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Kräuter im Freiland anbauen: säen oder pflanzen – und wer den Winter draußen übersteht

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Direktsaat lohnt bei Kerbel, Dill, Kresse, Petersilie und Schnittlauch – Petersilie 0,5–1 cm tief und mit Erde bedeckt, Kerbel und Kresse als Lichtkeimer nur angedrückt.
  • Basilikum kommt erst Mai–Juni ins Freiland, ist nicht freiland-winterhart und wird hierzulande einjährig kultiviert.
  • Thymian und Salbei können draußen überwintern; in rauen Lagen brauchen sie Schutz. Schnittlauch ist als etablierter Horst winterhart.
  • Petersilie schießt, wenn Kälte zwischen 0 und 10 °C die Blüte auslöst – das Risiko ist bei sehr frühem Anbau am größten; Freilandsaat April–Juli.
  • Abstände immer als System denken: Dill 15 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand, Thymian 20 cm bei 25 cm, Salbei 35 cm bei 40 cm.
Junge Sämlinge mit behaarten Stängeln und ersten Laubblättern stehen dicht an dicht im Gegenlicht
Foto: AndreasGoellner · Pixabay Content License · Quelle ↗

Im Freiland entscheidet der Kalender über dein Kraut, nicht der Ehrgeiz. Ein Basilikum, das im April draußen steht, kann eine einzige kalte Nacht beenden; eine Petersilie, die zu früh gesät wird, schiebt Blüten statt Laub; ein Thymian, der im Herbst ohne Schutz in einer rauen Lage steht, kommt womöglich nicht wieder. Ich stelle mir vor jedem Kraut zwei Fragen: Säe ich es direkt ins Beet oder setze ich eine Pflanze? Und wie kalt darf es an diesem Platz werden? Dieser Artikel beantwortet genau diese beiden Fragen für die gängigen Freiland-Kräuter. Die Grundlagen zu Standort, Boden und Pflege trägt der Überblick über Kräuteranbau von der Aussaat bis zur Überwinterung, hier geht es um das, was das Freiland anders macht.

Was das Freiland anders macht als Topf und Fensterbank

Draußen hast du keine Heizung, keine Regenrinne und keinen Vorhang vor der Nachtkälte. Das trifft die Kräuter an zwei Stellen: bei der Keimung und beim Überwintern.

Bei der Keimung zählt die Bodentemperatur. Basilikum keimt bei 15–22 °C, Thymian bei 15–25 °C, Salbei bei 18–22 °C – solche Werte erreicht ein Freilandbeet erst im späten Frühjahr. Kerbel dagegen kommt mit 8–20 °C aus, Schnittlauch mit 10–20 °C, Petersilie mit 14–20 °C. Wer das Thermometer im Kopf hat, versteht, warum die einen Arten ab März in die Erde dürfen und die anderen erst ab Mai.

Beim Überwintern zählt die Art. Der Hub sortiert das Beet beim ersten Frost in drei Gruppen: Einjährige, die abgeräumt werden; winterharte Mehrjährige, die draußen bleiben; und Frostkandidaten, die rein müssen. Diese Einteilung nutze ich weiter unten für jede einzelne Art.

Kurz erklärt

Direktsaat heißt, das Saatgut kommt an den Platz, an dem die Pflanze später steht. Pflanzung heißt, du setzt eine vorgezogene oder gekaufte Jungpflanze. Vorkultur ist die Anzucht im Haus oder unter Glas, bevor die Pflanze ins Freiland kommt.

Säen oder pflanzen? So entscheide ich

Für die Direktsaat spricht alles, was schnell keimt, ohnehin laufend nachgesät wird oder kühle Bodentemperaturen verträgt: Kresse, Dill, Kerbel, Petersilie, Schnittlauch, Sommer-Bohnenkraut. Für die Pflanzung spricht alles, was warme Keimtemperaturen braucht oder lange braucht, bis es aufgeht – Basilikum mit 7–25 Tagen Keimdauer, Thymian mit 10–21 Tagen, Salbei mit 7–21 Tagen. Wer diese Arten im Mai direkt säen würde, verbringt einen guten Teil des kurzen Freilandsommers mit Warten auf Keimlinge.

