Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Anbau

Wurzel- und Knollengemüse einfach anbauen: Einsteiger-Arten und Hilfe bei krummen Rüben

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für den Start eignen sich Arten, die du direkt säst oder als Knolle legst, etwa Radieschen, Mairüben und Topinambur.
  • Im Sommer erntest du Radieschen etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat.
  • Aus einem Rote-Bete-Knäuel können mehrere Pflanzen wachsen, deshalb vereinzelst du die Reihe.
  • Gegabelte Möhren können auf Verdichtung oder starken Lehm- und Tongehalt im Boden hindeuten.
  • Seitlich abgestützte Dämme von gut 20 cm Höhe können auf ungeeignetem Boden den durchwurzelbaren Bodenraum für lange Möhren verbessern.
  • Topinambur legst du im März oder April 10 cm tief und gibst ihm einen festen Platz, weil er verwildern kann.
Ein dichtes Feld mit grünen Zuckerrübenpflanzen.
Foto: Jean De Roy · Pexels License · Quelle ↗

Beim Wurzelgemüse wächst die Ernte unsichtbar im Boden, und ob der Boden gepasst hat, siehst du erst beim Ziehen. Deshalb fange ich mit Arten an, die schnell eine Rückmeldung geben. Im Sommer kannst du Radieschen etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat ernten. Die langen Rüben wie die Pastinake plane ich erst ein, wenn ich weiß, wie tief mein Boden locker ist. Hier findest du Wurzel- und Knollengemüse für den Start, die wichtigsten Handgriffe je Art und die Fehlerbilder, die auf Probleme im Boden hindeuten können.

Was zählt zum Wurzel- und Knollengemüse?

Zum Wurzelgemüse zählen etwa Möhre, Pastinake, Rote Bete und Radieschen, Knollen bilden Topinambur, Knollensellerie und die Kartoffel. Für die Beetplanung ist die Familie wichtiger als die Frage Wurzel oder Knolle: Möhre und Pastinake sind Doldenblütler, Radieschen und Mairübe Kreuzblütler. Die ganze Verwandtschaft findest du im Kurzporträt von Wurzel- und Knollengemüse mit Verwandtschaft und Herkunft.

Welche Arten eignen sich für den Anfang?

Für den Start wähle ich Arten, die ich direkt ins Beet säe oder als Knolle lege. Die Kartoffel lasse ich hier weg, ihr Anbau ist ein eigenes Thema. Die Tabelle zeigt Tiefe, Abstände und Erntereife. Wann du welche Art säst, zeigt dir der Aussaatkalender für Wurzel- und Knollengemüse im Jahreslauf.

Art Saat- oder Pflanztiefe Reihenabstand Abstand in der Reihe Erntereif
Radieschen 1 bis 2 cm 15 cm 3 bis 8 cm im Sommer etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat, im Frühjahr oder Herbst bis zu 8 Wochen
Mairübe 1 bis 4 cm, je nach Sorte etwa 20 cm 10 bis 15 cm spätestens bei 6 bis 8 cm Rübendurchmesser
Rote Bete 2 bis 3 cm 25 bis 30 cm auf 10 bis 15 cm vereinzeln meist etwa 120 bis 150 Tage nach der Aussaat, Babybeets nach 70 bis 90 Tagen
Möhre 1 bis 2 cm 20 bis 50 cm, je nach Anbauform nach dem Auflaufen vereinzeln Frühmöhren nach ungefähr 2 bis 3 Monaten
Pastinake 1 bis 2 cm 30 cm 10 cm nach 160 bis 200 Tagen
Topinambur (Knolle) 10 cm 75 cm 40 cm Ernte von Oktober bis März
Knollensellerie (Jungpflanze, fürs zweite Jahr) nur bis zum Wurzelhals 40 cm 30 cm wenn die äußeren Blätter gelb zu werden beginnen

Weitere Arten, vom Rettich bis zur Schwarzwurzel, stellt dir der Überblick über Wurzel- und Knollengemüse im Hausgarten, von Klassikern bis zu Raritäten vor.

