Kokardenblumen in heißen Sommern gießen: Boden prüfen, durchdringend wässern
- Gieße Kokardenblumen nach dem Boden: durchdringend, bevor er auch im Untergrund ganz ausgetrocknet ist.
- Gieße vorzugsweise morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird.
- Neue Staudenpflanzungen erhalten bei anhaltender Trockenheit in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden etwa 25 l/m² je Gießgang.
- Für trockene Staudenpflanzungen passt mineralischer Mulch aus Kies oder Splitt, im Kiesbeet ist Rindenmulch ungeeignet.
- Im Topf entscheidet die Feuchte im unteren Substrat, denn Staunässe schadet den Wurzeln.

Im Hitzesommer kannst du Kokardenblumen auf zwei Wegen schwächen: Eine frische Pflanzung trocknet aus, oder ein eingewachsener Horst steht nach zu viel Gießwasser im Nassen. Ich gieße meine Kokardenblumen deshalb nach dem Boden und nicht nach dem Kalender. Hier liest du, wie du die Feuchte prüfst, wann und womit du gießt, welcher MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. ins trockene Beet passt und was im Topf anders läuft.
Was Kokardenblumen in trockenen Lagen mitbringen
Zur Gattung Gaillardia gehören einjährige Sommerblumen und mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Stauden. Die Großblumige Prachtmischung von Gaillardia aristata eignet sich für offene, sonnige und auch trockene Lagen. Empfohlen werden für sie allerdings nährstoffreiche Böden. Die Sorte ‚Maxima Aurea‘ eignet sich dagegen für gut durchlässige, trockene bis frische und nährstoffarme Böden. Schau deshalb auf die Angaben zu deiner Sorte, bevor du Boden und Mulch wählst.
Auf diese Eignung für trockene Lagen baut das Gießen auf: Du gibst gezielt Wasser, wenn der Boden es braucht, und hältst die Wurzeln nicht dauerhaft nass. Wie sich Lebensläufe, Gartennamen und Herkunft bei Stauden einordnen lassen, zeigt das Kurzporträt der Stauden und Ziergräser. Für dein Gießen zählt vor allem, ob deine Kokardenblume einjährig wächst oder als Staude mehrere Jahre im Beet bleibt.
Wann du gießt: Der Boden entscheidet
Eingewachsene Kokardenblumen gießt du bei Bedarf durchdringend, bevor der Boden auch im Untergrund vollständig ausgetrocknet ist. Den Zeitpunkt bestimmt bei mir deshalb der Boden und nicht der Wochentag. Ich schiebe neben dem Horst eine kleine Pflanzschaufel in die Erde und fühle, ob es weiter unten noch feucht ist. Ist es auch dort trocken, wird gegossen. Ist der Untergrund noch feucht, warte ich ab, selbst wenn die Oberfläche schon hell und staubig aussieht.
Gieße vorzugsweise morgens und direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird. Ich setze die Kanne ohne Brause am Fuß der Pflanze an und lasse das Wasser einsickern, bevor ich nachgieße. Durchdringend heißt dabei: Das Wasser soll bis in die Tiefe kommen, in der du vorher die Trockenheit gefühlt hast.
Boden in der Tiefe prüfen, nicht nur an der Oberfläche. Morgens gießen. Wasser in den Wurzelbereich geben, nicht aufs Laub. Durchdringend wässern. Bei feuchtem Untergrund abwarten.
Neu gepflanzte Kokardenblumen brauchen mehr Aufmerksamkeit
Frisch bepflanzte Beete und Kübel brauchen bei Trockenheit mehr Aufmerksamkeit als gut eingewachsene Staudenpflanzungen. Das gilt auch für trockenheitsverträgliche Stauden wie die Kokardenblume. Vor dem Pflanzen tauche ich den Topfballen vollständig in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Bei anhaltender Trockenheit gießt du die neue Pflanzung danach wiederholt und durchdringend.
