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Inkawurzel (Yacon) im Vergleich: was die süße Knolle anders macht

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Yacon speichert Kohlenhydrate überwiegend als Fruktane wie Inulin und FOS, nicht als Stärke.
  • Frische Yacon liefert 20 kcal je 100 g und schmeckt leicht süß und wasserreich.
  • Bei Raumtemperatur bauen frische Knollen ihre FOS rasch zu einfachen Zuckern ab, gelagert wird kühl bei 4 bis 10 °C.
  • Neue Pflanzen treiben aus den Rhizomteilen am Wurzelhals, nicht aus den Speicherwurzeln.
  • Wie Topinambur ein Korbblütler, aber nicht winterhart: Geerntet wird nach dem ersten Frost.
  • Maniok nie roh essen und nicht allein aufs Kochen verlassen, die Inkawurzel kommt roh wie gegart auf den Tisch.
Nahaufnahme der gelben Blüten der Inkawurzel (Smallanthus sonchifolius).
Foto: YK1500 · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Wer Yacon zum ersten Mal ausgräbt, behandelt die Ernte leicht wie Kartoffeln: Knollen in die Kiste, den Rest auf den Kompost. Dabei landet genau das Pflanzgut fürs nächste Jahr im Abfall. Die Inkawurzel treibt nämlich nicht aus den Knollen wieder aus, die du isst. Ich vergleiche sie deshalb Punkt für Punkt mit den Knollen, die du schon kennst: Kartoffel, Topinambur, Süßkartoffel und Maniok.

Was die Inkawurzel botanisch ist

Inkawurzel und Yacon sind zwei Namen für dieselbe Pflanze, botanisch Smallanthus sonchifolius aus der Familie der Korbblütler. Für die Küche erntest du die großen Speicherwurzeln, der Vermehrung dienen die Rhizome. Woher die Art stammt und wie sie sich neben den anderen Raritäten einordnet, zeigt der Überblick, was bei den Exoten und Gemüse-Raritäten wächst und woher die Arten stammen.

Süß, aber energiearm: was in der Yacon-Knolle steckt

Leichte Süße bei wenig Energie

Yacon schmeckt leicht süß und ist wasserreich. Frisch liefert sie 20 kcal je 100 g. Ihre Kohlenhydrate speichert sie überwiegend als Fruktane wie Inulin und Fruktooligosaccharide, kurz FOS, und nicht als Stärke.

Bei Raumtemperatur bauen frische Knollen ihre FOS rasch zu einfachen Zuckern ab. Frische Speicherwurzeln lagerst du kühl bei 4 bis 10 °C. Wer Yacon gerade wegen der FOS anbaut, bringt die Ernte also rasch an diesen kühlen Ort, statt sie in der warmen Küche liegen zu lassen.

Mythos-Check

„Yacon hat keine Kalorien.“ Das stimmt nicht. Frische Yacon liefert 20 kcal je 100 g, also wenig Energie, aber nicht null.

Mehr Stickstoff, größere Knollen, weniger FOS

In Feldversuchen an braun- und rotschaligem Yacon stieg der Knollenertrag mit höherer Stickstoffdüngung. Gleichzeitig sanken die Gesamtzuckermenge und der FOS-Anteil. Das ist ein Versuchsergebnis und kein fester Wert für dein Beet. Es zeigt aber, dass mehr Masse nicht automatisch mehr FOS bedeutet. Nährstoffreich darf der Platz trotzdem sein, denn die große Blattmasse will versorgt werden. Ich richte die Düngung bei Yacon nach einer Bodenprobe aus und nicht nach dem Wunsch nach möglichst großen Knollen.

Gemüse, kein Heilmittel

Inulin und FOS tauchen oft in Gesundheitsversprechen auf, gerade bei einer süßen Knolle mit wenig Energie. Ich behandle die Inkawurzel als Gemüse, das ich wegen Geschmack und Eigenheiten anbaue. Wenn du aus gesundheitlichen Gründen auf deine Ernährung achten musst, besprich neue Lebensmittel mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Welche weiteren Nährstoffe in Yacon stecken und wie die Pflanze als Futter dient, ist ein eigenes Thema. Das findest du im Ratgeber, welche Nährwerte die Inkawurzel liefert und wie Mensch und Tier sie nutzen.

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Inkawurzel und Kartoffel: anderer Speicherstoff, anderes Pflanzgut

Neben der Kartoffel fällt die Inkawurzel zuerst beim Speicherstoff auf. Die Kartoffel ist eine Stärkeknolle, die Inkawurzel legt ihre Vorräte überwiegend als Fruktane an.

Der zweite Unterschied zeigt sich beim Pflanzgut. Von der Kartoffel kennst du es, Knollen aus der Ernte zurückzulegen und im Frühjahr wieder zu stecken. Bei der Inkawurzel geht das nicht, denn die großen essbaren Speicherwurzeln bilden allein keinen Neuaustrieb. Neue Triebe kommen aus den knospentragenden Rhizomteilen am Wurzelhals. Wer im Herbst nur die dicken Wurzeln einlagert und den Wurzelhals wegwirft, hat im Frühjahr also nichts zum Pflanzen. Beim Ausgraben lege ich den Wurzelhals mit den Knospen deshalb sofort in eine eigene, beschriftete Kiste.

Inkawurzel und Topinambur: verwandt, aber im Beet verschieden

Mit Topinambur teilt die Inkawurzel die Familie, beide gehören zu den Korbblütlern. Was du erntest, ist trotzdem verschieden: Topinambur bildet Sprossknollen, die Inkawurzel Speicherwurzeln. Topinambur steckst du als Knolle in die Erde, bei der Inkawurzel setzt du Rhizomstücke mit Knospen.

