Der richtige Zeitpunkt für die Anzucht: vom Märzstart zum eigenen Aussaatkalender
- Für die Direktsaat zählt die Mindestbodentemperatur der Art, bei Möhren liegt sie im Saatbeet bei 5 °C.
- Im März ziehst du Tomaten auf der Fensterbank vor und säst Pastinaken ab Mitte März direkt ins Beet.
- Schnittlauch, Petersilie, Kresse und Rucola dürfen Anfang bis Mitte April ins Freiland, Basilikum frühestens Mitte Mai.
- Stauden mit Kältebedarf wie Duftveilchen und Frauenmantel säst du von Januar bis März direkt ins Freiland.
- Für den eigenen Kalender rechnest du vom Pflanztermin zurück, bei Gurken reichen 2 bis 3 Wochen Vorkultur.
Im März stehen bei mir die ersten Saatschalen auf der Fensterbank, und draußen prüfe ich, ob das Beet schon bereit ist. Das Datum auf der Samentüte sagt mir, ab wann es losgehen kann. Ob es wirklich losgeht, entscheiden Boden und Wetter.
Wer zu früh sät oder pflanzt, riskiert Stillstand: Tomaten, Paprika oder Gurken können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Wer Salat in die Sommerhitze sät, hat das umgekehrte Problem, denn hohe Bodentemperaturen können die Keimung verhindern.
Hier findest du, was im März schon geht und woran du den passenden Zeitpunkt erkennst. Danach geht es um Kräuter, Blumen und Kaltkeimer und um die Frage, wie daraus dein eigener Aussaatkalender wird.
Was du im März schon säen und pflanzen kannst
Im März beginnt die Saison vor allem im Haus und unter Glas. Direkt ins Beet säst du nur, wenn der Boden abgetrocknet ist und die Mindesttemperatur der jeweiligen Art erreicht hat.
| Kultur | Wie und wo | Zeitfenster |
|---|---|---|
| Paprika | Vorkultur im Haus, an einem hellen Südfenster | zwischen Februar und Anfang März, für die Pflanzung im Mai |
| Tomaten | Vorkultur auf der Fensterbank | Mitte bis Ende März |
| Petunien und Begonien | Vorkultur im Haus | etwa ab Ende Februar |
| Tagetes Bonita Mischung | Vorkultur | März bis Mai, auspflanzen nicht vor Mitte Mai |
| Kopfsalat und Kohlrabi | Jungpflanzen ins ungeheizte Gewächshaus pflanzen | etwa ab Anfang März, je nach Witterung |
| Radieschen | Aussaat im ungeheizten Gewächshaus | etwa ab Anfang März, je nach Witterung |
| Möhre Nantaise 2 | Direktsaat ins Freiland | März bis Juni |
| Pastinaken | Direktsaat ins Freiland | Mitte März bis Anfang Mai |
| Duftveilchen und Frauenmantel | Freilandaussaat als Kaltkeimer | Januar bis März |
| Bärlauch | Aussaat in Schalen, draußen windgeschützt aufgestellt | ab Herbst bis Anfang März |
Für Tomaten, Paprika und Sommerblumen ist der März damit die Zeit der Vorkultur. Basilikum und Freilandgurken säst du noch nicht ins Beet, beide kommen erst ab Mitte Mai ins Freiland. Welche Arten sich grundsätzlich für die Direktsaat eignen und was jede dabei braucht, liest du im Ratgeber zu Gemüse, Kräutern und Blumen für die Direktsaat.
Ein unbeheiztes Gewächshaus ist nicht zuverlässig frostfrei. Wenn du dort im März Kopfsalat und Kohlrabi pflanzt, zeigt dir ein Minimum-Maximum-Thermometer, wie kalt es nachts unter Glas geworden ist.
Woran du den richtigen Aussaatzeitpunkt erkennst
Vier Dinge bestimmen den Termin: die Art, die Bodentemperatur, der Zustand des Bodens und die Lage deines Gartens. Aussaat- und Pflanztermine verschieben sich mit Witterung und regionalem Klima, ein Kalender gibt dir also Zeitfenster und keine festen Tage.
