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Gesunde Mädchenaugen: Mehltau, Schädlingen und Staunässe vorbeugen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Am Mädchenauge (Coreopsis) können Echter und Falscher Mehltau auftreten, außerdem können Blattälchen Schäden verursachen.
  • Ein weißer Belag, der sich vor allem auf der Blattoberseite abwischen lässt, spricht für Echten Mehltau.
  • Gelbliche Blattoberseiten mit spärlichem grauem Belag unterseits können auf Falschen Mehltau hindeuten.
  • Echte Mehltaupilze können schon bei 70 % relativer Luftfeuchte keimen, ein sonniger Platz allein schützt nicht.
  • Luftiger Stand, gute Belichtung, morgendliches Gießen an den Wurzeln und maßvoller Stickstoff senken das Mehltaurisiko.
  • Staunässe begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule, deshalb braucht das Mädchenauge durchlässigen Boden.
Blattschaden als Hinweis auf einen Schädlings- oder Krankheitsbefall
Foto: Nothing Ahead · Pexels License · Quelle ↗

Sieht dein Mädchenauge im Sommer plötzlich weiß oder grau überzogen aus, kommt es zuerst auf die richtige Zuordnung an. Echter und Falscher Mehltau können beide am Mädchenauge auftreten, und sie zeigen sich auf verschiedenen Seiten des Blatts. Ich wische deshalb bei einem hellen Belag zuerst mit dem Finger über die Oberseite und drehe das Blatt danach um. Erst dann entscheide ich, was ich abschneide und wo die Vorbeugung ansetzt.

Neben dem Mehltau geht es um Blattflecken und Blattälchen, um Spinnmilben, Blattläuse und Schnecken und um Stress durch Staunässe, Trockenheit und zu viel Stickstoff. Vieles davon entscheidet sich am Standort, bevor du überhaupt ein Symptom siehst.

Kurz erklärt

Mädchenauge ist der Gartenname für die Gattung Coreopsis. Dazu gehören das einjährige Färber-Mädchenauge (Coreopsis tinctoria) ebenso wie das zwei- bis mehrjährige Coreopsis grandiflora.

Echter oder Falscher Mehltau: was sitzt auf deinem Mädchenauge?

Beide Mehltauarten kommen am Mädchenauge vor. Auseinanderhalten kannst du sie an zwei Merkmalen: an der Blattseite, auf der der Belag sitzt, und daran, ob er sich abwischen lässt. Ein weißer, abwischbarer Belag vor allem auf der Blattoberseite spricht für Echten Mehltau. Falscher Mehltau kann am Mädchenauge gelbliche Blattoberseiten und einen spärlichen grauen Belag auf den Unterseiten verursachen.

Merkmal Echter Mehltau Falscher Mehltau
Wo der Belag sitzt vor allem auf der Blattoberseite auf der Blattunterseite
Wischprobe Belag lässt sich abwischen Belag lässt sich häufig nicht abwischen
Aussehen des Belags weiß weißlich bis grauviolett, am Mädchenauge spärlich und grau
Blattoberseite trägt den Belag gelbe bis braune Flecken, am Mädchenauge gelblich verfärbt

Beim Falschen Mehltau gilt dasselbe wie beim Echten: Befallene Pflanzenteile entfernst du früh, damit sie nicht weiter im Bestand bleiben.

Schützt ein sonniger, trockener Platz vor Mehltau?

Das Mädchenauge bevorzugt einen vollsonnigen Standort und verträgt Trockenheit gut. Eine Garantie gegen Mehltau ist das nicht. Weil Echte Mehltaupilze schon bei 70 % relativer Luftfeuchte keimen können, ist ein Befall auch an dem sonnigen Platz möglich, den das Mädchenauge braucht. Ich schaue deshalb gerade in Schönwetterphasen auf die Blattoberseiten.

Mythos-Check

„Ohne Regen kein Mehltau.“ Für den Echten Mehltau stimmt das nicht, denn trockenes Wetter schließt einen Befall anfälliger Stauden nicht aus. Das Laub hältst du beim Gießen trotzdem möglichst trocken, weil auch das zur Mehltauvorbeugung gehört.

