Pompon-Astern und Insekten: Welche Astern wirklich bienenfreundlich sind
- Pompon-Astern sind dicht gefüllte Sommerastern (Callistephus chinensis), einjährig und nicht winterhart.
- Die gefüllte Pompon-Mischung ist als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen, stark gefüllte Blüten bieten Insekten oft kaum Nahrung.
- Für Bienen wählst du ungefüllte Sommerastern oder offene Spätblüher wie Koreanische Minze und Prächtiges Bärenohr.
- Gartenastern blühen von Juli bis Oktober und eignen sich als Schnittblumen.
- Insekten beobachtest du am besten im direkten Vergleich und zu verschiedenen Tageszeiten.

Wer im Spätsommer Bienen helfen will und dafür Pompon-Astern pflanzt, bekommt leuchtende Farbkugeln, aber wenig Futter für Insekten. Die dicht gefüllte Pompon-Mischung der Sommeraster ist ausdrücklich als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen. Ich ziehe Pompon-Astern deshalb für die Vase und setze für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ungefüllte Blüten ins Beet. Ob Astern bienenfreundlich sind, entscheidet also weniger der Name als die Füllung der Blüte.
Was sind Pompon-Astern?
Pompon-Astern sind Sommerastern mit dicht gefüllten, kugeligen Blütenköpfen. Botanisch gehören sie zur Gartenaster Callistephus chinensis. Die Gartenaster ist einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. und nicht winterhart, du säst sie also jedes Jahr neu. Sie blüht von Juli bis Oktober und eignet sich als Schnittblume.
Der Name Aster steht im Garten für recht verschiedene Pflanzen. Als Winterastern werden Garten-Chrysanthemen bezeichnet, die je nach Sorte von August bis zu den Frösten im November oder Dezember blühen. Myrten-Astern wie die Sorte ‘Schneetanne’ blühen von September bis November und reichen damit weiter in den Herbst als die Sommerastern.
Bei Korbblütlern wie den Astern ist ein Blütenkopf ein ganzer BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe.. Er vereinigt zahlreiche RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern. und häufig zusätzlich Zungenblüten. Bei gefüllten Formen können Staub- und Fruchtblätter ihre ursprüngliche Funktion verlieren.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, neutraler bis alkalischer, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Vorkultur oder Direktsaat am endgültigen Standort sind möglich.
Bei 16 °C vorziehen oder direkt an den endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Hohe Sorten stützen; Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern.
- Düngung
Die Schnittblumenmischung Serenade Mix alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Amerikanische Busch-Mischung wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Sind Astern bienenfreundlich? Die Füllung entscheidet
Stark gefüllte Blüten bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung. Für bienenfreundliche Pflanzungen gelten offene, ungefüllte Blüten deshalb als wichtiges Auswahlmerkmal. Was Bienen dort suchen, ist zweierlei: Pollen dient ihnen als Aufbaunahrung, Nektar liefert Energie.
Bei den Sommerastern zeigt sich der Unterschied innerhalb einer einzigen Art. Die dicht gefüllte Pompon-Mischung ist als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen. Ungefüllte Sorten der Sommeraster werden dagegen als Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten empfohlen. Die dichte Füllung, die Pompon-Astern im Beet so auffällig macht, ist damit genau das Merkmal, das Insekten wenig bietet.
Für Bienen spielen Astern im Spätsommer und Herbst trotzdem eine Rolle, nur eben in ungefüllter Form. Ungefüllte Astern und ungefüllte Dahlien ergänzen in dieser Zeit das Nahrungsangebot. Auf die Frage, ob Astern bienenfreundlich sind, lautet die Antwort deshalb: ja, wenn ihre Blüten offen und ungefüllt sind.
„Pompon-Astern sind trotz ihrer Füllung Insektenmagnete.“ Das hält nicht. Die dicht gefüllte Pompon-Mischung der Sommeraster ist als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen. Für ein Insektenbeet greifst du zu ungefüllten Sorten derselben Art.
Woran du ungefüllte Astern erkennst
Ich lese beim Saatgutkauf zuerst, ob auf der Tüte „gefüllt“ oder „ungefüllt“ steht. Angebote mit „dichtgefüllt“ oder „Pompon“ im Namen landen bei mir in der Schnittblumenreihe, nicht im Insektenbeet. Im Beet achte ich auf zugängliche Blüten mit offener Mitte. Stark gefüllte Blüten meide ich dort, weil sie Insekten oft kaum Nahrung bieten.
