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Vogelmiere vermehren: Samen gewinnen, säen und keimen lassen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Vogelmiere ist einjährig und vermehrt sich über Samen, deshalb lässt du Pflanzen aussamen oder säst gezielt nach.
  • Reife Samen sind rötlich-braun und liegen in hellbraunen Kapseln.
  • Samen bei trockenem Wetter ernten, von Hüllresten trennen und auf Papier nachtrocknen.
  • Gesät wird von März bis Mai, breitwürfig und nicht zu dicht in feine, durchlässige Aussaaterde.
  • Vogelmiere gilt als Lichtkeimer: Samen nur andrücken, nicht mit Erde bedecken.
  • Die Keimung dauert 7 bis 14 Tage.
Vogelmiere mit weißen, tief gespaltenen Sternblüten über eiförmigen Blättern und behaarten Stängeln
Foto: Robert Flogaus-Faust · CC BY 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Vogelmiere vermehrt sich über Samen und breitet sich damit im Garten rasch aus. Gezielt vermehren heißt deshalb vor allem, diese Samen zu lenken. Du erntest sie reif, trocknest sie gut und säst sie dort, wo du frisches Grün haben willst. Ich ziehe meine Vogelmiere aus selbst gesammelten Samen in Schalen und lasse am Beetrand einzelne Pflanzen aussamen. Beides setzt voraus, dass du die Mutterpflanzen sicher als Vogelmiere erkannt hast.

Vogelmiere vermehren: Samen säen oder aussamen lassen

Vogelmiere vermehrst du über Samen. Dafür hast du zwei Wege: Entweder sammelst du reife Samen und säst sie gezielt aus, oder du lässt Pflanzen an Ort und Stelle aussamen. Weil Vogelmiere einjährig ist und sich über Samen vermehrt, hängt jeder neue Bestand an reifen Samen. Wer dauerhaft ernten will, lässt deshalb Pflanzen aussamen oder sät regelmäßig nach.

Die Werte für Samengewinnung, Aussaat und Keimung auf einen Blick:

Merkmal Wert
Vermehrung über Samen
Lebensform einjährig
Blütezeit Mai bis Oktober
Reife Samen rötlich-braun, in hellbraunen Kapseln
Tausendkorngewicht, Wild- und Genbankmaterial 0,2 bis 0,6 g
Aussaatzeit März bis Mai
Folgesaat in Schalen oder Töpfen alle 1 bis 2 Wochen
Saattiefe nur andrücken, nicht bedecken (gilt als Lichtkeimer)
Keimtemperatur min. 9 °C, max. 23 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Kulturdauer 21 bis 42 Tage

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet sind sonnige bis halbschattige Plätze mit gut durchlässigem, auch feuchtem Boden. Die Pflanze wächst auf offenen Bodenstellen und kann sich in kultivierten Bereichen rasch durch Samen ausbreiten.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger, auch feuchter Boden.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Kübel oder im Topf möglich.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Vermehrung durch Samen; im Boden vorhandene Samen keimen leicht, wenn sie an die Oberfläche gelangen.

Pflege

Pflege

Die rasche Ausbreitung über Samen bei der Standortwahl berücksichtigen; regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nötig.

Düngung

Bei der kultivierten Vogelmiere ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für naturnahe Gartenbereiche; sie liefert essbare Blätter und unterstützt die Tierwelt im Garten.

Aussaatkalender Vogelmiere
GartenkalenderVorkultur: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember; Aussaat: März, April, Mai; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Ernte: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JanuarVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliVorkultur: AugustVorkultur: SeptemberVorkultur: OktoberVorkultur: NovemberVorkultur: DezemberAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberVorkulturAussaatBlüteErnte

Vogelmiere sicher erkennen, bevor du Samen sammelst

Samen sammelst du nur an Pflanzen, die du sicher als Vogelmiere bestimmt hast. Achte dafür auf den Stängel, der rund ist und eine typische einreihige Behaarung trägt.

Achtung

Vor der Blüte kann Vogelmiere mit dem giftigen Ackergauchheil verwechselt werden. Sein Stängel ist vierkantig statt rund, und die einreihige Haarlinie fehlt. Bist du unsicher, lässt du die Pflanze stehen.

Sammelst du Samen draußen, nimmst du nur geringe Mengen für den eigenen Bedarf. Das gilt an Stellen ohne Betretungsverbot und nur dort, wo Artenschutz und andere Schutzvorschriften nicht entgegenstehen. Ich sammle meist im eigenen Garten, weil ich die Pflanzen dort schon vor der Blüte beobachte.

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Reife Samen erkennen und ernten

Vogelmiere blüht von Mai bis Oktober. Reife Samen sind rötlich-braun und liegen in hellbraunen Samenkapseln. Grüne Kapseln lässt du an der Pflanze, bis sie sich hellbraun verfärbt haben.

