Kohlrüben richtig bewässern: So gießt du Steckrüben durch die lange Kulturzeit
- Kohlrüben mögen gleichmäßig feuchten Boden, der überschüssiges Wasser gut abführt.
- Bei einer Kulturdauer von 140 Tagen gießt du nach Boden und Jahreszeit, nicht nach festem Plan.
- Ist der Unterboden vor der Saat sehr trocken, wässerst du 1 bis 2 Tage vorher vor.
- Während der Keimung bleibt das Saatbett feucht, ohne zu vernässen.
- Gegossen wird, wenn die Erde unter der abgetrockneten Oberfläche trocken ist, und dann durchdringend.
- Hohe Bodentemperatur zusammen mit hoher Bodenfeuchte begünstigt Kohlhernie, deshalb meidest du staunasse und verdichtete Stellen.

Steckrüben säe ich im Frühjahr und ernte sie erst im Herbst. Dazwischen liegt eine lange KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl., in der ich nicht nach Kalender gieße, sondern nach dem Boden. Bevor ich zur Gießkanne greife, fühle ich mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist. So bekommt die Rübe Wasser, wenn der Boden trocken wird, und das Beet steht nicht dauernd nass.
Kohlrübe und Steckrübe sind zwei Namen für dieselbe Pflanze. Botanisch ist sie zweijährig, geerntet wird die Rübe aber im Jahr der Aussaat.
Was Kohlrüben beim Wasser grundsätzlich brauchen
Kohlrüben mögen einen gleichmäßig feuchten Boden, der überschüssiges Wasser gut abführt. Welche Bodenart besser passt, darüber gehen die Empfehlungen auseinander: Genannt werden schwerer, feuchter Boden ebenso wie leichter, nährstoffreicher. Gute DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. gehört in jedem Fall dazu.
Beim Gießen selbst gilt die Grundregel für Wurzelgemüse: gleichmäßig und so durchdringend, dass das Wasser in die Wurzelzone kommt. Die Details findest du in der Wurzelgemüse-Übersicht im Abschnitt darüber, wie du Wurzelgemüse gleichmäßig und durchdringend gießt.
Die lange Kulturzeit im Überblick
Kohlrüben haben eine Kulturdauer von 140 Tagen. Gesät wird zwischen April und Juni, geerntet von September bis Dezember. Die Rübe steht also den ganzen Sommer im Beet, und ich passe das Gießen von der Saat bis zur Ernte mehrmals an.
| Abschnitt | Zeitraum | So gieße ich |
|---|---|---|
| Vor der Saat | 1 bis 2 Tage vor dem Säen | nur bei sehr trockenem Unterboden vorwässern, mit 15 bis 20 l je m² |
| Saat und Keimung | Aussaat April bis Juni, Keimdauer 7 bis 14 Tage | SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. feucht halten, ohne es zu vernässen |
| Wachstum im Sommer | zwischen Keimung und Ernte, bei 140 Tagen Kulturdauer | durchdringend gießen, sobald die Erde unter der Oberfläche trocken ist; allgemeine Orientierung für Gemüse: etwa 10 bis 20 l je m², um die Wurzelzone in ungefähr 10 bis 20 cm Tiefe zu erreichen |
| Herbst bis zur Ernte | Ernte September bis Dezember | weiter nach Fingerprobe gießen, Staunässe vermeiden |
Deine Saattermine planst du mit einem Aussaatkalender für Wurzelgemüse, den du ausdrucken kannst. Pass sie an die Witterung an, denn klimatisch ungünstige Lagen lassen sich später bestellen als Weinbaulagen.
Herbstrüben klingen ähnlich, sind aber eine andere Art mit kurzer Kultur im Spätsommer und Herbst. Wie du sie gießt, steht im Beitrag darüber, wie du Herbstrüben in ihrer kurzen Kultur richtig bewässerst.
Vor der Saat und während der Keimung
Ist der Unterboden vor der Saat sehr trocken, wässere ich das Beet vor. Dafür gebe ich 15 bis 20 Liter je Quadratmeter. Das mache ich 1 bis 2 Tage vor dem Säen. Danach ebne ich die Fläche mit dem Rechen ein, säe dünn in eine flache Rille und drücke die Saat leicht an.
Die Samen liegen nur 0,5 bis 2 cm tief. Solange sie quellen und keimen, braucht das Saatbett genug Feuchte, darf aber nicht vernässen. Bei Kohlrüben dauert die Keimung 7 bis 14 Tage, so lange darf die SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. also weder austrocknen noch unter Wasser stehen. Ich gieße in dieser Zeit mit feiner Brause, damit die flach liegende Saat nicht freigespült wird.
Im Sommer: durchdringend gießen, wenn der Boden es zeigt
Nach dem Auflaufen beginnt der lange Teil der Kultur. Bevor ich gieße, greife ich mit dem Finger unter die abgetrocknete Oberfläche. Ist die Erde dort trocken, gieße ich durchdringend. Als allgemeine Orientierung für Gemüse gelten etwa 10 bis 20 Liter je Quadratmeter. Mit dieser Menge soll das Wasser die Wurzelzone in ungefähr 10 bis 20 cm Tiefe erreichen. Gieße ich langsam, verteile ich die Gabe auf mindestens 2 Stunden, damit das Wasser einsickern kann.