Radieschen: schnelle Rückmeldung aus dem Beet

Radieschen sind mein erster Satz im Frühjahr. Säst du schon im März, deckst du mit Vlies ab, das vor Frost schützt und die Wärme im Beet hält. Als Sommersorte gilt ‘Parat’ mit einem Aussaatfenster von März bis August. Für sehr frühe Aussaaten im Gewächshaus oder Frühbeetkasten eignet sich ‘Topsi’. Für eine laufende Ernte säe ich etwa alle 2 Wochen eine kleinere Menge nach. In sommerlichen Trockenphasen gießt du, denn bei Trockenheit leidet die Wurzelqualität, und das Schossen wird gefördert. In ausreichend versorgter Erde brauchen Radieschen keine zusätzliche Düngung. Die frischen Blätter kannst du ebenfalls essen, roh wie gekocht.

Mairüben und Teltower Rübchen: klein ernten

Mairüben säst du vor allem im März und April sowie im Juli und August. Die Sorte ‘Polar’ kannst du im März und April im Frühbeet oder Gewächshaus säen und von Mai bis August direkt ins Freiland. Düngen solltest du sie nur wenig. Mairüben zählen zu den Speiserüben, und bei deren Sommeraussaat musst du zusätzlich gießen, weil Wassermangel Schosser begünstigt. Wer die zweite Mairüben-Aussaat im Juli macht, plant das Gießen also von Anfang an mit ein. Mairüben passt humoser, tiefgründiger, lehmiger Sand, sauren oder staunassen Boden meidest du. Neben der Rübe kannst du auch Blätter und Stiele roh oder gegart verwenden.

Teltower Rübchen stehen enger: Etwa 12 bis 15 cm Reihenabstand genügen. In der Reihe reichen 8 bis 12 cm. Du erntest sie bei höchstens 5 cm Durchmesser.

Rote Bete: Vereinzeln gehört dazu

Rote Bete säst du in Reihen. Die Landsorte ‘Bernstein’ mag lockeren, normal gedüngten Boden. In den ersten Wochen nach der Aussaat hältst du sie gut mit Wasser versorgt, vor allem bei Trockenheit und auf sandigem Boden. Überzählige Pflänzchen ziehe ich heraus, sobald ich sie greifen kann. Stickstoff gibst du nur maßvoll, denn zu viel davon kann den Nitratgehalt erhöhen und die Lagerfähigkeit beeinträchtigen. Rote Bete lässt sich auch auf dem Balkon ziehen.

Kurz erklärt

Ein Rote-Bete-Samenkorn ist bei den meisten Sorten ein Knäuel aus mehreren Samen. Aus einer Saatstelle können so mehrere Pflanzen dicht beieinander wachsen, die du später vereinzelst. Monogermes Saatgut enthält dagegen nur eine Samenanlage je Korn.

Möhren: lockerer Boden und Geduld beim Keimen

Möhren wollen leichten, tiefgründigen und gut durchlässigen Boden, lange Sorten zusätzlich steinfrei. Bis die Keimlinge erscheinen, können 10 bis 30 Tage vergehen. Ich säe deshalb Radieschen als Markiersaat etwa alle 10 cm in die Möhrenreihe, weil sie schneller keimen und die Reihe früh zeigen. Sobald sie erntereif sind, ziehe ich sie, denn Zwischenkulturen müssen raus, bevor sie die Hauptkultur bedrängen. Dabei gehe ich behutsam vor, weil beim Roden Feinwurzeln der jungen Möhren daneben leiden können.

Die Sorte ‘Nantaise 2’ säst du von März bis Juni. Kalke nicht unmittelbar vor der Möhrenkultur, denn Möhren reagieren empfindlich auf frische Kalkung. Ein Platz, an dem der Wind frei durchzieht, ist für die Möhrenfliege ungünstig und kann gefährdeten Möhren vorbeugend helfen.

Pastinake: lange Kultur, Ernte im Winter

Pastinaken säst du direkt ins Freiland. Nimm jedes Jahr frisches Saatgut, das empfiehlt sich auch bei Schwarzwurzel und Wurzelpetersilie. Wie du Wurzelpetersilie anbaust und in der Küche verwendest, zeigt ein eigener Ratgeber. Zum Keimen braucht die Pastinake rund 20 Tage, säe also nicht vorschnell nach. Etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Auflaufen vereinzelst du auf den Abstand aus der Tabelle. Nach Bohnen oder Erbsen steht die Pastinake gut, nach Möhren, Sellerie oder Petersilie säst du sie nicht. Die frostharte Wurzel erntest du von Oktober bis März, wann immer der Boden offen ist.

