Gemüse · Kohl · Pflege

Blumenkohl düngen: Horndünger in zwei Teilgaben, Kopfdüngung und Calcium

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blumenkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf, und Kompost allein deckt diesen Bedarf nicht.
  • Als Grundgabe bekommt das Beet im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m².
  • Auf phosphat- und kalireichen Böden kommen höchstens 150 g Horndünger je m² dazu, die erste Hälfte zur Pflanzung.
  • Die zweite Hälfte folgt nach etwa 3 bis 4 Wochen als Kopfdüngung.
  • Ab beginnender Kopfbildung reagiert Blumenkohl besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel.
Blumenkohlkopf mit dichten weißen Röschen und grünen Hüllblättern von oben auf einem Holzbrett
Foto: Mustafa Akın · Pexels License · Quelle ↗

Blumenkohl stellt höhere Ansprüche als Kohlrabi, Grünkohl oder Wirsing. Sobald die Kopfbildung beginnt, reagiert er besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel. Fehlt ihm während der Wachstumszeit Wasser, können kleine oder verformte Köpfe entstehen. Ich plane die Düngung deshalb vom Pflanztag aus: Kompost als Grundgabe, Horndünger in zwei Hälften und ab der Kopfbildung vor allem gleichmäßig Wasser.

Welche Nährstoffe braucht Blumenkohl?

Blumenkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Die Grundnährstoffe bringt der Kompost mit, den Stickstoff ergänzt du gezielt, und Calcium liefert ein kalkreicher Boden. Was die einzelnen Nährstoffe in der Pflanze leisten und welche Düngerarten es gibt, erklärt der Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber.

Aussaatkalender Blumenkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Ernte: April, Mai, Juli, August, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliErnteErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberVorkulturAussaatErnte

Bevor du düngst: Boden und Bodenprobe

Blumenkohl braucht fruchtbaren, kalkreichen Boden, der Feuchtigkeit speichert und überschüssiges Wasser abfließen lässt. Passend ist ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5; Standort, pH und Staunässe vertieft der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden. Wie du den Boden für Blumenkohl je nach Anbaumethode und Saison vorbereitest, steht in einem eigenen Ratgeber.

Ob dein Boden phosphat- und kalireich ist, zeigt eine Standard-Bodenanalyse mit pH-Wert sowie pflanzenverfügbarem Phosphor, Kalium und Magnesium. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt lässt du gesondert bestimmen. Kalk gibst du nur, wenn Bodenart und Befund dafür sprechen, und oberhalb des pH-Zielbereichs gar nicht.

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Der Düngeplan: Kompost und Horndünger in zwei Hälften

Die Grundlage ist Kompost. Für Gemüsebeete sind im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² vorgesehen, bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt Kompost allein aber nicht. Weil Blumenkohl bei beginnender Kopfbildung besonders empfindlich auf Nährstoffmangel reagiert, kann ohne eigene Stickstoffgabe genau dann etwas fehlen, wenn der Kopf entsteht.

Den Stickstoff gibst du deshalb als Horndünger. Auf phosphat- und kalireichen Böden kommen bei dieser Kompostgabe höchstens 150 g Horndünger je m² dazu. Die eine Hälfte streust du zur Pflanzung, die andere nach etwa 3 bis 4 Wochen. Je nach Nährstoffangebot des Bodens bleibt es bei höchstens zwei Stickstoffgaben, und wenn dein Boden viel nachliefert, darfst du die Menge verringern.

Zeitpunkt Was du gibst Worauf du achtest
Frühjahr Kompost, höchstens 3 l je m² bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger
Zur Pflanzung erste Hälfte des Horndüngers zusammen höchstens 150 g je m², gilt für phosphat- und kalireiche Böden
Nach etwa 3 bis 4 Wochen zweite Hälfte als Kopfdüngung bei Kulturstart Ende Juli oder Anfang August als Hornmehl
Beginnende Kopfbildung gleichmäßig Wasser jetzt reagiert Blumenkohl besonders empfindlich auf Mangel
Häufiger Fehler

Die 150 g Horndünger je m² als feste Menge lesen. Das ist ein Höchstwert für phosphat- und kalireiche Böden, und ein Boden, der viel Stickstoff nachliefert, kann mit weniger auskommen.

Kopfdüngung: die zweite Gabe zur richtigen Zeit

Kurz erklärt

Kopfdüngung heißt jede Nachdüngung in den bereits wachsenden Bestand. Mit dem Blumenkohlkopf hat der Name nichts zu tun.

