Blattkohlsorten im Überblick: Grünkohl, Palmkohl, Kohlröschen und was nicht dazugehört
- Blattkohl umfasst Formen von Brassica oleracea ohne typischen festen Kopf, darunter Grünkohl und Palmkohl.
- Federkohl ist keine einzelne Sorte, sondern ein Sammelname für krause Grünkohltypen und auch für Palmkohltypen.
- Für winterlichen Grünkohl gelten etwa −10 °C als grober Frost-Richtwert, abhängig von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung.
- Palmkohl 'Nero di Toscana' ist nur bedingt frosthart und wird vor stärkeren Frösten beerntet.
- Bei vielen Grünkohlsorten erhöht Kälte den Zuckergehalt, Frost braucht es dafür nicht.
- Kohlröschen sind eine Kreuzung aus Grünkohl und Rosenkohl; ob sie winterhart sind, hängt von der Sorte ab.
- Mangold ist kein Kohl, und Wirsing bildet einen Kopf aus Blättern und zählt zum Kopfkohl.

Suchst du nach Blattkohlsorten, stehen in vielen Listen Grünkohl, Mangold, Wirsing und Federkohl nebeneinander. Wer danach auswählt, rechnet leicht mit Eigenschaften, die eine Sorte gar nicht hat. Krauser Grünkohl lässt sich je nach Sorte bis in den März ernten, Palmkohl wie ‘Nero di Toscana’ ist dagegen nur bedingt frosthart. Ich sortiere Blattkohl deshalb nach zwei Fragen: Wie sieht das Blatt aus, und wie lange soll die Pflanze im Winter stehen?
Hier findest du die Typen, die tatsächlich zum Blattkohl zählen, mit Sortenbeispielen und ihren Unterschieden. Mangold, Wirsing, Pak Choi und Scheerkohl ordne ich weiter unten ein.
Was zählt zum Blattkohl?
Blattkohl umfasst verschiedene Formen von Brassica oleracea, die keinen typischen festen Kopf bilden. Zum essbaren Blattkohl gehören unter anderem Grünkohl und Palmkohl. Du erntest bei ihnen die Blätter und keinen Kopf, keine Knolle und keinen BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe..
Dazu kommen zwei Verwandte: Kohlröschen, eine Kreuzung aus Grünkohl und Rosenkohl, und Zierkohl, den du vor allem als Schmuckpflanze ziehst. Federkohl wirkt in manchen Listen wie eine eigene Sorte, ist aber ein Sammelname.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort wird bevorzugt; auch Halbschatten ist geeignet.
- Bodenart
Für Wildkohl eignet sich nährstoffreicher, gut durchlässiger, vorzugsweise alkalischer Boden; auch schwere Lehmböden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Alkalische Böden werden bevorzugt; leicht saure und neutrale Böden sind ebenfalls geeignet.
- Substrat
Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden bevorzugt; auch schwere Tonböden werden vertragen.
- Anbauort
Wildkohl kann an sonnigen Freilandstandorten wachsen und verträgt deutliche maritime Exposition.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Pflanze lässt sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren.
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten von Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl etwa 0,5-1 cm tief säen, den Grünkohl Halbhoher Grüner Krauser etwa 1-2 cm.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig; Wildkohl ist kurzlebig mehrjährig, viele Kulturformen sind zweijährig.
- Verwendung
Die Blätter des Wildkohls sind roh oder gekocht verwendbar; roh können sie etwas bitter schmecken.
Blattkohlsorten im Vergleich
Die Typen unterscheiden sich in Blattform, FrosthärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen., Saison und Nutzung. Die Tabelle stellt sie nebeneinander.
| Typ | Blätter | Frosthärte | Saison | Nutzung |
|---|---|---|---|---|
| Grünkohl, krause Typen | kraus; bei ‘Rosco’ dunkelviolett und stark gekraust | häufig bis etwa −10 °C; grober Richtwert, je nach Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung | Ernte je nach Sorte Oktober bis März | junge Blätter roh oder gegart |
| Palmkohl, etwa ‘Nero di Toscana’ | weich, schwarzgrün, blasig | nur bedingt frosthart | Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst | feiner im Geschmack, etwa für Ribollita |
| Kohlröschen | lockere Blattrosetten in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. | je nach Sorte: ‘Snowdrop F1’ ausgeprägt winterhart, ‘Autumn Star F1’ nicht winterhart | Ernte je nach Sorte ungefähr September bis Februar | kurz in der Pfanne angebraten |
| Zierkohl | weiß, rosa, rot, violett, blaugrün oder grün; glatt, gekräuselt oder geschlitzt | im Beet bis etwa −10 °C | volle Färbung September bis November, in günstigen Lagen dekorativ bis April | Schmuck für Beet und Gefäß |
Eine weitere essbare Blattkohlsorte ist ‘Emerald Ice’. Sie braucht humosen, kalkhaltigen und nährstoffreichen Boden. Ihr Erntefenster reicht von Oktober bis Februar.
