Zitronengras aussäen: vom Keimen bis zur ersten Ernte und Überwinterung
- Vorziehen von Ende Februar bis April (Herstellerangabe), für die Zimmerkultur ganzjährig.
- Die Sorte East Indian keimt nach Herstellerangabe bei 20 bis 25 °C in 14 bis 21 Tagen – Wärme ist der Engpass, nicht die Erde.
- Zitronengras wächst am besten bei etwa 20 bis 30 °C und stellt unterhalb von 10 °C sein Wachstum ein.
- Im Beet 40 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand als Einzelhorst; getopfte Keimlingsgruppen mit 20 cm Abstand.
- Ernte: Stängel an der Basis abschneiden oder herausdrehen, genutzt wird vor allem der helle untere Abschnitt von etwa 10 cm.
- Spätestens ab 5 bis 7 °C ins Winterquartier, dort etwa 10 bis 15 °C und hell.

Zitronengras-Samen liegen auf einer kühlen Fensterbank wochenlang unverändert in der Erde, und viele geben dann auf, bevor überhaupt etwas passiert ist. Der Grund ist nicht das Saatgut, sondern die Temperatur: Die Sorte East Indian keimt nach Herstellerangabe bei 20 bis 25 °C und braucht dafür 14 bis 21 Tage. Ich ziehe Zitronengras deshalb an der Heizung vor und lege ein Thermometer direkt neben die Schale, statt mich auf das Raumgefühl zu verlassen. Wer die Wärme sichert, hat den schwierigsten Teil der Aussaat erledigt.
Wann und womit du Zitronengras aussäst
Für die Freilandkultur wird Zitronengras nach Herstellerangabe von Ende Februar bis April vorgezogen. Wer es dauerhaft im Zimmer kultivieren will, kann das ganzjährig tun. Eine DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ins Beet scheidet in unserem Klima aus: Zitronengras stellt unterhalb von 10 °C sein Wachstum ein und gedeiht am besten bei etwa 20 bis 30 °C – solche Bodentemperaturen liefert das Frühjahrsbeet nicht.
Du brauchst wenig Material: Aussaatschalen oder kleine Töpfe mit Abzugslöchern, Aussaaterde, eine Sprühflasche und einen warmen, hellen Platz. Eine transparente Haube hält die Feuchtigkeit in der Schale. Wie du grundsätzlich vorziehst und mit feinen Samen umgehst, steht im Kräuter-Ratgeber; hier zählt nur, was bei Zitronengras anders ist – und das ist die Wärme.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht andrücken oder sehr flach etwa 0,5–1 cm tief säen.
Aussaat Schritt für Schritt
Fülle die Schale mit Aussaaterde und feuchte sie an, bevor die Samen hineinkommen. Ich verteile die Samen locker auf der Oberfläche und drücke sie mit der flachen Hand an, dann sprühe ich nach, damit nichts verschwimmt. Anschließend Haube auf und an den warmen Platz.
Die Keimbedingungen in Stichworten:
- Temperatur: 20 bis 25 °C (Herstellerangabe für die Sorte East Indian). Ohne diese Wärme dauert es länger oder es passiert nichts.
- Feuchtigkeit: gleichmäßig feucht, nie nass. Sprühen statt gießen, solange die Samen oben liegen.
- Licht: hell, aber ohne pralle Mittagssonne unter der Haube, sonst heizt sich die Schale zu stark auf.
Lüfte die Haube einmal am Tag, damit sich auf der Erde kein Belag bildet. Nach 14 bis 21 Tagen zeigen sich die ersten grasfeinen Spitzen; einzelne Samen können deutlich länger brauchen.
Die Schale steht zwar hell, aber bei Zimmertemperatur unter der Keimspanne, und die Erde wird aus Sorge täglich nachgegossen. Kalt und nass ist die Kombination, bei der Zitronengras-Samen eher faulen als keimen. Prüfe zuerst die Temperatur am Standort der Schale, bevor du am Gießen etwas änderst.