Wie der Boden das Wasser hält
Sandreicher Boden lässt Wasser gut durchsickern, speichert aber nur wenig davon. Tonreicher Boden leitet Wasser dagegen schlecht ab, und die Wurzeln dringen schwerer ein. Auf leichten Böden verbessert reifer Kompost die Speicherung von Wasser und Nährstoffen, auf schweren lockert er den Boden.
Für Kohlrüben arbeite ich vor der Aussaat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist ein, um den Boden zu verbessern. Wer dafür Kompost nimmt, verbessert auf sandigem Boden zugleich die Wasserspeicherung. Wie viel du darüber hinaus düngst, hängt von Art und Boden ab; das behandelt der Abschnitt zum Düngen in derselben Wurzelgemüse-Übersicht.
Im Herbst bis zur Ernte
Im Herbst rückt die Ernte näher. Bis dahin gieße ich weiter nach Fingerprobe und nicht nach Gewohnheit. Nach einem Regenschauer prüfe ich erst, ob das Wasser überhaupt unter die Oberfläche gekommen ist. Stehendes Wasser im Beet lasse ich auch jetzt nicht zu. Wann die Rüben reif sind und wie du sie lagerst, erklärt der Beitrag darüber, wann und wie du Kohlrüben erntest und für den Winter einlagerst.
Vor der Ernte drossle ich das Wasser nicht nach einem festen Plan. Ich gieße bis zum Schluss nach Fingerprobe und achte darauf, dass das Beet weder austrocknet noch vernässt.
Größe und Geschmack: warum ich gleichmäßig gieße
Beim Knollensellerie kann Wassermangel zu kleinen, zähen Knollen führen. Rote Bete ist empfindlich gegen Wassermangel; fehlt Wasser, kann ihr Rübenwachstum praktisch zum Stillstand kommen. Starke Schwankungen der Wasserversorgung können bei Radieschen pelzige oder geplatzte Knollen verursachen, bei Möhren begünstigen starke Feuchtewechsel das Platzen.
Ich gieße sie trotzdem nach demselben Prinzip: gleichmäßig feucht, ohne Wechsel zwischen staubtrocken und nass. Absichtlichen TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden., etwa um den Geschmack zu verändern, setze ich nicht ein.
Wie groß die Rüben werden, bestimmst du auch über dein Kulturziel: Du kannst sie früh als kleine Rübe ernten oder später in voller Größe. Für eine längere Lagerung wählst du eine dafür geeignete Sorte.
Staunässe und Kohlhernie: warum Dauernässe riskant ist
Die Kohlrübe gehört wie Kohl, Radieschen und Rettich zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen.. Kommen hohe Bodentemperatur und hohe Bodenfeuchte zusammen, begünstigt das bei anfälligen Kreuzblütlern die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen.. Verdichtete und staunasse Stellen meidest du für Kohlrüben deshalb. Für das Gießen heißt das: Wer warmen Boden ständig nass hält, schafft genau diese Kombination. Ob eine Schicht verdichtet ist, prüfe ich mit einer spitzen Metallstange im feuchten Boden.
Der Erreger überdauert mit DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren., die im Boden mehrere Jahre lebensfähig bleiben können. Wie lange Kreuzblütler deshalb auf einer Fläche pausieren sollten, steht im Beitrag darüber, welche Vor- und Nachkulturen zu Kohlrüben passen.
Bei Kohlherniebefall entfernst du kranke Pflanzen samt Wurzeln und gibst sie nicht auf den Kompost.
Kohlrüben im Gefäß gießen
Im Gefäß ziehst du Kohlrüben für eine frühe Ernte kleiner Rüben, ausgewachsene Rüben gehören ins Freilandbeet. Die begrenzte Erdmenge im Topf trocknet schneller aus als gewachsener Gartenboden, deshalb gehört das Gießen hier zur Routine. Je größer das Gefäß, desto mehr Wasser hält die Erde, und die Pausen zwischen den Wassergaben können länger werden. Freie Abzugslöcher lassen überschüssiges Wasser ablaufen, sodass keine Staunässe entsteht.
Torffreie Topferde trocknet oben schneller ab als darunter. Prüf die Feuchte deshalb mit dem Finger auch unterhalb der Oberfläche, bevor du gießt.
Gießtechnik und Wasser sparen
Ob Gießkanne, Schlauch oder Tropfsystem: Wichtig ist, dass das Wasser langsam einsickert und die Wurzelzone erreicht. Eine Decke aus Grasschnitt oder Stroh kann zusätzlich die Verdunstung vermindern und die Oberfläche für Regenwasser aufnahmefähig halten. Welche Technik zu deinem Beet passt, liest du im Beitrag darüber, welche Bewässerungstechnik und welches System sich für Rüben eignen.
Wo die Kohlrüben im Garten stehen sollen, kannst du vorab im Beetplaner einzeichnen. Welche Pflanzen gleichzeitig gut neben Kohlrüben wachsen und welche Nachbarn du besser meidest, zeigt der Beitrag über passende und unpassende Beetnachbarn für Kohlrüben.