Grünkohl: krause Blätter bis in den März
Grünkohl, botanisch Brassica oleracea var. sabellica, ist der Blattkohl mit krausen Blättern. Je nach Sorte erntest du ihn von Oktober bis März. Die Sorten unterscheiden sich in Farbe und Wuchs. ‘Rosco’ ist frostbeständig und trägt dunkelviolette, stark gekrauste Blätter. ‘Westlandse Winter’ wächst kompakt und eignet sich für die Herbst- und Winterernte.
Für die Frosthärte gibt es nur einen groben Richtwert. Grünkohl verträgt häufig Frost bis etwa −10 °C. Wie viel eine Pflanze tatsächlich aushält, bestimmen Sorte, Entwicklungszustand, Gesundheit, Standort und Witterung. In rauen Lagen kannst du Grünkohl im Winter mit Vlies gegen Kahlfrost und eisigen Wind schützen.
„Grünkohl schmeckt erst nach dem ersten Frost.“ Bei vielen Grünkohlsorten erhöht schon Kälte den Zuckergehalt, und der Geschmack wird milder. Frost braucht es dafür nicht. Mit der Ernte musst du also nicht auf die erste Frostnacht warten.
Bevor ich Grünkohl einplane, prüfe ich die Wuchshöhe der Sorte, weil die Spanne groß ist.
Grünkohl wächst 40 bis 100 cm hoch. Niedrige Formen erreichen nur ungefähr 25 bis 30 cm und lassen sich auf einem erhöhten Beet leichter einplanen.
Palmkohl: weiche Blätter, feinerer Geschmack
Palmkohl erkennst du an weichen, schwarzgrünen und blasigen Blättern. Damit hebt er sich klar von den krausen Grünkohltypen ab. Ein Sortenbeispiel ist ‘Nero di Toscana’. Geschmacklich ist Palmkohl feiner als Grünkohl und passt etwa in Suppen wie Ribollita. ‘Nero di Toscana’ wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen und eignet sich auch für den Kübel, dort in durchlässiger, nährstoffreicher Erde.
Palmkohl liefert Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst, Grünkohl je nach Sorte von Oktober bis März. Wer beide anbaut, kann also vom Sommer bis in den März Blattkohl ernten.
Palmkohl bleibt wie Grünkohl bis in den Spätwinter im Beet. ‘Nero di Toscana’ ist aber nur bedingt frosthart, deshalb erntest du ihn vor stärkeren Frösten ab.
Federkohl: ein Sammelname, keine Sorte
Federkohl bezeichnet keine einzelne Sorte. Der Name wird als Gruppenname für krause Grünkohltypen verwendet und ebenso für Palmkohltypen. Welche Eigenschaften ein Federkohl mitbringt, hängt deshalb vom Typ ab: Ein krauser Federkohl verhält sich wie Grünkohl, ein Palmkohltyp wie Palmkohl.
Steht auf einer Samentüte nur Federkohl, lese ich zuerst die Blattbeschreibung. Kraus heißt für mich Grünkohltyp, weich, schwarzgrün und blasig heißt Palmkohltyp. Danach plane ich Platz und Erntezeit.
Kohlröschen: Rosetten aus Grünkohl und Rosenkohl
Kohlröschen sind eine Kreuzung aus Grünkohl und Rosenkohl. Du erntest keine einzelnen Blätter, sondern lockere Blattrosetten aus den Blattachseln. Als Richtwert werden die Pflanzen etwa 80 bis 100 cm hoch.
Ob Kohlröschen den Winter überstehen, hängt von der Sorte ab. ‘Autumn Star F1’ ist nicht winterhart und liefert die Herbsternte. ‘Snowdrop F1’ ist ausgeprägt winterhart und wird im Winter geerntet. Je nach Sorte reicht die Ernte damit ungefähr von September bis Februar. Wer RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz. bis in den Winter ernten will, wählt also eine winterharte Sorte. Den milden Geschmack bringen auch hier niedrige Temperaturen, solange die Pflanze aktiv wächst; Frost ist dafür keine Voraussetzung.
F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. wie ‘Snowdrop F1’ lassen sich nicht sortenecht aus selbst gewonnenem Saatgut weitervermehren. Für die nächste Saison planst du deshalb neues Saatgut ein.
Zierkohl: Blattschmuck für den Herbst
Zierkohl ist ebenfalls eine Form von Brassica oleracea. Gezogen wird er vor allem wegen seiner farbigen, gekrausten Blattrosetten als Schmuckpflanze für Beet und Gefäß. Die Blätter können weiß, rosa, rot, violett, blaugrün oder grün sein und glatt, gekräuselt oder geschlitzt wachsen. Die Mischung ‘Nagoya F1’ bildet ein weißes oder violettes Herz. Kopfförmige Sorten bleiben bei etwa 20 cm Höhe. Schnittsorten wie ‘Sunrise’ werden bis etwa 60 cm hoch.
Zierkohl ist eine Pflanze für den Herbst: Er braucht für die Ausfärbung Temperaturen unter 10 °C und zeigt seine volle Blattfärbung von September bis November. Im Beet verträgt er Frost bis etwa −10 °C und kann in günstigen Lagen bis April dekorativ bleiben. Ich setze Zierkohl an den Beetrand, wo ich ihn im Herbst vom Weg aus sehe.
