Salat vertikal anbauen: Asia-Salate in Taschen, Türmen und Hydroponik
- Asia-Salate gedeihen sonnig bis halbschattig, deshalb kommt auch eine Ost- oder Westwand infrage.
- In die Taschen kommt gewöhnliche Blumenerde, feines Saatgut säst du in weniger grobe Anzuchterde.
- Als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur brauchen Asia-Salate keine Düngung, im Hydroponik-Turm liefert dagegen die Nährlösung alle Nährstoffe.
- Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine stauende Nässe, deshalb braucht jede Tasche einen Abzug nach unten.
- Nach einem Satz Pak Choi oder Blattsenf kommt frische Erde in die Tasche, weil Kreuzblütler nur alle vier Jahre auf derselben Fläche stehen sollen.

Auf einem kleinen Balkon ist der Boden schnell zugestellt, die Wand daneben bleibt oft leer. Genau dort ziehe ich Asia-Salate: in Pflanztaschen, in Rinnen übereinander und in einem schmalen Turm. Wer Salat vertikal anbauen will, muss dabei zwei Dinge lösen. Das Wasser läuft in der Wand nach unten, und jede Tasche fasst nur wenig Erde.
Asia-Salate passen gut zu diesem Format, weil sie als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur keine Düngung brauchen. Sie gedeihen sonnig bis halbschattig, eine Ost- oder Westwand kommt deshalb infrage. Welche Ansprüche Salate allgemein stellen, fasst der Überblick zu Standort und Boden für Salate und Blattgemüse zusammen.
Welche Asia-Salate wachsen gut an Wand und Turm?
Bei den Asia-Salaten entscheidet die Kulturform, wie viel Platz eine Pflanze braucht. In der Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur erntest du junge Blätter, lange bevor die Pflanze ausgewachsen ist. So ziehe ich Blattsenf, Mizuna und Tatsoi in den schmalen Taschen. Blattsenf gilt als topfgeeignet und wird 10 bis 20 cm hoch.
Pak Choi kannst du ebenso jung schneiden oder als Kopf stehen lassen. Als Kopfkultur belegt er seinen Platz deutlich länger, deshalb setze ich ihn einzeln in eine Rinne oder einen Topf. Welche Asia-Salate Einsteigern am leichtesten gelingen, stellt der Ratgeber über pflegeleichte Asia-Salate für den Einstieg vor.
Pak Choi als länger stehende Kopfkultur braucht 50 bis 65 Tage. So lange ist seine Tasche belegt, während du bei der Schnittkultur früher neu säen kannst.
Und klassischer Salat?
Auch unter den europäischen Salaten gibt es einen Kandidaten für die Wand. Pflücksalat gilt als topfgeeignet, bildet keinen festen Kopf und lässt sich wiederholt beernten. Kopfsalat ist dagegen eine Kultur fürs Freilandbeet und braucht Raum für seinen ganzen Kopf. Für die Taschenwand ist Pflücksalat deshalb die naheliegende Wahl.
Welches System passt zu deinem Platz?
Die Systeme unterscheiden sich darin, wie viel Erde jede Pflanze bekommt und wohin das Wasser läuft.
| System | Passt für | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Pflanztaschen aus Filz oder Stoff | Schnittkultur von Blattsenf, Mizuna und Tatsoi | Abzug nach unten, Auffang unter der letzten Reihe, tragfähige Befestigung |
| Rinnen oder Kästen übereinander | Pak Choi als Kopf, Pflücksalat | Abfluss in jeder Rinne, Luft zwischen den Etagen |
| Freistehender Turm oder Säule | Balkone mit wenig Grundfläche | Turm drehen, oben trocknet die Erde schneller |
| Hydroponik- oder Aeroponik-Turm | Schnittkultur ohne Erde | Pumpe und Wasserstand, NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. nach Anleitung des Systems |
| Treppenregal mit Einzeltöpfen | Einstieg | Abzugsloch und Untersetzer für jeden Topf |
Wandtaschen und Rinnen
Pflanztaschen hängst du direkt an Wand oder Geländer, Rinnen montierst du in Reihen übereinander. Nasse Erde ist schwer. Vor dem ersten Befüllen prüfe ich deshalb, ob Haken, Dübel und Wand das Gewicht tragen. Überschüssiges Wasser sickert durch den Filz nach unten. Unter die letzte Reihe gehört eine Rinne oder Schale, damit Wand und Boden trocken bleiben.
Türme und Säulen
Ein Turm steht frei und trägt Pflanzöffnungen rundum. Das spart Grundfläche, dafür liegt immer eine Seite im Schatten. Ich drehe meinen Turm deshalb immer wieder ein Stück weiter. Gegossen wird von oben, das Wasser sickert durch alle Etagen nach unten.
