Strahlen-Astern: häufige Anbaufehler bei Sommerastern und wie du sie vermeidest
- Strahlen-Astern gehören zur Sommeraster Callistephus chinensis und sind einjährig.
- Sommerastern sind nicht winterhart, Laub oder Reisig im Herbst bringen ihnen nichts.
- Die ‚Strahlen Mischung‘ ziehst du von März bis Mai vor.
- Direkt ins Beet säst du sie im April und Mai.
- Die Samen kommen etwa 1 bis 2 cm tief in die Erde und werden bedeckt.
- Die Pflanzen stehen mit etwa 20 cm Abstand in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen.
- Verblühte Blüten entfernen fördert neue Blüten an den Seitentrieben.
- Vorbeugend gegen Asternwelke wachsen Sommerastern erst nach 6 bis 8 Jahren wieder auf derselben Fläche.

Wer Strahlen-Astern im Herbst mit Laub abdeckt und im Frühjahr auf neue Triebe wartet, wartet umsonst. Strahlen-Astern sind Sommerastern, und die sind einjährig und nicht winterhart. Mehrere typische Anbaufehler hängen an dieser Verwechslung, andere an Aussaat, Pflanzabstand und dem Schnitt im Sommer. Ich säe meine Strahlen-Astern deshalb jedes Jahr neu und suche ihnen dafür immer ein anderes Beet aus.
Welche Aster ist eigentlich eine Strahlen-Aster?
Die als Strahlenaster angebotenen Mischungen gehören zur Sommeraster Callistephus chinensis. Das gilt für die ‚Strahlen Mischung‘ ebenso wie für die ‚Riesenstrahlen-Mischung‘. Dieselbe Art kennst du vielleicht auch unter dem Namen Gartenaster. Die Pflanzen sind einjährig und nicht winterhart, den Winter überstehen sie also nicht.
Bei den Herbstastern im Staudenbeet ist das anders. Raublatt- und Glattblatt-Astern gehören zur Gattung Symphyotrichum und sind ausdauernde Herbstblüher mit körbchenförmigen Blüten. Hinter dem Namen Winteraster stecken wiederum Herbst-Chrysanthemen der Gattung Chrysanthemum. Welche Winter-Astern es gibt und wie du sie im Herbstbeet einsetzt, erklärt ein eigener Beitrag.
Weil die Strahlen-Aster nur eine Saison lebt und Herbstastern ausdauern, passen Pflegepläne für Herbstastern nicht auf dein Sommerasternbeet. Frühjahrsrückschnitt und Winterschutz setzen eine Pflanze voraus, die überdauert. Ich lese beim Kauf deshalb zuerst den botanischen Namen auf der Tüte: Steht dort Callistephus chinensis, plane ich die Pflanzen als Einjährige. Was für alle Pflanzen im Beet gilt, findest du im Ratgeber dazu, wie du Stauden und Ziergräser pflanzt, gießt und vor Krankheiten schützt.
Fehler bei der Aussaat: zu früh, zu flach, zu trocken
Wann säst du Strahlen-Astern?
Für die ‚Strahlen Mischung‘ gibt es zwei Wege ins Beet. Vorziehen kannst du sie von März bis Mai. Direkt ins Freiland säst du sie im April und Mai. Wer schon im März draußen sät, liegt also vor dem Fenster für die Direktsaat. Die Werte für Aussaat und Pflanzung stehen in der Tabelle.
| Angabe | Wert | Gilt für |
|---|---|---|
| Vorziehen | März bis Mai | Sommeraster ‚Strahlen Mischung‘ |
| Direktsaat ins Beet | April und Mai | Sommeraster ‚Strahlen Mischung‘ |
| Saattiefe | etwa 1 bis 2 cm, mit Erde bedeckt | Sommeraster ‚Strahlen Mischung‘ |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C, je nach Hersteller | Strahlenaster-Mischungen |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage | Strahlenaster-Mischungen |
| Abstand in der Reihe | etwa 20 cm | Sommeraster ‚Strahlen Mischung‘ |
| Abstand zwischen den Reihen | 30 cm | Sommeraster ‚Strahlen Mischung‘ |
Die Termine weiterer Arten für dein Beet hast du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick.
Wie tief und wie warm keimen die Samen?
Die samen.liver ‚Strahlen Mischung‘ kommen etwa 1 bis 2 cm tief in die Erde und werden bedeckt. Damit unterscheiden sie sich von manchen Stauden im selben Beet. Die Gemeine Schafgarbe säst du dagegen mit 0 cm Saattiefe, ihre Samen bleiben an der Oberfläche. Wer alle Samen gleich behandelt, legt also entweder die Astern zu flach oder die Schafgarbe zu tief. Ich lege beim Säen die Tüte neben die Schale und lese die Tiefe für jede Art einzeln nach.
