Hörnchenkürbis vermehren: Samen ernten, trocknen, lagern und prüfen
- Für Saatgut lässt du einzelne Früchte an der Pflanze vollreif werden, die ersten erntest du jung für die Küche.
- Samen herauslösen, in Wasser von den Fruchtresten befreien, im Sieb abspülen und auf saugfähiger Unterlage vollständig trocknen.
- Erst ganz trockene Samen kommen in beschriftete Tüten und lagern kühl und trocken.
- Vor der Aussaat zeigt eine Keimprobe, wie viele Samen noch keimen; der Hörnchenkürbis braucht dafür 14 bis 28 Tage.
- Samen von F1-Hybriden bringen die Sorteneigenschaften nicht zuverlässig in die nächste Generation.

Wer Hörnchenkürbis selbst vermehren will, muss schon im Sommer umdenken: Für die Küche erntest du die Früchte jung, für Saatgut brauchst du vollreife. Ich lasse deshalb jedes Jahr ein paar Früchte bewusst an der Pflanze und gewinne daraus die Samen für die nächste Saison. Hier zeige ich dir, wie du sie erntest, reinigst, trocknest, lagerst und vor der Aussaat prüfst.
Der Hörnchenkürbis, auch Inkagurke genannt, heißt botanisch Cyclanthera pedata und gehört zur Familie der KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen.. Er ist eine traditionell in Peru genutzte Gemüsepflanze und wächst bei uns einjährig als Kletterpflanze. Mehr über die Pflanze selbst findest du in meinem Porträt des Hörnchenkürbis mit seinem Anbau von der Aussaat bis zur Ernte.
Welche Früchte liefern Samen für das nächste Jahr?
Saatgut gewinnst du aus vollreifen Früchten. Bei der Küchenernte gilt das Gegenteil: Die ersten Früchte des Hörnchenkürbis erntest du früh, damit die Pflanze weitere ansetzt. Junge Früchte kannst du roh essen, aus älteren entfernst du vor der Zubereitung die Samen. Wer Saatgut möchte, pflückt also die ersten Früchte jung und lässt erst danach einzelne gut entwickelte Früchte an der Pflanze ausreifen. Wie du die jungen Früchte verwendest, zeige ich dir in meinen Ideen für Salate, Hauptgerichte und Snacks mit Hörnchenkürbis.
Binde an jede Frucht, die du für Samen hängen lässt, einen farbigen Wollfaden. So landet sie beim Pflücken nicht aus Versehen in der Küche.
Geerntet wird der Hörnchenkürbis von Juni bis Oktober. Weil er frostempfindlich ist, hole ich die Samenfrüchte vor der ersten Frostnacht von der Pflanze. Ich schneide deshalb zuerst eine Frucht zur Probe auf und prüfe, ob die Samen fest und voll ausgebildet sind, bevor ich die übrigen ernte.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Einen warmen, sonnigen Platz mit humosem, sehr nährstoffreichem Boden wählen, der gleichmäßig gut mit Wasser versorgt ist; eine Rankhilfe vorsehen.
- Bodenart
Geeignet ist humoser, sehr nährstoffreicher Boden mit guter Wasserversorgung.
- Substrat
Für die Vorkultur normale Aussaaterde verwenden und gleichmäßig feucht halten.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Freiland und Kübel.
Pflege
- Pflege
Eine Rankhilfe bereitstellen und den Boden gleichmäßig mit Wasser versorgen.
- Düngung
Für Inkagurken im Freiland empfiehlt sich Kompost; bei Bedarf im Laufe der Vegetationszeit nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig und klettert.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als sommerlicher Sichtschutz und zur Begrünung von Pergolen, Rankgittern und Zäunen.
Samenfest oder F1: Lohnt sich eigenes Saatgut?
Bevor du Samen erntest, schau auf die Tüte, aus der deine Pflanzen stammen. Steht dort F1, hast du eine Hybride im Beet. Bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. wie dem Kürbis Crown Prince behalten selbst gewonnene Nachkommen die Sorteneigenschaften nicht zuverlässig. Ein Bio-Siegel ändert daran nichts, denn Hybridsaatgut ist auch im ökologischen Anbau möglich. Die Bio-Bezeichnung allein sagt also nichts darüber, ob eine Sorte samenfest ist.