Ich mache es so: Blattkräuter, die ich in mehreren Sätzen ernten will, säe ich in Reihen ins Beet und stecke ein Etikett mit dem Saatdatum dazu. Halbsträucher und Wärmeliebhaber ziehe ich vor oder kaufe kräftige Jungpflanzen und setze sie, sobald das Pflanzfenster der Art offen ist.

Tipp

Auf dem Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken trage ich mir die Saat- und Pflanzfenster für mein Beet ein und hake die Sätze ab, die schon draußen sind.

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Frosthärte im Freiland: wer draußen bleibt, wer rein muss

Weil im Freiland niemand nachheizt, ist die Frosthärte der wichtigste Unterschied zwischen den Arten. Die Tabelle fasst zusammen, was für die gängigen Kräuter belegt ist.

Kraut Lebensform Frosthärte im Freiland Freilandweg
Basilikum wird hierzulande einjährig kultiviert nicht freiland-winterhart Freilandsaat oder Pflanzung Mai–Juni
Majoran wird hierzulande einjährig kultiviert frostempfindlich, nicht freiland-winterhart Freilandsaat oder Pflanzung Mai–Juni
Sommer-Bohnenkraut einjährig frostempfindlich, nicht freiland-winterhart Freilandsaat April–August, Pflanzung Mai–Juni
Kerbel einjährig nicht winterhart Freilandsaat Mai–Juli
Dill einjährig Saison von Aussaat bis Samenreife, jedes Jahr neu Direktsaat März–September
Petersilie botanisch zweijährig kann im Freiland überwintern, treibt im zweiten Jahr erneut aus Freilandsaat April–Juli, Pflanzung April–August
Schnittlauch mehrjährig als etablierter Horst freiland-winterhart Freilandsaat März–Juli, Pflanzung April–September
Thymian mehrjährig kann im Freiland überwintern, in rauen Lagen bzw. bei empfindlichen Sorten Abdeckung sinnvoll Pflanzung März–Mai, Freilandsaat Mai–Juni
Salbei mehrjähriger Halbstrauch überwintert in milden Lagen, braucht bei rauen Winterbedingungen Schutz Pflanzung April–Juni, Direktsaat Mai–Juni
Estragon mehrjährig kann im Freiland überwintern, in rauen Lagen Abdeckung Pflanzung April–Mai oder September, Direktsaat Mai–Juli
Zitronenmelisse mehrjährig überwintert als etablierte Pflanze im Freiland Direktsaat März–August, Pflanzung April–August

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: „Winterhart” gilt bei Schnittlauch, Bärlauch und Zitronenmelisse ausdrücklich für etablierte Pflanzen – ein im September gesetzter Schnittlauch ist noch kein etablierter Horst. Zweitens: Bei Thymian, Salbei und Estragon steht die Winterhärte unter Vorbehalt der Lage. Was in einer geschützten Stadtlage ohne Weiteres durchkommt, braucht in einer rauen Lage eine Abdeckung. Die Details zu Abdeckmaterial und Winterquartier stehen im Überwinterungs-Abschnitt des Hub-Artikels.

Achtung

Ob Rosmarin bei dir draußen durchkommt, hängt von Lage und Winter ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, kultiviert ihn im Kübel und stellt ihn frostfrei, wenn es kalt wird.

Diese Kräuter säst du direkt ins Freiland

Die Direktsaat-Kandidaten sind überwiegend frisch-feuchte Blattkräuter. Sie brauchen während der Keimung einen gleichmäßig feuchten Boden – gegossen wird morgens und an den Fuß der Reihe, nicht über das Blatt.

