Meerrettich anbauen: So steigerst du den Ertrag mit gesunden Fechsern und Stangenpflege
- Nur gesunde Fechser pflanzen: verfärbte, angeschwollene oder aufgeplatzte Stücke nicht weitervermehren.
- Für glatte Stangen im Juni oder Juli die Fechser freilegen, Seitenwurzeln abreiben und auf einen Kopf reduzieren.
- Direkt nach dem Austrieb auf Erdflöhe kontrollieren und kreuzblütige Unkräuter entfernen.
- Im Frühjahr Kompost geben und übermäßige Düngung meiden, denn Meerrettich reagiert empfindlich auf hohe Salzgehalte.
- Vorher entscheiden: Teilernte im mehrjährigen Bestand oder Vollernte mit Neupflanzung im Frühjahr.
- Wurzelreste gründlich ausgraben, weil sie in der Folgekultur erneut austreiben können.

Meerrettich wächst auch dann weiter, wenn du dich kaum um ihn kümmerst. Glatte Stangen entstehen so allerdings nicht von allein. Außerdem kann jedes Wurzelstück, das nach der Ernte im Boden bleibt, in der nächsten Kultur wieder austreiben. Ich plane meinen Meerrettich deshalb vom Pflanzgut bis zur Ernte durch: Ich lese die Fechser aus, pflege die Stangen im Sommer und gebe im Frühjahr Kompost. Vor der Ernte entscheide ich, ob ich eine Reihe ganz ausgrabe oder nur Seitenwurzeln steche.
Meerrettich anbauen: die Eckdaten
Meerrettich vermehrst du über Fechser, also über Wurzelstücke, denn kultivierte Pflanzen bilden selten Samen. Für Pflanzung und Beetplanung brauchst du diese Werte:
| Eckdatum | Wert |
|---|---|
| Pflanzzeit | März bis April |
| Pflanztiefe | 5 cm |
| Abstand in der Reihe | 60 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 70 bis 80 cm |
| Erziehung in der Stangenkultur | ein Kopf je Pflanze, Austriebe im Juni oder Juli reduzieren |
| Erntezeit | Oktober bis Januar |
| AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. auf derselben Fläche | 4 Jahre |
Was von der Pflanzung im Frühjahr bis zur Überwinterung im Beet ansteht, liest du im Beitrag darüber, was beim Meerrettich im Jahreslauf zu tun ist. Hier geht es um die Handgriffe, mit denen du den Ertrag gezielt steigern kannst.
Gesund starten: Fechser auslesen, Austrieb kontrollieren
Der Ertrag beginnt beim Pflanzgut. Fechser, die verfärbt, angeschwollen oder aufgeplatzt sind, vermehrst du nicht weiter. Damit beugst du Weißem Rost vor. Bei wiederholter vegetativer Vermehrung können sich außerdem latent vorhandene Schadorganismen im Pflanzgut anreichern. Wer seine Fechser Jahr für Jahr aus dem eigenen Beet nimmt, vermehrt genau so, deshalb gehört die strenge Auslese zu jedem Nachbau. Ich sortiere die Fechser auf einer hellen Unterlage, damit ich Verfärbungen und Risse gut erkenne.
Für die Stangenkultur reibst du die Fechser vor dem Pflanzen ab. Knospen und Wurzeln an den oberen und unteren 3 cm bleiben dabei erhalten. Ausgewählte Fechser für die nächste Pflanzung kannst du über Winter in Sand einschlagen.
Sobald der Meerrettich austreibt, kontrollierst du die jungen Blätter auf ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., weil Blattverluste in dieser Phase besonders schaden. Kreuzblütige Unkräuter im Bestand entfernst du, denn sie können Alternaria übertragen. Den ganzen Ablauf nach Bio-Grundsätzen beschreibt der Beitrag, wie du Meerrettich biologisch anbaust.
Stangenpflege im Sommer: freilegen, abreiben, auf einen Kopf setzen
Für glatte Stangen greifst du im Juni oder Juli ein. Du legst die Fechser frei, reibst die Seitenwurzeln ab und reduzierst die Austriebe auf einen Kopf. Danach legst du die Erde wieder auf. Vor dem Pflanzen und im Sommer arbeitest du damit am selben Ziel: Knospen und Wurzeln sitzen an den Enden, dazwischen soll die Stange glatt bleiben.
Stangenpflege im Juni oder Juli
- Erde rund um den Fechser vorsichtig abräumen
- Seitenwurzeln an der Stange abreiben
- Austriebe bis auf einen Kopf entfernen
- Erde wieder auflegen
Ich lege dabei jede Pflanze einzeln frei und arbeite mit den Händen dicht an der Stange. Danach decke ich sie gleich wieder mit Erde zu, bevor ich zur nächsten gehe.
Boden, Wasser, Kompost und Fruchtfolge in Kürze
Meerrettich wünscht sich einen leichten, nährstoffreichen, tiefgründigen und gut durchlässigen Boden, der feucht bleibt, in Sonne bis HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone.. Schwere, lehmige Böden erschweren Pflege und Ernte der Wurzeln, also auch das Freilegen im Sommer. Wie du Wurzelgemüse den passenden Platz gibst, steht im Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Ratgeber für Wurzel- und Knollengemüse.