Die zweite Hälfte des Horndüngers streust du nach etwa 3 bis 4 Wochen rund um die Pflanzen. Ich arbeite sie flach ein und gieße danach, damit der Dünger nicht obenauf liegen bleibt. Pflanzt du für eine gestaffelte Ernte ungefähr alle 2 Wochen einen neuen Satz, hat jeder Satz seinen eigenen Termin für die Kopfdüngung. Du düngst dann nach Pflanzdatum und nicht das ganze Beet auf einmal.

Marias Erfahrung

Vor dem Pflanzen wiege ich den Horndünger für das Beet ab und teile ihn in zwei gleiche Teile. Das Datum für die zweite Hälfte schreibe ich aufs Pflanzschild des Satzes.

Herbstblumenkohl setzt du von Mitte Juni bis Ende Juli ins Beet. Beginnt deine Kultur erst Ende Juli oder Anfang August, nimm für die zweite Gabe Hornmehl, weil es schneller umgesetzt wird. Die Pflanztermine deiner Sätze behältst du mit dem ausdruckbaren Aussaatkalender für Kohl im Blick.

Calcium und Innenblattnekrose: gleichmäßig versorgen

Braune, abgestorbene junge Blätter im Kopfinneren können auf eine Innenblattnekrose hindeuten. Diese Störung wird mit zu wenig Calcium in den jungen Blättern in Verbindung gebracht. Calcium gelangt mit dem Wasser in die Pflanze. Schwankt die Wasserversorgung, kann es in den inneren Blättern knapp werden, selbst wenn der Boden genug davon enthält.

Gleichmäßig feuchter Boden kann das Risiko deshalb senken, besonders ab beginnender Kopfbildung. Die Grundlage bleibt ein kalkreicher Boden im passenden pH-Bereich, gekalkt wird nur nach Befund. Auch bei Chinakohl kommen Innenblattnekrosen vor, dort kann einseitige oder übermäßige Düngung sie begünstigen. Wie du Chinakohl in seinen Wachstumsphasen versorgst, liest du im eigenen Ratgeber.

Zahl im Blick

Ein geschlossener, etwa 40 bis 50 cm hoher Blumenkohlbestand braucht in der mittleren Wachstumsphase je Tag ungefähr 3 bis 4 l Wasser je m². Gemeint ist der Verbrauch des ganzen Bestands, keine Gießgabe. Gießen musst du nur, was Regen und Bodenvorrat nicht abdecken.

Eine Mulchdecke hält im Sommer die Verdunstung gering und schützt vor Verschlämmung. Ohne Mulch hackst du regelmäßig flach, das drückt Beikräuter zurück und vermindert ebenfalls die Verdunstung. Ich mulche das Blumenkohlbeet, sobald die Pflanzen angewachsen sind, und prüfe vor dem Gießen die Feuchte unter der Mulchschicht. Beim Zerteilen der geernteten Köpfe sehe ich mir die inneren Blätter an und notiere, wie gleichmäßig der Satz Wasser bekommen hat.

Zu viel Stickstoff: weiches Wachstum und Kälteschäden

Ein Stickstoffüberschuss kann weiches Wachstum fördern. Gerade bei Sorten, die überwintern und im Winter oder Frühjahr reifen, kann weiches Wachstum Kälteschäden begünstigen. Welche Sorten überwintern und wie Kohl mit Frost umgeht, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Sorten und Jahreszeiten.

Hochbeet und Kübel: Stickstoff anders einschätzen

Baust du ein Hochbeet klassisch aus Reisig, Kompost und Gärtnererde auf, wird im ersten Jahr viel organisch gebundener Stickstoff frei. Da die Horngabe bei hoher Nachlieferung des Bodens verringert werden darf, kannst du sie im ersten Hochbeetjahr zurücknehmen. In einem Hochbeet mit mineralischer Erde liefert eine jährliche Kompostgabe von 3 l je m² die Grundnährstoffe, den Stickstoff ergänzt du nach Bedarf.

Steht Blumenkohl länger im Kübel, kann er im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. Torffreie Substrate können trotz Vordüngung zusätzlichen Stickstoff verlangen, deshalb richtest du die Düngung am verwendeten Substrat aus.