Kerbel

Kerbel ist einjährig und nicht winterhart. Ich säe ihn Mai–Juli und danach alle 2 bis 3 Wochen nach, damit die Ernte nicht abreißt. Als Lichtkeimer wird er oberflächlich gesät und nur angedrückt, höchstens 0–0,5 cm tief. Er keimt bei 8–20 °C in 7–20 Tagen. Das Abstandssystem: 20 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand, in Reihen gesät. Der Platz darf halbschattig sein, auch Sonne geht, wenn der Boden durchlässig ist. Bei Trockenheit gieße ich, weil Trockenstress vorzeitige Blüte begünstigen kann. Geerntet werden Blätter und Blüten; die Wurzeln gelten als giftig und bleiben in der Erde.

Dill

Dill wird jedes Jahr neu gesät. Das Kulturfenster reicht von März bis September; wer bis August alle 3 Wochen nachsät, erntet bis in den Herbst. Ich säe in Reihen mit 15 cm Abstand in der Reihe und 25 cm Reihenabstand, etwa 40 Korn je laufenden Meter. Die Blätter ernte ich jung und verarbeite sie sofort; die Samen sind reif, wenn sie braun sind, und stehen gelassene Dolden säen sich im Herbst selbst aus. Dill wechselt jedes Jahr den Platz – hier gilt eine Anbaupause von 5 Jahren. Neben Gurken, Mangold, Rote Beete und Bohnen steht er gut, neben Kerbel, Petersilie, Koriander, Möhren und Fenchel nicht.

Petersilie

Petersilie ist botanisch zweijährig und wird für die Blattnutzung häufig einjährig gezogen, weil das Laub nach der Blüte bitter wird. Die Freilandsaat liegt bei April–Juli, die Pflanzung bei April–August. Die Samen kommen 0,5–1 cm tief in die Erde und werden bedeckt; sie keimen bei 14–20 °C in 14–30 Tagen. Das ist lang, und in dieser Zeit halte ich die Reihe gleichmäßig feucht und markiere sie, damit ich beim Hacken nicht hineinfahre. Abstandssystem: 15 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand, 40 Korn je laufenden Meter. Der Standort darf sonnig bis halbschattig sein.

Häufiger Fehler

Petersilie zu früh ins kalte Beet säen. Niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C lösen die Blütenbildung aus, blühende Pflanzen sind nicht mehr nutzbar – und das Risiko ist beim sehr frühen Anbau am größten. Wer im April sät, wartet auf ein Fenster, in dem sich der Boden erwärmt hat.

Willst du Petersilie über den Winter bringen, kürzst du die Triebe im Herbst auf 3 bis 4 cm. Im zweiten Jahr erntest du März bis Juni oder Juli, dann blüht sie und die Ernte ist beendet.

Kresse

Kresse säe ich von März bis Juli und wieder September bis November oberflächlich in Reihen, 5 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand, sonnig bis halbschattig. Sie keimt zügig; ich schneide, sobald die Blätter voll entfaltet sind, und säe die nächste Reihe daneben. Als Kreuzblütler steht sie nicht neben Rauke, Radieschen, Rettich, Winterkresse oder Löffelkraut.

Schnittlauch

Schnittlauch ist der Freiland-Dauerläufer unter den Direktsaaten: mehrjährig und als etablierter Horst freiland-winterhart, er zieht im Winter komplett ein und treibt im Frühjahr wieder. Freilandsaat März–Juli, 0,5–2 cm tief, Keimung bei 10–20 °C in 7–25 Tagen. Pflanzen setzt du April–September. Abstandssystem: 20 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand. Geerntet wird etwa 2 cm über dem Boden; alle 2 bis 3 Jahre wird der Horst geteilt und verjüngt.