Mangold, Wirsing, Pak Choi, Scheerkohl: was nicht zum Blattkohl zählt
Einige Pflanzen landen in Blattkohl-Listen, gehören aber woanders hin.
Mangold gehört nicht zu den Kohlarten. Er ist botanisch eng mit der Roten Bete verwandt.
Wirsing bildet wie Weißkohl, Rotkohl und Spitzkohl einen geschlossenen Kopf aus Blättern. Er zählt damit zum Kopfkohl.
Pak Choi gehört zu Brassica rapa subsp. chinensis und stammt ursprünglich aus Asien. Du nutzt die Blätter und die ausgeprägten Stiele roh, gedünstet oder kurz angebraten. Die Stiele brauchen dabei länger als die Blätter.
Bremer Scheerkohl ist ein schnellwachsender Schnittkohl der Art Brassica napus und eine Kulturform des Rapses. Seine jungen Blätter sind etwa fünf bis sieben Wochen nach der Aussaat erstmals schnittreif. Damit er nach dem Schnitt wieder austreibt, muss der Vegetationskegel unverletzt bleiben. In der Küche verwendest du ihn ähnlich wie Spinat oder in Mischsalaten.
Raps zählt zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., und Scheerkohl ist eine Kulturform des Rapses. In der FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. behandelst du Scheerkohl deshalb wie Kohl, ebenso Pak Choi, der auch zu den Kreuzblütlern gehört.
Auch Kohlarten mit anderem Ernteorgan liefern essbare Blätter. Beim Kohlrabi sind die jungen Blätter nutzbar, Blumenkohlblätter lassen sich kochen, und beim Brokkoli sind die Blätter ebenfalls essbar.
Welche Blattkohlsorte passt zu deinem Beet?
Die Wahl hängt vor allem davon ab, wann du ernten willst und wie viel Platz du hast.
- Herbst- und Winterernte: krauser Grünkohl, etwa die kompakte ‘Westlandse Winter’.
- Blätter ab dem Sommer mit feinerem Geschmack: Palmkohl ‘Nero di Toscana’, vor stärkeren Frösten abgeerntet.
- Kübel: Palmkohl ‘Nero di Toscana’ und niedrige Grünkohlformen.
- Erhöhtes Beet: niedrige Grünkohlformen mit ungefähr 25 bis 30 cm Höhe.
- Rosetten bis in den Winter: Kohlröschen in einer winterharten Sorte wie ‘Snowdrop F1’.
- Farbe im Herbstbeet: Zierkohl, etwa die Mischung ‘Nagoya F1’.
Für Grün- und Palmkohl im Kübel rechnest du mit mindestens 25 l Gefäßvolumen, vorzugsweise mit niedrigen Sorten. In einen Topf mit 30 cm Durchmesser setzt du nur eine Pflanze. Welche Nachbarn neben Grünkohl infrage kommen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Wie viel Fläche mehrere Sorten zusammen belegen, planst du im Beetplaner für deine Gemüsebeete.
Aussaat und Anbau in Kürze
Grünkohl säst du je nach gewünschter Ernte von Ende Mai bis Ende Juli, Palmkohl ziehst du ab März warm vor. Welche Arbeiten beim Blattkohl in welchem Monat anstehen, zeigt der Arbeitskalender für Blattkohl im Jahreslauf; die Handgriffe von der Saat bis zur Ernte findest du Schritt für Schritt erklärt. Alle Kohl-Termine auf einem Blatt liefert der Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken.
Ernte und Lagerung in Kürze
Palmkohl erntest du blattweise von außen und unten, die Herzblätter bleiben für das weitere Wachstum stehen. Beim Grünkohl lässt du bei der ersten Ernte mindestens die fünf bis sechs jüngsten Blätter am Strunk. Wie lange frischer Kohl im Kühlschrank hält und was sich für den Vorrat eignet, steht im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.
Blattkohl in der Küche
Junge Grünkohlblätter kannst du roh oder gegart verwenden, ältere Blätter können zäh werden. Kurz blanchiert und zerkleinert werden Grünkohlblätter zur Salatzutat, gegart kommen sie in Suppen. Kohlröschen brätst du kurz in der Pfanne an. Welche Zubereitungsarten sich für Blattkohl anbieten, zeigen die Rezepte für Blattkohl. Für die kalte Jahreszeit findest du klassische und moderne Wintergerichte mit Blattkohl. Wie Sorte, Anbau und Küche zusammenhängen, fasst der Blattkohl-Überblick für Garten und Küche zusammen.
Nährwerte in Kürze
Blattkohl ist ein Lebensmittel und kein Heilmittel. Superfood ist ein Marketingbegriff und belegt für sich keinen gesundheitlichen Zusatznutzen gegenüber einer vielfältigen Auswahl an Gemüse und Obst. Welche Nährstoffe in Grünkohl und anderen Blattkohlen stecken, liest du im Ratgeber zu den Nährstoffen im Blattkohl.