Bodentemperatur: was die Samen im Beet brauchen
Für die Keimung im Saatbeet hat jede Art eine Mindestbodentemperatur. Liegt der Boden darunter, wartest du mit der Saat.
| Kultur | Mindestbodentemperatur für die Keimung im Saatbeet |
|---|---|
| Möhren | 5 °C |
| Petersilie | 6 °C |
| Porree und Zwiebeln | 8 bis 10 °C |
| Bohnen | 10 bis 12 °C |
| Gurken | über 12 °C |
Ein gemeinsamer Aussaattag für das ganze Gemüsebeet passt deshalb nicht. Möhren keimen schon in einem Boden, der für Bohnen und Gurken noch zu kalt ist.
Im Frühjahr steckt in meinem Gemüsebeet ein Bodenthermometer. Ich lese es ab, bevor ich eine SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. ziehe, und schreibe den Wert mit Datum ins Gartentagebuch.
Ist der Boden schon bereit?
Das Beet bearbeitest du erst, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Gartengeräten haften bleibt. Ich stecke dafür die Grabgabel ins Beet und schaue nach, ob Erde an den Zinken hängt. Die Lage verschiebt den Start zusätzlich: In WeinbauklimaWeinbauklima meint das Klima von Gegenden, in denen Wein angebaut wird, etwa in Veitshöchheim, im Unterschied zu kühleren Regionen. Die Artischocke zum Beispiel gedeiht dort besonders gut und kann früher ausgesät werden. geht es früher los, in klimatisch ungünstigen Lagen später.
Auch innerhalb eines Gartens gibt es Unterschiede. In Strahlungsnächten fließt Kaltluft hangabwärts und sammelt sich in Senken, Mulden und am Hangfuß. Diese Stellen sind besonders frostgefährdet. Wie du für Gemüse nach Klimazone, Wetter und Frostempfindlichkeit über den Start entscheidest, vertieft der Ratgeber, ab wann du an deinem Standort Gemüse säen kannst.
Wärmeliebende Kulturen brauchen warmen Boden
Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Zucchini, Kürbisse und Melonen können schon bei niedrigen Plusgraden mit Wachstumsstockungen reagieren. Für zügiges Wachstum brauchen sie auch einen erwärmten Boden. Den Pflanztermin entscheidest du deshalb nach Bodenwärme und tatsächlicher Witterung und nicht allein nach dem Kalender.
Wenn der Boden zu warm ist
Auch zu viel Wärme hält die Saat auf. Kopfsalat keimt bei Bodentemperaturen über 18 °C schlechter. Bei Salaten einschließlich Feldsalat und bei Spinat können hohe Bodentemperaturen die Keimung verhindern oder unterbrechen. In Hitzephasen messe ich deshalb vor jeder Salatsaat nach, wie warm der Boden ist.
Gemüse im Jahreslauf: Frühjahr, Sommer, Herbst
Im Frühjahr ziehst du wärmeliebende Nachtschatten- und KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. im Haus vor, während Wurzelgemüse wie Möhren und Pastinaken direkt ins Beet kommen. Im Sommer laufen die letzten Termine ab, für Buschbohnen je nach Empfehlung Anfang bis Mitte Juli. Die Termine einzelner Sorten für Frühjahr, Sommer und Herbst findest du im Ratgeber, wann welche Gemüsesorte gesät wird.
