Kartoffelvielfalt im Garten: Sortenmischung anbauen und genießen
- Jede Sorte der Mischung kommt in eine eigene, beschriftete Reihe.
- Vor dem Pflanzen für jede Sorte Reifegruppe und Kochtyp notieren.
- Frühkartoffeln portionsweise bei grünem Kraut ernten und möglichst sofort essen.
- Lagersorten erst 2 bis 3 Wochen nach dem Absterben des Krauts ernten.
- Grüne, stark keimende oder bittere Knollen nicht essen.

Eine Pflanzkartoffel-Mischung bringt mehrere Sorten in ein Beet. Die Sorten können zu unterschiedlichen Zeiten reif werden und sich in der Küche ganz verschieden verhalten. Liegen die Knollen wahllos durcheinander, kannst du bei der Ernte kaum noch sagen, welche Kartoffel für den Salat taugt und welche fürs Püree. Ich pflanze deshalb jede Sorte in eine eigene Reihe und stecke ein Schild mit Name, Reifegruppe und Kochtyp an den Anfang.
In diesem Ratgeber geht es um das, was eine Mischung anders macht als eine einzelne Sorte: die Sorten kennen, das Beet danach planen, gestaffelt ernten und jede Knolle passend verwenden.
Was steckt in einer Pflanzkartoffel-Mischung?
Eine Mischung vereint mehrere Kartoffelsorten in einer Packung, zum Beispiel Annabelle, Heiderot und Laura. Achte darauf, dass es zertifiziertes, virusfreies Pflanzgut ist, denn dann hast du im Reklamationsfall Ansprüche gegenüber dem Lieferanten. Bevor die Knollen in die Erde kommen, notiere ich mir für jede Sorte zwei Angaben. Die Reifegruppe verrät, wann du erntest und wie lange die Knollen halten, der Kochtyp, was du daraus kochst.
Zur Orientierung einige Sorten mit ihren Angaben:
| Sorte | Reifegruppe | Kochtyp | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Annabelle | je nach Angabe sehr früh bis früh | festkochend | geringe Keimruhe, treibt früh aus |
| Belana | früh | festkochend | gelbes Fleisch |
| Agria | mittelfrüh | je nach Angabe vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend | mittlere bis hohe Anfälligkeit für Schorf |
| Adretta | mittelfrüh | mehligkochend | nach Züchterangabe trockentolerant, sehr lange Keimruhe, gut lagerfähig |
| Vitelotte | mittelfrüh | mehligkochend, dennoch schnittfest | alte Sorte mit blauviolettem Fleisch, eher geringe Erträge |
| Highland Burgundy Red | mittelspät | mehligkochend | rotes Fleisch mit weißem Außenring |
| Bamberger Hörnchen | je nach Angabe mittelfrüh bis spät | festkochend | längliche Landsorte |
Was Reifegruppen und Kochtypen im Einzelnen bedeuten, erklärt die Kartoffel-Anleitung im Abschnitt zu Reifegruppen und Kochtypen. Weitere Sorten stellt die Übersicht über Kartoffelsorten für den Hausgarten vor. Wie sich alte Sorten wie Vitelotte in einer Mischung nutzen und erhalten lassen, beschreibt der Beitrag über alte Kartoffelsorten im eigenen Beet. Mischungen mit Blick auf mehr Vielfalt im Garten stellt der Beitrag über Sortenvielfalt mit Pflanzkartoffel-Mischungen vor.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.
- Anbauort
Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.
Pflege
- Pflege
In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.
- Düngung
Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.
Wie hältst du die Sorten vor dem Pflanzen auseinander?
Zum Vorkeimen bekommt jede Sorte eine eigene flache Kiste, in der die Knollen mit den Augen nach oben liegen. Den Sortennamen schreibe ich mit Bleistift auf den Kistenrand. Sorten mit langer Keimruhe wie Adretta können dabei langsamer austreiben als Annabelle, die früh zum Austreiben neigt.
Wie planst du das Beet für mehrere Sorten?
