Gemüse · Salate & Blattgemüse · Anbau

Salat vertikal anbauen: Asia-Salate in Taschen, Türmen und Hydroponik

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Asia-Salate gedeihen sonnig bis halbschattig, deshalb kommt auch eine Ost- oder Westwand infrage.
  • In die Taschen kommt gewöhnliche Blumenerde, feines Saatgut säst du in weniger grobe Anzuchterde.
  • Als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur brauchen Asia-Salate keine Düngung, im Hydroponik-Turm liefert dagegen die Nährlösung alle Nährstoffe.
  • Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine stauende Nässe, deshalb braucht jede Tasche einen Abzug nach unten.
  • Nach einem Satz Pak Choi oder Blattsenf kommt frische Erde in die Tasche, weil Kreuzblütler nur alle vier Jahre auf derselben Fläche stehen sollen.
Eine Nahaufnahme zeigt die leuchtend grünen Blätter einer Pak-Choi-Pflanze.
Foto: Shiyuan Chen · Pexels License · Quelle ↗

Auf einem kleinen Balkon ist der Boden schnell zugestellt, die Wand daneben bleibt oft leer. Genau dort ziehe ich Asia-Salate: in Pflanztaschen, in Rinnen übereinander und in einem schmalen Turm. Wer Salat vertikal anbauen will, muss dabei zwei Dinge lösen. Das Wasser läuft in der Wand nach unten, und jede Tasche fasst nur wenig Erde.

Asia-Salate passen gut zu diesem Format, weil sie als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur keine Düngung brauchen. Sie gedeihen sonnig bis halbschattig, eine Ost- oder Westwand kommt deshalb infrage. Welche Ansprüche Salate allgemein stellen, fasst der Überblick zu Standort und Boden für Salate und Blattgemüse zusammen.

Welche Asia-Salate wachsen gut an Wand und Turm?

Bei den Asia-Salaten entscheidet die Kulturform, wie viel Platz eine Pflanze braucht. In der Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur erntest du junge Blätter, lange bevor die Pflanze ausgewachsen ist. So ziehe ich Blattsenf, Mizuna und Tatsoi in den schmalen Taschen. Blattsenf gilt als topfgeeignet und wird 10 bis 20 cm hoch.

Pak Choi kannst du ebenso jung schneiden oder als Kopf stehen lassen. Als Kopfkultur belegt er seinen Platz deutlich länger, deshalb setze ich ihn einzeln in eine Rinne oder einen Topf. Welche Asia-Salate Einsteigern am leichtesten gelingen, stellt der Ratgeber über pflegeleichte Asia-Salate für den Einstieg vor.

Zahl im Blick

Pak Choi als länger stehende Kopfkultur braucht 50 bis 65 Tage. So lange ist seine Tasche belegt, während du bei der Schnittkultur früher neu säen kannst.

Und klassischer Salat?

Auch unter den europäischen Salaten gibt es einen Kandidaten für die Wand. Pflücksalat gilt als topfgeeignet, bildet keinen festen Kopf und lässt sich wiederholt beernten. Kopfsalat ist dagegen eine Kultur fürs Freilandbeet und braucht Raum für seinen ganzen Kopf. Für die Taschenwand ist Pflücksalat deshalb die naheliegende Wahl.

Welches System passt zu deinem Platz?

Die Systeme unterscheiden sich darin, wie viel Erde jede Pflanze bekommt und wohin das Wasser läuft.

System Passt für Darauf achtest du
Pflanztaschen aus Filz oder Stoff Schnittkultur von Blattsenf, Mizuna und Tatsoi Abzug nach unten, Auffang unter der letzten Reihe, tragfähige Befestigung
Rinnen oder Kästen übereinander Pak Choi als Kopf, Pflücksalat Abfluss in jeder Rinne, Luft zwischen den Etagen
Freistehender Turm oder Säule Balkone mit wenig Grundfläche Turm drehen, oben trocknet die Erde schneller
Hydroponik- oder Aeroponik-Turm Schnittkultur ohne Erde Pumpe und Wasserstand, Nährlösung nach Anleitung des Systems
Treppenregal mit Einzeltöpfen Einstieg Abzugsloch und Untersetzer für jeden Topf

Wandtaschen und Rinnen

Pflanztaschen hängst du direkt an Wand oder Geländer, Rinnen montierst du in Reihen übereinander. Nasse Erde ist schwer. Vor dem ersten Befüllen prüfe ich deshalb, ob Haken, Dübel und Wand das Gewicht tragen. Überschüssiges Wasser sickert durch den Filz nach unten. Unter die letzte Reihe gehört eine Rinne oder Schale, damit Wand und Boden trocken bleiben.