Neu angelegte Staudenpflanzungen werden in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit mit etwa 25 l/m² je Gießgang gewässert. Der Wert bezieht sich auf die Beetfläche, nicht auf die einzelne Pflanze.
Für die mehrjährige Großblumige Prachtmischung von Gaillardia aristata hat das besonderes Gewicht. Sie ist eine kurzlebige Staude, die ihr Optimum im zweiten und dritten Jahr hat. Die Anwachsphase reicht also direkt an die Jahre heran, in denen sie am besten dasteht. Gieße in den ersten Sommern deshalb verlässlich, denn viel Zeit nach diesem Höhepunkt bleibt ihr als kurzlebiger Staude nicht.
Einjährige Kokardenblumen stehen nur eine Saison im Beet. Für sie gilt die Regel für frisch bepflanzte Blumenbeete: Bei Trockenheit brauchen sie mehr Aufmerksamkeit, bis sie eingewurzelt sind.
„Kokardenblumen muss man nie gießen.“ So pauschal stimmt das nicht. Auch trockenheitsverträgliche Staudenpflanzungen werden in der Anwachsphase bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend gewässert. Eingewachsene Pflanzen gießt du danach nur noch bei Bedarf.
Mulch: Kies statt Rinde im trockenen Beet
Eine MulchdeckeEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. hemmt die Verdunstung aus dem Boden und vermindert seine Erwärmung. Sie hält die Bodenfeuchte länger und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Für Staudenpflanzungen der trockenen Freifläche hat sich eine mineralische Schicht aus Kies oder Splitt bewährt.
| Mineralischer Mulch im trockenen Staudenbeet | Wert |
|---|---|
| Schichtdicke | mindestens 5 cm, besser 7 cm |
| Körnung | 8 bis 16 mm |
RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. passt nicht ins Kiesbeet mit trockenheitsliebenden Pflanzen, weil er dort ein feucht-saures Milieu schafft. Roher Rindenmulch bindet außerdem Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet.
Organischer Mulch erhält zwar ebenfalls die Bodenfeuchte und unterstützt das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf.. Auf nährstoffarmen, leichten Böden führt er aber Nährstoffe zu, die dort unerwünscht sein können. Für eine Sorte wie ‚Maxima Aurea‘ auf nährstoffarmem Boden nehme ich deshalb Kies oder Splitt.
Womit du gießt: Kanne, Tropfschlauch, Perlschlauch
Für ein kleines Kokardenblumen-Beet genügt die Gießkanne, weil du damit das Wasser genau in den Wurzelbereich bringst. Für längere Reihen bietet sich Tropfbewässerung an. Sie versorgt die Pflanzen gezielt und kann Wasser sparen. Die Tropfer können aber verstopfen oder verkalken, deshalb gehört ein Filter in die Leitung.
Ein Perlschlauch gibt entlang seiner Länge unterschiedlich viel Wasser ab. Wie lange er laufen muss, findest du deshalb nur über die Beobachtung der Pflanzen heraus.
Wenn ich einen Perlschlauch neu verlege, grabe ich nach dem ersten Lauf am Anfang, in der Mitte und am Ende der Strecke mit der Schaufel nach. So sehe ich, wo das Wasser in der Tiefe angekommen ist, bevor ich die Laufzeit festlege.
Fürs Gießwasser sammle ich Dachablaufwasser in der Regentonne und verteile es mit der Gießkanne. Auch das Wasser, in dem du Obst und Gemüse in einer Schüssel gewaschen hast, kannst du zum Gießen verwenden.
Den Rasensprenger über das Kokardenblumen-Beet laufen lassen. Das Wasser landet dann auf dem Laub statt direkt im Wurzelbereich, und bei Hitze geht mehr davon durch Verdunstung verloren.
