Gemüse · Kohl · Anbau

Weißkohl im Kübel anbauen: Topf, Erde, Nachdüngen und Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Weißkohl gilt als topfgeeignet und wird 50 bis 60 cm breit: Plane einen Kopf je Kübel.
  • Frühkohl braucht im Beet weniger Standraum als Herbst- und Lagerkohl und ist deshalb die naheliegende Wahl für den Topf.
  • Der Kübel braucht freie Ablauflöcher, die Erde ist locker, nährstoffreich und möglichst torffrei.
  • Gesät wird von April bis Mai, in den Kübel kommt die abgehärtete Jungpflanze mit fünf Blättern.
  • Kleine Gefäße brauchen im Hochsommer mitunter mehrmals täglich Wasser, prüf die Feuchte unter der Oberfläche.
  • Lagerkohl und Weißkohl für Sauerkraut düngst du in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr.
  • Ein ganzer, unversehrter Kopf hält sich im Kühlschrank gut drei Wochen.
Ein Kopf Weißkohl (Brassica oleracea) wird auf einem Schneidebrett geschnitten
Foto: Natalia S · Pexels License · Quelle ↗

Weißkohl lässt sich im Topf anbauen. Er braucht dort Platz, feuchte Erde und viel Stickstoff. Im Kübel hat die Wurzel nur die Erde, die du einfüllst, deshalb musst du Wasser und Nährstoffe nachliefern. Ich ziehe meine Jungpflanzen selbst vor und setze in jeden Kübel nur einen Weißkohl.

Passt Weißkohl in einen Kübel?

Weißkohl gilt als topfgeeignet. Ein Kübel braucht kein Beet, nur einen hellen Stellplatz: Im Garten steht Weißkohl sonnig bis halbschattig. Was für jeden Kohl im Topf gilt, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Kohl im Gefäß, auf dem Balkon und im Hochbeet.

Welche anderen Kohlarten im Topf wachsen, zeigt der Überblick zu Kohlgemüse im Kübel auf Balkon und Terrasse. Hast du ein Hochbeet, lies nach, wie Weißkohl im Hochbeet wächst.

Aussaatkalender Weißkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturAussaatErnte

Welche Weißkohlsorte passt in den Topf?

Ich schaue in der Sortenbeschreibung zuerst auf die Kulturgruppe. Im Beet bekommt jede Gruppe eine eigene Standweite:

Kulturgruppe Standweite im Beet
Frühkohl 50 × 50 cm
Herbstkohl 60 × 50 cm
Lagerkohl 60 × 60 cm

Frühkohl kommt im Beet mit dem kleinsten Standraum aus, und im Kübel ist Platz knapp. Deshalb ist Frühkohl die naheliegende Wahl für den Topf.

Auch die Kopfform hängt an der Sorte. Sommerformen bilden eher lockere Köpfe. Winterformen machen festere Köpfe und lagern besser, für den Wintervorrat eignen sie sich deshalb eher.

Wenn du roten Kopfkohl ziehen willst, lies, wie Rotkohl im Kübel auf kleinem Raum wächst.

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Wie groß muss der Kübel für Weißkohl sein?

Weißkohl wird 30 bis 40 cm hoch. In der Breite nimmt er 50 bis 60 cm ein. Plane den Stellplatz so, dass die Blätter diese Breite ausfüllen können, ohne an Wand oder Nachbarkübel zu stoßen. Ich setze deshalb in jeden Kübel nur einen Kopf.

Beim Volumen richte ich mich nach dem Gießaufwand. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser und können im Hochsommer mehrmals täglich welches brauchen. Weißkohl braucht feuchte Erde: Ein großzügiger Kübel erspart dir also im Sommer Gießgänge.

Der Kübel braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser staut, das die Wurzeln schädigt. Steht Wasser im Untersetzer, leere ich ihn aus.

Welche Erde kommt in den Kübel?