Topinambur: eine Knolle mit wenig Pflege

Topinambur legst du im März oder April als Knolle in den Boden. Er treibt aus, sobald der Boden etwa 7 °C erreicht. Viele Bodenarten sind geeignet, solange sie durchlässig sind. Nasser, schwerer Ton mindert aber den Ertrag. Er verträgt Sonne bis Halbschatten, und sein allgemeiner Pflegebedarf ist gering. Mit einer Mulchschicht bleibt mehr Wasser im Boden. Im Erwerbsanbau wird Topinambur bis zu drei Meter hoch. Hohe Triebe stützt du bei Bedarf oder schützt sie vor starkem Wind.

Achtung

Topinambur gilt als verwilderungsfähig. Ich setze ihn deshalb an einen Beetrand, an dem er auch länger stehen darf.

Knollensellerie: ein Kandidat fürs zweite Jahr

Knollensellerie säst du Ende Februar geschützt zur Vorkultur aus und pflanzt ihn ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten ins Beet. Sobald die Jungpflanzen das Zweiblattstadium erreicht haben, kann Kälte über 2 bis 5 Wochen das Schossen auslösen. Besonders kritisch sind dabei 5 bis 8 °C. Seine Kulturdauer liegt bei 196 bis 224 Tagen. Im Beet häufelst du ihn nicht an, sonst bilden sich keine guten Knollen. Wegen der langen, kälteempfindlichen Anzucht rate ich Einsteigern, ihn erst im zweiten Gartenjahr einzuplanen.

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Ist dein Boden zu fest? Verdichtung erkennen und lösen

Verdichtung begünstigt gegabelte Möhren, deshalb schaue ich mir den Boden vor der ersten Saat genau an. Auf sandreichem Boden läuft Wasser gut durch, gespeichert wird wenig. Tonreicher Boden leitet Wasser schlecht ab, und die Wurzeln kommen schwer hindurch. Die Bodenart verrät dir die Fingerprobe mit leicht feuchter Erde in der Hand: Sandboden zerfällt beim Formen, toniger Boden klebt und lässt sich ausrollen.

Marias Erfahrung

Vor der ersten Saat stecke ich eine spitze Metallstange an mehreren Stellen in den feuchten Boden. Wo ich deutlichen Widerstand spüre, merke ich mir die Stelle und lockere dort gezielt.

So lockerst du richtig

Gelockert wird im Frühjahr mit Grabgabel oder Krail, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Etablierte Beete bearbeitest du mit dem Sauzahn, der lockert, ohne zu wenden. Umgraben lohnt sich vor allem, wenn du ein Beet neu anlegst oder sehr schweren Boden hast. Schwere Böden können außerdem von einer Bearbeitung vor dem winterlichen Durchfrieren profitieren.

Reifer Kompost lockert schwere Böden, und leichte Böden halten mit ihm Wasser und Nährstoffe besser. Im Frühjahr arbeitest du als allgemeine Faustzahl etwa 3 l vollständig verrotteten Kompost je m² flach in die Oberfläche ein. Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten fällt die Gabe kleiner aus.

Häufiger Fehler

Schwere Böden bearbeiten, solange sie nass sind. Warte, bis die Erde nicht mehr an Schuhen oder Spaten klebt.

Wenn der Gartenboden nicht passt

Zahl im Blick

Seitlich abgestützte Dämme von gut 20 cm Höhe können auf ungeeignetem Gartenboden den durchwurzelbaren Bodenraum für lange Möhren verbessern.

Wie du solche Dämme anlegst, zeigt der Ratgeber zum Wurzelgemüse-Anbau vom Samen bis zur Ernte, mit Dämmen und weiteren Anbautechniken. Kurze Arten können ins Gefäß ausweichen: Ein Radieschen-Gefäß füllst du mindestens 15 cm hoch mit Blumen- oder Gemüseerde. Für den Balkonkasten wählst du kurze oder runde Möhrenformen und lockeres Substrat. Pastinake und Schwarzwurzel gehören dagegen in ein tief und gut gelockertes Beet. Mehr zum Anbau von Wurzelgemüse in Töpfen und Kübeln auf Balkon und Terrasse steht in einem eigenen Beitrag, ebenso, wie du ein Hochbeet für Wurzel- und Knollengemüse befüllst und nutzt.

Warum werden Rüben krumm, rissig oder hohl?

Viele Fehler siehst du erst bei der Ernte. Die Tabelle ordnet sie möglichen Ursachen zu, ein Symptom ist dabei ein Hinweis und kein Beweis.

