Mittagsblumen pflegen: bei Hitze gießen, im Topf überwintern
- Mittagsblumen wie 'SPERLI's Blütenmeer' eignen sich für heiße, trockene Standorte, sind aber nicht automatisch winterhart.
- Im Beet gießt du selten und durchdringend, morgens direkt in den Wurzelbereich.
- Im Topf prüfst du vor dem Gießen die Feuchte unten im Gefäß, am einfachsten über das Gewicht.
- Standortgerecht im Steingarten gepflanzt, brauchen Mittagsblumen normalerweise keinen Zusatzdünger.
- Bei Hitze kommt Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchtete Erde und nicht über die Blätter.
- Nicht winterharte Sorten überwinterst du frostfrei, ohne Dünger und mit reduzierten Wassergaben.

Mittagsblumen setzt du an die heißen, trockenen Plätze im Garten und auf dem Balkon. Dort kommt es bei der Pflege auf drei Dinge an: Wasser erst nach der Feuchteprobe, Dünger auf feuchte statt auf trockene Erde und rechtzeitig ein frostfreies Quartier für Sorten, die nicht winterhart sind. Ich hebe meine Töpfe an, bevor ich gieße, und entscheide nach dem Gewicht.
Mittagsblume ist ein Gartenname, unter dem verschiedene sukkulente Pflanzen angeboten werden. Pflegewerte wie die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. hängen deshalb an Gattung, Art und Sorte, nicht am Namen. Ein Beispiel ist die Sorte ‘SPERLI’s Blütenmeer’, die ihr Hersteller als Delosperma floribunda bezeichnet. Sie eignet sich für heiße und trockene Standorte und wird als nicht winterhart geführt.
Wie viel Hitze und Frost vertragen Mittagsblumen?
Mittagsblumen gehören zu den Pflanzen, die du gezielt für heiße Lagen auswählst. ‘SPERLI’s Blütenmeer’ etwa ist ausdrücklich für heiße und trockene Standorte gedacht. Eine feste Höchsttemperatur für alle Mittagsblumen lässt sich nicht nennen, weil hinter dem Namen ganz verschiedene Pflanzen stecken. Halte dich an die Angaben zu deiner Sorte und beobachte die Pflanze an heißen Tagen.
Auch trockenheitsverträgliche Pflanzungen werden in der Anwachsphase bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend gewässert. Eine frisch gesetzte Mittagsblume behandelst du in ihrer ersten Hitzephase deshalb nicht wie eine eingewachsene, auch wenn die Sorte für heiße Plätze gedacht ist. Frisch bepflanzte Beete und Kübel brauchen bei Trockenheit grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit als gut eingewachsene Pflanzungen.
Die eigentliche Grenze liegt beim Frost. Ob eine Mittagsblume draußen überwintert, entscheidet ihre Sorte. ‘SPERLI’s Blütenmeer’ wird als nicht winterhart geführt und braucht deshalb einen frostfreien Platz. Findest du auf dem Etikett keine Angabe zur Winterhärte, behandelst du die Pflanze vorsichtshalber wie eine nicht winterharte. Wie das im Topf funktioniert, steht im Abschnitt zum Überwintern.
Standort, Boden und Pflanzung kurz gefasst
Mittagsblumen brauchen einen heißen, trockenen Platz mit durchlässigem Boden, auf dem kein Wasser stehen bleibt. Lehmigen Boden kannst du mit Sand, Kies und Splitt abmagern und durchlässiger machen. Wie du Mittagsblumen im Steingarten und in Trockenmauern einsetzt und pflanzt, beschreibt der Ratgeber dazu ausführlich.
Saattiefe und Abstände entnimmst du der Saatgut-Tüte deiner Sorte. Nicht winterharte Sorten pflanzt du erst aus, wenn kein Frost mehr droht. Saat- und Pflanztermine hast du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick.
Ihre Heimat haben Mittagsblumen im südlichen Afrika. Was Herkunft und Gartenname für die Pflege einer Staude bedeuten, ordnet der Abschnitt Stauden, Zweijährige und Gräser im Kurzporträt im Stauden-Ratgeber ein.
Wie gießt du Mittagsblumen bei Hitze richtig?
Mittagsblumen speichern Wasser in ihren fleischigen Blättern. Eine durchdringende Wassergabe erreicht die tieferen Wurzelschichten besser als viele kleine Wassergaben. Stehende Nässe an den Wurzeln schadet ihnen dagegen.