Weißkohl braucht lockere, nährstoffreiche Erde. Für Gemüse im Gefäß eignen sich faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate, die Luft, Wasser und Nährstoffe speichern. Ich mische meine Kübelerde selbst, ungefähr zu gleichen Teilen aus:

  • reifem, gesiebtem Kompost,
  • Garten- oder Kokosfaser,
  • unkraut- und krankheitsfreier Gartenerde.

Die Gartenerde hole ich nur aus einem Beet, auf dem keine Kohlhernie aufgetreten ist. Willst du nicht selbst mischen, nimm torffreie Kübelpflanzenerde mit strukturstabilen, porösen Bestandteilen.

Kurz erklärt

Bei torffreier Erde trocknet die Oberfläche schnell ab, darunter kann sie noch feucht sein. Außerdem kann sie trotz Vordüngung zusätzlichen Stickstoff brauchen. Beides berücksichtigst du beim Gießen und beim Düngen.

Aussaat und Anzucht: So ziehst du Weißkohl vor

Weißkohl wird üblicherweise vorgezogen und als Jungpflanze ausgepflanzt. Gesät wird von April bis Mai. Für einen frühen Satz Frühkohl ist unter geschützten Anzuchtbedingungen auch eine Aussaat ab Anfang Februar beschrieben. Gepflanzt wird dieser frühe Satz dann bis Mitte April. Die Termine aller Kohlarten hast du im Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt.

Ich säe in Schalen mit Aussaaterde, die nährstoffarm, humos und durchlässig ist. Die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Bis zur Keimung vergehen 7 bis 14 Tage. Halte die Aussaat gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser steht, und nimm die Abdeckung ab, sobald die ersten Keimlinge erscheinen.

In der Anzucht braucht Kopfkohl Mindesttemperaturen, die du nicht unterschreiten solltest:

Anzuchtphase Temperatur nicht unterschreiten
bis die Keimblätter erscheinen 16 °C
bis zum Pikieren 14 °C
danach bis zum Pflanzen 11 °C

Bleibt es kälter, kann der Kohl später vermehrt schossen. Sobald die Keimblätter ausgebildet sind und die ersten Laubblätter sichtbar werden, pikiere ich jeden Sämling in einen eigenen Topf.

Häufiger Fehler

Die Jungpflanzen stehen zu warm und zu dunkel. Dann werden sie lang, dünn und instabil. Stell sie heller und kühler, ohne die Mindesttemperaturen aus der Tabelle zu unterschreiten.

Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab. Stell sie tagsüber an einen windgeschützten, schattigen Platz ins Freie und gewöhn sie allmählich an die Bedingungen draußen. In den Kübel kommt die Jungpflanze, wenn sie fünf Blätter hat und die Witterung passt. Ich setze sie ein, drücke die Erde rundum an und gieße an.

Mini-Checkliste

Bevor der Kohl in den Kübel zieht, prüfe ich:

  • Hat der Kübel freie Ablauflöcher?
  • Ist die Erde locker, nährstoffreich und möglichst torffrei?
  • Hat die Jungpflanze fünf Blätter, und ist sie abgehärtet?
  • Steckt ein Etikett mit Sorte und Pflanztag im Kübel?

Gießen: feucht halten, ohne Staunässe

Wie viel Wasser dein Weißkohl braucht, hängt von Sorte, Wetter und Substrat sowie von Sonne und Wind am Standort ab. Deshalb gieße ich nach Fingerprobe und nicht nach festem Plan. Bei torffreier Erde fühle ich unter der trockenen Oberfläche nach, ob es dort noch feucht ist. Je kleiner der Kübel und je heißer der Sommer, desto öfter schaue ich nach.

Ich gieße direkt auf die Erde, damit die Blätter trocken bleiben. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung. Ich lege angetrockneten Rasenschnitt nur dünn bodendeckend auf die Kübelerde und ergänze ihn dafür öfter.