Regale, Treppen und Selbstgebautes
Ein Treppenregal mit einzelnen Töpfen ist ein einfacher Einstieg, weil du jeden Topf einzeln gießen, drehen und tauschen kannst. Aus Paletten, alten Regenrinnen oder PET-Flaschen lassen sich eigene Systeme bauen. Für Essbares nimmst du lebensmittelechte Materialien, und jedes Gefäß bekommt Abzugslöcher.
Hydroponik und Aeroponik
Bei der Hydroponik wachsen die Wurzeln ohne Erde, Wasser und Nährstoffe kommen über eine Nährlösung. In aeroponischen Türmen hängen die Wurzeln frei und werden mit dieser Lösung besprüht. Beide Systeme laufen mit Pumpe und Strom. Fällt die Pumpe aus, fehlt den Wurzeln das Wasser, deshalb gehört ein Blick auf Pumpe und Wasserstand zu meiner Routine.
„Asia-Salate brauchen keinen Dünger, also auch im Hydroponik-Turm nicht.“ Das gilt nur mit Erde. Als kurze Schnittkultur kommen Asia-Salate ohne Düngung aus, weil ein mit Kompost vorbereiteter Boden genügt. Im Hydroponik-System fehlt dieser Boden, deshalb stammen alle Nährstoffe aus der Nährlösung. Mischung und Wechsel der Lösung richtest du nach der Anleitung deines Systems.
Trägt die Befestigung das Gewicht nasser Erde? Hat jede Tasche und jede Rinne einen Abzug nach unten? Steht unter der letzten Reihe ein Auffang? Ist für jede Etage festgelegt, ob dort Schnittkultur oder ein Kopf wächst?
Welche Erde kommt in Taschen und Türme?
Für Salate in Balkongefäßen reicht gewöhnliche Blumenerde. Feines Saatgut säst du besser in eine weniger grobe AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an.. Blattsenf und Pak Choi mögen keine zu saure Erde. In der Wand soll die Erde Wasser halten und Überschuss trotzdem nach unten abgeben.
Asia-Salate sind Schwach- bis MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und brauchen als kurze Schnittkultur keine Düngung. Bei Pak Choi als Kopf nach einer Vorkultur entfällt die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen.. Ich dünge ihn dann 2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen oder Pflanzen maßvoll nach, wie es die Bayerische Gartenakademie empfiehlt. Wie du Asia-Salate im Wachstum gießt, düngst und vor Schädlingen schützt, erklärt der Pflege-Ratgeber, die Grundlagen zum Düngen der Überblick über Salate und Blattgemüse.
Wie gießt du eine Pflanzwand?
In einer Wand aus Taschen läuft das Wasser von oben nach unten. Die oberste Reihe trocknet deshalb zuerst aus, in der untersten kann sich Nässe sammeln. Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine stauende Nässe. Blattsenf braucht im Sommer eine ausreichende Wasserversorgung.
So gehe ich vor: Ich gieße langsam von oben, bis unten die ersten Tropfen austreten. Danach fühle ich mit dem Finger in der obersten und in der untersten Tasche nach. Ist oben die Erde schon trocken, während unten alles nass bleibt, gieße ich die oberen Taschen gezielt nach. Grundsätzlich gießt du Salate gleichmäßig und am Morgen. Mehr dazu findest du im Pflege-Ratgeber für Asia-Salate und im Überblick über Salate und Blattgemüse unter Gießen und Pflegen.
Die Wand nur von oben beurteilen. Die oberste Reihe wirkt trocken, während die unterste schon nass steht, und ein weiterer Guss von oben verschärft die Nässe unten. Fühl deshalb oben und unten nach, bevor du gießt.
Tropfschlauch, Wasserspeicher und Timer
Bei einer großen Wand erleichtert ein Tropfschlauch die Arbeit. Eine Leitung führt zu jeder Etage, kleine Tropfer geben das Wasser an die Taschen ab. Ein Filter vor den Tropfern hält die feinen Öffnungen frei. Laufzeit und Menge stellst du nach der Fingerprobe ein und passt sie an, wenn sich das Wetter ändert. Ein Timer übernimmt das Einschalten, die Kontrolle mit dem Finger ersetzt er nicht. Gefäße mit Wasserspeicher im Boden überbrücken Pausen beim Gießen, auch dort prüfst du, dass die Erde nicht dauerhaft nass steht.
Wie viel Abstand brauchen die Pflanzen in der Höhe?