Im Beet und im Steingarten
Gieß selten und dafür durchdringend, bevor der noch leicht feuchte Untergrund vollständig austrocknet. Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich und lass die Blätter dabei trocken. Am Morgen trocknet versehentlich nass gewordenes Laub schneller ab als am Abend, das verringert die Gefahr von Blattkrankheiten.
Ob Wasser fehlt, zeigt dir eine Bodenscholle. Ich steche neben der Pflanze ein Stück Erde aus und prüfe Farbe und Feuchte mit den Fingern. Nach dem Gießen steche ich noch einmal nach, um zu sehen, ob das Wasser die tieferen Schichten erreicht hat. An vollsonnigen Steingartenplätzen kann zusätzliches Gießen je nach Bodengüte in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen nötig sein.
Ich gieße mit Regenwasser aus der Tonne. Es ist salzarm und hat eine sehr geringe Wasserhärte.
Im Topf und Balkonkasten
Im Gefäß kann die Oberfläche schneller austrocknen als die Erde darunter. Prüf deshalb vor dem Gießen die Feuchte im unteren Teil des Topfes, am einfachsten über das Gewicht. Gerade bei torffreier Erde kann eine trockene Oberfläche Nässe in der Tiefe verdecken.
An heißen Tagen kann bei torffreier Erde mehrfaches Gießen nötig sein, je nach tatsächlicher Feuchte im Substrat. Ein größeres Gefäß kann mehr Wasser speichern und so die Abstände zwischen den nötigen Wassergaben verlängern.
Freie Abzugslöcher und ein ungehinderter Ablauf sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser abfließt. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Den Untersetzer kippe ich nach dem Gießen aus, damit kein Wasser darin stehen bleibt.
Eine schlaffe Mittagsblume im Topf sofort gießen. Welkende Triebe können auch durch Wurzel- oder Stängelgrundfäulen entstehen, deren Erreger bei anhaltender Bodenfeuchte und wenig Luft im Boden gute Bedingungen finden. Weil eine trockene Oberfläche Nässe weiter unten verdecken kann, prüfst du zuerst Gewicht und Feuchte unten im Topf und gießt erst dann.
Wie düngst du Mittagsblumen, ohne ihnen zu schaden?
Ob und wann eine Mittagsblume Dünger braucht, hängt davon ab, ob sie im mageren Steingarten oder im Topf steht. Dazu kommt die Frage, wie feucht die Erde gerade ist.
Im Steingarten und Kiesbeet: meist gar nicht
Steingartenpflanzen wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden. Standortgerecht gepflanzt brauchen sie normalerweise keinen Zusatzdünger. Unter den Staudengruppen haben Steingartenstauden den geringsten Nährstoffbedarf, Beetstauden den höchsten.
Stauden natürlich nährstoffarmer Standorte düngst du erst, wenn ein Mangel erkennbar ist. Übermäßige Düngung kann bei ihnen untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. Für Polster- und Wildstauden, die kargen Boden bevorzugen, ist auch Kompost nicht sinnvoll. Im Kiesbeet mit Mittagsblumen lasse ich ihn deshalb weg.
Im Topf: nach Bedarf statt nach Kalender
Frische Blumenerde ist meist vorgedüngt, auch torffreie. Torffreie Erden können durch ihre Ersatzstoffe aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Deshalb passt du die Nachdüngung an die tatsächliche Stickstoffversorgung an. Stickstoff braucht die Pflanze für ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub. und das Wachstum von Blättern und Trieben. Bleibt der Neuaustrieb im Topf schwach und blass, kann das auf zu wenig Stickstoff hindeuten.
Dünger bei Hitze und Trockenheit
Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchtete Erde. Über die Blätter düngst du in dieser Zeit nicht. Starke Sonne kann eine NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. auf dem Blatt konzentrieren und Blattschäden verursachen. Organische Dünger setzen bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter unter Umständen dagegen sehr viel.
Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf und brauchen dafür ausreichend Bodenfeuchte. Sowohl Trockenheit als auch Staunässe können die Aufnahme stören und so Mangelsymptome hervorrufen. Zeigt eine Mittagsblume Mangelsymptome, prüfst du deshalb zuerst die Feuchte im Wurzelraum, bevor du zum Dünger greifst.
Phosphor gilt oft als Blühdünger. Er dient dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er aber nicht. Gezielt Phosphor nachzulegen, um mehr Blüten zu bekommen, hat deshalb keine Grundlage. Kalium wiederum reguliert den Zellinnendruck und damit den Wasserhaushalt der Pflanze.
Was schützt Mittagsblumen im Hochsommer?
Neben dem richtigen Gießen helfen im Hochsommer eine passende Mulchdecke, ein genauer Blick auf Schädlinge und das AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. welker Blüten.