Säe Pompon-Astern in eine eigene Reihe für die Vase und ungefüllte Sommerastern ins Insektenbeet. So trennst du Schnittblumen und Insektenfutter, ohne auf eins von beidem zu verzichten.
Welche Spätblüher bieten Insekten mehr?
Beim Blühzeitraum hält die Pompon-Aster gut mit, beim Futter für Insekten fällt sie gegen andere Spätblüher ab. Die Tabelle zeigt Pflanzen, die im selben Zeitraum blühen, und was über ihren Wert für Insekten bekannt ist.
| Pflanze | Blütezeit | Lebensform | Was zu Insekten bekannt ist |
|---|---|---|---|
| Sommeraster, Pompon-Mischung (Callistephus chinensis) | Juli bis Oktober | einjährig | als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen |
| Sommeraster, ungefüllte Sorten | Juli bis Oktober | einjährig | als Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten empfohlen |
| Prächtiges Bärenohr (Arctotis fastuosa) | Juli bis September | einjährig | als nützlingsfreundlich geführt |
| Koreanische Minze (Agastache rugosa) | Juni bis Oktober | Staude | Blüten von Bienen und Schmetterlingen besucht |
| Kokardenblume (Gaillardia) | Juni bis September | je nach Art einjährig oder mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. | Serien ‘Gusto’ und ‘SpinTop’ von Gaillardia aristata in einer Leistungsprüfung als besonders attraktiv für Insekten aufgefallen |
| Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) | Mai bis Oktober | mehrjährig | Nahrung für Wildbienen, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Schmetterlinge |
| Echtes Leinkraut | Juni bis Oktober | breitet sich durch AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. aus | Blüten vor allem von Hummeln genutzt |
Das Prächtige Bärenohr ist wie die Sommeraster einjährig, blüht von Juli bis September und gilt als nützlingsfreundlich. Es kann im Sommerblumenbeet also denselben Platz einnehmen und Insekten dabei mehr bieten. Allerdings blüht es nur in voller Sonne und mag eher trockenen, gut durchlässigen Boden.
Unter den Stauden deckt die Koreanische Minze mit ihrer Blüte von Juni bis Oktober fast den ganzen Asternzeitraum ab. Im Pillnitzer Sortimentsversuch wurden alle geprüften Duftnessel-Sorten rege von Insekten besucht. Bei den Indianernesseln fielen in einer Leistungsprüfung die Sorten ‘Pardon My Rose’ und ‘Electric Neon Pink’ durch besonders intensiven Insektenbeflug auf.
Der Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea ‘Roter Leuchtstern’ blüht ebenfalls von Juli bis Oktober. Seine Samenstände bleiben als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen und werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Noch später im Jahr blühen die Winterastern. Welche Sorten Bienen und Schmetterlingen dann noch Nahrung liefern, zeigt der Ratgeber zu Winter-Astern als Insektenweide im Herbstgarten.
Wie beobachtest du Insekten an Astern?
Am meisten lernst du im direkten Vergleich. Ich setze eine gefüllte und eine ungefüllte Aster nebeneinander und notiere, wer auf welcher Blüte landet. Bestimmen musst du dafür keine einzelnen Arten, Gruppen genügen: Wildbienen, Hummeln, Honigbienen, Schwebfliegen, andere Fliegen und Schmetterlinge.
Wie breit das Spektrum sein kann, zeigt eine Untersuchung zur Biodiversität im Stadtgrün. An den Blüten der Gewöhnlichen Schafgarbe wurden dort Fliegen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Wildbienen erfasst. An der Kartäuser-Nelke kamen in der Beobachtungszeit dagegen ausschließlich Schmetterlinge vor.
Ein einzelner Blick täuscht leicht. An der Kokardenblume dokumentierte eine Würzburger Untersuchung Hummelbesuche, obwohl in ihren standardisierten Beobachtungszeiten kein Blütenbesuch an dieser Art erfasst wurde. Schau deshalb zu verschiedenen Tageszeiten nach, bevor du eine Pflanze als insektenarm abhakst. Manche Gäste kommen erst abends: Die Gemeine Nachtkerze öffnet abends neue Blüten und wird überwiegend von Nachtfaltern bestäubt.