Nachdüngen: viel Stickstoff, dann ein klarer Stopp

Weißkohl hat einen hohen Stickstoffbedarf. Auch die Schwefelversorgung und ein passender pH-Wert zählen bei ihm. Der Kompost in deiner Mischung liefert Grundnährstoffe, den Stickstoff deckt er allein aber nicht.

Steht Kohl länger im Gefäß, kann er im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. Bei torffreier Erde kann trotz Vordüngung zusätzlicher Stickstoff nötig werden, deshalb passt du die Düngung an deine Erde an. Als organische Stickstoffdünger eignen sich Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne. Die Menge richte ich nach der Packungsangabe und schaue danach auf Blattfarbe und Zuwachs.

Lagerkohl und Weißkohl, der zu Sauerkraut werden soll, düngst du in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr. Bei diesen Köpfen gehört jede Nachdüngung also in die erste Hälfte. Den Zeitpunkt rechnest du aus dem Pflanztag und der Kulturdauer deiner Sorte aus.

Marias Erfahrung

Ich stecke beim Pflanzen ein Etikett mit Sorte und Pflanztag in den Kübel. Daraus rechne ich später aus, ab wann ich einen Lagerkohl nicht mehr dünge.

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Stützen: wenn der Kopf schwer wird

Ein Weißkohlkopf kann je nach Sorte und Anbaubedingungen zwischen 500 und 2000 g wiegen. Ich schaue deshalb nach, ob sich der Strunk mit wachsendem Kopf zur Seite neigt. Dann stecke ich einen Stab in die Kübelerde und binde den Strunk locker mit einem weichen Band daran. Die Bindung prüfe ich, während der Strunk dicker wird, damit sie nicht einschnürt. Den Kübel stelle ich von Anfang an eben und standfest auf.

Schädlinge und Krankheiten im Kübel

Kulturschutznetze mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite legst du direkt nach dem Pflanzen auf und hältst sie bis zur Ernte geschlossen. Am Kübel schließe ich das Netz rundum dicht am Rand, denn so ein Netz kann den Befall mit Schadinsekten verhindern oder vermindern. Feuchte bis staunasse Erde begünstigt Infektionen mit Kohlhernie, und befallene Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll. Wie du Erdfloh, Kohlfliege und Krankheiten einordnest, steht im Kohl-Ratgeber in den Abschnitten zu Schädlingen und Krankheiten.

Ernte: Wann ist der Kopf reif?

Weißkohl wird von Juni bis Oktober geerntet. Von der Pflanzung bis zur Reife braucht er je nach Sorte und Witterung etwa 50 bis 150 Tage. Ich drücke mit dem Daumen auf den Kopf und schneide ihn, wenn er sich fest anfühlt.

Weißkohl ist nicht winterhart, und im Kübel friert der Wurzelballen schneller als im Gartenboden. Plane deinen Kübel-Weißkohl deshalb so, dass du ihn im Herbst erntest. Welche Arbeiten über das Jahr anfallen, ordnet der Jahreszeiten-Guide für Weißkohl ein.

Lagern: Kühlschrank und Obstkiste

Soll ein Kopf länger halten, erntest du ihn mit Strunk und gesunden Umblättern. Ich lege ihn mit 10 cm langem Strunk in eine Obstkiste, aufhängen geht ebenfalls. Im Kühlschrank hält sich ein ganzer, unversehrter Kopf gut drei Wochen. Einen angeschnittenen Kopf deckst du ab und verarbeitest ihn innerhalb einer Woche.

Weißkohl eignet sich roh, gedämpft und gekocht, und du kannst ihn zu Sauerkraut verarbeiten.

Achtung

Beim Sauerkraut muss der Kohl ganz unter seinem eigenen Saft oder unter Salzlake liegen, und das Gas, das beim Gären entsteht, muss entweichen können. Nimm dafür saubere, ausgekochte Gefäße. Beim Fermentieren kann vermehrt Histamin entstehen, bei Histamin-Intoleranz ist Sauerkraut deshalb nicht pauschal verträglich. Zeigt sich Schimmel, entsorgst du das ganze Gericht, denn Wegschneiden oder starkes Erhitzen beseitigt mögliche Schimmelpilzgifte nicht sicher.

