Zitronengras pflegen: so gießt, düngst, teilst und überwinterst du die Tropenpflanze im Kübel
- Zitronengras wächst am besten bei etwa 20 bis 30 °C und stellt unterhalb von 10 °C das Wachstum ein.
- Das Substrat bleibt feucht und gut durchlässig – gegossen wird an den Fuß der Pflanze, bis der Ballen bis zum Topfboden durchfeuchtet ist, und der Untersetzer wird geleert.
- Im Beetplaner ist Zitronengras schwachzehrend eingestuft, für kräftiges Wachstum braucht es aber reichlich Nährstoffe – im Kübel düngst du während der Wachstumszeit zusätzlich, ab Ende August nicht mehr.
- Ältere Stöcke teilst du im Frühjahr; bei starker Durchwurzelung wird umgetopft oder geteilt.
- Spätestens bei 5 bis 7 °C kommt der Kübel ins Winterquartier; als Richtwert für den Platz gelten etwa 10 bis 15 °C.

Zitronengras ist eine Tropenpflanze, die bei uns den Sommer im Kübel verbringt – und genau dort entscheidet sich, ob du im Herbst dicke, helle Stängel schneidest oder einen vergilbten Busch ins Haus trägst. Bei mir steht der Kübel an der Südwand, sobald die Nächte nicht mehr unter etwa 10 °C fallen, und ich kontrolliere ihn beim Gießen auf zwei Dinge: Ist das Substrat unterhalb der Oberfläche noch nass, und steht Wasser im Untersetzer? Wasser, Nährstoffe, Wärme und der rechtzeitige Umzug ins Winterquartier sind die vier Pflegepunkte, um die es hier geht.
Warum Zitronengras in keine der üblichen Kräuter-Schubladen passt
Cymbopogon citratus ist eine mehrjährige, nicht winterharte Tropenpflanze. Es verlangt einen geschützten, sehr warmen und vollsonnigen Platz wie ein mediterranes Kraut – und gleichzeitig eine gute Wasserversorgung wie ein frisch-feuchtes Blattkraut. Wie sich Kräuter sonst in die beiden Welten mediterran-trocken und frisch-feucht sortieren, liest du im Kräuter-Ratgeber; Zitronengras bedienst du aus beiden. Das als East Indian angebotene Zitronengras gehört übrigens zu Cymbopogon flexuosus, den Steckbrief mit Aussaat- und Kulturwerten findest du im Zitronengras-Porträt.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht andrücken oder sehr flach etwa 0,5–1 cm tief säen.
Standort und Temperatur: warm, geschützt, standsicher
Zitronengras gedeiht am besten bei etwa 20 bis 30 °C und stellt unterhalb von 10 °C sein Wachstum ein. Im Beetplaner ist sonnig bis halbschattig hinterlegt, die Kulturhinweise zu Cymbopogon citratus nennen einen geschützten, sehr warmen und vollsonnigen Platz. Kübel auf Balkon und Terrasse müssen so stehen, dass kräftiger Wind sie nicht umwirft – die langen Blätter bieten viel Angriffsfläche. Die Grundlagen zu Klima und Standort trägt der Kräuter-Ratgeber im Abschnitt zu den zwei Kräuter-Welten.
Gießen: feucht halten, Staunässe vermeiden
Zitronengras ist feuchtigkeitsbedürftig und braucht eine gute Wasserversorgung; das Substrat soll feucht, aber gut durchlässig sein. Ein festes Gießintervall gibt es nicht, weil Topfgröße, Substrat und Wetter den Bedarf bestimmen. Ein im Verhältnis zur Pflanze kleiner Topf hat wenig Substrat als Wasserspeicher und braucht deshalb häufigeres Nachgießen.
So gehe ich vor: Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger, ob das Substrat auch unterhalb der Oberfläche noch nass ist – bei torffreier oder torfreduzierter Erde kann die Oberfläche trocken wirken, während es tiefer noch nass ist. Ist der Ballen abgetrocknet, gieße ich an den Fuß der Pflanze und nicht über die Blätter, so lange, bis das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist. Danach kippe ich den Untersetzer aus, und nach starkem Regen ebenfalls.
Schlaffe Blätter gelten als Gießsignal. Sie können aber sowohl auf TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. als auch auf beginnende WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. hindeuten und erlauben allein keine sichere Gießentscheidung. Erst ins Substrat fassen, dann gießen.