Ernte die Samen bei trockenem Wetter. Ich halte eine flache Schale unter die Triebe und streife die hellbraunen Kapseln mit den Fingern hinein. Brauche ich mehr Saatgut, schneide ich ganze Triebe mit reifen Kapseln ab und lege sie in eine Papiertüte. Am Beetrand lasse ich einzelne Pflanzen mit reifen Kapseln stehen, damit sie dort aussamen können.

Samen reinigen, trocknen und lagern

Nach der Ernte trennst du die Samen von den trockenen Hüllresten. Ich reibe die Kapseln dafür über einer Schale zwischen den Fingern und puste die leichten Reste vorsichtig weg. Danach breite ich die Samen auf Papier aus und lasse sie nachtrocknen, bevor ich sie verpacke. Jede Samentüte beschrifte ich mit Fundort und Erntedatum.

Die Vogelmiere blüht bis in den Oktober. Die Aussaatzeit reicht dagegen von März bis Mai. Wer zur Aussaatzeit säen will, bewahrt Samen aus Sommer und Herbst also über den Winter auf. Deshalb trocknest du sie gründlich nach und lagerst sie kühl und trocken.

Kurz erklärt

Vogelmieresamen gelten als orthodox. So nennt man Samen, die das Trocknen vertragen und sich danach kühl und trocken lagern lassen.

Älteres Saatgut prüfst du vor der Aussaat mit einer Keimprobe.

Tipp

Zähle für die Keimprobe eine feste Anzahl Samen ab und lege sie auf feuchtes Küchenpapier. Nach der Keimdauer von 7 bis 14 Tagen zählst du, wie viele gekeimt sind. An diesem Ergebnis siehst du, ob sich das Saatgut noch für eine Aussaat lohnt.

Vogelmiere aussäen: Zeitpunkt, Erde und Saattiefe

Gesät wird von März bis Mai. Für fortlaufendes Frischgrün säst du Schalen oder Töpfe alle 1 bis 2 Wochen neu an. Entscheidend ist dabei, dass die Keimtemperatur am Platz der Schale passt. Planst du die Vogelmiere zusammen mit anderen Blattgemüsen, hilft dir der druckbare Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.

Für Schalen und Töpfe nimmst du feine, durchlässige Blumen- oder Aussaaterde. Jedes Gefäß braucht einen Wasserablauf, damit keine Staunässe entsteht. Im Beet säst du auf eine offene Bodenstelle, auf der sich die Vogelmiere ausbreiten darf.

Säe die Samen breitwürfig und nicht zu dicht aus. Die Samen sind winzig: Das Tausendkorngewicht von Wild- und Genbankmaterial liegt bei 0,2 bis 0,6 g. Beim breitwürfigen Streuen landen deshalb schnell zu viele Samen auf einer Stelle. Ich mische die Samen vor dem Säen mit feinem, trockenem Sand und sehe so, wo ich schon gestreut habe.

Vogelmiere gilt als Lichtkeimer. Ich streue die samen.liveshalb auf die angefeuchtete Erde und drücke sie mit einem Brettchen leicht an, Erde kommt nicht darüber.

Mini-Checkliste

Bevor du säst

  • Samen trocken gelagert, älteres Saatgut mit einer Keimprobe geprüft
  • Schale oder Topf mit Wasserablauf
  • feine, durchlässige Blumen- oder Aussaaterde
  • Samen mit Sand gemischt, breitwürfig und nicht zu dicht gestreut
  • nur leicht angedrückt, nicht mit Erde bedeckt

Keimung: Temperatur, Feuchte und Geduld

Vogelmiere keimt ab 9 °C. Die Obergrenze für die Keimung liegt bei 23 °C. Im Sommer stelle ich die Saatschalen in den Halbschatten und prüfe mit einem Thermometer, wie warm es dort wird.

Die Keimung dauert 7 bis 14 Tage. In dieser Zeit hältst du die Aussaat mäßig feucht. Gieß mit feinem Strahl, damit die flach liegenden Samen nicht weggeschwemmt werden. Für Aussaaten eignet sich eine flächige Benetzung, zum Beispiel mit einer Brause. Mulch bringst du auf die frische Saat noch nicht auf.

Häufiger Fehler

Die Samen liegen unter Erde. Im Boden liegende Vogelmieresamen keimen leicht, sobald sie an die Oberfläche gelangen, und die Art gilt als Lichtkeimer. Drück die samen.liveshalb nur an, statt sie zu bedecken.

Keimt nach Ablauf der Keimdauer nichts, prüfst du Temperatur, Feuchte und Saattiefe, bevor du neu säst.