Nach der Saison: Erde und Kübel weiterverwenden

Erst im Vorjahr eingefüllte, krankheitsfreie Kübelerde kannst du weiterverwenden, wenn du die alten Wurzelballen entfernst und die Erde aufbereitest. Erde aus Kübeln mit Wurzelkrankheiten, auch mit Kohlhernie, nimmst du nicht noch einmal.

Neben Kohl zählen auch Radieschen, Rettich, Rucola und Senf zu den Kreuzblütlern, und alle gehören zur Kohl-Anbaupause. In gebrauchte Kohlerde setze ich im nächsten Jahr deshalb keinen Kreuzblütler. Wie die Anbaupause im Beet funktioniert, steht im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

Passt dazu

Was beim Weißkohl oft schiefgeht, zeigt der Ratgeber zu typischen Fehlern im Weißkohlanbau. Wenn du lieber laufend einzelne Blätter erntest statt eines ganzen Kopfes, lies, wie du Blattkohl im Kübel vom Anbau bis zur Ernte ziehst.

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Häufige Fragen

Welche Weißkohlsorten eignen sich für den Anbau im Kübel?
Achte in der Sortenbeschreibung vor allem auf die Kulturgruppe. Frühkohl kommt im Beet mit einer Standweite von 50 × 50 cm aus und braucht damit weniger Platz als Herbst- und Lagerkohl, deshalb ist er die naheliegende Wahl für den Topf. Willst du einen Kopf für den Wintervorrat, such nach einer Winterform: Sie bildet festere Köpfe und lagert besser als eine Sommerform.
Wie groß muss der Kübel für Weißkohl mindestens sein?
Richte den Kübel nach der Pflanze: Weißkohl wird 50 bis 60 cm breit, deshalb setzt du nur einen Kopf in jeden Kübel. Wähle lieber groß als klein, denn kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser und im Hochsommer mitunter mehrmals täglich. Wichtig sind außerdem freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser im Wurzelraum staut.
Welche Nährstoffe sind für Weißkohl im Kübel besonders wichtig?
Weißkohl hat einen hohen Stickstoffbedarf, außerdem zählen Schwefel und ein passender pH-Wert. Kompost in der Erde liefert Grundnährstoffe, deckt den Stickstoff aber nicht allein. Im Sommer kann deshalb eine stickstoffbetonte Nachdüngung nötig werden, etwa mit Hornmehl oder Hornspänen. Lagerkohl und Weißkohl für Sauerkraut düngst du in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr.
Welche Rolle spielt die Drainage bei Weißkohl im Kübel?
Der Kübel braucht freie Ablauflöcher, damit sich im Wurzelraum kein Wasser staut, das die Wurzeln schädigt. Feuchte bis staunasse Erde begünstigt außerdem Infektionen mit Kohlhernie. Ich kontrolliere deshalb, ob das Gießwasser unten abläuft, und leere einen vollen Untersetzer aus.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte von Weißkohl aus dem Kübel?
Weißkohl erntest du von Juni bis Oktober. Von der Pflanzung bis zur Reife vergehen je nach Sorte und Witterung etwa 50 bis 150 Tage. Ich drücke mit dem Daumen auf den Kopf und schneide ihn, wenn er sich fest anfühlt. Weil Weißkohl nicht winterhart ist und der Wurzelballen im Kübel schneller friert als im Gartenboden, plane ich die Ernte für den Herbst.
Wie lässt sich die Aussaat von Weißkohl planen?
Weißkohl säst du von April bis Mai in Schalen mit Aussaaterde und ziehst ihn vor. Die Samen legst du 0,5 bis 1 cm tief. Die Jungpflanzen ziehst du hell und nicht zu warm weiter, härtest sie ab und setzt sie mit fünf Blättern in den Kübel.
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