Blumenkohl düngen: Horndünger in zwei Teilgaben, Kopfdüngung und Calcium
- Blumenkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf, und Kompost allein deckt diesen Bedarf nicht.
- Als Grundgabe bekommt das Beet im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m².
- Auf phosphat- und kalireichen Böden kommen höchstens 150 g Horndünger je m² dazu, die erste Hälfte zur Pflanzung.
- Die zweite Hälfte folgt nach etwa 3 bis 4 Wochen als Kopfdüngung.
- Ab beginnender Kopfbildung reagiert Blumenkohl besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel.

Blumenkohl stellt höhere Ansprüche als Kohlrabi, Grünkohl oder Wirsing. Sobald die Kopfbildung beginnt, reagiert er besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel. Fehlt ihm während der Wachstumszeit Wasser, können kleine oder verformte Köpfe entstehen. Ich plane die Düngung deshalb vom Pflanztag aus: Kompost als Grundgabe, HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. in zwei Hälften und ab der Kopfbildung vor allem gleichmäßig Wasser.
Welche Nährstoffe braucht Blumenkohl?
Blumenkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Die Grundnährstoffe bringt der Kompost mit, den Stickstoff ergänzt du gezielt, und Calcium liefert ein kalkreicher Boden. Was die einzelnen Nährstoffe in der Pflanze leisten und welche Düngerarten es gibt, erklärt der Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber.
Bevor du düngst: Boden und Bodenprobe
Blumenkohl braucht fruchtbaren, kalkreichen Boden, der Feuchtigkeit speichert und überschüssiges Wasser abfließen lässt. Passend ist ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5; Standort, pH und Staunässe vertieft der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden. Wie du den Boden für Blumenkohl je nach Anbaumethode und Saison vorbereitest, steht in einem eigenen Ratgeber.
Ob dein Boden phosphat- und kalireich ist, zeigt eine Standard-Bodenanalyse mit pH-Wert sowie pflanzenverfügbarem Phosphor, Kalium und Magnesium. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt lässt du gesondert bestimmen. Kalk gibst du nur, wenn Bodenart und Befund dafür sprechen, und oberhalb des pH-Zielbereichs gar nicht.
Der Düngeplan: Kompost und Horndünger in zwei Hälften
Die Grundlage ist Kompost. Für Gemüsebeete sind im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² vorgesehen, bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt Kompost allein aber nicht. Weil Blumenkohl bei beginnender Kopfbildung besonders empfindlich auf Nährstoffmangel reagiert, kann ohne eigene Stickstoffgabe genau dann etwas fehlen, wenn der Kopf entsteht.
Den Stickstoff gibst du deshalb als Horndünger. Auf phosphat- und kalireichen Böden kommen bei dieser Kompostgabe höchstens 150 g Horndünger je m² dazu. Die eine Hälfte streust du zur Pflanzung, die andere nach etwa 3 bis 4 Wochen. Je nach Nährstoffangebot des Bodens bleibt es bei höchstens zwei Stickstoffgaben, und wenn dein Boden viel nachliefert, darfst du die Menge verringern.
| Zeitpunkt | Was du gibst | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Frühjahr | Kompost, höchstens 3 l je m² | bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger |
| Zur Pflanzung | erste Hälfte des Horndüngers | zusammen höchstens 150 g je m², gilt für phosphat- und kalireiche Böden |
| Nach etwa 3 bis 4 Wochen | zweite Hälfte als Kopfdüngung | bei Kulturstart Ende Juli oder Anfang August als Hornmehl |
| Beginnende Kopfbildung | gleichmäßig Wasser | jetzt reagiert Blumenkohl besonders empfindlich auf Mangel |
Die 150 g Horndünger je m² als feste Menge lesen. Das ist ein Höchstwert für phosphat- und kalireiche Böden, und ein Boden, der viel Stickstoff nachliefert, kann mit weniger auskommen.
Kopfdüngung: die zweite Gabe zur richtigen Zeit
Kopfdüngung heißt jede Nachdüngung in den bereits wachsenden Bestand. Mit dem Blumenkohlkopf hat der Name nichts zu tun.
Die zweite Hälfte des Horndüngers streust du nach etwa 3 bis 4 Wochen rund um die Pflanzen. Ich arbeite sie flach ein und gieße danach, damit der Dünger nicht obenauf liegen bleibt. Pflanzt du für eine gestaffelte Ernte ungefähr alle 2 Wochen einen neuen Satz, hat jeder Satz seinen eigenen Termin für die Kopfdüngung. Du düngst dann nach Pflanzdatum und nicht das ganze Beet auf einmal.
