Möhrenfliege natürlich abwehren: Netz, Standort und Hausmittel im Check
- Gegen die Möhrenfliege beugst du vor allem mit einem Kulturschutznetz vor, dessen Ränder rundum geschlossen sind.
- Auf Kleinflächen wie dem Möhrenbeet im Garten gilt für das Netz eine Maschenweite von höchstens 1 × 1 mm.
- Die Fliege tritt etwa ab Anfang Mai und erneut ab Juli auf, in warmen Jahren und Weinbaulagen kann ab September eine dritte Generation folgen.
- Ein windoffener Standort ist für die Möhrenfliege ungünstig und kann vorbeugend helfen.
- Zwiebeln als Nachbarn können den Befall leicht mindern, ein verlässlicher Schutz sind sie nicht.
- Hausmittel wie Kaffeesatz oder Pflanzenjauchen ersetzen das Netz nicht.

Du ziehst Möhren aus dem Beet und findest braune Gänge darin? Dann können Larven der MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit. dahinterstecken, des bekanntesten Schädlings im Wurzelbeet. Natürlicher Schutz setzt früher an, und zwar in erster Linie mechanisch mit einem KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen.. Bei mir liegt das Netz ab dem Tag der Aussaat auf dem Beet, und ich hebe es nur zum Jäten und VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. an. Hausmittel, Standort und Beetnachbarn können das ergänzen, das Netz ersetzen sie nicht.
Möhrenfliege mit Hausmitteln bekämpfen: was realistisch ist
Häufig empfohlen werden Kaffeesatz auf der Saatreihe oder stark riechende PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung.. Ihnen wird nachgesagt, dass ihr Geruch die Fliege von den Möhren ablenkt. Verlassen kannst du dich darauf nicht, deshalb sind sie bei mir höchstens eine Ergänzung und nie Ersatz für das Netz.
Bei Jauchen kommt ein zweiter Punkt dazu. Pflanzenjauche bringt Nährstoffe ins Beet, doch eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht. Maßgeblich sind der Bedarf der Pflanzen und der Nährstoffvorrat im Boden. Möhren zählen in der Fruchtfolge zu den SchwachzehrernSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt., und ihren Düngebedarf bestimmst du vor der Kultur mit einer Bodenuntersuchung. Wer Jauche gegen die Fliege gießt, düngt also vor allem, und das sollte sich nach dem Bodenbefund richten statt nach dem Schädling.
Wie du Boden, Wasser und Nährstoffe für gesunde Möhren abstimmst, liest du im Pflege-Ratgeber.
„Kaffeesatz auf der Reihe vertreibt die Möhrenfliege.“ Seinem Geruch wird eine abschreckende Wirkung nachgesagt. Eine verlässliche Schutzwirkung solltest du davon nicht erwarten, und das Netz ersetzt er nicht.
Wann die Möhrenfliege fliegt
Die erste Generation der Möhrenfliege fliegt gewöhnlich im Frühjahr, etwa ab Anfang Mai. Ab Juli ist sie erneut unterwegs. In warmen Jahren und in Weinbaulagen kann ab September eine dritte Generation hinzukommen. Dein Netz muss deshalb spätestens zum ersten Flug auf dem Beet liegen.
Dauermöhren säst du im Mai oder Juni. Weil die Fliege ab Juli wiederkommt, stehen gerade diese Möhren während der späteren Flüge im Beet, und das Netz bleibt bei ihnen bis zur Ernte liegen. Welche Möhren wann in die Erde kommen, siehst du in den Aussaatterminen für Möhren und anderes Wurzelgemüse zum Ausdrucken.
Die erwachsene Möhrenfliege ist 4 bis 5 Millimeter lang. Ihre Larven werden 6 bis 8 Millimeter groß. Die Puppe misst rund 5 Millimeter.
So legst du das Kulturschutznetz richtig auf
Das Netz ist eine mechanische Sperre. Es muss spätestens ab Flugbeginn liegen und an den Rändern geschlossen sein. Bei der Maschenweite unterscheiden sich die Empfehlungen je nach Anbau:
| Anbau | Maschenweite gegen Möhrenfliegen |
|---|---|
| Kleinflächen wie das Möhrenbeet im Garten | höchstens 1 × 1 mm |
| Ökologischer Erwerbsanbau | 1,5 mm |
Für dein Beet im Garten nimmst du die Angabe für Kleinflächen. Auch Knollensellerie deckst du gegen die Möhrenfliege mit einem Insektenschutznetz ab, denn ihre Larven können braune Fraßgänge in den Knollen hinterlassen.
