur in der Vegetationsperiode, ab dem Spätsommer bleibt er weg.
Zwei violette Tauben-Skabiosenblüten vor unscharfem Hintergrund
Foto: Pezibear · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wer Skabiosen im Frühjahr genauso mit Kompost versorgt wie Rittersporn und Phlox, gibt ihnen mehr, als sie brauchen. Bei Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. Ich schaue deshalb vor jeder Gabe zuerst nach, welche Skabiose im Beet steht und was der Boden schon mitbringt. Erst danach entscheide ich, ob überhaupt Dünger nötig ist.

Brauchen Skabiosen überhaupt Dünger?

Für die Gartenskabiose, botanisch Scabiosa atropurpurea und auch Dunkelrote Skabiose genannt, ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig. Sie will einen sonnigen Platz und wird 60 bis 90 cm hoch. Gesät wird sie von April bis Juni, und im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser hast du den Termin auf einen Blick.

Die Tauben-Skabiose, Scabiosa columbaria, ist eine mehrjährige Wildart und blüht von Juni bis September. Sie braucht volle Sonne und gut drainierten Boden und sollte vor Winternässe geschützt stehen. Mit Kalk-, Lehm- und Sandboden kommt sie zurecht, geeignet sind alkalische und neutrale Böden. Ihre natürlichen Standorte sind eher stickstoffarm. Stauden solcher Standorte düngst du erst, wenn ein Mangel erkennbar ist. Einen eigens abgemagerten Boden braucht sie deshalb nicht, wichtig ist vor allem, dass Wasser gut abläuft.

Die kompakte Sorte ‘Butterfly Blue’ gehört zur Tauben-Skabiose und wird etwa 30 bis 40 cm hoch. Die Kaukasus-Skabiose erreicht etwa 60 bis 80 cm. Für sie gilt dieselbe Grundregel wie für alle Stauden: Dünger richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze und nach einer Bodenuntersuchung.

Skabiose Wuchshöhe Was beim Düngen gilt
Gartenskabiose (Scabiosa atropurpurea) 60 bis 90 cm im Garten keine zusätzliche Düngung nötig
Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) 20 bis 80 cm Wildart eher stickstoffarmer Standorte, Dünger erst bei erkennbarem Mangel
Tauben-Skabiose ‘Butterfly Blue’ etwa 30 bis 40 cm wie die Tauben-Skabiose
Kaukasus-Skabiose etwa 60 bis 80 cm nach Bodenuntersuchung und Bedarf
Zahl im Blick

Die Tauben-Skabiose hat nach Ellenberg die Stickstoffzahl 3. Die Skala reicht von 1 für stickstoffärmste bis 9 für übermäßig stickstoffreiche Standorte. Der Wert beschreibt, wo die Wildart natürlich wächst. Eine Düngerdosis lässt sich daraus nicht ablesen.

Kurz erklärt

Witwenblumen gehören zur Gattung Knautia, Skabiosen zur Gattung Scabiosa. Was hier zum Düngen steht, gilt für Scabiosa.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; vor Winternässe schützen.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Gut drainiert; vor Winternässe schützen.

Anbauort

Für sonnige Beete, Kiesgärten und Wildblumenpflanzungen; vor Winternässe schützen.

Pflege

Pflege

Verblühtes zur Verlängerung der Blüte entfernen und Stängel im Herbst zurückschneiden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig; ihre Überdauerungsknospen liegen an der Bodenoberfläche.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Bauerngärten und informelle Gärten; naturnahe Gärten; Wildblumenwiesen; Kiesgärten; Präriepflanzungen; Blumenrabatten und Beete.

Aussaatkalender Tauben-Skabiose
GartenkalenderBlüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte

Woran erkennst du, ob deine Skabiose Dünger braucht?

Blasse oder gelbe Blätter sind ein Hinweis, aber noch keine Diagnose. Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und so selbst Mangelsymptome hervorrufen. Eisenmangelchlorosen können zudem durch einen zu hohen Boden-pH oder durch verdichteten, vernässten Boden entstehen. Die Tauben-Skabiose braucht Schutz vor Winternässe, und Staunässe kann Mangelsymptome auslösen. Vergilbt sie nach einem nassen Winter, kann deshalb der Boden die Ursache sein und nicht fehlender Dünger.

Auf kalkreichem Boden lohnt ein Blick auf den pH-Wert. Über pH 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein, sodass Mangelsymptome trotz vorhandener Vorräte im Boden möglich sind.

Sicher weißt du es erst nach einer Bodenuntersuchung. Sie zeigt, welche Nährstoffe der Boden in welcher Menge vorrätig hat, und damit, ob du überhaupt düngen musst. Eine Standarduntersuchung erfasst Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen.