Türme und Säulen

Ein Turm steht frei und trägt Pflanzöffnungen rundum. Das spart Grundfläche, dafür liegt immer eine Seite im Schatten. Ich drehe meinen Turm deshalb immer wieder ein Stück weiter. Gegossen wird von oben, das Wasser sickert durch alle Etagen nach unten.

Regale, Treppen und Selbstgebautes

Ein Treppenregal mit einzelnen Töpfen ist ein einfacher Einstieg, weil du jeden Topf einzeln gießen, drehen und tauschen kannst. Aus Paletten, alten Regenrinnen oder PET-Flaschen lassen sich eigene Systeme bauen. Für Essbares nimmst du lebensmittelechte Materialien, und jedes Gefäß bekommt Abzugslöcher.

Hydroponik und Aeroponik

Bei der Hydroponik wachsen die Wurzeln ohne Erde, Wasser und Nährstoffe kommen über eine Nährlösung. In aeroponischen Türmen hängen die Wurzeln frei und werden mit dieser Lösung besprüht. Beide Systeme laufen mit Pumpe und Strom. Fällt die Pumpe aus, fehlt den Wurzeln das Wasser, deshalb gehört ein Blick auf Pumpe und Wasserstand zu meiner Routine.

Mythos-Check

„Asia-Salate brauchen keinen Dünger, also auch im Hydroponik-Turm nicht.“ Das gilt nur mit Erde. Als kurze Schnittkultur kommen Asia-Salate ohne Düngung aus, weil ein mit Kompost vorbereiteter Boden genügt. Im Hydroponik-System fehlt dieser Boden, deshalb stammen alle Nährstoffe aus der Nährlösung. Mischung und Wechsel der Lösung richtest du nach der Anleitung deines Systems.

Mini-Checkliste

Trägt die Befestigung das Gewicht nasser Erde? Hat jede Tasche und jede Rinne einen Abzug nach unten? Steht unter der letzten Reihe ein Auffang? Ist für jede Etage festgelegt, ob dort Schnittkultur oder ein Kopf wächst?

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Welche Erde kommt in Taschen und Türme?

Für Salate in Balkongefäßen reicht gewöhnliche Blumenerde. Feines Saatgut säst du besser in eine weniger grobe Anzuchterde. Blattsenf und Pak Choi mögen keine zu saure Erde. In der Wand soll die Erde Wasser halten und Überschuss trotzdem nach unten abgeben.

Asia-Salate sind Schwach- bis Mittelzehrer und brauchen als kurze Schnittkultur keine Düngung. Bei Pak Choi als Kopf nach einer Vorkultur entfällt die Grunddüngung. Ich dünge ihn dann 2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen oder Pflanzen maßvoll nach, wie es die Bayerische Gartenakademie empfiehlt. Wie du Asia-Salate im Wachstum gießt, düngst und vor Schädlingen schützt, erklärt der Pflege-Ratgeber, die Grundlagen zum Düngen der Überblick über Salate und Blattgemüse.

Wie gießt du eine Pflanzwand?

In einer Wand aus Taschen läuft das Wasser von oben nach unten. Die oberste Reihe trocknet deshalb zuerst aus, in der untersten kann sich Nässe sammeln. Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine stauende Nässe. Blattsenf braucht im Sommer eine ausreichende Wasserversorgung.

So gehe ich vor: Ich gieße langsam von oben, bis unten die ersten Tropfen austreten. Danach fühle ich mit dem Finger in der obersten und in der untersten Tasche nach. Ist oben die Erde schon trocken, während unten alles nass bleibt, gieße ich die oberen Taschen gezielt nach. Grundsätzlich gießt du Salate gleichmäßig und am Morgen. Mehr dazu findest du im Pflege-Ratgeber für Asia-Salate und im Überblick über Salate und Blattgemüse unter Gießen und Pflegen.

Häufiger Fehler

Die Wand nur von oben beurteilen. Die oberste Reihe wirkt trocken, während die unterste schon nass steht, und ein weiterer Guss von oben verschärft die Nässe unten. Fühl deshalb oben und unten nach, bevor du gießt.

