Blumenkohl bleichen: So hältst du den Kopf weiß statt gelblich
- Bleichen heißt beim Blumenkohl: den Kopf beschatten, damit er weiß bleibt.
- Dafür knickst du ein oberes Blatt der Pflanze über den Kopf.
- Du fängst an, sobald der Kopf zwischen den inneren Blättern sichtbar wird.
- Das Blatt bleibt bis zur Ernte liegen, eine feste Zahl an Tagen gibt es nicht.
- Ein gelblicher Kopf kann ein Hinweis sein, dass er ohne Schatten in der Sonne lag.

Liegt ein Blumenkohlkopf offen in der Sonne, kann er gelblich werden, statt weiß zu bleiben. Ich knicke deshalb ein oberes Blatt über den Kopf, sobald ich ihn zwischen den inneren Blättern entdecke. Das ist schon der ganze Handgriff. Worauf es ankommt, sind der richtige Moment und ein Blatt, das auch bei Wind liegen bleibt.
Was heißt Blumenkohl bleichen?
Beim Blumenkohl heißt Bleichen, dass du direkte Sonne vom Kopf fernhältst. Mit Bleichmittel hat das nichts zu tun, den Schatten liefern die Blätter der Pflanze selbst. Gemeint ist also Beschatten, vom ersten Sichtbarwerden des Kopfes bis zur Ernte.
Der essbare Kopf ist ein unreifer BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe.. Angelegt wird er nach einer kühlen Phase, die auf die sortenabhängige Jugendphase folgt. Erst später streckt er sich zum Blütenstand. Solange er kompakt ist, beschattest du ihn.
Warum wird Blumenkohl gelblich?
Ein gelblicher Ton auf einem sonst festen Kopf kann darauf hindeuten, dass er ohne Schatten in der Sonne lag. Genau davor schützt das umgeknickte Blatt. Knick in diesem Fall sofort ein Blatt über den Kopf, damit er ab jetzt im Schatten weiterwächst.
Prüf außerdem, welche Sorte im Beet steht. Nicht jeder Blumenkohl soll weiß werden, denn Romanesco ist eine grüne Form des Blumenkohls. Als weiße Sorten für den Sommer werden etwa Fremont F1 und Lecanu F1 geführt. Für den Herbst sind Herbstriesen 2 und Neckarperle Beispiele.
Streckt sich der Kopf dagegen, geht es nicht mehr um die Farbe, denn er ist auf dem Weg zum Blütenstand. Kleine oder verformte Köpfe und andere Kopfprobleme behandelt der Ratgeber zur Blumenkohlpflege in allen Wachstumsphasen.
Wann fängst du mit dem Bleichen an?
Ich fange an, sobald der Kopf zwischen den inneren Blättern sichtbar wird und Sonne auf ihn fallen kann. Dann ist er noch klein, und du deckst ihn ab, bevor er offen in der Sonne heranwächst. Eine bestimmte Kopfgröße musst du nicht abwarten.
In welchen Monaten das ansteht, hängt vom Satz ab. Die Erntefenster zeigen dir, wann die Köpfe reifen:
| Satz | Erntefenster |
|---|---|
| Sommerblumenkohl | Anfang Juli bis Anfang September |
| Herbstblumenkohl | Ende August bis Anfang Dezember, je nach Satz und Bedingungen |
| Winterblumenkohl | im folgenden Frühjahr, für milde Anbauräume wie Meeresnähe, Niederrhein und Pfalz |
Geht ein Satz auf sein Erntefenster zu, schaue ich in die Mitte der Pflanzen, ob sich dort schon ein Kopf zeigt.
Folgen deine Pflanzungen ungefähr alle 2 Wochen aufeinander, erntest du gestaffelt. Dann werden auch die Köpfe nacheinander sichtbar, und du deckst Satz für Satz ab statt alle auf einmal. Einen Überblick über die Termine gibt dir der Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.
So bleichst du Blumenkohl Schritt für Schritt
Ich nehme dafür nur die Blätter der Pflanze selbst. So gehst du vor:
- Such dir ein kräftiges, gesundes Blatt aus dem oberen Kranz, das lang genug für den Kopf ist.
- Knick es an der Mittelrippe, sodass es flach über dem Kopf liegt.
- Prüf, ob der Kopf ganz im Schatten liegt und kein Rand offen bleibt.