Die eigene Reihe je Sorte hat einen praktischen Grund: Du gräbst eine reife Sorte aus, ohne die Knollen der Nachbarsorte aufzuwühlen, und weißt bei jeder Kartoffel, woher sie stammt. Ich lege die frühen Sorten an die Beetkante, damit ich bei der ersten Ernte nicht über die Dämme der späteren steigen muss.
Je bunter die Sorten durcheinander stehen, desto gesünder das Beet? In einem Feldversuch mit Sorten unterschiedlicher Krautfäuleanfälligkeit verringerte ein reihenweiser Wechsel der Sorten den Befall stärker als das vollständige Durchmischen. Eine Garantie gegen KrautfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. ist das nicht, aber ein weiterer Grund für eine eigene Reihe je Sorte.
Das Beet liegt sonnig bis halbschattig, der Boden ist tiefgründig, nährstoffreich und hält Wasser. Wie du ihn vorbereitest, steht in der Kartoffel-Anleitung im Abschnitt Standort und Boden.
Für die Dammkultur bekommt jede Knolle in der Reihe 30 bis 35 cm Platz. Zwischen den Reihen bleiben 50 bis 70 cm, aus denen du später die Erde zum Anhäufeln holst. Den Pflanztermin behältst du mit dem Aussaatkalender für Kartoffeln zum Ausdrucken im Blick, Bodentemperatur und Pflanztiefe erklärt die Kartoffel-Anleitung im Abschnitt Pflanzen.
Auf derselben Fläche brauchen Kartoffeln eine AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 4 bis 6 Jahren. Reihen und Flächenwechsel über die Jahre legst du im Beetplaner für deine Gemüsebeete fest.
Tomaten, Paprika, Auberginen und Physalis gehören nicht direkt neben die Kartoffeln. Als NachtschattengewächseNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. teilen sie mit ihnen Krankheiten wie die Kraut- und KnollenfäuleKnollenfäule meint meist den Befall von Kartoffelknollen durch den Pilz Phytophthora infestans, den Erreger der Kraut- und Knollenfäule; die Knollen faulen oft erst im Lager. Allgemeiner heißt so jede Fäulnis an Knollen, auch an Blumenknollen.. Prunkbohnen und Studentenblumen gelten als gute Nachbarn, allerdings sind solche Nachbarschaftseffekte schwer nachzuweisen. Weitere Kombinationen zeigt die Mischkultur-Übersicht mit guten und schlechten Nachbarn.
Wie du eine Kartoffelmischung von der Vorbereitung bis zur Küche Schritt für Schritt anbaust, beschreibt auch der Beitrag über Kartoffelmischungen im Beet.
Wie pflegst du Sorten mit unterschiedlichen Ansprüchen?
Beim Anhäufeln behandelst du alle Reihen gleich; wie und wann, steht in der Kartoffel-Anleitung im Abschnitt Anhäufeln.
Beim Gießen unterscheiden sich die Sorten. Am empfindlichsten auf Trockenheit reagieren Kartoffeln vom Knollenansatz bis zur Blüte, denn Wassermangel senkt dann die Zahl der angelegten Knollen. Sieglinde braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung, Adretta und Bellarosa gelten als trockentolerant. Steht Agria in deiner Mischung, gieß ihre Reihe in dieser Zeit besonders aufmerksam. Die Sorte ist mittel bis hoch anfällig für Schorf, und ausreichend Wasser während der Knollenbildung gehört zu den vorbeugenden Maßnahmen. Ich gieße morgens an den Boden statt aufs Laub und prüfe danach, ob die Erde 15 bis 20 cm tief feucht ist.
Bei feuchtem Wetter können graugrüne bis bräunliche Flecken an Blättern und Stängeln auf Krautfäule hinweisen, teils mit weißem PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. auf der Blattunterseite. Wenn ich durch die Reihen gehe, drehe ich einzelne Blätter um und schaue auf die Unterseite. Luftige Bestände trocknen schneller ab, was der Krautfäule vorbeugen kann. Die Sorten reagieren unterschiedlich: Alanis etwa hat eine geringe Anfälligkeit für Krautfäule. Befallene Pflanzenreste kommen nicht auf den eigenen Kompost, bei extremem Befall entsorgst du das Kraut über die Biotonne. Weitere Krankheiten beschreibt die Kartoffel-Anleitung im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Wann erntest du welche Sorte?