Kokardenblumen im Topf an heißen Tagen
Bei torffreien Gefäßsubstraten kann an heißen Tagen mehrfaches Gießen nötig sein. Ob das zutrifft, entscheidet die tatsächliche Substratfeuchte. Eine trockene Oberfläche kann nämlich verdecken, dass es weiter unten noch nass ist. Ich prüfe deshalb die Feuchte im unteren Substratbereich oder hebe den Topf an und schätze am Gewicht, ob er noch Wasser hält.
Kokardenblumen der Serie Arizona reagieren in der Weiterkultur empfindlich auf nasses Substrat und werden ohne Staunässe eher trocken gehalten. Zusammen mit dem möglichen Mehrfachgießen an heißen Tagen ergibt sich daraus eine klare Regel: Den Rhythmus bestimmt die Prüfung im unteren Topfbereich, nicht die Uhr. Wer nach festen Zeiten nachgießt, trifft sonst leicht ein Substrat, das unten noch nass ist.
Ein größeres Erdvolumen speichert mehr Wasser und verlängert die Zeit bis zur nächsten Wassergabe. Prüfe vor dem Befüllen, ob die Abzugslöcher frei sind, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Welche Erde, welches Gefäß und welche Düngung Kokardenblumen im Topf brauchen, liest du im Topf-Ratgeber.
Zu nass schadet auch im Hitzesommer
Wer in der Hitze viel gießt, kann das andere Extrem erzeugen. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Steht nach dem Gießen Wasser im Beet, lockerst du auch tiefer liegende Bodenverdichtungen. Erst danach arbeitest du bei Bedarf mineralisches Material für eine bessere Durchlässigkeit ein.
Wie du den Boden für Kokardenblumen untersuchst und verbesserst, zeigt der Boden-Ratgeber. Ob dein Beet geeignet ist, klärt der Ratgeber dazu, welcher Standort bei Licht, Drainage und Wind zu Kokardenblumen passt. Weitere typische Fehler bei Standort, Düngung und Bewässerung von Kokardenblumen findest du gesammelt im Fehler-Ratgeber.
Düngen in der Hitze: erst Wasser, dann Nährstoffe
Vergilben Blätter im Hitzesommer, kann das auf eine gestörte Nährstoffaufnahme hindeuten. Auslösen können sie sowohl Trockenheit als auch Staunässe. Wurzeln nehmen Nährsalze nur als im Wasser gelöste Ionen auf. In ausgetrocknetem Boden hilft zusätzlicher Dünger deshalb wenig, zuerst muss die Bodenfeuchte stimmen.
Willst du in einer Hitzephase düngen, gib Flüssigdünger niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Organische Dünger setzen bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei. Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit mehrjährige Pflanzen ausreichend aushärten. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Das kann eine Sorte wie ‚Maxima Aurea‘ betreffen, die sich für nährstoffarme Böden eignet.
Blüte und Pflege durch den Hochsommer
Kokardenblumen blühen typischerweise von Juni bis September. Entfernst du Verblühtes wiederholt, verlängert das die Blühdauer. Der Grund: Samenbildung kann bei vielen Sommerblumen und Stauden weitere Blüten vermindern. Wenn ich morgens gieße, knipse ich die welken Köpfe gleich mit ab.
In trockenen, warmen Sommerperioden können SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. an Zierpflanzen im Freiland zum Problem werden. Die erwachsenen Tiere sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß, deshalb sehe ich mir die Blätter beim Gießen genau an.
Mehrjährige Kokardenblumen schneidest du Anfang bis Mitte September bis auf die grundständigen Blätter zurück. Der Schnitt soll Erneuerungsknospen und eine längere Lebensdauer fördern. Wie du Kokardenblumen im Staudenbeet ziehst, pflanzt und pflegst, beschreibt der Ratgeber zum Staudenbeet.
Bekommt dein Beet nur halbtags Sonne, lies, wie Kokardenblumen an halbschattigen Standorten gelingen. Und welchen ökologischen Wert Kokardenblumen im Naturgarten haben, zeigt der Beitrag über den Naturgarten.