Tropfschlauch, Wasserspeicher und Timer

Bei einer großen Wand erleichtert ein Tropfschlauch die Arbeit. Eine Leitung führt zu jeder Etage, kleine Tropfer geben das Wasser an die Taschen ab. Ein Filter vor den Tropfern hält die feinen Öffnungen frei. Laufzeit und Menge stellst du nach der Fingerprobe ein und passt sie an, wenn sich das Wetter ändert. Ein Timer übernimmt das Einschalten, die Kontrolle mit dem Finger ersetzt er nicht. Gefäße mit Wasserspeicher im Boden überbrücken Pausen beim Gießen, auch dort prüfst du, dass die Erde nicht dauerhaft nass steht.

Wie viel Abstand brauchen die Pflanzen in der Höhe?

Im Beet gelten Abstände als Paar aus Abstand in der Reihe und Reihenabstand. Die Werte zeigen, wie viel Raum eine Pflanze zur Seite beansprucht, wenn sie voll heranwächst.

Art In der Reihe Reihenabstand Wuchshöhe Nutzung
Blattsenf 25 cm 20 cm 10 bis 20 cm Einzelpflanze, Blätter
Pflücksalat 25 cm 30 cm 10 bis 20 cm Blätter wiederholt pflücken
Kopfsalat 25 bis 30 cm 25 bis 30 cm 20 bis 30 cm ganzer Kopf

An der Wand gibt das System das Raster der Taschen vor. Liegen die Taschen enger als diese Beetwerte, ziehst du dort Schnittkultur und erntest jung. Einen Kopf lässt du nur stehen, wo die Pflanze ihren vollen Abstand bekommt. Für den Abstand zwischen den Etagen plane ich so viel Luft ein, dass die Blätter der oberen Reihe die untere nicht zudecken. Bei Pflück- und Kopfsalat können ausreichend weite Abstände vorbeugend gegen Falschen Salatmehltau helfen, dicht gestopfte Taschen sind deshalb ungünstig.

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Wie säst du in Taschen und Türme?

Blattsenf säst du direkt an Ort und Stelle, also gleich in die Tasche. Er keimt ab 10 °C. Gesät wird er von März bis September.

Art Saattiefe Keimdauer
Blattsenf 1 bis 2 cm 7 bis 14 Tage
Tatsoi etwa 1 bis 2 cm 5 bis 14 Tage
Pak Choi, Sorte Joi Choi F1 etwa 0,5 bis 1 cm 5 bis 14 Tage

Für eine Herbsternte säst du Pak Choi spätestens ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Kleine Sätze, die du im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen nachsäst, sorgen für eine fortlaufende Salaternte. Die Saattermine aller Salate zum Ausdrucken findest du im Aussaatkalender.

Marias Erfahrung

Ich säe an der Wand Reihe für Reihe und stecke in jede Reihe ein Schild mit Art und Saatdatum. So sehe ich beim Gießen, welche Reihe gerade keimt und welche schon geschnitten wird.

Wie erntest du in der Höhe?

In der Schnittkultur schneide ich die Blätter mit einer Schere und lasse die Pflanze stehen, solange sie kräftig nachtreibt. Pak Choi als Kopf nehme ich ganz heraus, dann ist die Tasche frei für den nächsten Satz. Er lässt sich nach der Ernte nur kurz lagern, deshalb schneide ich ihn erst kurz vor dem Kochen. Wie lange andere Blattgemüse im Kühlschrank halten, steht im Überblick über Salate und Blattgemüse.

Was gilt für Fruchtfolge, Nachbarn und Schädlinge?

Pak Choi soll mit anderen Kreuzblütlern wie Kohl, Rettich oder Radieschen wechseln. Kreuzblütler sollen nur alle vier Jahre auf derselben Fläche stehen, um Kohlhernie vorzubeugen. Für Blattsenf gilt sogar eine Anbaupause von 6 Jahren. In Taschen und Töpfen tausche ich deshalb nach einem Satz Pak Choi oder Blattsenf die Erde aus, bevor wieder ein Kreuzblütler einzieht. Gehört zur Wand noch ein Beet, behältst du die Wechsel im Beetplaner im Blick.

Gemischte Pflanzungen können unterstützen, garantieren aber nichts. Welche Partner in Gefäßen zu Asia-Salaten passen, zeigt der Mischkultur-Ratgeber. Einzelne Paare prüfst du im Mischkultur-Planer.