Wie beugst du Mehltau am Mädchenauge vor?

Das Ziel ist ein Blatt, das schnell abtrocknet und nicht mastig gewachsen ist. Ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und Durchlüftung helfen den Pflanzen beim Abtrocknen. Halte dich bei den Abständen an die Angabe deiner Sorte. Für ein neues Beet kannst du Gruppen und Abstände vorher im Beetplaner für dein Staudenbeet durchspielen.

Gegossen wird morgens und direkt im Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. Morgendliches Gießen lässt nasse Blätter schneller abtrocknen und senkt so gegenüber abendlicher Blattbenässung die Gefahr von Blattkrankheiten. Ich nehme dafür die Kanne ohne Brause und gieße an den Fuß der Pflanze.

Beim Düngen hältst du Maß. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung gehört zur Vorbeugung, übermäßige Stickstoffgaben gehören nicht dazu. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten.

Was tust du, wenn der Mehltau schon da ist?

Bei beginnendem Echtem Mehltau entfernst du die erkrankten Blätter. Befallene Triebe schneidest du bis ins gesunde Gewebe zurück und sammelst die Reste aus dem Beet. Im Herbst nimmst du pilzbefallene Blätter gleich ab, während gesundes altes Laub bis April oder Mai stehen bleiben darf.

Blattflecken, Älchen, Viren: wann lässt du die Ursache klären?

Nicht jeder Fleck auf dem Blatt ist Mehltau. Pilzliche und bakterielle Blattflecken an Stauden können sich so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache unterscheidet. Befallene Blätter nimmst du trotzdem früh ab, und das Laub bleibt beim Gießen trocken.

Auch Blattälchen können am Mädchenauge Schäden verursachen. Ein verändertes Blatt ist dabei ein Hinweis, keine Diagnose. Weil sich Schaderreger mit Erde verschleppen lassen, reinigst du Werkzeug, Schuhe und Pflanzstäbe, die mit krankheitsbelasteter Erde in Berührung gekommen sind.

Bei virusverdächtigen Symptomen kann eine Pflanzenschutzdienststelle die Ursache klären. Chemische Pflanzenschutzmittel bekämpfen Viruskrankheiten nicht, eine Spritzung auf Verdacht bringt hier also nichts.

Marias Erfahrung

Flecken, die ich nicht zuordnen kann, behandle ich nicht auf Verdacht. Ich schneide die auffälligen Blätter ab, reinige danach die Schere und beobachte, ob an den Trieben neue Flecken nachkommen.

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Welche Schädlinge gehen ans Mädchenauge?

Neben den Blattälchen können Spinnmilben, Blattläuse und Schnecken auftreten. Die kurzen Steckbriefe helfen dir beim Erkennen, die Gegenmaßnahmen gelten für das ganze Staudenbeet.

Spinnmilben

Erwachsene Spinnmilben sind etwa 0,5 bis 0,7 mm groß und sitzen überwiegend auf den Blattunterseiten. Sie verursachen zuerst weißlich gelbe Sprenkel, später können die Blätter bronzefarben werden und feine Gespinste tragen. Weil Spinnmilben im Freiland besonders in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem werden und das Mädchenauge vollsonnig steht, gehört in Hitzephasen ein Blick unter die Blätter dazu.

Blattläuse

Blattläuse saugen an Blättern und jungen Trieben. Dabei hinterlassen sie klebrigen Honigtau, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült.

Schnecken

Schnecken verraten sich durch Fraßspuren an Blättern und jungen Trieben. Ein Schneckenzaun schützt das Beet nur, wenn du innerhalb der Umzäunung weiterhin regelmäßig Schnecken absammelst. Weinbergschnecken stehen unter Schutz und dürfen nicht gezielt bekämpft werden.

Welche Methoden helfen gegen Schädlinge?