Zum Keimen brauchen Strahlenaster-Mischungen je nach Hersteller 15 bis 20 °C. Die Keimdauer liegt dann bei 7 bis 14 Tagen. Ich stelle ein Thermometer neben die Aussaatschale und schaue, ob der Platz in diesem Bereich bleibt.
Die Aussaaterde trocknet zwischen zwei Kontrollen aus. Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung muss das Substrat ständig ausreichend feucht bleiben. Nimm salzarme Aussaaterde und Schalen, aus denen überschüssiges Gießwasser abfließen kann.
Vom Keimling zur Jungpflanze
Hast du die Schale abgedeckt, nimmst du die Abdeckung ab, sobald sich der erste Keimling zeigt. Die jungen Pflanzen stehen dann hell, aber geschützt vor praller Sonne. Stehen die Sämlinge dicht, vereinzelst du sie nach den ersten Laubblättern mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch.. Halte sie dabei an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., ohne zu ziehen. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab.
Was ist mit Saatgut vom Vorjahr?
Saatgutreste säst du besser nicht blind aus. Für selbst gesammelte Blumen- und Staudensamen gilt als Orientierung: Bei kühler, dunkler und trockener Lagerung bleiben die meisten etwa 3 Jahre keimfähig. Eine Garantie für jede Art ist das nicht. Bei Resten mit fraglicher KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt..
Fehler beim Pflanzabstand: zu eng gesetzt
Die Pflanzen der ‚Strahlen Mischung‘ stehen mit etwa 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 30 cm frei. Für Gartenastern insgesamt ist die Spanne breiter: In der Reihe reichen die Angaben von 15 bis 30 cm. Von Reihe zu Reihe sind es 20 bis 40 cm. Richte dich deshalb nach der Angabe auf der Tüte deiner Mischung.
Säst du direkt ins Beet, vereinzelst du die Sämlinge nach den ersten Laubblättern auf den Abstand in der Reihe. Vorgezogene Pflanzen setzt du gleich in dieses Raster. Ich lege beim Setzen einen Zollstock neben die Reihe und markiere jede Pflanzstelle mit einem Stöckchen.
Der Abstand ist mehr als Platzverteilung. Ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung lassen die Pflanzen schneller abtrocknen und gehören zur Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Trockenes Wetter schließt diesen Pilz nicht aus, denn für seine Keimung kann schon eine relative Luftfeuchte von 70 % reichen. Wer im trockenen Sommer enger setzt, weil Mehltau angeblich nur bei Nässe kommt, verzichtet also auf eine Vorbeugung, die auch dann zählt.
Fehler beim Schneiden: der Herbstastern-Schnitt an der Sommeraster
Frühjahrsschnitt und Herbstschnitt fallen weg
Ein Rückschnitt im Frühjahr setzt eine Pflanze voraus, die überwintert hat. Strahlen-Astern säst du im Frühjahr erst aus, einen Austrieb aus dem Vorjahr gibt es nicht. Auch der bodennahe Schnitt nach dem ersten Frost mit Mulch darüber hilft ihnen nicht mehr, weil Sommerastern nicht winterhart sind. Zum Saisonende ziehe ich die abgestorbenen Pflanzen aus dem Beet und notiere mir, wo sie standen.
Ausputzen während der Blüte
Der Schnitt, der bei Sommerastern zählt, fällt in die Blütezeit. Entfernst du verblühte Blüten, fördert das neue Blüten an den Seitentrieben. Ich nehme beim Gang durchs Beet eine Schere mit und schneide verblühte Köpfe ab, sobald ich sie entdecke.
Für die Vase: früh genug schneiden
Für die Vase schneidest du Astern, wenn erst 2 bis 3 Röhrenblütenkreise geöffnet sind. Schneide morgens oder abends und nicht in der Mittagshitze. Danach stellst du die Stiele 2 Stunden an einen kühlen, schattigen Platz, bis unter die Blüten ins Wasser. Vor dem Einstellen in die Vase schneidest du die Stielenden mit einem scharfen Messer erneut schräg an.
Bei vielen Sommerblumen kann Samenbildung weitere Blüten vermindern. Wer Strahlen-Astern früh für die Vase schneidet, nimmt diesen Blüten die Samenbildung und arbeitet damit in dieselbe Richtung wie beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung..
Ich gehe mit zwei Eimern durch die Asternreihen. In den Eimer mit Wasser kommen die Stiele für die Vase, in den leeren die verblühten Köpfe.
Samen selbst ernten
Willst du eigene Samen gewinnen, lässt du ausgewählte Blütenstände bis zur Samenreife stehen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, danach trocknest du die Samen nach und lagerst sie kühl, dunkel und trocken. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Fehler: Sommerastern jedes Jahr auf dieselbe Fläche
Gegen Asternwelke beugst du mit einer Anbaupause vor. Vorbeugend sollten Sommerastern erst nach 6 bis 8 Jahren wieder auf derselben Fläche wachsen. Ist die Welke auf einer Fläche bereits wiederholt aufgetreten, sollten dort 5 bis 7 Jahre lang keine Sommerastern stehen.