Die Blütenform entscheidet, wer an den Nektar kommt. Bei der Kartäuser-Nelke liegt er tief in den Blütenröhren und ist für Schmetterlinge mit langem Saugrüssel erreichbar. Beim Acker-Rittersporn braucht ein Besucher für den regulären Weg in den Sporn einen Rüssel von mindestens 15 mm Länge. Nicht jeder Besuch bestäubt: An langröhrigen Bartfadenblüten können Hummeln seitliche Löcher beißen und so an Nektar kommen, ohne die Blüte zu bestäuben.
Ich führe für mein Spätsommerbeet eine Strichliste mit je einer Spalte für Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Ich zähle immer an derselben Pflanze und schreibe Uhrzeit und Wetter dazu. So lege ich gefüllte und ungefüllte Blüten über die Saison hinweg nebeneinander.
Wie förderst du Insekten im Spätsommerbeet?
Eine artenreiche Staudenpflanzung mit unterschiedlichen Blütezeiten verlängert das Blütenangebot für Insekten. Früh im Jahr übernehmen Winterling, Schneeglöckchen, Krokusse und Lungenkraut, spät im Jahr ungefüllte Astern, ungefüllte Dahlien und Herbstkrokusse. Wie sich die Blütezeiten in deinem Beet aneinanderreihen, kannst du mit dem Beetplaner für dein Staudenbeet durchspielen.
Blüten allein reichen Insekten nicht. Wildbienen brauchen je nach Art offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen, Hohlräume oder Pflanzenstängel zum Nisten. Stein- und Holzhaufen sowie Totholz ergänzen das Beet um Brut- und Rückzugsräume. Einen Teil der dürren Staudenstängel lasse ich deshalb ganzjährig stehen, damit Insekten Unterschlupf finden.
Gefüllte Blüten verbanne ich dabei nicht aus dem Garten. Ich gebe ihnen nur nicht die Plätze, an denen Insekten Futter finden sollen.
- ungefüllte Sorten statt dicht gefüllter Pompon-Formen ins Insektenbeet setzen
- Blütezeiten vom Frühjahr bis in den Herbst staffeln
- offene Bodenstellen und Pflanzenstängel als Nistplätze lassen
- Stein- oder Holzhaufen als Rückzugsort anlegen
- Pompon-Astern in die Schnittblumenecke pflanzen
Kannst du Pompon-Astern für die Vase schneiden?
Gartenastern sind Schnittblumen, und ihre gefüllte Pompon-Form bietet Insekten ohnehin wenig. Wenn du Pompon-Astern schneidest, nimmst du den Insekten also kaum etwas weg, solange die ungefüllten Astern im Beet stehen bleiben.
Astern schneidest du für die Vase, wenn erst 2 bis 3 Röhrenblütenkreise geöffnet sind. Am besten schneidest du morgens oder abends bei trockenem Wetter und stellst die Stiele sofort kühl ins Wasser. Danach stehen die Blumen zur Erstversorgung 2 Stunden an einem kühlen, schattigen Platz bis unter die Blüten im Wasser. Vor dem Einstellen in die Vase schneidest du die Stielenden mit einem scharfen Messer schräg nach und entfernst Blätter, die ins Wasser ragen.
Wer Herbststräuße mit Winterastern binden will, findet passende Sorten im Ratgeber zu Winter-Astern für Herbstbeet und Vase.
Anbau in Kürze
Weil die Gartenaster einjährig ist, säst du Pompon-Astern jedes Jahr neu. Sie sind keine LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. und keimen nach 7 bis 14 Tagen. Aussaatzeit, VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. und eigenes Saatgut behandelt der Ratgeber dazu, wie du Pompon-Astern vermehrst und ihr Saatgut lagerst.
Gartenastern wollen einen sonnigen Platz mit nährstoffreichem, feuchtem und gut durchlässigem Boden. Was Licht, Feuchte und pH-Wert für deine Beetpflanzen bedeuten, erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber für Stauden und Ziergräser.
Hohe Sorten stützt du, und wenn du Verblühtes entfernst, kann sich die Blüte verlängern. Weitere Handgriffe stehen im selben Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.
Tritt auf einer Fläche wiederholt Asternwelke auf, baust du dort 5 bis 7 Jahre lang keine Sommerastern an. Bei schwachem Blattlausbefall genügt an Zierpflanzen häufig ein Wasserstrahl. Wie du vorbeugst, kontrollierst und absammelst, beschreibt derselbe Ratgeber unter Krankheiten und Schädlinge.