Fehlerbild Mögliche Ursache Was du tun kannst
Gegabelte, beinige Möhren starker Lehm- oder Tongehalt, Verdichtung tiefgründig lockern, Steine auslesen, auf ungeeignetem Boden Dämme anlegen
Verzweigte Schwarzwurzeln Verdichtungen, ungleichmäßig abgesetztes Saatbett, Steine Saatbett mit Krail oder Rechen einebnen, Saat leicht andrücken
Geplatzte Möhren starke Wechsel der Bodenfeuchte gleichmäßig gießen
Grüne Schultern an Möhren Möhrenköpfe ragen aus dem Boden Köpfe anhäufeln
Radieschen schießen, die Wurzeln werden schlechter Trockenheit in sommerlichen Trockenphasen gießen
Lang gestreckte Radieschen unter Glas oder Folie zu hohe Wintertemperaturen an sonnigen, frostfreien Tagen lüften
Rettich schießt Kälte löst die Blütenbildung aus, lange Tage beschleunigen sie frühe Aussaaten mit Folie oder Vlies abdecken
Hohle Sellerieknollen sehr schnelles, üppiges Wachstum durch zu viel leicht verfügbaren Stickstoff leicht verfügbaren Stickstoff nicht übertreiben

Zwei dieser Fehlerbilder hängen am Wasser: Möhren platzen bei starken Feuchtewechseln, Radieschen schießen bei Trockenheit. Gleichmäßiges Gießen kann deshalb beidem vorbeugen.

Lücken in der Reihe: Wenn nichts keimt

Bevor du eine ganze Reihe nachsäst, hilft eine Keimprobe. Dafür bringst du eine abgezählte Menge Saatgut feucht zum Keimen und beobachtest sie über 2 bis 3 Wochen. Keimen nur wenige Samen, säst du dichter oder nimmst frisches Saatgut. Bis die Samen gekeimt sind, hältst du das Saatbett feucht, aber nicht nass.

Was gilt für alle Arten? Die Grundlagen in Kürze

Diese Punkte betreffen alle Arten. Ausführlich stehen sie in den gleichnamigen Abschnitten des Wurzelgemüse-Ratgebers, hier nur das Wichtigste für den Start.

Aussaat und Vorkultur: Radieschen, Rüben, Rote Bete, Möhren und Pastinaken säst du direkt ins Beet, Topinambur legst du als Knolle. Eine Vorkultur brauchst du erst beim Sellerie. Ich hänge mir den Wurzelgemüse-Aussaatkalender zum Ausdrucken an die Schuppentür.

Gießen: Für Gemüse im Garten rechnest du als allgemeine Orientierung mit etwa 10 bis 20 l Wasser je m². Damit soll das Wasser die Wurzelzone in ungefähr 10 bis 20 cm Tiefe erreichen. In torffreier Topferde prüfst du die Feuchte vor dem Gießen mit dem Finger auch unterhalb der Oberfläche.

Düngen: Für Rote Bete, Radieschen und Pastinaken bereitest du das Beet mit Kompost vor. Was dein Boden darüber hinaus braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung, nach der du die Düngung ausrichtest.

Pflege: Zur Pflege gehören vor allem Vereinzeln und Hacken, bei Knollensellerie hackst du vorsichtig, damit die oberflächennahen Wurzeln heil bleiben. Mulch begrenzt dort zusätzlich Austrocknung und Beikraut. Alle Handgriffe von der Aussaat bis zur Ernte bündelt der Ratgeber zur Pflege von Wurzelgemüse mit Gießen, Düngen und Unkrautkontrolle.

Schutz vor Schädlingen: Gegen die Möhrenfliege lege ich spätestens zum Flugbeginn ein Kulturschutznetz auf und schließe es an den Rändern. Für Kleinflächen empfiehlt sich eine Maschenweite von höchstens 1 × 1 mm. Bei Radieschen legst du direkt nach der Saat ein Netz mit weniger als 1 mm Maschenweite auf, das gegen Erdflöhe helfen kann.

Fruchtfolge und Mischkultur: Auf einem Beet lässt du keine Art direkt auf eine andere aus derselben Pflanzenfamilie folgen. Zwiebeln zwischen den Möhren können den Befall durch die Möhrenfliege leicht mindern, einen verlässlichen Vollschutz ergeben sie aber nicht. Passende Nachbarn zeigt dir der Mischkultur-Planer für Gemüse, die Folge über mehrere Jahre hältst du im Beetplaner für die Fruchtfolge fest.

