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Chinakohl lagern und schonend ernten: So bleibt der Kopf frisch

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Gemüse ernten und lagern: Reifezeichen erkennen und Vorräte richtig aufbewahren · Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Gemüsefach hält Chinakohl in Folie gewickelt ungefähr 1–2 Wochen.
  • Für Chinakohl gelten 2–4 °C als empfohlene Kühltemperatur.
  • Lagerköpfe erntest du im Spätherbst bei trockenem Bestand und vor dem Frost.
  • Mehrere Hüllblätter bleiben dran, gewaschen wird erst vor der Verwendung.
  • Lagere Chinakohl getrennt von Obst, vor allem von Äpfeln.
Gestapelte Chinakohlköpfe mit hellgrünen, stark geaderten Blättern und breiten weißen Blattrippen
Foto: L. Lum · Pexels License · Quelle ↗

Chinakohl ist schnell geerntet, doch beim Lagern verzeiht er wenig. Liegt er zu warm, zu trocken oder neben der Apfelkiste, ist seine Frische schneller dahin, als dir lieb ist. Ich ernte meine Lagerköpfe deshalb an einem trockenen Tag im Spätherbst, bevor der Frost kommt, und lasse ihnen ihre Hüllblätter.

Chinakohl lagern: die Richtwerte auf einen Blick

Jeder Wert gilt für einen bestimmten Lagerort, deshalb steht der Bezug gleich daneben.

Lagerfrage Richtwert Gilt für
Haltbarkeit im Gemüsefach ungefähr 1–2 Wochen frischer Chinakohl, in Folie gewickelt
Kühltemperatur 2–4 °C Chinakohl
Kellertemperatur 1–4 °C lagerfähiges Kohl- und Wurzelgemüse, allgemeine Orientierung
Luftfeuchte im Keller 90–95 % relativ lagerfähiges Kohl- und Wurzelgemüse, allgemeine Orientierung
Frosttoleranz im Beet etwa −4 °C, grober Richtwert herbstlicher Chinakohl; wiederholtes Frieren und Tauen kann Fäulnis fördern
Aussaatkalender Chinakohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: JuliPflanzung: AugustVorkulturAussaatErntePflanzung

Wann ernten, wenn der Kohl ins Lager soll?

Erntereif ist Chinakohl, sobald sich ein ausreichend fester Kopf gebildet hat. Wie du diesen Punkt sicher triffst, erklärt der Ratgeber dazu, woran du den richtigen Erntezeitpunkt bei Chinakohl erkennst. Für den Vorrat ist ein Reifezeichen besonders wichtig: Überreife Köpfe können kaum noch intaktes Umblatt haben, dabei schützen genau diese Hüllblätter den Kopf im Lager.

Lagerköpfe: im Spätherbst, trocken, vor dem Frost

Soll der Kohl länger lagern, erntest du im Spätherbst bei trockenem Bestand und bevor der Frost einbricht. Für herbstlichen Chinakohl gelten etwa −4 °C als grober Richtwert der Frosttoleranz. Wiederholtes Frieren und Tauen kann jedoch Fäulnis fördern, und die willst du nicht mit ins Lager nehmen. Köpfe, die im Beet schon mehrmals gefroren und wieder aufgetaut sind, kommen bei mir deshalb zuerst in die Küche. Was der Bestand bis zur Ernte aushält, liest du im Ratgeber dazu, wie Chinakohl mit Frost, Nässe und Wind zurechtkommt.

Im Spätherbst kannst du auch kleine Pflanzen ernten, die voraussichtlich keinen Kopf mehr bilden. Ich nehme sie vor dem Frost mit und verbrauche sie zuerst.

Welche Sorten eignen sich fürs Lager?

Planst du eine Herbstlagerung, wählst du schon bei der Aussaat lagerfähige Sorten. Wann du für die Herbsternte säst, klärt der Ratgeber zu den Aussaatzeiten. Für einen späten Satz nach einer früheren Kultur hilft der Ratgeber, wie du Chinakohl als Nachkultur anbaust.