Dazu kommt die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport.. Kürbisse werden von Insekten fremdbestäubt. Für sortenreines Kürbissaatgut werden deshalb mindestens 250 m Abstand zu anderen Sorten derselben Art empfohlen, auch zum Nachbargarten. Der Abstandswert für Kürbisse der Gattung Cucurbita lässt sich nicht einfach auf den Hörnchenkürbis übertragen. Ich behandle meine samen.liveshalb als Gartensaatgut und schaue mir die Pflanzen daraus im nächsten Jahr genau an.
Für einen genetisch stabilen Samenbau bei Kürbis und Zucchini werden mindestens 10 bis 15 Pflanzen einer Sorte empfohlen. Beim Hörnchenkürbis nehme ich deshalb Samen aus mehreren Früchten verschiedener kräftiger Pflanzen und nicht alles aus einer einzigen Frucht.
Wie löst und reinigst du die Samen?
So gehe ich bei jeder Samenfrucht vor:
- Die Frucht aufschneiden und die Samen mit den Fingern herauslösen.
- Samen samt anhaftenden Fruchtresten in ein Glas mit Wasser geben.
- Sobald sich die Reste lösen, alles in ein Sieb gießen und die Samen gründlich abspülen.
- Die sauberen Samen auf einer saugfähigen Unterlage vollständig trocknen lassen.
- Erst dann in beschriftete Tüten füllen.
Bei Kürbissamen gehört ein Gärbad dazu: Sie gären 2 bis 3 Tage in Wasser, bevor du sie im Sieb abspülst. Beim Hörnchenkürbis richte ich mich nach dem, was ich im Glas sehe, und spüle ab, sobald sich die Fruchtreste von den Samen lösen.
Wie trocknest du Hörnchenkürbis-Samen richtig?
Ich verteile die Samen einzeln auf Küchenpapier, damit sie sich nicht berühren. Die Unterlage steht an einem luftigen Platz ohne pralle Sonne, und zwischendurch wende ich die Samen. In die Tüte kommen sie erst, wenn sie vollständig trocken sind. Im Zweifel lasse ich sie noch liegen und prüfe sie später erneut.
Die samen.lives Hörnchenkürbis gelten in ihrem Lagerverhalten als orthodox. So nennt man Samen, die das Trocknen vertragen und sich deshalb trocken lagern lassen.
Wie lagerst du die Samen bis zur Aussaat?
Getrocknete Samen lagerst du kühl und trocken in beschrifteten Tüten. Kürbissaatgut gehört zu den besonders lange keimfähigen Gemüsesamen. Bei guter, kühler und trockener Lagerung kann es etwa 5 bis 6 Jahre keimfähig bleiben. Der Hörnchenkürbis gehört zwar zur Familie der Kürbisgewächse, aber nicht zur Gattung Cucurbita wie die Speisekürbisse. Ich übertrage diese Jahreszahl deshalb nicht auf ihn und prüfe vor jeder Aussaat mit einer KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt., wie viele Samen noch keimen.
Auf jede Tüte schreibe ich den Namen, das Erntejahr und die Mutterpflanze, von der die Samen stammen. Die Tüten stehen bei mir in einer Pappschachtel im kühlsten trockenen Raum des Hauses. Im Gartenheft notiere ich dazu, wie die Mutterpflanzen gewachsen sind.
Keimprobe: Wie viele Samen keimen noch?
Eine Keimprobe ist eine Probeaussaat mit genau abgezählten Samen. Ich säe sie in normale Aussaaterde und halte die Erde gleichmäßig feucht. Der Hörnchenkürbis ist kein Lichtkeimer, deshalb bedecke ich die Samen mit 2 cm Erde. Zum Keimen braucht er 20 bis 25 °C. Am Ende zählst du die gekeimten Samen und teilst ihre Zahl durch die der ausgesäten, so kennst du die Keimrate.