Mineralischer Mulch hält den Boden kühler
Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung aus dem Boden und vermindert seine Erwärmung. Für sonnig-trockene Pflanzungen auf mageren, durchlässigen Böden eignet sich mineralischer Mulch besonders. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. eignet sich für trockenheitsliebende Pflanzen im Kiesbeet wegen des feucht-sauren Milieus nicht.
In bepflanzten Kiesbeeten wird mineralischer Mulch mit einer Körnung von 8 bis 16 mm in einer 5 bis 7 cm starken Schicht aufgetragen.
Spinnmilben und Blattläuse rechtzeitig sehen
SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. werden im Freiland besonders in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem. Erwachsene Tiere sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß. In Hitzephasen nehme ich deshalb eine Lupe mit zu den Töpfen und schaue mir die Triebe genau an.
Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein Wasserstrahl, mit dem du die Läuse abspritzt. Dafür nehme ich den Morgen, damit die Blätter schnell abtrocknen. Grundsätzlich folgt Pflanzenschutz im Staudenbeet der Stufenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Wie das bei stärkerem Befall aussieht, steht im Stauden-Ratgeber im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.
Verblühtes ausputzen
Bei vielen Sommerblumen und Stauden kann die Samenbildung weitere Blüten vermindern. Das Entfernen welker Blüten kann deshalb die weitere Blüte fördern. Ich knipse Verblühtes ab, wenn ich ohnehin die Feuchte im Topf prüfe.
Mittagsblume im Topf überwintern
Vor dem ersten Frost entscheidest du für jeden Topf, ob er draußen bleibt oder hereinkommt. Maßgeblich ist die Winterhärte der Sorte, nicht der Name auf dem Schild.
Beim Kauf schreibe ich den botanischen Namen und die Angabe zur Winterhärte vom Etikett auf einen Stecker und stecke ihn in den Topf. Im Herbst sortiere ich die Töpfe nach diesem Stecker: Was nicht als winterhart geführt ist, kommt herein.
Nicht winterharte Sorten: frostfrei und kühl
Eine Sorte wie ‘SPERLI’s Blütenmeer’ holst du herein, bevor der erste Frost kommt. Meine Töpfe stehen im Winter in einem kühlen, frostfreien Raum mit Fenster. Beim Einräumen stellst du das Düngen ein und reduzierst die Wassergaben. Bis zum Frühjahr bekommt die Pflanze dann grundsätzlich keinen Dünger.
Bevor du im Winterquartier gießt, prüfst du Gewicht und Feuchte unten im Topf. Dauerhaft nasse Erde mit wenig Luft begünstigt Fäulnis an Wurzeln und Stängelgrund. Welke Blätter zupfe ich ab.
Winterharte Sorten im Kübel draußen
Auch eine im Garten winterharte Pflanze kann im Kübel erfrieren, wenn ihr WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. durchfriert. Isolier den Topf deshalb mit einer Umhüllung, die Gießen und Wasserabfluss weiter zulässt. An frostfreien Tagen gießt du bei Bedarf auch im Winter. Meine Kübel stehen im Winter auf Holzklötzen, damit die Abzugslöcher frei bleiben.
Stickstoffdünger gibst du nur in der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter.
Im Frühjahr zurück an die Sonne
Bei frostfreiem Wetter stellst du überwinterte Töpfe zuerst schattig und windgeschützt auf. Danach gewöhnst du sie schrittweise an die Sonne. Ist der Topf zu klein geworden, wählst du ein neues Gefäß, dessen oberer Durchmesser mindestens 2 cm größer ist.
Für Kübel, die dauerhaft bepflanzt bleiben, eignet sich strukturstabile Kübelpflanzenerde. Sie wirkt Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich entgegen. Die Substratstruktur dauerhaft bepflanzter Kübel lässt sich mit 10 bis 40 Prozent porösen mineralischen Zuschlagstoffen wie Lava, Bims oder Ziegelsplitt stabilisieren.
Mittagsblume im Topf überwintern
- Winterhärte der Sorte auf dem Etikett nachsehen
- nicht winterharte Sorten vor dem ersten Frost kühl und frostfrei stellen
- beim Einräumen das Düngen einstellen und die Wassergaben reduzieren
- vor dem Gießen Gewicht und Feuchte unten im Topf prüfen
- winterharte Sorten draußen: Topf isolieren, Abfluss frei lassen, an frostfreien Tagen bei Bedarf gießen
- im Frühjahr erst schattig und windgeschützt aufstellen, dann schrittweise an die Sonne gewöhnen