Weil du Strahlen-Astern jedes Jahr neu säst und eine Fläche danach mehrere Jahre ruhen soll, brauchst du jedes Jahr einen anderen Platz. Ohne Notizen verlierst du über so viele Jahre leicht den Überblick. Einen Plan dafür kannst du mit dem Beetplaner für deine Beetflächen anlegen.
Welkende Triebe allein sind noch kein Beweis für Asternwelke. Auch länger anhaltende Staunässe kann über Sauerstoffmangel im Wurzelbereich Wurzel- und Stammgrundfäule begünstigen. Wo die Welke schon aufgetreten ist, reinigst du Werkzeuge, Schuhe und Pflanzenstützen, die mit der Erde in Kontakt waren. Das kann die Verschleppung von Schaderregern begrenzen.
Fehler beim Düngen: Stickstoff nach Gefühl
Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Übermäßige Stickstoffgaben zu vermeiden, gehört deshalb auch zur Mehltau-Vorbeugung. Wie viel Nährstoff dein Boden schon mitbringt, zeigt eine Bodenuntersuchung, und danach bemisst du die Düngung bedarfsgerecht. Kompost rechnest du dabei mit, denn er liefert neben organischer Substanz auch Nährstoffe. Ich dünge erst, wenn ich die Werte meines Bodens kenne, und beobachte danach Wuchs und Blattfarbe. Wie du bedarfsgerecht düngst, steht im Stauden-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
„Phosphor sorgt für mehr Blüten.“ Phosphor dient dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen der Pflanze. Ein pauschaler Blühverstärker ist er nicht. Auch Kompost kann den Boden mit Phosphat überversorgen, deshalb zählt jede Gabe mit.
Standort, Gießen, Krankheiten, Winter: die Fehler im Kurzcheck
Zu schattig oder zu nass gesetzt
Gartenastern brauchen einen sonnigen Platz, und schwerer, nasser Boden ist der zweite Standortfehler, weil Staunässe den Wurzeln Sauerstoff nimmt. Kalk gibst du nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Licht, Bodenart und pH-Zielbereiche erklärt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Nach Kalender gegossen
Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht, weil der Bedarf von Pflanze, Bodenart und Witterung abhängt. Prüf vor dem Gießen die Feuchte auch unter der Oberfläche und gieß dann morgens direkt im Wurzelbereich, damit das Laub nicht unnötig nass wird. Wie du durchdringend gießt, beschreibt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Mehltau und Läuse zu spät bemerkt
Ein weißer, abwischbarer Belag vor allem auf der Blattoberseite spricht für Echten Mehltau, befallene Blätter entfernst du deshalb früh. Schwachen Blattlausbefall spritzt du mit einem Wasserstrahl ab, Schnecken sammelst du ab und lässt dabei geschützte Weinbergschnecken in Ruhe. Die ganze Stufenfolge aus Vorbeugen, Kontrollieren und mechanischem Eingreifen steht im Stauden-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Strahlen-Astern winterfest machen
Laub, Mulch oder Reisig über Strahlen-Astern ist verlorene Mühe, denn Sommerastern sind einjährig und nicht winterhart. Für Winter-Astern sieht das anders aus: Wie du Winter-Astern gießt, düngst und gesund durch den Winter bringst, erklärt ein eigener Beitrag. Winterstängel und WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten. bei Stauden behandelt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Pflege im Jahreslauf, die Kübel-Überwinterung im Abschnitt Topf und Balkonkasten.
Fehler bei der Sortenwahl: gefüllte Blüten im Insektengarten
Ungefüllte Sorten der Sommeraster werden als Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten empfohlen. Die dichtgefüllte Sommeraster ‚Pompon Mischung‘ ist dagegen als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen. Stark gefüllte Blüten bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung. Wer für Bienen und Schmetterlinge sät, schaut deshalb vor dem Kauf auf die Blütenform. Bis in den Spätherbst können ungefüllt blühende Chrysanthemen das Nahrungsangebot verlängern; wie Winter-Astern Bienen und Schmetterlingen im Herbst Nahrung bieten, liest du in einem eigenen Beitrag.
Was bei Winterastern übers Jahr ansteht, zeigt der Jahresplan von der Standortwahl bis zur Frühjahrsteilung. Um eine ganz andere Seite der Strahlen-Aster geht es in der Frage, wie man Strahlen-Astern als Bioindikatoren einsetzt. Für eine weitere einjährige Sommerblume gibt es eine Anleitung, ob und wie du die Sommerazalee schneidest.