Vom Keimling zur Jungpflanze
Sobald die Keimlinge kräftig genug sind, um angefasst zu werden, kommen sie in Töpfe. Ich pikierePikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. sie nicht einzeln, sondern in kleinen Gruppen, weil Zitronengras ohnehin als Horst wächst und einzelne Halme lange dünn bleiben. Zwischen den getopften Keimlingsgruppen hält der Hersteller 20 cm Abstand ein. Die Jungpflanzen bleiben so lange drinnen, bis draußen die Temperaturen stabil im Wachstumsbereich liegen; nachts darf es nicht unter 10 °C fallen, sonst stockt die Entwicklung.
Für den Standort gilt sonnig bis halbschattig, windgeschützt, mit lockerem Boden ohne StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Zitronengras zählt zu den frisch-feuchten Kräutern, nicht zu den mediterran-trockenen – wie du Kräuter nach ihren zwei Welten einordnest und sie mit Maß gießt und düngst, liest du im Kräuter-Ratgeber. Im Beet setzt du die Horste mit 40 cm Abstand in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand als Einzelhorste; Mais gilt dabei als unverträglicher Nachbar.
Die meisten Hobbygärtner fahren mit dem Kübel besser, weil das Umziehen ins Winterquartier dann ohne Ausgraben klappt. Welche Handgriffe die Topfkultur auf Balkon und Terrasse verlangt, behandelt der Kübel-Artikel im Detail.
Pflege im Sommer und die erste Ernte
Zitronengras ist als schwachzehrend eingestuft. Eine nährstoffreichere Erde beim Topfen und Kompost zum Start reichen den Pflanzen für die Saison; ein fester Düngerhythmus ist nicht nötig. Gegossen wird gleichmäßig, bevor die Blätter schlappen, und immer an den Fuß der Pflanze. Alles Weitere zur laufenden Versorgung steht in der Pflegeanleitung für Zitronengras als Garten- und Kübelpflanze.
20 bis 30 °C ist der Bereich, in dem Zitronengras am besten wächst; unter 10 °C stellt es das Wachstum ein. Ein Sommer mit kühlen Nächten bremst die Horste also, ohne dass du an der Pflege etwas falsch machst.
Geerntet wird, sobald sich am Fuß der Stängel der helle, verdickte Abschnitt zeigt. Du schneidest den Stängel an der Basis ab – als Richtwert etwa 2 bis 3 cm über der Erde, damit neue Triebe nachwachsen – oder drehst ihn vorsichtig heraus; genutzt wird vor allem der helle, zarte untere Abschnitt von etwa 10 cm. Für den Vorrat behält Zitronengras beim Einfrieren mehr Aroma als beim Trocknen, die Stängel kommen dafür in etwa 10 cm lange Stücke geschnitten in den Froster. Wie du Zitronengras für volles Aroma erntest, lagerst und Schädlinge im Blick behältst, vertieft der Ernte-Artikel; auch SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. und Blattläuse, die im Sommer gelegentlich auftreten, gehören dort hin.
Zitronengras überwintern
Zitronengras verträgt als frostempfindliche Pflanze kein Absinken unter etwa 10 °C und sollte spätestens ab Temperaturen von 5 bis 7 °C ins Winterquartier. Ich lasse den Kübel den ganzen Sommer draußen und trage ihn erst hinein, wenn die Nachtwerte auf diese Spanne zugehen – dafür hängt ein Außenthermometer neben der Terrassentür. Trockene und beschädigte Blätter entfernst du vorher, damit im Haus nichts fault.
Als Richtwert für den Überwinterungsstandort gelten etwa 10 bis 15 °C an einem hellen Platz: ein kühles Treppenhausfenster, ein Wintergarten oder ein frostfreies Gewächshaus. Direkt über dem Heizkörper wird die Luft zu trocken. Gegossen wird im Winter deutlich weniger als im Sommer und nur, wenn die Erde abgetrocknet ist; Dünger bleibt weg, weil die Pflanze unter 10 °C ohnehin nicht wächst. Ich kontrolliere im Winterquartier bei jedem Gießen die Blattunterseiten, weil trockene Heizungsluft das Klima ist, in dem Spinnmilben gern auftreten.
Im Frühjahr geht der Horst erst wieder nach draußen, wenn die Nächte dauerhaft über 10 °C liegen. Dann kannst du ihn bei Bedarf teilen und hast im zweiten Jahr einen älteren, breiteren Horst als alles, was du aus Samen neu ziehst.