Sommer-Bohnenkraut

Sommer-Bohnenkraut ist einjährig, frostempfindlich und braucht einen sonnigen Platz. Freilandsaat April–August, Pflanzung Mai–Juni. Als Lichtkeimer wird es oberflächennah gesät und nicht oder nur schwach bedeckt, 0–0,5 cm tief; es keimt bei 15–20 °C in 7–24 Tagen. Abstandssystem: 20 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand. Der klassische Platz ist neben Busch-, Stangen- oder Prunkbohnen.

Rucola

Rucola gehört ins Direktsaat-Beet, mit zwei Arten zur Wahl: der schärferen Salatrauke und der aromatischeren Wilden Rauke. Beide sind Kreuzblütler und stehen deshalb nicht neben Kresse, Radieschen oder Rettich. Ich säe Rucola in Reihen und ernte die jungen Blätter, bevor die Pflanzen in die Blüte gehen.

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Diese Kräuter pflanzst du ins Freiland

Die Pflanz-Kandidaten sind die mediterranen Halbsträucher und die wärmebedürftigen Einjährigen. Ihre Bodenansprüche – durchlässig, ohne Winternässe, mediterran eher mager – reiße ich hier nur an; was Thymian, Rosmarin, Basilikum und Petersilie konkret an Boden brauchen, steht im Artikel über Boden und Standortansprüche der Anfänger-Kräuter. Dort findest du auch die Sortenhinweise, die ich hier weglasse.

Basilikum

Basilikum kann je nach Kulturform mehrjährig wachsen, wird hierzulande aber in der Regel einjährig kultiviert und ist nicht freiland-winterhart. Ins Freiland kommt es erst Mai–Juni, sei es als Saat oder als Pflanze; Thai-Basilikum ‘Siam Queen’ nicht vor Mitte Mai. Es will einen sonnigen Platz und ist als Starkzehrer eine der Ausnahmen unter den Kräutern – eine nährstoffreichere Erde darf es sein. Gesät wird als Lichtkeimer oberflächennah, höchstens leicht bedeckt, 0–0,5 cm tief; die Keimung liegt bei 15–22 °C und dauert 7–25 Tage. Pflanzabstand 10–25 cm (pflanzweise- und sortenabhängig: Büschel oder Tuff enger, Einzelpflanzen weiter) bei 20 cm Reihenabstand. Ernte Juni–Oktober, Blüte im Juli. Beim Ernten schneide ich handbreit über dem Boden ab und lasse einige Blätter an der Pflanze. Gute Nachbarn sind Tomaten, Gurken, Melonen und Kürbis; neben Thymian, Salbei, Rosmarin oder Minze steht es nicht.

Marias Erfahrung

Ich ziehe Basilikum in kleinen Tuffs vor und setze die Ballen ungeteilt ins Beet, sobald das Mai-Fenster offen ist. Beim Gießen ziele ich auf die Erde, nicht auf das Blatt, und kontrolliere beim Vorbeigehen, ob die Triebspitzen frisch nachschieben.

Majoran

Majoran ist frostempfindlich, hierzulande nicht freiland-winterhart und wird deshalb einjährig kultiviert. Voranzucht März–Mai, Freilandsaat oder Pflanzung Mai–Juni, Standort sonnig. Gesät wird oberflächennah, angedrückt und höchstens dünn bedeckt, 0–0,5 cm; Keimung bei 15–20 °C in 7–35 Tagen – diese Spanne ist der Grund, warum ich ihn vorziehe statt direkt zu säen. Richtwert für den Pflanzabstand: etwa 25 cm.

Thymian

Echter Thymian ist mehrjährig und braucht volle Sonne. Pflanzen setzt du März–Mai; Freilandsaat ist Mai–Juni möglich, Voranzucht März–Mai. Als Lichtkeimer wird er oberflächennah gesät und höchstens dünn bedeckt, 0–0,5 cm; Keimung bei 15–25 °C in 10–21 Tagen. Abstandssystem: 20 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand, als Einzelpflanzen gesetzt. Er wird 10–40 cm hoch, Ernte Mai–Oktober, Blüte Juni–September. Thymian kann im Freiland überwintern; in rauen Lagen oder bei empfindlichen Sorten ist eine schützende Abdeckung sinnvoll.