Bei optimal gelagertem Saatgut liegt die Keimrate üblicherweise zwischen 50 und 90 %. Unter 50 % gilt die KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. als gering. Läuft wenig auf, säst du dichter oder verwendest neues Saatgut. Für die Vorkultur des Hörnchenkürbis werden ohnehin 2 bis 3 Samen pro Topf empfohlen, von denen nur die stärkste Pflanze bleibt.
Keimtemperatur beim Hörnchenkürbis 20 bis 25 °C · Keimdauer 14 bis 28 Tage · übliche Keimrate bei optimaler Lagerung 50 bis 90 % · unter 50 % gilt die Keimfähigkeit als gering.
Die Keimprobe zu früh auswerten. Allgemein zählt man, was innerhalb von zwei bis drei Wochen aufläuft. Der Hörnchenkürbis braucht aber 14 bis 28 Tage zum Keimen, deshalb lasse ich die Probe bis zum Ende dieser Spanne stehen, bevor ich auszähle.
Weil die Vorkultur im April beginnt, lege ich die Keimprobe so früh an, dass ich das Ergebnis vorher kenne. Die Aussaattermine der Kürbisgewächse hast du mit meinem Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini zum Ausdrucken im Blick.
Wie bereitest du die Samen auf die Aussaat vor?
Vor der Aussaat sortiere ich die Samen durch und lege beschädigte zur Seite. Kürbissamen kannst du in 25 °C warmem Wasser vorquellen lassen. Anschließend können sie für ein bis zwei Tage in einer Plastiktüte vorkeimen. Vorgekeimte Kürbissamen säst du, solange die Wurzelspitze höchstens 2 bis 3 mm lang ist, denn danach bricht sie leicht. Beim Hörnchenkürbis probiere ich das Vorquellen nur mit einem Teil der Samen aus und säe den Rest trocken.
Hörnchenkürbis anbauen: das Wichtigste in Kürze
Aussaat und Pflanzung: VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. kannst du ab April, die Aussaatzeit reicht von Mai bis Juni, und ausgepflanzt wird der frostempfindliche Hörnchenkürbis erst nach den letzten Frösten im Mai. An einer Rankhilfe stehen die Pflanzen mit 40 cm Abstand in der Reihe und ebenso weit zur nächsten Reihe. Wie Termin, Tiefe und Abstand bei Kürbisgewächsen zusammenhängen, erkläre ich im Abschnitt Anzucht und Pflanzung meines Kürbis-Ratgebers.
Samenpflanzen: Die Kulturdauer liegt bei 90 bis 120 Tagen, und Frost verträgt die Pflanze nicht. Meine Samenpflanzen säe ich deshalb früh im AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr., damit die Samenfrüchte bis zum Herbst Zeit zum Ausreifen haben.
Standort: Er braucht einen warmen, sonnigen und geschützten Platz mit humosem, sehr nährstoffreichem Boden. Weil er ab 200 cm hoch klettert, gehört die Rankhilfe von Anfang an dazu. Die Grundlagen stehen im Kürbis-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Pflege und Gießen: Den Boden hältst du gleichmäßig feucht, im Freiland gibst du Kompost und düngst bei Bedarf im Lauf der Saison nach. Mehr dazu findest du im Kürbis-Ratgeber unter Pflege, Gießen und Düngen. Wie es im Topf klappt, zeige ich dir in meinem Beitrag, wie du Hörnchenkürbis im Kübel auf Balkon und Terrasse ziehst.
Krankheiten: Für Samen nehme ich nur Früchte von Pflanzen, die ohne auffällige Krankheiten durch den Sommer gekommen sind. Wie du Krankheiten und Schädlingen vorbeugst, steht im gleichnamigen Abschnitt des Kürbis-Ratgebers.
Fruchtwechsel und Nachbarn: Auf dasselbe Beet kommt der Hörnchenkürbis erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren wieder. Die Fruchtfolge behältst du im Beetplaner im Blick. Welche Nachbarn zu ihm passen, liest du in meinem Beitrag über Mischkultur mit Hörnchenkürbis und seine günstigen und ungünstigen Nachbarn.