Stecken mehrere Reifegruppen in deiner Mischung, erntest du nacheinander. Sehr frühe Sorten sind im Juli reif und nicht lagerfähig. Frühe Sorten lagern bis in den Herbst, mittelfrühe bis ins Frühjahr, und späte kommen erst im September oder Oktober aus der Erde.
Frühkartoffeln kannst du schon bei grünem Kraut portionsweise ausgraben, sobald die Knollen groß genug sind. Ihre Schale ist dann noch dünn und weich, deshalb isst du sie möglichst sofort.
Für den Vorrat wartest du bei jeder Reihe, bis ihr Kraut abgestorben ist, und lässt die Knollen dann noch 2 bis 3 Wochen im Boden. Erntereif sind sie, wenn sich die Schale nicht mehr leicht mit dem Daumen abreiben lässt. Weitere Reifezeichen beschreibt die Kartoffel-Anleitung im Abschnitt Ernte.
Ich grabe bei trockenem Wetter Reihe für Reihe mit der Grabgabel und sammle jede Sorte in einer eigenen Kiste, an die das Schild aus der Reihe kommt.
Welche Sorte isst du zuerst?
Zuerst kommt auf den Tisch, was nicht lagert: die Frühkartoffeln, die du bei grünem Kraut ausgegraben hast. Länger als eine Woche halten sie nicht. Danach entscheidet die Keimruhe über die Reihenfolge. Annabelle neigt früh zum Austreiben und muss deshalb kühl lagern, während Sorten mit geringer Keimfreudigkeit wie Adretta sich als Lagerkartoffeln eignen. In meiner Küche kommt also Annabelle zuerst dran, Adretta hebe ich für später auf. Jede Sorte lagere ich in einer eigenen Papiertüte, auf der ihr Name steht.
Gelagert wird dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad. Über 8 Grad beginnen die Knollen zu keimen, und Licht lässt sie ergrünen. Wie du einen passenden Lagerplatz einrichtest, steht in der Kartoffel-Anleitung im Abschnitt Lagern.
Welche Sorte kommt in welchen Topf?
Für die Küche zählt der Kochtyp. Festkochende Sorten bleiben beim Kochen formstabil und passen zu Kartoffelsalat, Gratin und Bratkartoffeln. Mehligkochende zerfallen leichter und eignen sich für Püree, Suppen und Klöße, vorwiegend festkochende für Eintöpfe, Aufläufe, Salz- und Pellkartoffeln. Eine genaue Zuordnung findest du im Beitrag darüber, welche Kartoffelsorte zu welchem Gericht passt. Den Unterschied der Kochtypen im Detail erklärt der Beitrag, worin sich mehlig- und festkochende Kartoffeln unterscheiden.
Nimm den Kochtyp auf dem Etikett als Richtwert. Für Agria reichen die Angaben von vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend, beim Blauen Schweden sogar von festkochend bis mehligkochend. Dazu können Koch- und Speiseeigenschaften mit Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung von Jahr zu Jahr schwanken. Weil alle Sorten deiner Mischung im selben Beet und unter demselben Wetter wachsen, gehen Unterschiede beim Probekochen eher auf die Sorte zurück als auf den Standort.
Von jeder neuen Sorte koche ich zuerst eine Probe als Pellkartoffeln. Ich notiere, ob die Knollen fest bleiben oder zerfallen, und stecke den Zettel in die Tüte der Sorte.
Farbige Sorten bringen rote und blaue Knollen auf den Teller. Laura aus der Beispielmischung ist vorwiegend festkochend, hat eine rote Schale und tiefgelbes Fleisch. Der Blaue Schwede hat blaues bis violettes Fleisch. Ideen für die Zubereitung findest du bei den Rezepten rund um die Kartoffel und für Sorten wie Laura bei den Vorschlägen, was du aus vorwiegend festkochenden Knollen kochen kannst.
Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht. Glykoalkaloide wie Solanin sitzen vor allem in den Keimen und Augen, grünliche Stellen deuten auf einen erhöhten Gehalt hin. Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig weg.