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So erntest du Chinakohl schonend

Ich schneide den Kopf mit einem scharfen Messer bodennah ab. Danach nehme ich nur die lockeren Außenblätter weg. Mehrere feste Hüllblätter bleiben dran, wenn der Kopf ins Lager soll, denn sie schützen ihn bis zur Verwendung. Handarbeit ist dabei der Normalfall: Auch im Erwerbsanbau wird Chinakohl von Hand geerntet.

Ins Lager gehört nur gesunder, unverletzter Chinakohl. Deshalb lege ich die Köpfe einzeln nebeneinander in die Kiste, statt sie zu stapeln oder hineinzudrücken.

Häufiger Fehler

Den frisch geernteten Kopf gleich unter den Wasserhahn halten. Chinakohl wäschst du erst kurz vor der Verwendung. Musst du ihn vor dem Einlagern doch reinigen, trocknest du ihn danach gut ab.

Mini-Checkliste

Vor dem Einlagern prüfe ich jeden Kopf. Ist er gesund und unverletzt? Sind die lockeren Außenblätter ab und mehrere Hüllblätter noch dran? Ist er ungewaschen oder gut abgetrocknet? Liegt im Lager kein Obst in der Nähe?

Chinakohl im Kühlschrank lagern

Das Gemüsefach ist der einfachste Lagerplatz, wenn du den Kopf bald verbrauchst. Wickle ihn in Folie, dann hält frischer Chinakohl dort ungefähr 1–2 Wochen. Die Folie schützt die Blätter vor dem Austrocknen. Für Chinakohl sind 2–4 °C die empfohlene Kühltemperatur.

Obst gehört in ein anderes Fach, weil vor allem Äpfel Ethylen abgeben und Gemüse damit schneller welken lassen. Ich schreibe das Erntedatum mit einem Stift auf die Folie, damit ich weiß, welcher Kopf zuerst dran ist. Wie lange die anderen Kohlarten im Gemüsefach halten, vergleichst du im Abschnitt Ernte und Lagerung unseres Kohl-Ratgebers.

Chinakohl im Keller lagern

Für eine längere Lagerung braucht Chinakohl einen Raum, der kühl und ausreichend feucht ist. Für lagerfähiges Kohl- und Wurzelgemüse gelten im Keller 1–4 °C als allgemeine Orientierung. Bei der relativen Luftfeuchte liegt diese Orientierung bei 90–95 %. Moderne Keller sind häufig zu warm und zu trocken, deshalb misst du nach, bevor du die Köpfe einlagerst.

Marias Erfahrung

Ich hänge ein Thermometer und ein Hygrometer in den Lagerraum und lese beide ab, bevor der erste Kopf hineinkommt. Die Köpfe liegen bei mir nebeneinander in flachen Kisten, damit ich beim Durchsehen jeden von allen Seiten sehe.

Schau das Lager alle paar Tage durch und nimm faulende oder kranke Köpfe sofort heraus. Obst lagerst du auch hier getrennt. Wie lange ein Kopf im Keller frisch bleibt, hängt von Raumklima und Zustand ab. Ich richte mich deshalb nach der Kontrolle und nicht nach dem Kalender.

Wenn im Lager etwas schiefgeht

Die Blätter welken

Welkende Blätter können auf zu trockene Luft oder auf Obst in der Nähe hindeuten. Prüf zuerst die Luftfeuchte und räum Äpfel aus der Umgebung. Im Kühlschrank hält die Folie die Blätter feucht genug.

Ein Kopf fault

Faulende Köpfe nimmst du sofort aus dem Lager. Vorbeugen beginnt schon bei der Ernte: Wenn du nur gesunde, unverletzte Köpfe einlagerst und Köpfe nach wiederholtem Frieren und Tauen zuerst verbrauchst, kann das Fäulnisrisiko sinken.

Schimmel auf dem Kopf

Sichtbar verschimmelten Chinakohl isst du nicht mehr, er wird entsorgt.

