Bohnenkraut anbauen Schritt für Schritt: Sommer-Bohnenkraut säen, pflegen, ernten
- Sommer-Bohnenkraut ist einjährig, frostempfindlich und wird 30–40 cm hoch – jedes Jahr neu säen.
- Lichtkeimer: etwa 0–0,5 cm tief säen, andrücken, nicht oder nur schwach mit Erde bedecken.
- Keimung bei 15–20 °C in 7–24 Tagen; Voranzucht März–April, Freilandsaat April–August, Pflanzzeit etwa Mai–Juni.
- Abstand: 20 cm in der Reihe, 25 cm zwischen den Reihen, als freistehende Büsche ohne Stütze.
- Ernte etwa Juni–Oktober; das Aroma ist kurz vor und während der Blüte (Juli–September) am besten.

Sommer-Bohnenkraut ist einjährig und frostempfindlich – wer es zu früh oder zu tief säht, wartet auf Keimlinge, die nicht kommen. Ich säe es deshalb jedes Jahr neu, in flache Rillen und erst dann ins Beet, wenn sich der Boden erwärmt hat.
Diese Anleitung führt dich in sechs Schritten von der Artwahl über Standort und Aussaat bis zur Ernte. Die Grundlagen, die für alle Kräuter gelten, reißt sie nur an und verweist nach oben; die Bohnenkraut-Werte stehen hier vollständig.
Schritt 1: Sommer- oder Winter-Bohnenkraut wählen
Wenn im Gartenhandel von Bohnenkraut die Rede ist, sind zwei Arten der Gattung Satureja gemeint. Sommer-Bohnenkraut ist eine einjährige Gewürzpflanze: Es läuft in einer Saison von der Aussaat bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen., ist frostempfindlich und nicht freiland-winterhart und wird 30–40 cm hoch. Winter-Bohnenkraut ist die mehrjährige, verholzende Verwandte.
Diese Anleitung folgt dem Sommer-Bohnenkraut. Für Winter-Bohnenkraut gelten dieselben Standortregeln, seine Überwinterung und seine Kulturzeiten sind ein eigenes Thema, das dieser Artikel nicht vertieft.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit mäßig nährstoffreichem, gut durchlässigem und vorzugsweise alkalischem Boden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Bevorzugt werden alkalische Böden; auch neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger und vorzugsweise alkalischer Boden.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze ist pflegeleicht.
- Düngung
Im Freiland ist keine Düngung nötig; die Pflanzen gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst buschig und ist einjährig.
Schritt 2: Standort und Boden – kurz, der Rest steht im Kräuter-Hub
Bohnenkraut gehört zur mediterran-trockenen Kräuter-Welt: Es braucht einen sonnigen Platz und einen durchlässigen Boden, in dem kein Wasser steht. Nährstoffreich muss die Erde nicht sein, Bohnenkraut ist schwachzehrend. Welche Bodenansprüche die trockene Welt im Beet, in der KräuterspiraleEine Kräuterspirale ist ein spiralförmig ansteigendes Beet aus Steinen und Erde. Von der mageren, sonnigen Spitze bis zum nährstoffreichen Fuß mit kleinem Teich bietet sie auf engem Raum Plätze für Kräuter mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen. und im Topf stellt, erklärt der Kräuter-Hub im Abschnitt zu den zwei Kräuter-Welten.
Schritt 3: Aussaat – Zeitpunkt, Saattiefe, Keimung, Abstand
Wann du säst
Für die VoranzuchtVoranzucht heißt, Pflanzen aus Samen in Schalen oder Töpfen unter geschützten Bedingungen heranzuziehen, etwa am Fenster, im Gewächshaus oder im Frühbeet. Die Jungpflanzen setzt du später ins Beet. im Haus gilt März bis April, die FreilandsaatFreilandsaat ist die Aussaat direkt an Ort und Stelle im Gartenbeet unter freiem Himmel. Die Samen keimen dort, wo die Pflanzen anschließend weiterwachsen sollen. läuft von April bis August, jeweils abhängig von Region und Witterung. Vorgezogene Jungpflanzen kommen etwa Mai bis Juni ins Beet – Sommer-Bohnenkraut ist frostempfindlich, also erst, wenn keine Fröste mehr drohen. Wer ab April direkt sät, rechnet mit Spätfrösten und legt bei Frostwarnung ein Vlies über die Reihe.