Nützlinge, Hausmittel und Barrieren sind Methodenwissen fürs ganze Staudenbeet. Wie die Stufenfolge aus Vorbeugen, Kontrollieren und Absammeln funktioniert, liest du im Ratgeber dazu, wie du im Staudenbeet vorbeugst, kontrollierst und Schädlinge absammelst.

Staunässe und Wurzelfäule: wie viel entscheidet der Boden?

Mädchenaugen bevorzugen einen durchlässigen, leicht lehmigen und nährstoffreichen Boden ohne Staunässe. Hält die Nässe länger an, entsteht im Wurzelbereich Sauerstoffmangel, und Wurzel- und Stammgrundfäule werden begünstigt. Welkende Triebe können dann auf eine Wurzel- oder Stängelgrundfäule hindeuten, deren Erreger bei anhaltender Bodenfeuchte und schlechter Durchlüftung gute Bedingungen finden.

Das Mädchenauge braucht in längeren Trockenphasen Wasser, welke Triebe können aber genauso von Fäulen bei anhaltender Bodenfeuchte kommen; dasselbe Bild verlangt also je nach Boden die gegenteilige Antwort.

Häufiger Fehler

Welke Mädchenaugen sofort gießen. Stich neben der Pflanze eine Scholle aus und prüf an Farbe und Gefühl, ob im Wurzelraum noch Feuchtigkeit ist. Ist der Boden dort nass, lässt du die Kanne stehen.

Vorbeugen beginnt vor der Pflanzung. Du entfernst Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden, bei Staunässe auch tiefer liegende Verdichtungen. Tonige Böden können durch Zuschläge aus Splitt, Quarzsand oder Lava durchlässiger werden.

Was ist im Kübel anders?

Im Gefäß brauchst du freie Abzugslöcher, damit sich überschüssiges Wasser nicht staut. Bei torffreier Erde prüfst du die Feuchte im unteren Topfbereich oder über das Gewicht des Gefäßes, weil eine trockene Oberfläche Nässe darunter verdecken kann. Überwinterungsfähige Mädchenaugen bekommen im Winter eine Vlieshülle um den Kübel und einen Platz an einer schützenden Hauswand. An frostfreien Tagen gießt du mäßig, damit die Erde nicht vollständig austrocknet. Den Untersetzer nimmst du über Winter weg, damit kein stehendes Wasser im Topf gefriert.

Zahl im Blick

In einem dokumentierten Kübelversuch standen jeweils drei Coreopsis-Pflanzen in einem Gefäß mit 40 cm Durchmesser und 24 l Volumen. Ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser bevorraten.

Trockenheit, Dünger, Lebensdauer: was schwächt das Mädchenauge sonst?

Trockenheit

Das Mädchenauge verträgt Trockenheit, in längeren Trockenphasen gießt du es trotzdem. Nicht jede Sorte ist gleich robust: Coreopsis rosea ‚American Dream‘ blüht rosa und ist nicht trockentolerant. Wie du durchdringend und bedarfsgerecht gießt, beschreibt der Abschnitt „Gießen“ im Stauden-Ratgeber.

Nährstoffmangel und Überdüngung

Zu viel Stickstoff lässt Pflanzen mastig wachsen und macht sie anfälliger für Krankheiten. Trockenheit und Staunässe können außerdem Mangelsymptome auslösen, weil sie die Nährstoffaufnahme stören; gelbe Blätter in nassem Boden sind deshalb kein sicheres Zeichen für Düngerbedarf. Wie du nach einer Bodenuntersuchung düngst, erklärt der Abschnitt „Düngen“ im Stauden-Ratgeber.

Ist jeder Ausfall eine Krankheit?