Achtung

Auch bei einem verschimmelten Kohlgericht reicht es nicht, die sichtbaren Stellen wegzuschneiden oder alles stark zu erhitzen, weil mögliche Schimmelpilzgifte so nicht sicher verschwinden. Das ganze Gericht kommt weg.

Einfrieren oder fermentieren?

Einfrieren ist für Chinakohl keine gute Wahl, wenn er knackig bleiben soll. Die Blätter verlieren dabei ihre feste Struktur.

Eine andere Möglichkeit ist das Fermentieren, etwa zu Kimchi. Dabei muss der Kohl vollständig mit eigenem Saft oder Salzlake bedeckt sein, und das Gas, das beim Gären entsteht, muss entweichen können. Arbeite mit sauberen, ausgekochten Gefäßen. Beim Fermentieren kann vermehrt Histamin entstehen, deshalb ist Fermentiertes bei einer Histamin-Intoleranz nicht automatisch verträglich.

Aus dem Lager in die Küche

Die Hüllblätter nimmst du erst ab, wenn der Kopf aus dem Lager kommt. Gewaschen wird er ebenfalls erst jetzt, kurz vor der Verwendung. Chinakohl passt roh in Salat und gegart zum Beispiel in Wokgerichte. Wie sich die Kohlarten in der Küche und bei den Nährwerten unterscheiden, zeigt derselbe Kohl-Ratgeber im Abschnitt Küche und Nährwerte.

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Häufige Fragen

Wie lagere ich Chinakohl nach der Ernte am besten?
Für kurze Zeit wickelst du ihn in Folie und legst ihn ins Gemüsefach, dort hält er ungefähr 1–2 Wochen. Für eine längere Lagerung braucht er einen kühlen, ausreichend feuchten Raum, und nur gesunde, unverletzte Köpfe kommen hinein. Obst, vor allem Äpfel, lagerst du getrennt. Einfrieren empfehle ich nicht, wenn der Kohl knackig bleiben soll, weil die Blätter dabei ihre feste Struktur verlieren.
Wie ernte ich Chinakohl richtig?
Du schneidest den Kopf bodennah ab und nimmst nur die lockeren Außenblätter weg. Soll er ins Lager, bleiben mehrere schützende Hüllblätter dran, die du erst nach der Lagerung entfernst. Für den Vorrat erntest du im Spätherbst bei trockenem Bestand und bevor der Frost einbricht.
Woran erkenne ich, dass Chinakohl erntereif ist?
Erntereif ist Chinakohl, sobald sich ein ausreichend fester Kopf gebildet hat. Überreife Köpfe können kaum noch intaktes Umblatt haben und schon sehr hell verfärbt sein. Mit Lagerköpfen wartest du deshalb nicht zu lange, denn die Hüllblätter schützen den Kopf im Lager.
Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit bei der Chinakohl-Lagerung?
Chinakohl braucht einen kühlen und ausreichend feuchten Lagerraum. Für lagerfähiges Kohl- und Wurzelgemüse gelten im Keller 90–95 % relative Luftfeuchte als allgemeine Orientierung. Viele moderne Keller sind dafür zu warm und zu trocken, deshalb lohnt sich ein Hygrometer. Im Kühlschrank schützt eine Folie die Blätter vor dem Austrocknen.
Wie beeinflusst Ethylen gelagerten Chinakohl?
Vor allem Äpfel geben Ethylen ab, und das kann Gemüse schneller welken lassen. Chinakohl lagerst du deshalb getrennt von Obst, im Kühlschrank genauso wie im Keller.
Worin unterscheidet sich Chinakohl beim Lagern von Weißkohl?
Chinakohl hält deutlich kürzer. Im Kühlschrank bleibt ein ganzer, unversehrter Weißkohl gut drei Wochen frisch. Chinakohl hält in Folie gewickelt im Gemüsefach ungefähr 1–2 Wochen. Für den Wintervorrat eignen sich die Winterformen von Weiß- und Rotkohl besser als die Sommerformen.
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