Salbei

Echter Salbei ist ein mehrjähriger Halbstrauch für sonnige Plätze, 50–60 cm hoch. Pflanzung April–Juni, Direktsaat Mai–Juni, Voranzucht März–April. Anders als die Lichtkeimer wird Salbei etwa 0,5 cm tief gesät und mit Erde bedeckt; Keimung bei 18–22 °C in 7–21 Tagen. Abstandssystem: 35 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand, Einzelpflanzen. Ernte Mai–Oktober, Blüte Juni–Juli. In milden Lagen überwintert er im Freiland, bei rauen Winterbedingungen braucht er Schutz.

Rosmarin

Rosmarin ist eine Dauerkultur für volle Sonne und ein Schwachzehrer. Das Kulturfenster beginnt im Februar und reicht bis Juni – ab Februar heißt das Vorkultur im Haus, ins Beet kommt er erst, wenn kein Frost mehr droht. Abstandssystem: 30 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand, Einzelpflanzen. Ob Rosmarin draußen über den Winter kommt, hängt von Lage und Winter ab.

Zahl im Blick

Bei den verholzenden Halbsträuchern Rosmarin, Thymian und Salbei wird beim Ernteschnitt bis auf ein Drittel der Pflanzenhöhe zurückgeschnitten – im belaubten Bereich, nicht tief ins alte, kahle Holz, dort treiben sie nur zögerlich wieder aus. Krautige Kräuter wie Petersilie, Minze oder Schnittlauch dagegen dürfen bis auf wenige Zentimeter über der Erde abgeschnitten werden.

Nachbarschaft im Freilandbeet – kurz

Im Freiland stehen die Kräuter dichter beieinander als auf der Fensterbank, und die Unverträglichkeiten wiegen schwerer. Die mediterranen Aromatiker Thymian, Salbei, Rosmarin, Basilikum und Bohnenkraut gelten untereinander als schwierige Nachbarn; unter den Doldenblütlern gilt dasselbe für Dill, Kerbel, Koriander und Petersilie. Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts. Welche Kombination für dein Beet aufgeht, prüfst du am schnellsten mit dem Mischkultur-Werkzeug für Kräuter und Gemüse; den Abstands- und Fruchtfolge-Plan legst du im Beetplaner an. Die Grundlagen dazu erklärt der Hub-Abschnitt zu Mischkultur und Beetplanung.

Mini-Checkliste

Vor der Freilandsaat prüfe ich: Ist das Saatfenster der Art offen? Ist der Boden warm genug für ihre Keimtemperatur? Lichtkeimer nur andrücken, Petersilie und Salbei bedecken? Steht kein unverträglicher Nachbar in der Reihe daneben? Etikett mit Datum gesteckt?

Pflege nach Saat und Pflanzung – was das Freiland verlangt

Direktsaaten halte ich bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht und jäte zwischen den Reihen, sobald ich die Keimlinge von Beikraut unterscheiden kann. Frisch gesetzte Jungpflanzen gieße ich an und schaue in den ersten Tagen, ob die Blätter am Nachmittag schlappen. Gedüngt wird mit Maß: Die große Mehrheit der Kräuter ist schwachzehrend, Kompost zum Start genügt vielen Arten für die ganze Saison; Basilikum, Borretsch und Liebstöckel sind die starkzehrenden Ausnahmen. Üppige Stickstoff- und Wassergaben gelten zu Recht als Aromakiller. Mehr zu Gießen und Düngen mit Maß steht im Hub-Artikel; welche typischen Fehler Einsteigern beim Anbau der zehn Standardkräuter im Jahresverlauf passieren, liest du in der Anleitung zum Anbau der zehn Einsteiger-Kräuter mit Jahreskalender.