Pflanzkübel brauchen einen Wasserabzug und dürfen nicht im Wasser stehen, weil das Wurzelfäule begünstigt. Im Beet vermindert eine organische Mulchdecke die Austrocknung des Bodens. Wer eine Tropfbewässerung für den Urlaub einrichtet, prüft sie vorher in einem Testlauf auf Einstellung und dichte Schlauchverbindungen.
Ich gieße meine Kübel morgens und gehe abends noch einmal mit dem Finger durch die Töpfe, die in der Mittagssonne standen. Was dabei trocken ist, bekommt am nächsten Morgen als Erstes Wasser – ich notiere mir das nicht, ich schaue einfach jeden Tag nach.
Düngen: schwachzehrend im Beetplaner, hungrig im Kübel
Hier treffen zwei Angaben aufeinander, die du kennen solltest: Im Beetplaner ist Zitronengras als schwachzehrend eingestuft. Die Kulturhinweise zu Cymbopogon citratus sagen dagegen, dass es für kräftiges Wachstum reichlich Nährstoffe benötigt. Für die Praxis heißt das: Im Gartenboden arbeitest du mit der allgemeinen Kompost-Faustzahl von 3 bis 5 l je Quadratmeter und Jahr, ausgebracht erst im Spätwinter oder Frühjahr, um Nitratauswaschung zu vermindern. Im Kübel geht der Vorrat schneller aus, deshalb wird bei GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen. während der Wachstumszeit zusätzlich gedüngt: im Frühjahr beim Neuaustrieb ein LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. oder während der Wachstumsphase Flüssigdünger.
Ein paar Regeln gelten bei jeder Gabe. Düngerlösung kommt auf bereits feuchte Erde, um Wurzelschäden zu vermeiden; bei Trockenheit und Hitze wird Flüssigdünger niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden gegossen und nicht über die Pflanze. Steht dein Zitronengras in nährstoffhaltiger Kauferde, düngst du in den ersten Wochen nach dem Eintopfen nur sparsam zusätzlich. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei – dann bringt Nachlegen nichts. Und: Übermäßige Düngung kann bei Kräutern zu mastigem Wachstum und schwächerem Aroma führen.
Ab Ende August bekommen Kübelpflanzen, die auf die Winterruhe vorbereitet werden, keinen Dünger mehr, damit das Gewebe ausreifen kann. Ich schreibe mir das Datum in den Gartenkalender, weil der Kübel Ende August meist noch in vollem Wuchs steht.
Wie der Schwachzehrer-Grundsatz für Kräuter insgesamt aussieht und wo die Ausnahmen liegen, steht im Kräuter-Ratgeber unter Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß.
Kübel, Substrat und Umtopfen
Als Ausgangssubstrat eignen sich Universalerde oder Kübelpflanzenerde; mineralische Bestandteile wie Splitt, Bims oder Blähton halten die Struktur stabil, und das ist bei einer Pflanze, die viel Wasser bekommt, wichtig. Das Gefäß braucht mindestens ein freies Abzugsloch; als Drainagebeispiel wird eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht genannt. Torffreie, organisch gedüngte Substrate können pH-Wert und Nährstoffangebot innerhalb kurzer Zeit erheblich verändern – ein Grund mehr, die Nachdüngung am Zustand der Pflanze auszurichten und nicht am Kalender.
Umgetopft wird, sobald der Topf durchwurzelt ist; bei starker Durchwurzelung wird Cymbopogon citratus umgetopft oder gleich geteilt. Ich hebe den Ballen dafür im Frühjahr aus dem Topf und schaue, ob die Wurzeln außen schon eine dichte Matte bilden.
Die Balkon-Perspektive mit Tricks für wenig Platz liest du unter Zitronengras im Kübel auf dem Balkon; die Gefäß-Grundlagen für alle Kräuter stehen im Kräuter-Ratgeber im Topf-Absatz von Kräuterbeet, KräuterspiraleEine Kräuterspirale ist ein spiralförmig ansteigendes Beet aus Steinen und Erde. Von der mageren, sonnigen Spitze bis zum nährstoffreichen Fuß mit kleinem Teich bietet sie auf engem Raum Plätze für Kräuter mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen., Hochbeet und Topf.
Teilen und verjüngen
Ältere Stöcke von Cymbopogon citratus werden im Frühjahr durch Teilung vermehrt. Das ist zugleich Pflege und Vermehrung: Der Horst bekommt wieder Platz, und du gewinnst neue Pflanzen. Ich nehme den Stock aus dem Topf, lege ihn auf eine Plane, ziehe die Horste auseinander und setze jedes Stück in frisches, durchlässiges Substrat. Anschließend gieße ich durch und stelle die Töpfe warm, ohne dass Wasser im Untersetzer steht.