Kräuter: wann welche Saat ins Freie geht
Bei Kräutern liegen die Starttermine weit auseinander. Robuste Arten dürfen schon vor den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. ins Beet, Basilikum wartet bis in den Mai.
| Kraut | Freilandaussaat | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Schnittlauch | Anfang bis Mitte April | als Horstsaat mit mehreren Samen an einer Saatstelle |
| Petersilie | Anfang bis Mitte April | Mindestbodentemperatur 6 °C |
| Kresse und Rucola | Anfang bis Mitte April, weitere Sätze bis Anfang September | in mehreren Sätzen säen |
| Basilikum | frühestens Mitte Mai | Samen auf die Oberfläche drücken, nicht abdecken |
Säst du alle Kräuter an einem Tag, wartest du mit der Petersilie unnötig lange oder bringst das Basilikum zu früh ins Beet. Ich säe Kresse und Rucola in mehreren Sätzen und notiere jeden Satz mit Datum, damit ich sehe, wann der nächste fällig ist. Bärlauch säst du für eine natürliche Kältebehandlung schon ab Herbst, mehr dazu bei den Kaltkeimern.
Basilikumsamen werden wie andere Saaten mit Erde bedeckt. Drück sie stattdessen nur auf der Substratoberfläche an und lass sie unbedeckt.
Blumen: Sommerblumen und Zweijährige
Die Ringelblume Bunte Schnittmischung säst du von April bis Juni direkt, die Tagetes Bonita Mischung ziehst du ab März vor. ZweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. wie Stiefmütterchen säst du je nach KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. von Juni bis Anfang August, ihre Hauptblüte folgt im nächsten Jahr. Die Termine für Sommerblumen, Zweijährige und Stauden sammelt der Ratgeber, wann du welche Blumen im Jahreslauf säst.
Kaltkeimer: Aussaat im Winter
Kaltkeimer haben einen Kältebedarf zur Keimung. Die Kältephase, die ihre physiologische Keimhemmung überwindet, heißt Stratifikation. Sie wirkt nur auf Samen, die bereits gequollen sind.
Für Stauden mit Kältebedarf, etwa Duftveilchen und Frauenmantel, ist Januar bis März ein passendes Fenster für die Freilandaussaat. Weil die Stratifikation nur auf gequollene Samen wirkt, reicht es nicht, die trockene Samentüte kalt zu lagern. Die Samen gehören in die Erde, damit sie quellen können, während die Kälte wirkt.
Bärlauch kannst du ab Herbst bis Anfang März in Schalen säen und draußen windgeschützt aufstellen. So bekommt er seine Kältebehandlung auf natürlichem Weg. Meine Schalen stehen an einer windgeschützten Hauswand, wo ich sie im Blick habe und die Feuchte mit dem Finger prüfe.
Für eine künstliche Kältephase gibt es keine Einheitsregel für alle Arten. Maßgeblich ist die Anleitung zu deinem Saatgut.
Zwischen Saat und Beet: die Grundlagen in Kürze
Viele Schritte der Anzucht hängen am Termin. Ausführlich erklärt sie der Überblick zu Aussaat und Anzucht von der Vorkultur bis zum Abhärten.
Vorkultur oder Direktsaat. Im April im Haus vorgezogene Gurken und Bohnen haben nach dem Auspflanzen Mitte Mai einen Entwicklungsvorsprung und sind weniger durch Schnecken und Bohnenfliegen gefährdet. Verlass dich beim Schneckenschutz aber nicht allein darauf. Welche Technik zu deinem Garten passt, vergleicht der Ratgeber zu Aussaattechniken von der Direktsaat bis zur Reihensaat.
Keimbedingungen. Keimtemperaturen sind Artwerte, für Kopfsalat liegen sie um 18 °C. Für Tomaten und Paprika liegt die Keimtemperatur im Bereich von 22 bis 25 °C. Saattiefe und Abstände findest du im Überblick im Abschnitt zu den Keimbedingungen.
Jungpflanzenpflege. Nach dem Pikieren führen ein zu dunkles Fenster oder zu hohe Temperaturen zu blassen, dünnen und weichen Jungpflanzen. Plane für frühe Aussaaten deshalb einen hellen Fensterplatz ein. Den ganzen Weg beschreibt der Ratgeber, wie du Pflanzen vom Samen bis zur Jungpflanze begleitest.