Während der Wachstumszeit gießt du reichlich, damit der Boden gleichmäßig feucht bleibt. Wie du durchdringend gießt, erklärt derselbe Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Auf einem guten Gemüsebeet, auf dem das Laub bleibt, kann beim Meerrettich eine jährliche Kompostgabe von 3 l je m² die Nährstoffabfuhr ersetzen. Das gilt für eine Wurzelernte von bis zu 3 kg je m², und den Kompost gibst du im Frühjahr. Übermäßige Düngung meidest du, weil Meerrettich empfindlich auf hohe Salzgehalte reagiert; mehr dazu steht im Abschnitt Düngen desselben Ratgebers.
Meerrettich gehört wie Kohl, Radieschen und Rettich zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. und braucht auf derselben Fläche 4 Jahre Anbaupause. Ist dort die durch Verticillium verursachte Meerrettichschwärze aufgetreten, schließt du Kartoffeln als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. aus. Die Einordnung in den Fruchtwechsel beim Meerrettich und passende Pflanzpartner für Meerrettich in Mischkultur behandeln eigene Beiträge.
Teilernte oder Vollernte: was zu deinem Beet passt
Bei der Teilernte bleibt der Bestand stehen, und du stichst kräftige Seitenwurzeln stückweise nach Bedarf aus. Das passt, wenn du Meerrettich mehrjährig hältst und immer wieder frische Wurzeln für die Küche holen willst. Teile solche Bestände mindestens alle drei Jahre, weil sonst die Ertragsqualität nachlassen kann.
Bei der Vollernte gräbst du alle Wurzeln aus, legst die Fechser für die nächste Pflanzung beiseite und pflanzt im Frühjahr neu. Diese Form passt zur Stangenkultur mit abgeriebenen Fechsern und Sommerpflege, weil sie auf ganze Stangen zielt. Geerntet wird von Oktober bis Januar, aber nur aus ungefrorenem Boden, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Beim Ausgraben können FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. jüngerer Nachbarkulturen Schaden nehmen, deshalb setzt du keine jungen Pflanzen direkt neben die Meerrettichreihe.
| Merkmal | Teilernte | Vollernte |
|---|---|---|
| Bestand | bleibt mehrjährig stehen | wird ausgegraben, im Frühjahr pflanzt du neu |
| Was du erntest | kräftige Seitenwurzeln, stückweise nach Bedarf | ganze Stangen, dazu Fechser für die nächste Pflanzung |
| Pflege | Bestand mindestens alle drei Jahre teilen | Fechser vor dem Pflanzen abreiben, Stangenpflege im Juni oder Juli |
| Ausbreitung | Rand des Bestands im Blick behalten | Wurzelreste gründlich ausgraben |
| Fläche danach | bleibt mit Meerrettich belegt | 4 Jahre Anbaupause für Meerrettich |
Ich halte eine Ecke als Dauerbestand, aus der ich im Winter einzelne Seitenwurzeln steche. Daneben ziehe ich eine Reihe als Stangenkultur, die ich im Herbst ganz ausgrabe. Die gesunden Fechser aus dieser Reihe schlage ich für das Frühjahr in Sand ein.
Eine frische Wurzel hält sich im Kühlschrank etwa 4 Wochen. Wie du erntest und lagerst und welche Sorte zu dir passt, liest du im Beitrag darüber, wie du Meerrettich von der Standortwahl bis zur Lagerung anbaust.
Ausbreitung bremsen: so bleibt Meerrettich an seinem Platz
Meerrettich kann verwildern. Auch kleinere Wurzelstücke treiben aus, und was nach der Ernte im Boden bleibt, kann in der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. erneut austreiben.
Meerrettich sät sich im ganzen Garten aus? Kultivierte Pflanzen bilden selten Samen, obwohl sie blühen. Weil schon kleinere Wurzelstücke austreiben, setzt du beim Eindämmen an den Wurzeln an, nicht an den Blüten.
Gib ihm deshalb von Anfang an einen festen Platz, etwa ein eigenes Beet, das du im Beetplaner für deinen Garten einträgst. Eine senkrecht eingegrabene Wurzelsperre rund um den Bestand kann die Ausbreitung zur Seite bremsen, die Kontrolle am Rand ersetzt sie aber nicht. Austriebe außerhalb des Bestands stichst du samt Wurzel aus, sobald du sie entdeckst.
Meerrettich eignet sich auch für den Kübel, in dem er nur den Raum des Gefäßes hat. Der Kübel braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft und keine Staunässe entsteht. Überwintert er draußen, bewahren ein geschützter Standort und eine Isolierung des Gefäßes den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. vor dem Durchfrieren.
Nach der Vollernte wird die Fläche gleich neu bestellt, ohne gründlich nachzugraben. Übersehene Wurzelstücke können dann zwischen der Folgekultur austreiben. Grab die Fläche deshalb durch und behalte sie in der nächsten Saison im Blick.





