Wann welches Gemüse säen? Tabelle nach Bodentemperatur, Lage und Frost
- Den Saattag bestimmen die Kälteverträglichkeit der Art, die Bodentemperatur und die Witterung an deinem Standort.
- Für die Keimung von Möhren braucht der Boden im Saatbeet mindestens 5 °C.
- Gurken benötigen zur Keimung im Saatbeet eine Bodentemperatur über 12 °C.
- Tomaten, Gurken und Zucchini können schon bei niedrigen Plusgraden stocken, frostfrei allein reicht nicht.
- Senken und Mulden sind in Strahlungsnächten besonders frostgefährdet.
- Ein Gartentagebuch hält fest, was bei dir gut keimt, und trägt die nächste Planung.
Auf der Samentüte steht ein Aussaatzeitraum. Ob dein Beet in diesem Zeitraum schon bereit ist, sagt sie dir nicht. Säst du zu früh, liegen die Samen in Erde, die für ihre Keimung noch zu kalt ist. Pflanzt du wärmeliebende Jungpflanzen zu zeitig aus, können sie schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Ich lege den Saattag deshalb nach drei Dingen fest: nach der Art, nach dem Boden und nach dem Wetter an meinem Standort.
Drei Fragen vor jeder Aussaat
Bevor ich eine Samentüte öffne, gehe ich drei Fragen durch. Die Reihenfolge bleibt gleich, weil jede Antwort die nächste eingrenzt.
- Wie viel Kälte verträgt die Art? Manche Arten keimen schon in kühlem Boden, andere stocken selbst bei niedrigen Plusgraden im Wachstum. Das legt fest, wie weit du den Termin nach vorn ziehen kannst.
- Ist der Boden so weit? Er muss für die Keimung warm genug sein. Bearbeiten kannst du das Beet, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Gartengeräten haften bleibt.
- Was macht das Wetter an deinem Standort? Aussaat- und Pflanztermine verschieben sich mit der Witterung und dem regionalen Klima. Ein Datum aus einem Kalender ist deshalb ein Ausgangspunkt, den du an deinen Garten anpasst.
Dazu kommt die Anbauweise. Ziehst du im Haus vor, rechnest du vom Pflanztermin zurück. Säst du direkt ins Beet, entscheidet der Boden am Saattag.
Kälteverträglichkeit der Art nachschlagen. Bodenthermometer ins Saatbeet stecken und ablesen. Prüfen, ob Erde an der Harke haften bleibt. Wettervorhersage für die kommenden Nächte ansehen. Saattag, Messwert und Wetter notieren.
Welches Gemüse wann? Die Tabelle nach Bodentemperatur
Für die Direktsaat ist die Bodentemperatur im Saatbeet das Signal, das du selbst messen kannst. Die Werte in der Tabelle sind Mindestwerte für die Keimung im Saatbeet. Ich stecke das Bodenthermometer ins Beet, bevor ich die SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. ziehe, und säe erst, wenn der Wert erreicht ist.
| Gemüse | Mindestbodentemperatur für die Keimung im Saatbeet | So setzt du es um |
|---|---|---|
| Möhren | 5 °C | Direktsaat; bei trockener, warmer Witterung hält eine Vliesabdeckung die Saat länger feucht |
| Petersilie | 6 °C | gehört zu den Kräutern, die schon vor den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. ins Freiland dürfen |
| Porree und Zwiebeln | 8 bis 10 °C | Saattag nach der Messung festlegen, nicht nach dem ersten milden Tag |
| Bohnen | 10 bis 12 °C | bei Buschbohnen kann Vorziehen in Töpfen den Schaden durch Bohnenfliegen verringern, der bei anhaltend kühlem Wetter zunimmt |
| Gurken | über 12 °C | Freilandgurken im Normalanbau ab Mitte Mai säen |
Zu warm kann der Boden ebenfalls sein. Kopfsalat keimt bei Bodentemperaturen über 18 °C schlechter. Hohe Bodentemperaturen können bei Salaten einschließlich Feldsalat und bei Spinat die Keimung sogar verhindern oder unterbrechen. Das Thermometer zeigt dir also im Frühjahr, ab wann du säen kannst, und im Hochsommer, wann der Boden für Salat und Spinat zu warm ist.
Die Monate, in denen du die einzelnen Arten säst, findest du in der Übersicht, welche Aussaatzeit zu welcher Gemüsesorte passt.