- Federt das Blatt wieder hoch, bind die umliegenden Blätter locker mit Bast über dem Kopf zusammen.
Ich knicke das Blatt nur so weit, dass es nicht abreißt. Die Spitze stecke ich unter ein Blatt auf der anderen Seite, damit es liegen bleibt. Zum Bast greife ich erst, wenn das Blatt bei Wind wieder hochfedert.
Den Kopf fest einschnüren. Er wächst unter den Blättern weiter und braucht dort Platz, deshalb bindest du nur locker.
Auch bei Sorten, die als selbstdeckend angeboten werden, hebe ich die Blätter an und schaue nach. Liegt der Kopf frei, knicke ich wie bei jeder anderen Sorte ein Blatt darüber.
Bei Blumenkohl-Frühsorten können 7 bis 14 °C im empfindlichen Stadium mit 3 bis 5 Laubblättern eine verfrühte Kopfanlage auslösen. Der Kopf entsteht dann mit unzureichender Blattmasse. Für dich heißt das: Es stehen weniger Blätter bereit, die du über den Kopf knicken kannst. Bind in diesem Fall die vorhandenen Blätter locker zusammen.
Wie lange bleibt der Kopf abgedeckt?
Das Blatt bleibt liegen, bis du den Kopf erntest. Eine feste Zahl an Tagen gibt es dafür nicht, denn wann ein Kopf erntereif ist, hängt von Satz und Bedingungen ab. Welkt das geknickte Blatt oder rutscht es ab, knick ein frisches darüber.
Zum Nachsehen hebe ich das Blatt an und schaue auf Farbe, Festigkeit und Nässe. Ein abgedeckter Kopf sieht von außen immer gleich aus. Weil er sich später zum Blütenstand streckt, zeigt dir erst der Blick unter das Blatt, wann Schluss ist.
Nach Regen achte ich darauf, ob es unter den Blättern nass bleibt. Weiche oder dunkle Stellen am Kopf können auf beginnende Fäulnis hindeuten. Dann lockere ich die Blätter, damit der Kopf abtrocknen kann.
Darauf schaust du beim Anheben des Blattes.
- Das Blatt liegt flach und deckt den Kopf ganz ab.
- Kein Rand des Kopfes liegt in der Sonne.
- Der Bast sitzt locker, der Kopf hat darunter Platz.
- Unter den Blättern steht keine Nässe.
- Der Kopf ist hell und hat sich noch nicht gestreckt.
Gießen und Pflege, solange der Kopf abgedeckt ist
Wenn du das Blatt knickst, hat die Kopfbildung gerade begonnen, und genau dann reagiert Blumenkohl besonders empfindlich auf Wasser- und NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Fehlt Wasser, können kleine oder verformte Köpfe entstehen. Wie du in dieser Phase gießt, steht im Ratgeber, wie du Blumenkohl richtig bewässerst.
Beim Anheben des Blattes schaue ich auch nach Raupen, etwa denen des Kohlweißlings, und sammle sie ab. Netz, Kontrolle und die übrige Kohlpflege erklärt der Pflegeabschnitt im Kohl-Ratgeber.
Mit der Ernte endet das Bleichen
Mit dem Schnitt ist die Bleichphase vorbei, bis dahin bleibt der Kopf im Schatten. Woran du den Erntetag erkennst, steht im Ratgeber zur Reifezeit von Blumenkohl, Schnitt und Lagerung im Beitrag, wie du Blumenkohl erntest und lagerst.
Sorte, Standort und Düngung
Für einen gut ausgebildeten Kopf zählt auch, was vor dem Bleichen passiert. Blumenkohl braucht einen sonnigen Platz und fruchtbaren, kalkreichen Boden, der Wasser speichert, ohne dass es sich staut. Beim Düngen vermeidest du StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten., besonders bei überwinternden Sorten, weil weiches Wachstum Kälteschäden begünstigen kann. Wie viele Gaben du gibst und wann, erklärt der Ratgeber, wie du Blumenkohl richtig düngst. Bei Sommerblumenkohl können zu hohe Nachttemperaturen die Entwicklung des Blumenansatzes beeinträchtigen. Standort, Boden und Sorten für alle Kohlarten stehen im Kohl-Ratgeber.