Passt dazu

Wenn du erst einmal mit ganz wenigen, robusten Arten anfangen willst, findest du sie samt Ernte- und Verarbeitungstipps im Artikel über die einfachsten Kräuter zum Starten.

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Häufige Fragen

Welche Kräuter eignen sich besonders gut für die Direktsaat ins Freiland?
Kerbel, Dill, Kresse, Petersilie und Schnittlauch säe ich direkt ins Beet. Kerbel und Kresse sind Lichtkeimer und werden nur angedrückt, Petersilie kommt 0,5–1 cm tief in die Erde, Schnittlauch 0,5–2 cm. Für Sommer-Bohnenkraut gilt Direktsaat April–August, auch das ist ein Lichtkeimer.
Wie gelingt Thymian und Salbei im Freiland?
Beide wollen einen sonnigen Platz. Thymian pflanzst du März–Mai oder säst ihn Mai–Juni oberflächennah aus; Salbei setzt du April–Juni oder säst ihn Mai–Juni etwa 0,5 cm tief mit Erdabdeckung. Beide können im Freiland überwintern, in rauen Lagen ist eine schützende Abdeckung sinnvoll. Beim Schnitt bleibst du im belaubten Bereich und gehst nicht tief ins alte, kahle Holz.
Wann und wie kommt Basilikum ins Freiland?
Basilikum ist nicht freiland-winterhart und wird hierzulande einjährig kultiviert. Freilandsaat und Pflanzung liegen im Fenster Mai–Juni, der Standort ist sonnig. Als Lichtkeimer säst du es oberflächennah und bedeckst es höchstens leicht; die Keimtemperatur liegt bei 15–22 °C, die Keimdauer bei 7–25 Tagen. Der Pflanzabstand beträgt 10–25 cm (pflanzweise- und sortenabhängig: Büschel enger, Einzelpflanzen weiter).
Welche Kräuter sind einjährig, welche mehrjährig – und was heißt das im Freiland?
Einjährige wie Sommer-Bohnenkraut, Dill oder Kerbel laufen in einer Saison von der Aussaat bis zur Samenreife und werden jedes Jahr neu gesät. Petersilie ist botanisch zweijährig, wird für die Blattnutzung aber meist einjährig gezogen. Mehrjährige wie Schnittlauch, Thymian, Salbei, Estragon oder Zitronenmelisse bleiben am Platz – ob sie ungeschützt draußen bleiben können, hängt an Art und Lage.
Direktsaat oder Jungpflanzen – was ist bei Kräutern besser?
Das entscheidet die Art. Schnell nachgesäte Blattkräuter wie Dill, Kerbel und Kresse säe ich am Platz, weil ich sie ohnehin laufend nachsäe. Wärmebedürftige oder langsam keimende Arten wie Basilikum (Keimdauer 7–25 Tage), Thymian (10–21 Tage) oder Salbei (7–21 Tage) ziehe ich vor oder setze Jungpflanzen, damit sie im kurzen Freilandfenster nicht erst mit der Keimung beginnen.
Wann ist die beste Pflanzzeit für Kräuter im Freiland?
Frostempfindliche Arten wie Basilikum und Majoran pflanzst du Mai–Juni. Thymian kann März–Mai gepflanzt werden, Salbei April–Juni, Estragon April–Mai oder im September. Petersilie setzt du April–August, Schnittlauch April–September, Zitronenmelisse April–August.
Welche Kräuter sollten im Freiland nicht nebeneinander stehen?
Die Doldenblütler Dill, Kerbel, Koriander und Petersilie gelten untereinander als schwierige Nachbarn, ebenso die mediterranen Aromatiker Thymian, Salbei, Rosmarin und Basilikum untereinander. Kresse verträgt sich nicht mit Rauke, Radieschen oder Rettich. Gute Paare sind Basilikum mit Tomaten und Gurken, Dill mit Gurken und Bohnen, Bohnenkraut mit Bohnen.
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