Bei Pak Choi und anderen Asia-Salaten aus der Kohlverwandtschaft spanne ich ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite über Turm oder Taschenwand und schließe es rundum dicht. Das kann Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge fernhalten. Wie du Befall erkennst und eingreifst, beschreibt der Pflege-Ratgeber, die Grundlagen stehen im Überblick über Salate und Blattgemüse unter Krankheiten und Schädlinge.

Lohnt sich die Pflanzwand auch im Winter?

Blattsenf und Pak Choi gelten nicht als winterhart. Blattsenf erntest du von April bis Oktober, danach endet seine Saison draußen. Für die kalten Monate passt Winterportulak besser in die Taschen. Er ist winterhart, wächst auch im Topf und wird ab September gesät. Wie du Asia-Salate durch alle Jahreszeiten anbaust, vertieft der Ratgeber zum ganzjährigen Anbau.

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Häufige Fragen

Wie funktioniert der vertikale Anbau von Asia-Salaten auf kleinem Raum?
Du nutzt die Höhe statt der Fläche: Pflanztaschen, Rinnen oder ein Turm tragen die Pflanzen in mehreren Etagen übereinander. Gegossen wird von oben, das Wasser läuft durch die Etagen nach unten und braucht am Ende einen Auffang. Säst du etwa alle 10 bis 14 Tage einen kleinen Satz nach, bleibt die Ernte fortlaufend.
Welche Asia-Salat-Sorten eignen sich für den vertikalen Anbau?
Gut passen Blattsenf, Mizuna und Tatsoi, wenn du sie als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur ziehst und die Blätter jung erntest. Blattsenf gilt als topfgeeignet und wird 10 bis 20 cm hoch. Pak Choi kannst du auch als Kopf stehen lassen, dann bekommt jede Pflanze ihre eigene Rinne oder ihren eigenen Topf.
Wie schnell wachsen Pak Choi und Tatsoi in vertikalen Systemen?
Beide keimen in 5 bis 14 Tagen. Als länger stehende Kopfkultur braucht Pak Choi 50 bis 65 Tage. Als Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur erntest du Pak Choi und Tatsoi früher, weil du die Blätter jung schneidest. Die Kulturdauer deiner Tatsoi-Sorte steht auf der Samentüte.
Worin unterscheiden sich hydroponische von traditionellen vertikalen Anbaumethoden?
In Taschen, Rinnen und Töpfen wurzeln die Pflanzen in Erde, auf dem Balkon genügt dafür gewöhnliche Blumenerde. Ein Hydroponik-System kommt ohne Erde aus, die Wurzeln ziehen Wasser und sämtliche Nährstoffe aus einer Nährlösung. Diese Lösung setzt du selbst an und wechselst sie so, wie es die Anleitung deines Systems vorgibt. Dazu kommt eine Pumpe, die Strom und regelmäßige Kontrolle braucht.
Wie oft können Asia-Salate nach der Cut-and-Come-Again-Methode geerntet werden?
Du schneidest die Blätter und lässt die Pflanze stehen, solange sie kräftig nachtreibt. Kommen nur noch dünne Blätter oder setzt die Pflanze Blüten an, räume ich die Tasche und säe neu.
Welche Rolle spielt die Drainage bei vertikalen Pflanzensystemen für Asia-Salate?
Eine große. Pak Choi braucht viel Wasser, stauende Nässe verträgt er aber nicht, und in einer Pflanzwand sammelt sich überschüssiges Wasser in der untersten Reihe. Jede Tasche und jede Rinne braucht deshalb einen Weg nach unten, und unter der letzten Reihe fängt eine Schale das Tropfwasser auf.
Wie plane ich die Fruchtfolge bei vertikalen Asia-Salat-Kulturen?
Pak Choi zählt zu den Kreuzblütlern, die nur alle vier Jahre auf derselben Fläche stehen sollen, um Kohlhernie vorzubeugen. Für Blattsenf gilt sogar eine Anbaupause von 6 Jahren. Bevor wieder Senf oder Pak Choi in eine Tasche kommt, ersetzt du deshalb die alte Erde durch frische.
Stimmt es, dass Asia-Salate im Winter nicht vertikal angebaut werden können?
Für Blattsenf und Pak Choi trifft das draußen zu, denn beide gelten nicht als winterhart. Blattsenf erntest du von April bis Oktober. Über den Winter füllst du die Taschen besser mit Winterportulak, der winterhart ist und auch im Topf wächst.
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