Deutlich wird der Unterschied im Winter. Topinambur ist winterhart und bleibt über den Herbst im Boden, bis du die Knollen brauchst. Geerntet werden sie von Oktober bis in den März hinein. Die Inkawurzel ist in unseren Breiten nicht winterhart und wird nach dem ersten Frost ausgegraben, wenn das Laub abgestorben ist. Topinambur kann also als Vorrat im Beet überwintern, die Inkawurzel braucht nach der Ernte einen Lagerplatz.

Topinambur gilt außerdem als verwilderungsfähig. Ich gebe Topinambur deshalb eine feste Ecke und trage sie in meinen Beetplan ein, damit ich weiß, wo noch Knollen stecken.

Merkmal Inkawurzel (Yacon) Topinambur
Pflanzenfamilie Korbblütler Korbblütler
Was du erntest Speicherwurzeln Sprossknollen
Pflanzgut knospentragende Rhizomteile am Wurzelhals Knollen, 10 cm tief gesteckt
Winterhärte nicht winterhart winterhart, verwilderungsfähig
Ernte nach dem ersten Frost, wenn das Laub abgestorben ist Oktober bis Dezember und Januar bis März
Geschmack leicht süß, wasserreich leicht süßlich bis nussig, erinnert an Pastinake und Artischocke
Energie je 100 g 20 kcal, frisch 55 kcal, roh, essbarer Anteil
Frisch lagern kühl bei 4 bis 10 °C im geschlossenen Behälter im Kühlschrank bis zu 4 Wochen

Inulin steckt in beiden Knollen. Roh enthält Topinambur laut Bundeslebensmittelschlüssel 12,07 g Ballaststoffe je 100 g essbaren Anteil. Wegen dieses hohen Ballaststoffgehalts können größere Mengen Topinambur bei manchen Menschen Blähungen verursachen.

Passt dazu

Inkawurzel und Topinambur sind beide Korbblütler. Vor dem erneuten Anbau derselben Pflanzenfamilie gehört auch in der Mischkultur eine Anbaupause ins Beet. Für Artischocken gilt die Inkawurzel als unverträglicher Nachbar. Wie du sie einplanst, zeigt der Ratgeber zur Inkawurzel in Fruchtfolge und Mischkultur, einzelne Kombinationen kannst du im Mischkultur-Planer prüfen.

Inkawurzel und Süßkartoffel: zwei süße Knollen, zwei Familien

Süß sind beide, verwandt sind sie nicht. Süßkartoffeln gehören zu den Windengewächsen, die Inkawurzel zu den Korbblütlern. Auch die Textur unterscheidet sich deutlich. Süßkartoffeln schmecken mehlig-süßlich bis nussig. Die Inkawurzel ist wasserreich und bleibt beim Garen stückig, solange du sie nicht pürierst. Wer die mehlige Süße der Süßkartoffel sucht, findet sie bei der Inkawurzel also nicht, sondern bekommt wasserreiche Stücke mit leichter Süße.

Inkawurzel und Maniok: der Unterschied liegt in der Küche

Beim Maniok entscheidet die Zubereitung, ob er auf den Teller darf.

Achtung

Maniok isst du nie roh. Er enthält cyanogene Glykoside, aus denen Blausäure entsteht. Schälen und vollständiges Garen gehören immer dazu, doch Kochen, Dämpfen, Backen oder Frittieren bauen die Glykoside nur zu 10 bis 75 Prozent ab und entgiften ihn nicht verlässlich.

Die Inkawurzel kommt dagegen roh wie gegart auf den Tisch. Welche Gerichte und Getränke zu ihr passen, zeigt der Ratgeber, wie du Inkawurzel roh, gegart und süß verwendest. Fertige Rezepte mit Inkawurzel von Salat bis Dessert findest du in einer eigenen Sammlung. Den artübergreifenden Überblick zu Küche und Sicherheit trägt die Übersicht zu Exoten und Gemüse-Raritäten.

Anbau, Ernte und Winterlager in Kürze

Die Inkawurzel will einen vollsonnigen, windgeschützten Platz mit leichtem, sandigem Boden. Wegen ihrer großen Blattmasse braucht sie einen nährstoffreichen Standort und eine gleichmäßige Wasserversorgung. Ausgepflanzt wird nach den Eisheiligen, sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind.

Beim Ausgraben gehst du vorsichtig vor, weil die Knollen leicht brechen. In Sand im kühlen Keller bleiben sie bei sachgemäßer Lagerung bis zu 9 Monate haltbar.

Das knospentragende Pflanzgut überwinterst du frostfrei und so, dass es nicht austrocknet. Ab etwa Ende März treibst du die Rhizomstücke im Haus vor, mit der Schnittseite nach unten und der Knospe nach oben. Jeden Schritt von der Pflanzung bis zum Winterlager zeigt der Ratgeber, wie du Inkawurzel im Hobbygarten anbaust und pflegst. Für Balkon und Terrasse gibt es eine eigene Anleitung, wie Inkawurzel im Kübel gelingt.

Welche Knolle in deinen Garten passt

Topinambur ist die Knolle für die Ernte nach Bedarf, weil sie im Boden überwintert und frisch geerntet nur begrenzt im Kühlschrank hält. Die Inkawurzel holst du nach dem ersten Frost komplett heraus und brauchst danach einen kühlen Lagerplatz für die Ernte. Dazu kommt ein frostfreier Platz für das Pflanzgut, damit es im Frühjahr weitergeht. Wer beides hat, bekommt mit der Inkawurzel eine wasserreiche, leicht süße Knolle, die sich weder wie die Kartoffel noch wie die Süßkartoffel verhält.

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