Vor dem Pflanzen wiege ich den Horndünger für das Beet ab und teile ihn in zwei gleiche Teile. Das Datum für die zweite Hälfte schreibe ich aufs Pflanzschild des Satzes.
Herbstblumenkohl setzt du von Mitte Juni bis Ende Juli ins Beet. Beginnt deine Kultur erst Ende Juli oder Anfang August, nimm für die zweite Gabe Hornmehl, weil es schneller umgesetzt wird. Die Pflanztermine deiner Sätze behältst du mit dem ausdruckbaren Aussaatkalender für Kohl im Blick.
Für die Verwandten gibt es eigene Düngepläne. Lies, wie du Brokkoli für kräftige Röschen düngst, welche Nährstoffe Rotkohl braucht, wann Rosenkohl seine Kopfdüngungen bekommt und wie du Grün- und Palmkohl bedarfsgerecht düngst.
Calcium und Innenblattnekrose: gleichmäßig versorgen
Braune, abgestorbene junge Blätter im Kopfinneren können auf eine Innenblattnekrose hindeuten. Diese Störung wird mit zu wenig Calcium in den jungen Blättern in Verbindung gebracht. Calcium gelangt mit dem Wasser in die Pflanze. Schwankt die Wasserversorgung, kann es in den inneren Blättern knapp werden, selbst wenn der Boden genug davon enthält.
Gleichmäßig feuchter Boden kann das Risiko deshalb senken, besonders ab beginnender Kopfbildung. Die Grundlage bleibt ein kalkreicher Boden im passenden pH-Bereich, gekalkt wird nur nach Befund. Auch bei Chinakohl kommen Innenblattnekrosen vor, dort kann einseitige oder übermäßige Düngung sie begünstigen. Wie du Chinakohl in seinen Wachstumsphasen versorgst, liest du im eigenen Ratgeber.
Ein geschlossener, etwa 40 bis 50 cm hoher Blumenkohlbestand braucht in der mittleren Wachstumsphase je Tag ungefähr 3 bis 4 l Wasser je m². Gemeint ist der Verbrauch des ganzen Bestands, keine Gießgabe. Gießen musst du nur, was Regen und Bodenvorrat nicht abdecken.
Eine Mulchdecke hält im Sommer die Verdunstung gering und schützt vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Ohne Mulch hackst du regelmäßig flach, das drückt Beikräuter zurück und vermindert ebenfalls die Verdunstung. Ich mulche das Blumenkohlbeet, sobald die Pflanzen angewachsen sind, und prüfe vor dem Gießen die Feuchte unter der Mulchschicht. Beim Zerteilen der geernteten Köpfe sehe ich mir die inneren Blätter an und notiere, wie gleichmäßig der Satz Wasser bekommen hat.
Zu viel Stickstoff: weiches Wachstum und Kälteschäden
Ein StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. kann weiches Wachstum fördern. Gerade bei Sorten, die überwintern und im Winter oder Frühjahr reifen, kann weiches Wachstum Kälteschäden begünstigen. Welche Sorten überwintern und wie Kohl mit Frost umgeht, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Sorten und Jahreszeiten.
Hochbeet und Kübel: Stickstoff anders einschätzen
Baust du ein Hochbeet klassisch aus Reisig, Kompost und Gärtnererde auf, wird im ersten Jahr viel organisch gebundener Stickstoff frei. Da die Horngabe bei hoher NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. des Bodens verringert werden darf, kannst du sie im ersten Hochbeetjahr zurücknehmen. In einem Hochbeet mit mineralischer Erde liefert eine jährliche Kompostgabe von 3 l je m² die Grundnährstoffe, den Stickstoff ergänzt du nach Bedarf.
Steht Blumenkohl länger im Kübel, kann er im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. Torffreie Substrate können trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. zusätzlichen Stickstoff verlangen, deshalb richtest du die Düngung am verwendeten Substrat aus.
Vorfrucht und Gründüngung
Stickstoff kann auch aus der VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. kommen: Leguminosengemenge oder Leguminosen-Zwischenfrüchte eignen sich im ökologischen Kohlanbau als Vorfrüchte dafür. Als Gründüngung vor Blumenkohl passen Phacelia oder Buchweizen, nicht aber Senf, Ölrettich und Raps, weil ihre Verwandtschaft mit Kohl die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen kann. Die Fruchtfolge vertieft der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur, die FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren planst du mit dem Beetplaner.