Jetzt dran

Stich an 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Stellen der Skabiosenfläche Erde aus dem Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe. Mische alles gründlich und schicke rund 500 g davon zur Untersuchung. Kreuze Stickstoff extra an, wenn du ihn wissen willst.

Marias Erfahrung

Meine Skabiosen stehen in einem eigenen Beetteil, getrennt von den Prachtstauden mit ihrer Frühjahrskompostgabe. Für diesen Teil nehme ich eine eigene Mischprobe, weil er anders genutzt wird als das Beet daneben.

Anzeigen

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Düngen?

Zeigt der Befund einen Bedarf, gibst du Stickstoff nur in der Vegetationsperiode. Organische Dünger brauchen dafür Wärme und Bodenfeuchte. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen sie kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel. Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf, deshalb braucht jede Gabe ausreichend feuchten Boden. Ich gieße vorher, wenn die Erde trocken ist, und gebe den Dünger auf den feuchten Boden, nicht über die Blätter.

Ab dem Spätsommer bleibt Stickstoff weg, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Eine späte Stickstoffgabe hat damit zwei Nachteile: Außerhalb der Vegetationsperiode kann Stickstoff als Nitrat ausgewaschen werden, und zu späte Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Fehlt laut Befund Kalium, gilt eine Ausnahme: Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung kann auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen.

Mini-Checkliste

Bevor ich eine Skabiose dünge, gehe ich diese Punkte durch.

  • Steht ein Bedarf im Laborbefund?
  • Ist der Boden feucht, aber nicht staunass?
  • Liegt der Termin vor dem Spätsommer, falls Stickstoff im Spiel ist?
  • Habe ich Kompostgaben schon eingerechnet?

Womit düngst du Skabiosen, wenn sie etwas brauchen?

Du gibst nur den Nährstoff, den der Befund als fehlend ausweist. Liegen Phosphat, Kalium oder Magnesium in den Gehaltsklassen D oder E, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Organische Dünger wie Hornspäne wirken langsamer als mineralische, weil Bodenorganismen sie erst abbauen müssen. Erst dadurch werden ihre Nährstoffe für die Pflanze verfügbar.

Kompost ist kein neutraler Bodenverbesserer, sondern bringt selbst Nährstoffe mit, die du bei jeder Düngung mitrechnest. Auch Kompost kann den Boden mit Phosphat überversorgen. Wer Kompost verwendet, lässt den Boden deshalb alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen. Sein Kalkgehalt kann außerdem den pH-Wert anheben, und über pH 7,0 wird Eisen schlechter verfügbar. Steht deine Skabiose ohnehin auf kalkreichem Boden, kann regelmäßiger Kompost so die Eisenversorgung weiter erschweren, statt einen Mangel zu beheben.

Kurz erklärt

Aus dem Laborbefund rechnest du die Menge selbst aus. Düngermenge in g/m² = Düngebedarf des Nährstoffs in g/m² × 100 ÷ Gehalt des Nährstoffs im Dünger in %. Nährstoffe aus Kompost, den du schon gegeben hast, rechnest du dabei mit.

Häufiger Fehler

Holzasche aus dem Kamin ins Beet streuen. Sie gehört weder direkt in den Garten noch auf den Kompost, auch wenn sie aus naturbelassenem Holz stammt.

Wie unterscheidet sich das von anderen Stauden?

Im Staudenbeet liegen die Ansprüche weit auseinander. Die Gartenskabiose gehört zu den genügsamen Arten, während stark wachsende Prachtstauden regelmäßig Nachschub bekommen.

Staudengruppe Düngung
Prachtstauden im Frühjahr 3 l Kompost/m², leicht eingearbeitet
stark wachsende Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl/m²
Polster- und Wildstauden, die kargen Boden bevorzugen Kompost zur Anreicherung nicht sinnvoll
standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen normalerweise kein Zusatzdünger
Gartenskabiose im Garten keine zusätzliche Düngung nötig

Wie du Stauden je nach Gruppe düngst, steht ausführlich im Abschnitt Düngen des Staudenratgebers.

Welche Nachbarn passen beim Düngen?

Prachtstauden bekommen jedes Frühjahr Kompost, die Gartenskabiose braucht keinen: Stehen beide gemischt, landet die Gabe zwangsläufig auch bei der Skabiose. In einer standortgerechten Artenauswahl für kalkhaltige Splitt- und Schotterflächen steht die Tauben-Skabiose neben Blutrotem Storchschnabel, Wiesen-Salbei, Zittergras und Wimper-Perlgras. Welche Pflanzen gut nebeneinander passen, kannst du vor dem Pflanzen nachschlagen und die Flächen dafür im Beetplaner aufteilen.