Weil das Freilandfenster bis August reicht, kannst du in mehreren Sätzen nachsäen. So stehen bis in den Herbst junge, zarte Triebe im Beet, während die frühen Pflanzen schon blühen.
Wie tief du säst
Bohnenkraut ist ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte.: Sommer-Bohnenkraut säst du oberflächennah, etwa 0–0,5 cm tief, und bedeckst die Samen nicht oder nur schwach mit Erde. Ich drücke die Samen mit einem flachen Brettchen an und halte die Reihe mit der feinen Brause feucht, bis die Keimlinge stehen.
Wie lange die Keimung dauert
Bohnenkraut keimt bei 15–20 °C. Rechne mit 7–24 Tagen; die Spanne hängt von Temperatur, Feuchte und Saatgut ab, und im Freiland bei kühlem Boden dauert es länger als in der warmen Anzuchtschale. Solange nichts zu sehen ist, bleibt die Saat feucht, aber nie nass.
Die Samen werden wie Bohnen in eine tiefe Rille gelegt und zugeharkt. Unter einer dicken Erdschicht fehlt dem Lichtkeimer das Licht, und die Reihe bleibt lückig. Andrücken statt eingraben.
Welcher Abstand gilt
Vereinzele oder pflanze auf 20 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand; Bohnenkraut wächst als freistehender Busch ohne Stütze. Die allgemeine Technik – Anzuchtschalen, PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat., DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. in Rillen – steht im Kräuter-Hub im Abschnitt zur Aussaat mit VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht., Direktsaat und den feinen Samen.
Schritt 4: Gießen, Düngen, Schneiden
Bohnenkraut ist schwachzehrend: Kompost zum Start genügt für die Saison, als Faustzahl 3 bis 5 l je Quadratmeter und Jahr. Gegossen wird nach der mediterranen Regel – selten und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist. Knipse die Triebe regelmäßig ab, damit die Pflanzen nicht auswachsen; ich nehme die Spitzen beim Vorbeigehen mit und lege sie gleich in den Erntekorb. Was Bohnenkraut darüber hinaus braucht, steht in der Anleitung dazu, wie du Bohnenkraut fachgerecht pflegst und düngst.
Schritt 5: Nachbarn und Anbaupause
Der Name ist Programm: Als gute Nachbarn gelten Prunk-, Stangen- und Buschbohnen, während viele Kräuter aus der eigenen Verwandtschaft – Anisminze, Koreanische Minze, Ysop, Lavendel, Zitronenmelisse, Minze, Basilikum, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei, Knollenziest und Thymian – als schwierige Nachbarn gelten. Nach Bohnenkraut hält das Beet eine Anbaupause von 4 Jahren, und eine zuverlässige Schädlingsabwehr durch den Duft ist nicht belegt: Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts. Was Bohnenkraut im Gemüsebeet leisten kann, beschreibt der Artikel dazu, welche Rolle Bohnenkraut als Begleiter im Garten spielt.
Schritt 6: Ernte und Vorrat
Geerntet wird Sommer-Bohnenkraut etwa von Juni bis Oktober – Hersteller-Kulturanleitungen nennen auch Juni bis September –, am Vormittag nach dem Abtrocknen des Taus, ganze Triebe eine Handbreit über dem Boden. Das Aroma ist kurz vor und während der Blüte von Juli bis September am besten; für den Vorrat schneidest du in diesem Fenster und hängst die Bündel schattig und trocken auf, denn Bohnenkraut trocknet gut und verliert dabei sein Aroma nicht. Ich hänge die Bündel im Schuppen auf und prüfe beim Abnehmen, ob die Blätter rascheln. Beim ersten Frost hat das einjährige Sommer-Bohnenkraut seinen Zyklus beendet: abräumen, im Frühjahr neu säen. Wie du das Aroma in Glas und Froster erhältst, steht in der Anleitung dazu, wie du Bohnenkraut erntest und lagerst, ohne Aroma zu verlieren.
Küche und Gesundheit: Würze, kein Wundermittel
Bohnenkraut würzt traditionell Bohnen- und andere Hülsenfruchtgerichte, dazu Kartoffeln und Eintöpfe – frisch oder getrocknet. Küchenkräuter sind Lebensmittel, keine Medizin, und diese Tradition als Bohnengewürz ist das, was dieser Artikel dir mitgibt. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Wie Küchenkräuter gesundheitlich einzuordnen sind, erklärt der Kräuter-Hub im Abschnitt Kräuter und Gesundheit.