Klimazone und Lage: warum dein Termin vom Nachbargarten abweicht
Regionales Klima verschiebt den Start
Wie weit ein Kalendertermin für dich gilt, hängt vom regionalen Klima ab. Im WeinbauklimaWeinbauklima meint das Klima von Gegenden, in denen Wein angebaut wird, etwa in Veitshöchheim, im Unterschied zu kühleren Regionen. Die Artischocke zum Beispiel gedeiht dort besonders gut und kann früher ausgesät werden. ist ein früherer Beginn möglich, in klimatisch ungünstigen Lagen ein späterer. Ich lese jeden Aussaatkalender deshalb mit der Frage, für welche Lage er gedacht ist. Erst dann übertrage ich die Termine auf meinen Garten.
Kleinklima: Senken und Mulden
In Strahlungsnächten fließt Kaltluft hangabwärts und sammelt sich in Senken, Mulden, Tälern und am Hangfuß. Diese Lagen sind besonders frostgefährdet. Im Frühjahr gehe ich morgens durch den Garten und schaue, wo der Reif am längsten liegen bleibt. Dort plane ich keine frühen, empfindlichen Kulturen ein.
Tomaten, Gurken und Zucchini können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Liegt dein Beet in einer Mulde, reicht für diese Arten eine frostfreie Wettermeldung also nicht, denn gerade dort sammelt sich in Strahlungsnächten die Kaltluft.
Boden und Wetter am Saattag
Ist der Unterboden sehr trocken, wässere ich das Beet vor der Saat vor. Nach verschlämmendem Regen lockere ich den Boden vorsichtig neben den Saatreihen, bevor die Saat aufläuft.
Bei sehr trockenem Unterboden empfiehlt sich 1 bis 2 Tage vor der Aussaat eine Wassergabe von 15 bis 20 l/m². Der Wert gilt für die Freilandaussaat im Beet.
Das Wetter verschiebt auch das Ende der Kultur. Mitte März gesäte Radieschen sind je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif.
Frostempfindlichkeit: wie viel Kälte deine Gemüseart verträgt
Wie früh du säen oder pflanzen kannst, hängt an der Kälteverträglichkeit der Art. Dabei geht es nicht nur um Frost, sondern auch um niedrige Plusgrade. Ich ordne jede Art zuerst einer dieser Gruppen zu und schaue erst danach in den Kalender.
| Gruppe | Arten | Was das für den Termin heißt |
|---|---|---|
| Wärmeliebend | Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Melonen | können schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken; gepflanzt wird erst, wenn der Boden erwärmt ist und die tatsächliche Witterung passt |
| Früh ins Freiland | Schnittlauch, Petersilie, Kresse, Rucola | Freilandaussaat schon Anfang bis Mitte April, vor den Eisheiligen |
| Empfindlich in der Anzucht | Blumenkohl, Frühkohl, Kohlrabi, Sellerie | während der Anzucht nicht unter 14 bis 16 °C, sonst droht vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. |
| Wintergemüse | Spinat zur Winter- oder Frühjahrsernte | Aussaat bis Mitte September; die Frostverträglichkeit hängt nicht nur von der Art ab |
Wie weit die Termine auseinanderliegen, zeigen zwei Kräuter. Petersilie kannst du Anfang bis Mitte April ins Freiland säen. Für Basilikum beginnt die Freilandaussaat frühestens Mitte Mai.
„Sobald kein Frost mehr droht, können Tomaten und Gurken raus.“ Das greift zu kurz. Diese Arten können auch bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken. Für die Pflanzung zählen deshalb ein erwärmter Boden und die tatsächliche Witterung, nicht nur die Frostmeldung.
Bei Wintergemüse hilft eine Pauschalliste wenig. Wie viel Frost es verträgt, hängt neben der Art auch von Sorte, Entwicklungszustand, Gesundheit, Standort und Witterung ab. Ich notiere deshalb, an welcher Stelle und in welchem Zustand meine Bestände in den Winter gehen.
Vorkultur, Direktsaat und Glas: was sich am Termin ändert
Ob du vorziehst oder direkt säst, verschiebt den Saattag, aber nicht die Fragen nach Boden und Wetter. Bei der Vorkultur bestimmt der örtliche Pflanztermin, wann du anfängst. Nach welchen Kriterien du dich je Kultur entscheidest, steht im Ratgeber, wie du zwischen Vorkultur und Direktsaat wählst.