Vorfrucht und Gründüngung

Stickstoff kann auch aus der Vorfrucht kommen: Leguminosengemenge oder Leguminosen-Zwischenfrüchte eignen sich im ökologischen Kohlanbau als Vorfrüchte dafür. Als Gründüngung vor Blumenkohl passen Phacelia oder Buchweizen, nicht aber Senf, Ölrettich und Raps, weil ihre Verwandtschaft mit Kohl die Kohlhernie begünstigen kann. Die Fruchtfolge vertieft der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur, die Fruchtwechselpause von 5 Jahren planst du mit dem Beetplaner.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte Blumenkohl während der Wachstumsperiode gedüngt werden?
Neben der Kompostgabe im Frühjahr bekommt Blumenkohl je nach Nährstoffangebot des Bodens höchstens zwei Stickstoffgaben. Die erste Hälfte des Horndüngers gibst du zur Pflanzung, die zweite nach etwa 3 bis 4 Wochen als Kopfdüngung. Liefert dein Boden viel Stickstoff nach, darfst du die Menge verringern.
Welche Nährstoffe benötigt Blumenkohl für eine optimale Kopfbildung?
Blumenkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf, und bei beginnender Kopfbildung reagiert er besonders empfindlich auf Nährstoff- und Wassermangel. Die Grundnährstoffe bringt der Kompost mit, den Stickstoff ergänzt du mit Horndünger. Calcium liefert ein kalkreicher Boden, und mit gleichmäßiger Wasserversorgung sorgst du dafür, dass es auch die jungen Blätter erreichen kann.
Was passiert bei einer Überdüngung von Blumenkohl mit Stickstoff?
Ein Stickstoffüberschuss kann weiches Wachstum fördern. Bei Sorten, die überwintern und im Winter oder Frühjahr reifen, kann das Kälteschäden begünstigen. Die 150 g Horndünger je m² sind deshalb kein Sollwert, sondern ein Höchstwert für phosphat- und kalireiche Böden. In einem frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebauten Hochbeet wird im ersten Jahr ohnehin viel organisch gebundener Stickstoff frei.
Warum ist eine Bodenanalyse vor dem Blumenkohlanbau empfehlenswert?
Die Obergrenze für Horndünger gilt für phosphat- und kalireiche Böden, und ob deiner dazugehört, zeigt eine Standard-Bodenanalyse. Bestimmt werden dabei der pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium, löslichen Stickstoff lässt du gesondert messen. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du auch die Kompostgabe ein, und kalken solltest du nur, wenn Bodenart und Befund dafür sprechen.
Wie beugt man Innenblattnekrosen bei Blumenkohl vor?
Braune, abgestorbene junge Blätter im Kopfinneren können auf eine Innenblattnekrose hindeuten, die mit zu wenig Calcium in diesen Blättern in Verbindung gebracht wird. Eine gleichmäßige Wasserversorgung kann das Risiko senken, weil Calcium mit dem Wasser in die Pflanze gelangt. Mulch oder flaches Hacken vermindern die Verdunstung, und ein kalkreicher Boden bildet die Grundlage. Gekalkt wird nur, wenn Bodenart und Bodenuntersuchung dafür sprechen.
Stimmt es, dass man Blumenkohl nur mit mineralischen Düngern optimal versorgen kann?
Nein, Blumenkohl lässt sich auch organisch versorgen. Kompost liefert die Grundnährstoffe, und Hornmehl, Horngrieß oder Hornspäne eignen sich als organische Stickstoffdünger. Verlass dich dabei nicht auf Kompost allein, denn den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt er nicht. Beginnt die Kultur erst Ende Juli oder Anfang August, nimm für die zweite Gabe Hornmehl, weil es schneller umgesetzt wird.
Kann man Blumenkohl mit Brennnessel-Jauche düngen?
Ja, Pflanzenjauche wie Brennnessel-Jauche kommt für starkzehrendes Gemüse wie Kohl infrage. Du verdünnst sie in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gießt sie an die Wurzeln. Zähle sie zu deinen Düngergaben dazu, damit der Blumenkohl insgesamt nicht zu viel bekommt.
Zu welcher Jahreszeit sollte die Grunddüngung für Blumenkohl erfolgen?
Die jährliche Kompostgabe von höchstens 3 l je m² gehört ins Frühjahr. Für frühen Blumenkohl lockerst du den Boden schon im Vorjahr tief. Pflanzt du erst ab Juni, bereitest du die abgeerntete Fläche der Vorkultur für ihn vor. Den Stickstoff gibst du dann zur Pflanzung und als Kopfdüngung.
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