Art oder Sorte Was du wissen solltest
Färber-Mädchenauge (Coreopsis tinctoria) einjährig
Coreopsis grandiflora zwei- bis mehrjährig, Sorten häufig nicht langlebig
Coreopsis lanceolata Sorten blühen reich und lange, sind aber häufig nicht langlebig
Coreopsis verticillata lässt sich im Frühjahr oder Herbst teilen
Coreopsis rosea ‚American Dream‘ nicht trockentolerant
Hohes Mädchenauge (Coreopsis tripteris) kann über 2 m hoch werden

Weil das Färber-Mädchenauge einjährig ist und Sorten von Coreopsis grandiflora und lanceolata oft nicht lange leben, muss ein Ausfall keine Krankheit sein. Ein bodentiefer Schnitt im frühen Herbst kann bei überwinterbaren Mädchenaugen die Blüte verkürzen und die Bildung einer Blattrosette fördern. Hohe Mädchenaugen, die zum Umknicken neigen, stützt du mit einem Bambusstab oder bindest ihre Triebe zusammen. Mehr zu Rückschnitt und Winter steht im Abschnitt „Pflege im Jahreslauf“ des Stauden-Ratgebers.

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Häufige Fragen

Welche Krankheiten treten beim Mädchenauge auf und wie erkennst du sie?
Am Mädchenauge (Coreopsis) können Echter und Falscher Mehltau auftreten, außerdem können Blattälchen Schäden verursachen. Ein weißer Belag, der sich vor allem auf der Blattoberseite abwischen lässt, spricht für Echten Mehltau. Gelbliche Blattoberseiten mit einem spärlichen grauen Belag auf der Unterseite können auf Falschen Mehltau hindeuten. Blattflecken lassen sich oft nicht mit bloßem Auge zuordnen, weil pilzliche und bakterielle Flecken sich so ähneln können, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache klärt.
Wie beugst du Mehltau am Mädchenauge vor?
Gib den Pflanzen ausreichend Abstand, Licht und Luft, damit die Blätter schnell abtrocknen. Gieß morgens direkt an den Wurzeln und benetze das Laub dabei möglichst wenig. Vermeide übermäßige Stickstoffgaben, denn mastig gewachsene Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Ein sonniger Platz allein schützt nicht, weil Echte Mehltaupilze schon bei 70 % relativer Luftfeuchte keimen können.
Welche Schädlinge können das Mädchenauge befallen?
Blattälchen können am Mädchenauge Schäden verursachen, daneben können Schnecken, Blattläuse und Spinnmilben auftreten. Spinnmilben sitzen überwiegend auf den Blattunterseiten und verursachen zuerst weißlich gelbe Sprenkel, später bronzefarbene Blätter und feine Gespinste. Blattläuse saugen an Blättern und jungen Trieben und hinterlassen klebrigen Honigtau, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült.
Welche Rolle spielt Staunässe beim Mädchenauge?
Mädchenaugen brauchen einen durchlässigen Boden ohne Staunässe. Anhaltende Nässe führt im Wurzelbereich zu Sauerstoffmangel und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule, welkende Triebe können die Folge sein. Prüf deshalb vor dem Gießen die Feuchte auch unter der Oberfläche, statt welke Pflanzen sofort zu wässern. Vor der Pflanzung beseitigst du Bodenverdichtungen, bei Staunässe auch die tiefer liegenden.
Macht Düngen das Mädchenauge widerstandsfähiger gegen Krankheiten?
Eine ausgewogene Nährstoffversorgung gehört zur Vorbeugung gegen Echten Mehltau, mehr Dünger bedeutet aber nicht mehr Schutz. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Trockenheit und Staunässe können außerdem Mangelsymptome auslösen, weil sie die Nährstoffaufnahme stören. Die Düngung richtest du deshalb am besten nach einer Bodenuntersuchung aus.
Stimmt es, dass das Mädchenauge völlig pflegefrei ist?
Nein, auch wenn es Trockenheit gut verträgt. In längeren Trockenphasen braucht es Wasser, und hohe Pflanzen, die zum Umknicken neigen, stützt du mit einem Bambusstab oder bindest ihre Triebe zusammen. Das Entfernen verwelkter Blüten kann weitere Blüten anregen. Wer dabei Blattober- und Blattunterseiten anschaut, entdeckt Mehltau oder Spinnmilben früher.
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