Abhärten und Auspflanzen. Selbst angezogenes Fruchtgemüse gewöhnst du bei geeigneter Witterung tagsüber zuerst im Halbschatten und danach in der Sonne an das Freiland. Die einzelnen Schritte stehen im Überblick zu Aussaat und Anzucht beim Abhärten und Auspflanzen.
Saatgut vorbehandeln. Skarifikation macht eine schwer wasserdurchlässige Samenschale für Wasser zugänglich, beim Anritzen muss der Embryo unverletzt bleiben. Vorquellen, Anritzen und Kältephasen erklärt der Überblick im Abschnitt zum Saatgut.
So erstellst du deinen persönlichen Aussaatkalender
Ein eigener Kalender verbindet die Termine von der Samentüte mit den Bedingungen in deinem Garten. Ich baue meinen jedes Jahr in derselben Reihenfolge auf.
- Saatgut sortieren. Meine Samentüten liegen in einer Kiste, geordnet nach Kulturgruppen und Aussaatmonaten. So behalte ich Einkauf und Termine im Blick. Älteres Saatgut teste ich vorher mit einer Probeaussaat. Nach 2 bis 3 Wochen beurteile ich, ob genug Samen gekeimt sind oder ob ich dichter oder neu säen muss.
- Grundriss zeichnen. Zeichne Beete und Wege einmal als festen Grundriss. Darüber legst du jedes Jahr den neuen Kulturplan, das erleichtert jährliche Anbauvarianten.
- Hauptkulturen zuerst. Verteile zuerst die Hauptkulturen auf die Beete. Danach ergänzt du passende Vor-, Nach- und ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. anhand ihrer Beetbelegungsdauer.
- Rückwärts rechnen. Für vorgezogene Kulturen gehst du vom geplanten Pflanztermin aus und ziehst die Vorkulturdauer ab. So ergibt sich der Aussaattermin.
- Fenster statt Stichtag. Trag Termine als Zeitfenster ein, weil sich Aussaat- und Pflanztermine mit der Witterung verschieben. Den Start im Beet entscheidest du am Ende nach Boden und Wetter.
- Aufschreiben. Halte im Gartentagebuch fest, welche Sorten gut keimen und sich zügig entwickeln. Notiere außerdem je Beet die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant., damit du zu enge Kulturfolgen erkennst.
Für die Rückwärtsplanung reichen bei Gurken etwa 2 bis 3 Wochen Vorkultur bis zur Pflanzung, bei Zucchini und Kürbis etwa 4 Wochen. Ein falsches Saatbett bereitest du 2 bis 4 Wochen vor der eigentlichen Gemüseaussaat vor, damit du auflaufendes Unkraut vorher entfernen kannst. Nach lange stehenden Kulturen wie Herbstkohl, Sellerie, Petersilie oder Stangenbohnen hältst du vor verwandten Kulturen eine Anbaupause von 3 Jahren ein.
Radieschen eignen sich als Vorkultur auf dem Beet. Aus einer Saat Mitte März sind sie je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif. Damit ist der Platz wieder frei, wenn Mitte Mai vorgezogene Gurken oder Bohnen ausgepflanzt werden.
Auch der Herbst gehört in den Kalender. Durch den Klimawandel verlängern sich Anbau- und Erntezeiten, das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für Aussaaten und Pflanzungen im Herbst. Solche Herbstkulturen bedecken den Boden und nehmen freigesetzte Nährstoffe auf.
Wer lieber am Bildschirm plant, legt Beete, Kulturen und Termine im digitalen Beetplaner an. Welche Nachbarn auf einem Beet zusammenpassen, prüfst du mit dem Werkzeug für Mischkultur-Partner. Schritt für Schritt mit Beetaufteilung und Zeitplan zeigt es der Ratgeber, wie du einen eigenen Aussaat-Planer anlegst. Wie du den Kalender mit Staffelanbau und Fruchtfolge durch das ganze Gartenjahr führst, beschreibt der Ratgeber, wie du einen Aussaatkalender fürs ganze Gartenjahr nutzt.