Nach dem Säen ziehe ich das Netz über die Reihen und beschwere die Ränder rundum mit Erde. Ausdünnen kann Möhrenfliegen anlocken, und das Netz taugt nur mit geschlossenen Rändern als Sperre. Nach dem Vereinzeln lege ich es deshalb sofort wieder dicht auf. Für die Wildmöhre wird aus demselben Grund eine dünne Aussaat beschrieben, damit später möglichst wenig auszudünnen ist. Wie du Aussaat und Vereinzeln sonst angehst, erklärt der Ratgeber, wie du Möhren von der Aussaat bis zur Ernte anbaust.
Wähle das Netz so breit, dass es locker über die Reihen reicht und du die Ränder noch mit Erde bedecken kannst. So bleibt am Boden kein Spalt offen.
Manche Gärtner spannen statt einer Abdeckung einen senkrechten Netzzaun rund ums Beet. Ein Zaun lässt das Beet nach oben offen, während das aufgelegte Netz es samt Rändern schließt. Ich decke deshalb vollständig ab.
Das Netz liegt, aber an einer Ecke hat sich der Rand gelöst oder ein Stein hebt ihn vom Boden ab. Ein Rand mit Lücke ist kein geschlossener Rand. Drück die Stelle wieder an und bedecke sie mit Erde, sobald du sie entdeckst.
Standort und Vorjahresbeet: was zusätzlich vorbeugt
Ein windoffener Standort ist für die Möhrenfliege ungünstig und kann bei gefährdeten Möhren deshalb vorbeugend helfen. Möhren brauchen ohnehin einen sonnigen Platz. Ich plane mein Möhrenbeet darum auf einer offenen Fläche und nicht in einer geschützten Ecke an der Hecke.
Auf dem Feld sollen gefährdete Möhrensätze 300 bis 1000 Meter Abstand zu Schlägen halten, auf denen im Vorjahr DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. standen. Im Hausgarten ist so ein Abstand kaum zu schaffen, deshalb bleibt dort das Netz die Hauptmaßnahme. Wo Möhren, Sellerie oder Pastinaken zuletzt standen, hältst du im Beetplaner für deine Beete fest.
Nach Möhren und anderen Doldenblütlern wie Sellerie oder Petersilie bekommt ein Beet vier bis fünf Jahre Anbaupause. Zwiebeln in der Nachbarreihe können den Befall durch die Möhrenfliege leicht mindern, einen verlässlichen Schutz bieten sie nicht. Wie du Anbaupausen und Beetnachbarn planst, steht im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur bei Wurzelgemüse, und passende Partner findest du im Mischkultur-Planer.
Nützlinge gegen Blattläuse fördern
Bei Blattläusen bekommst du Hilfe von Nützlingen. Marienkäfer, Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. können einem Blattlausbefall entgegenwirken. Schwebfliegen förderst du mit blühenden Korb- und Doldenblütlern, denn ihre Larven gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Ich lasse deshalb am Rand meines Gemüsegartens Ringelblumen blühen, die zu den Korbblütlern zählen. Für die Möhrenfliege bleibt trotzdem das Netz zuständig.
Schaden entdeckt: Möhrenfliege oder etwas anderes?
Wenn ich das Netz zum Jäten anhebe, schaue ich mir Laub und WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. genau an. Laub, das sich rötlich oder gelb verfärbt und welkt, kann auf einen Befall hindeuten. Braune Fraßgänge in einer gezogenen Rübe können auf Larven der Möhrenfliege zurückgehen. Viele Formfehler haben dagegen mit Boden und Wasser zu tun:
| Was du siehst | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Braune Fraßgänge in der Rübe | Larven der Möhrenfliege |
| Gegabelte, beinige Rüben | verdichteter Boden oder starker Lehm- oder Tongehalt |
| Aufgeplatzte Rüben | starke Schwankungen der Bodenfeuchte |
| Grüne Schultern | Möhrenköpfe ragen aus dem Boden; Anhäufeln beugt vor |
Wie du verformten und grünschultrigen Möhren vorbeugst, zeigt dir der Ratgeber zum Möhrenertrag.
Neben der Möhrenfliege können auch Blattläuse, Minierfliegen oder Wurzelälchen an Möhren gehen. Woran du diese Schädlinge erkennst und wie du sie natürlich abwehrst, liest du im Ratgeber zum Möhrenschutz im Garten.
Willst du als letzte Möglichkeit doch ein Pflanzenschutzmittel einsetzen, nimm nur eines mit Zulassung für Haus- und Kleingarten. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung und beachte die Wartezeit bis zur Ernte. Reste und Verpackung entsorgst du so, wie es die Gebrauchsanweisung vorgibt. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.