Für die Rückwärtsplanung reichen Gurken etwa 2 bis 3 Wochen Vorkultur bis zur Pflanzung. Zucchini und Kürbis säst du etwa 4 Wochen vor dem Auspflanzen. Welche Arten sich lohnen und wie du sie bis zum Auspflanzen bringst, zeigt der Ratgeber, welche Gemüsearten sich zum Vorziehen eignen.
Ein ungeheiztes Gewächshaus zieht den Start für robuste Kulturen vor. Witterungsabhängig kannst du dort etwa ab Anfang März Kopfsalat und Kohlrabi pflanzen und Radieschen säen, zuverlässig frostfrei ist es aber nicht. Worin sich Gewächshaus und FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. unterscheiden, erklärt der Ratgeber, wie du Gewächshaus und Frühbeet für die Aussaat nutzt.
Späte Sätze im Sommer und Herbst
Boden, Wetter und Kälteverträglichkeit entscheiden auch über die späten Sätze. Längere Anbau- und Erntezeiten durch den Klimawandel eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für Aussaaten im Herbst, und solche Herbstkulturen bedecken den Gartenboden und nehmen freigesetzte Nährstoffe auf. Was in welcher Jahreszeit ansteht, zeigt der Überblick, welche Aussaat- und Erntearbeiten im Gemüsegarten je Jahreszeit anfallen.
Aussaatkalender und Gartentagebuch: aus deinem Garten lernen
Für deinen eigenen Aussaatkalender verteilst du zuerst die Hauptkulturen auf die Beete. Danach ergänzt du passende Vor-, Nach- und ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. anhand ihrer Beetbelegungsdauer. Wie daraus Schritt für Schritt ein persönlicher Kalender wird, zeigt der Ratgeber, wie du deinen Aussaatkalender nach Jahreszeit und Pflanzenfamilie aufbaust.
Was ins Gartentagebuch gehört
Ein Gartentagebuch hält fest, welche Sorten bei dir gut keimen und sich zügig entwickeln. So baut die nächste Planung auf deinen eigenen Beobachtungen auf. Zu jeder Aussaat schreibe ich Art, Sorte, Beet und Saattag auf. Dazu kommen die Bodentemperatur am Saattag und das Wetter der folgenden Nächte. Später trage ich nach, wann die Saat aufgelaufen ist.
Aussaattermine verschieben sich mit Witterung und regionalem Klima, und dein Tagebuch hält fest, was bei dir gut keimt. Mit jedem Jahr wird es so zu einem Kalender, der deine Lage abbildet.
Beete über die Jahre im Blick
Ein unveränderter Grundriss von Beeten und Wegen, über den du jedes Jahr den neuen Kulturplan legst, erleichtert Anbauvarianten. Die jährliche Aufzeichnung der HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. je Beet hilft dir, zu enge Kulturfolgen zu erkennen. Digital legst du Beete und Kulturen im Beetplaner für deine Gartenbeete an.
Ich führe für jedes Beet eine Zeile pro Jahr mit Hauptkultur, Pflanzenfamilie, Saattag und Bodentemperatur am Saattag. Im Winter lege ich die Jahrgänge nebeneinander, bevor ich den neuen Plan über den Grundriss zeichne.
Messen und ordnen
Im Gewächshaus helfen Minimum-Maximum-Thermometer, HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. und Bodenthermometer bei der Klimakontrolle. Das Bodenthermometer nehme ich auch mit nach draußen ins Saatbeet, damit der Messwert im Tagebuch steht. Meine Saatguttüten ordne ich nach Kulturgruppen und Aussaatmonaten, damit Einkauf und Termine im Blick bleiben.
Was nach dem Saattag kommt
Mit dem Termin ist die Aussaat entschieden, aber noch nicht erledigt. Keimtemperatur, Saattiefe und Abstand sind Werte der jeweiligen Art. Nach dem Pikieren führen ein zu dunkles Fenster oder zu hohe Temperaturen zu blassen, dünnen und weichen Jungpflanzen. Selbst angezogenes Fruchtgemüse gewöhnst du bei geeigneter Witterung tagsüber erst im Halbschatten und dann in der Sonne an die Bedingungen draußen. Die Grundlagen dazu findest du im Überblick, wie Keimbedingungen, Jungpflanzenpflege und Abhärten zusammenhängen.
Welche Arten du nebeneinander säst, prüfst du im Mischkultur-Planer für gute Beetnachbarn. Mischkultur unterstützt die Planung, eine Garantie ist sie nicht.
Den Mondkalender ziehe ich für den Saattag nicht heran. Ich richte mich nach dem, was ich im Beet messen und sehen kann.