Vom Keimling zur kräftigen Jungpflanze

Stehen die Keimlinge zu dicht, zupfe ich einzelne heraus, damit die übrigen Platz haben. Halte die Erde weiter gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Zusätzliche Düngung braucht kultivierte Vogelmiere im Garten nicht. Die Kulturdauer liegt bei 21 bis 42 Tagen, danach kannst du die ersten Triebspitzen schneiden.

Marias Erfahrung

Ich zupfe überzählige Keimlinge mit einer Pinzette. In die Salatschüssel kommen nur die, die ich sicher als Vogelmiere erkenne, alles andere sortiere ich aus.

Selbstaussaat lenken

Vogelmiere vermehrt sich auch ohne dein Zutun. Im Boden liegende Samen keimen leicht, sobald sie an die Oberfläche gelangen. Jede Bodenbearbeitung, die Samen nach oben bringt, kann also neue Keimlinge hervorbringen.

Die rasche Ausbreitung über Samen planst du bei der Standortwahl ein. Ich überlasse der Vogelmiere einen festen Streifen am Beetrand und lasse sie anderswo nicht aussamen. Einen regelmäßigen Rückschnitt braucht die Vogelmiere nicht. Welche Ecke du ihr gibst, legst du im Beetplaner für dein ganzes Beet fest. Selbst ausgesäte Keimlinge prüfst du vor der Ernte genau, denn vor der Blüte ist die Verwechslung mit Ackergauchheil möglich.

Standort, Pflege und Ernte in Kürze

Vogelmiere wächst in Sonne oder Halbschatten auf feuchtem, gut durchlässigem Boden. Alles zu Pflege und Jahreslauf findest du im Ratgeber darüber, wie du Vogelmiere im Garten, im Topf und drinnen anbaust. Die artübergreifenden Grundlagen fasst der Überblick zu Standort und Boden bei Salaten und Blattgemüse zusammen.

Stängel, Blätter und Blüten kannst du fast das ganze Jahr ernten, besonders zart sind junge Triebspitzen. Was du nicht sicher als Vogelmiere erkennst, sortierst du aus, weil mitgeerntetes Kreuzkraut Pyrrolizidinalkaloide eintragen kann. Wie du schonend erntest und die Ernte frisch hältst oder haltbar machst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Vogelmiere erntest und lagerst.

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Häufige Fragen

Wie säe ich Vogelmiere aus, und was braucht die Keimung?
Säe Vogelmiere von März bis Mai breitwürfig und nicht zu dicht in feine, durchlässige Blumen- oder Aussaaterde. Weil Vogelmiere als Lichtkeimer gilt, drückst du die Samen nur an und bedeckst sie nicht mit Erde. Halte die Saat mäßig feucht und gieß mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Die Keimung dauert 7 bis 14 Tage.
Ab welcher Temperatur keimt Vogelmiere?
Vogelmiere keimt ab 9 °C. Die Obergrenze der Keimtemperatur liegt bei 23 °C. Innerhalb dieses Bereichs dauert die Keimung 7 bis 14 Tage.
Wie schnell wächst Vogelmiere nach der Aussaat?
Die Samen keimen innerhalb von 7 bis 14 Tagen. Die Kulturdauer bis zur Ernte liegt bei 21 bis 42 Tagen. Danach kannst du die jungen Triebspitzen schneiden, die besonders zart sind.
Wie plane ich eine gestaffelte Aussaat für eine fortlaufende Ernte?
Säe Schalen oder Töpfe alle 1 bis 2 Wochen neu an. Weil eine Kultur 21 bis 42 Tage dauert, stehen so mehrere Schalen in verschiedenen Stadien nebeneinander. Beschrifte jedes Gefäß mit dem Saattag, damit du die Reihenfolge im Blick behältst.
Welche Schalen und Töpfe eignen sich für Vogelmiere?
Zum Aussäen nimmst du Schalen oder Töpfe, für die weitere Kultur eignen sich auch Kübel. Jedes Gefäß braucht einen Wasserablauf, damit keine Staunässe entsteht. Füll es mit feiner, durchlässiger Blumen- oder Aussaaterde.
Vermehrt sich Vogelmiere im Garten von selbst?
Ja, sie vermehrt sich über Samen und breitet sich dadurch rasch aus. Im Boden liegende Samen keimen leicht, sobald sie an die Oberfläche gelangen. Plane deshalb bei der Standortwahl ein, wo sie sich ausbreiten darf, und lass sie anderswo nicht aussamen.
Woran unterscheide ich Vogelmiere von ähnlichen Pflanzen?
Vogelmiere hat einen runden Stängel mit einer typischen einreihigen Behaarung. Vor der Blüte ist eine Verwechslung mit dem giftigen Ackergauchheil möglich, dessen Stängel vierkantig ist und keine solche Haarlinie trägt. Ernte Blätter und sammle Samen nur von Pflanzen, die du sicher erkannt hast.
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