Ernte: Mairüben und Teltower Rübchen erntest du nach ihrem Durchmesser, beim Knollensellerie geben die äußeren Blätter das Zeichen. Ist der Boden gefroren, wartest du mit der Ernte, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Wann welche Art reif ist, erklärt der Ratgeber, wie du Wurzelgemüse richtig erntest und danach lagerst.

Lagern: Bei vielen Arten entfernst du vor dem Einlagern das Laub, und späte Lagermöhren wäschst du vorher nicht. Wie du größere Mengen im Keller, in Sand oder in einer Miete lagerst, steht in einem eigenen Beitrag.

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Häufige Fragen

Was sind Wurzel- und Knollengemüse und welche Arten gibt es?
Gemeint sind Gemüse, von denen du vor allem die Wurzel oder die Knolle erntest. Zum Wurzelgemüse zählen etwa Möhre, Pastinake, Rote Bete, Radieschen, Rettich und Schwarzwurzel. Knollen bilden zum Beispiel Topinambur, Knollensellerie und die Kartoffel. Für die Beetplanung zählt vor allem die Pflanzenfamilie, denn Möhre und Pastinake sind Doldenblütler, Radieschen und Rettich dagegen Kreuzblütler.
Warum eignet sich der Anbau von Erdgemüse besonders für Gartenneulinge?
Viele Arten säst du direkt ins Beet, und die schnellen geben dir früh eine Rückmeldung. Radieschen kannst du im Sommer etwa 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat ernten, und in ausreichend versorgter Erde brauchen sie keine zusätzliche Düngung. Topinambur hat einen geringen Pflegebedarf und ist winterhart. Ganz ohne Vorbereitung geht es aber nicht, denn ein verdichteter Boden kann sich später in gegabelten Rüben zeigen.
Welche Rolle spielt die Bodenvorbereitung beim Kultivieren von Wurzelgemüse?
Beim Wurzelgemüse bestimmt der Boden die Form der Ernte. Gegabelte Möhren entstehen leichter in verdichtetem Boden mit viel Lehm oder Ton, Steine und ungleichmäßig abgesetzte Saatbetten fördern verzweigte Schwarzwurzeln. Lockere dein Beet im Frühjahr mit Grabgabel oder Krail, sobald es abgetrocknet ist, und ebne es vor der Saat mit Krail oder Rechen ein. Mit reifem Kompost werden schwere Böden lockerer, und leichte speichern Wasser und Nährstoffe besser.
Wie unterscheidet sich die Direktsaat von der Vorkultur bei Knollengemüse?
Bei der Direktsaat kommt der Samen gleich an seinen endgültigen Platz, so säst du Möhre, Pastinake, Radieschen und Rote Bete. Bei der Vorkultur ziehst du Jungpflanzen geschützt heran und pflanzt sie später aus. Knollensellerie säst du zum Beispiel Ende Februar geschützt aus und pflanzt ihn ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten ins Beet. Topinambur legst du dagegen im März oder April als Knolle direkt in den Boden.
Welche Gartenwerkzeuge benötigt man für den erfolgreichen Anbau von Knollengemüse?
Für den Anfang reichen eine Grabgabel oder ein Krail zum Lockern und ein Rechen zum Einebnen des Saatbetts. Auf etablierten Beeten lockert ein Sauzahn den Boden, ohne ihn zu wenden. Mit einer spitzen Metallstange prüfst du im feuchten Boden, ob eine verdichtete Schicht Widerstand leistet. Dazu kommt ein Kulturschutznetz gegen Möhrenfliege und Erdflöhe.
Wie beeinflusst die Fruchtfolge die Gesundheit von Wurzelgemüse?
Plane dein Beet so, dass Arten derselben Pflanzenfamilie nicht direkt nacheinander dort stehen. Nach Möhren oder anderen Doldenblütlern kommen Möhren erst nach vier bis fünf Jahren wieder auf die Fläche. Radieschen und Rettich sind anfällig für Kohlhernie, deshalb stehen sie zur Vorbeugung nur alle 4 bis 6 Jahre auf derselben Fläche. Rote Bete ist mit Mangold und Spinat verwandt, deshalb planst du diese drei gemeinsam.
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