Im Beet gelten Abstände als Paar aus Abstand in der Reihe und Reihenabstand. Die Werte zeigen, wie viel Raum eine Pflanze zur Seite beansprucht, wenn sie voll heranwächst.
| Art | In der Reihe | Reihenabstand | Wuchshöhe | Nutzung |
|---|---|---|---|---|
| Blattsenf | 25 cm | 20 cm | 10 bis 20 cm | Einzelpflanze, Blätter |
| Pflücksalat | 25 cm | 30 cm | 10 bis 20 cm | Blätter wiederholt pflücken |
| Kopfsalat | 25 bis 30 cm | 25 bis 30 cm | 20 bis 30 cm | ganzer Kopf |
An der Wand gibt das System das Raster der Taschen vor. Liegen die Taschen enger als diese Beetwerte, ziehst du dort Schnittkultur und erntest jung. Einen Kopf lässt du nur stehen, wo die Pflanze ihren vollen Abstand bekommt. Für den Abstand zwischen den Etagen plane ich so viel Luft ein, dass die Blätter der oberen Reihe die untere nicht zudecken. Bei Pflück- und Kopfsalat können ausreichend weite Abstände vorbeugend gegen Falschen Salatmehltau helfen, dicht gestopfte Taschen sind deshalb ungünstig.
Wie säst du in Taschen und Türme?
Blattsenf säst du direkt an Ort und Stelle, also gleich in die Tasche. Er keimt ab 10 °C. Gesät wird er von März bis September.
| Art | Saattiefe | Keimdauer |
|---|---|---|
| Blattsenf | 1 bis 2 cm | 7 bis 14 Tage |
| Tatsoi | etwa 1 bis 2 cm | 5 bis 14 Tage |
| Pak Choi, Sorte Joi Choi F1 | etwa 0,5 bis 1 cm | 5 bis 14 Tage |
Für eine Herbsternte säst du Pak Choi spätestens ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Kleine Sätze, die du im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen nachsäst, sorgen für eine fortlaufende Salaternte. Die Saattermine aller Salate zum Ausdrucken findest du im Aussaatkalender.
Ich säe an der Wand Reihe für Reihe und stecke in jede Reihe ein Schild mit Art und Saatdatum. So sehe ich beim Gießen, welche Reihe gerade keimt und welche schon geschnitten wird.
Wie erntest du in der Höhe?
In der Schnittkultur schneide ich die Blätter mit einer Schere und lasse die Pflanze stehen, solange sie kräftig nachtreibt. Pak Choi als Kopf nehme ich ganz heraus, dann ist die Tasche frei für den nächsten Satz. Er lässt sich nach der Ernte nur kurz lagern, deshalb schneide ich ihn erst kurz vor dem Kochen. Wie lange andere Blattgemüse im Kühlschrank halten, steht im Überblick über Salate und Blattgemüse.
Was gilt für Fruchtfolge, Nachbarn und Schädlinge?
Pak Choi soll mit anderen KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. wie Kohl, Rettich oder Radieschen wechseln. Kreuzblütler sollen nur alle vier Jahre auf derselben Fläche stehen, um KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. vorzubeugen. Für Blattsenf gilt sogar eine Anbaupause von 6 Jahren. In Taschen und Töpfen tausche ich deshalb nach einem Satz Pak Choi oder Blattsenf die Erde aus, bevor wieder ein Kreuzblütler einzieht. Gehört zur Wand noch ein Beet, behältst du die Wechsel im Beetplaner im Blick.
Gemischte Pflanzungen können unterstützen, garantieren aber nichts. Welche Partner in Gefäßen zu Asia-Salaten passen, zeigt der Mischkultur-Ratgeber. Einzelne Paare prüfst du im Mischkultur-Planer.
Bei Pak Choi und anderen Asia-Salaten aus der Kohlverwandtschaft spanne ich ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit 0,8 mm Maschenweite über Turm oder Taschenwand und schließe es rundum dicht. Das kann ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., Kohlfliegen und Kohlweißlinge fernhalten. Wie du Befall erkennst und eingreifst, beschreibt der Pflege-Ratgeber, die Grundlagen stehen im Überblick über Salate und Blattgemüse unter Krankheiten und Schädlinge.
Lohnt sich die Pflanzwand auch im Winter?
Blattsenf und Pak Choi gelten nicht als winterhart. Blattsenf erntest du von April bis Oktober, danach endet seine Saison draußen. Für die kalten Monate passt Winterportulak besser in die Taschen. Er ist winterhart, wächst auch im Topf und wird ab September gesät. Wie du Asia-Salate durch alle Jahreszeiten anbaust, vertieft der Ratgeber zum ganzjährigen Anbau.