Skabiosen im Topf düngen

Im Topf kommt die erste Versorgung aus der Erde, denn auch torffreie Erden sind meist vorgedüngt. Ihre Ersatzstoffe können allerdings die Stickstoffverfügbarkeit einschränken, deshalb passt du das Nachdüngen an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keinen Dünger, mehr zu Erde und Gefäß findest du im Staudenratgeber unter Topf und Balkonkasten.

Mehr Blüten ohne mehr Dünger

Die Tauben-Skabiose blüht von Juni bis September, und verblühte Köpfe nimmst du ab, um die Blüte zu verlängern. Samenbildung kann bei vielen Stauden weitere Blüten vermindern, deshalb kann das Entfernen welker Blüten die weitere Blüte fördern. Welche Pflegeschritte die Skabiose vom Frühjahrsstart bis zur Winterruhe braucht, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Soll ein nährstoffarmer, leichter Boden mager bleiben, mulchst du mineralisch mit Splitt. Organischer Mulch würde dort unerwünscht zusätzliche Nährstoffe zuführen.

Skabiosen in Blumenwiese und Naturgarten

Die Tauben-Skabiose passt in Wildblumenwiesen, Kiesgärten und naturnahe Pflanzungen. Wer eine Rasenfläche zur Blumenwiese umstellt, lässt die Stickstoffdüngung weg, damit die Gräser nicht stärker gefördert werden als Kräuter und Blumen. Wie du Skabiosen in einen Naturgarten einbindest, erklärt der Ratgeber dazu.

Beliebt im Shopaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Zum Shop
ReNatura Blumenwiese
ReNatura Blumenwiese
Zum Shop
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Zum Shop
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Wie düngt man Skabiosen richtig?
Für die Gartenskabiose ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig. Die wilde Tauben-Skabiose stammt von eher stickstoffarmen Standorten und bekommt Dünger erst, wenn ein Mangel erkennbar ist. Ob und womit gedüngt wird, zeigt eine Bodenuntersuchung: Gegeben wird nur der fehlende Nährstoff, auf feuchten Boden und nicht auf die Blätter.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um Skabiosen zu düngen?
Zeigt eine Bodenuntersuchung Bedarf, wird Stickstoff nur in der Vegetationsperiode gegeben und ab dem Spätsommer weggelassen, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, sie brauchen warmen, feuchten Boden. Zu späte Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter.
Wie werden Skabiosen im Topf gedüngt?
Topferde ist meist vorgedüngt, auch torffreie Erde. Deren Ersatzstoffe können allerdings die Stickstoffverfügbarkeit einschränken, deshalb richtet sich das Nachdüngen nach der tatsächlich verfügbaren Stickstoffversorgung. Im Winter bekommen überwinternde Kübelpflanzen grundsätzlich keinen Dünger. Wichtig ist ein freies Abzugsloch, denn die Tauben-Skabiose braucht gut drainiertes Substrat und muss vor Winternässe geschützt werden.
Worin unterscheidet sich die Düngung von Skabiosen und anderen Stauden?
Prachtstauden erhalten im Frühjahr 3 l Kompost/m², der leicht eingearbeitet wird. Stark wachsende Arten wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl/m² bekommen. Für die Gartenskabiose ist im Garten dagegen keine zusätzliche Düngung nötig. Bei Wildstauden, die kargen Boden bevorzugen, ist Kompost zur Anreicherung nicht sinnvoll.
Welche Anzeichen deuten auf Überdüngung bei Skabiosen hin?
Bei Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten wie der wilden Tauben-Skabiose kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen. Zugleich kann die Winterhärte nachlassen. Zeigt sich ein solcher Wuchs, setzt du die Düngung aus und lässt den Boden untersuchen; liegt ein Nährstoff in den Gehaltsklassen D oder E, wird er nicht mehr gedüngt.
Stimmt es, dass Wildblumen wie die Skabiose gar keinen Dünger brauchen?
Pauschal stimmt das nicht, aber Dünger ist bei ihnen die Ausnahme. Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten werden erst gedüngt, wenn ein Mangel erkennbar ist, und Kompost zur Anreicherung kargen Bodens ist bei Wildstauden nicht sinnvoll. Für die Gartenskabiose ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig. In einer Blumenwiese unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit Gräser nicht stärker gefördert werden als Kräuter und Blumen.
Was unterscheidet organische und mineralische Düngung bei Blütenstauden?
Die Nährstoffe organischer Dünger wie Hornspäne werden erst durch Bodenorganismen abgebaut und deshalb langsamer frei als bei mineralischen Düngern. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum etwas frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel. Kompost liefert außerdem selbst Nährstoffe und Kalk, die du bei jeder weiteren Düngung mitrechnest.
Zuletzt geprüft:
↑