Die Anzucht aus Samen läuft anders und gehört in den Aussaat-Kontext: Zitronengras wird für die Freilandkultur von Ende Februar bis April vorgezogen, für die Zimmerkultur ganzjährig. Wie du Zitronengras vom Keimen bis zur ersten Ernte ziehst, steht in der Aussaat-Anleitung; die Termine für alle Kräuter hält der Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken bereit.
Die Saison beenden: Überwintern als Pflegeaufgabe
Zitronengras ist nicht winterhart und verträgt kein Absinken unter etwa 10 °C. Spätestens ab Temperaturen von 5 bis 7 °C holst du den Kübel ins Winterquartier – ich beobachte dafür ab Ende August die Nachttemperaturen und räume nicht erst, wenn der Wetterbericht Frost meldet. Als Richtwert für den Überwinterungsstandort gelten etwa 10 bis 15 °C; für den Topf im Haus oder Wintergarten sind auch 6 bis 10 °C belegt. Beide Angaben liegen kühl, also kein Wohnzimmer neben der Heizung.
Im Winterquartier gilt dieselbe Gießregel wie im Sommer, nur mit weniger Wasser: Der Kübel darf nicht austrocknen, aber Staunässe bleibt tabu. Gedüngt wird nicht, das Gewebe ist ab Ende August ohnehin auf Ruhe gestellt. Braune, abgestorbene Blätter schneide ich im Winterquartier heraus, damit die Luft im Horst zirkuliert.
Für den Umzug ins Winterquartier
- Nachttemperaturen ab Ende August im Blick behalten, spätestens bei 5 bis 7 °C reinholen
- Platz mit etwa 10 bis 15 °C wählen, hell
- Untersetzer leeren, Ballen nicht austrocknen lassen
- kein Dünger bis zum Neuaustrieb im Frühjahr
- im Frühjahr beim Neuaustrieb umtopfen oder teilen
Wer bleibt, wer geht und wer reinkommt, ordnet der Kräuter-Ratgeber im Abschnitt Überwintern für alle Kräuter; Zitronengras gehört dort klar zur dritten Gruppe.
Ernte und Küche: nur kurz
Die Erntezeit reicht etwa von Mai bis September. Die Stängel werden an der Basis abgeschnitten oder vorsichtig herausgedreht; beim Schnitt bleiben als Richtwert etwa 2 bis 3 cm über der Erde stehen, damit neue Triebe nachwachsen. Genutzt wird vor allem der helle, zarte untere Stängelabschnitt von etwa 10 cm; für den Vorrat behält Zitronengras beim Einfrieren in etwa 10 cm langen Stücken mehr Aroma als beim Trocknen. Wie du Zitronengras richtig erntest und verarbeitest, steht im Ernte-Artikel, die Küchenseite und den Vergleich mit anderen Zitrusaromen trägt der Beitrag zu Zitronengras als Aroma für Küche und Garten.
Beetplatz und Nachbarn
Kommt Zitronengras ins Beet, setzt du die Horste mit 40 cm Abstand in der Reihe und 40 cm Reihenabstand; als DauerkulturDauerkultur nennt man Pflanzen, die mehrere Jahre am selben Platz bleiben, immer wieder Ernte bringen und deshalb nicht in die Fruchtfolge eingebunden werden, etwa Rhabarber, Spargel oder Obst. läuft es im Beetplaner nicht, weil es den Winter draußen nicht übersteht. Als unverträglicher Nachbar ist Mais gelistet. Was sonst gut daneben steht, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug, die Flächenplanung übernimmt der Beetplaner, und die Kombinationen im Detail beschreibt der Artikel zu Zitronengras in der Mischkultur.
Schädlinge und Krankheiten: vorbeugen, beobachten
Die beste Vorbeugung ist die Pflege selbst: Wasser an den Fuß statt über die Blätter, kein Wasser im Untersetzer, keine ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt.. Beim Gießen schaue ich die Blattunterseiten an – SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. sind winzig, bis 0,6 mm lang, und sitzen geschützt in Gespinsten blattunterseits; Thripse sind meist 1 bis 2 mm lang und hinterlassen silbrig glänzende Saugschäden. Was du bei gelben Blättern, Wachstumsstockungen oder Befall konkret tust, behandelt der Beitrag zu typischen Problemen beim Zitronengras-Anbau.



