Natürliche Nährstoffe für üppige Blüte: so versorgst du Blühpflanzen organisch
- Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung keine sinnvolle pauschale Wahl.
- Prachtstauden können im Frühjahr 3 l Kompost je m² erhalten.
- Starkwachsende Stauden wie Rittersporn und Phlox können zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² bekommen.
- Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten bekommen keinen Kompost.
- Pflanzenjauche verdünnst du für Wurzelgaben im Verhältnis 1:10; eine allgemeingültige Menge oder ein festes Intervall gibt es nicht.
- Holzasche gehört weder ins Blumenbeet noch auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll.

Du willst, dass Stauden, Rosen und Balkonkästen reich blühen, und zwar mit Kompost, Hornmehl oder Jauche statt mit Mineraldünger. Der schnelle Griff zum phosphatbetonten Blütendünger oder zu mehr Mist bringt dabei nicht automatisch mehr Blüten. Bei Lavendel können stark stickstoffhaltige Dünger und Mist sogar zu weichem, instabilem Wuchs führen. Ich gehe deshalb im Frühjahr Beet für Beet vor. Erst schaue ich, welche Pflanzengruppe dort wächst und was die letzte Bodenprobe ergeben hat. Danach entscheide ich über Kompost und Hornmehl.
Welche Nährstoffe Blühpflanzen für die Blüte brauchen
Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel sind die mineralischen Hauptnährstoffe. Eisen und Mangan zählen zu den Spurennährstoffen. Stickstoff brauchen Pflanzen besonders für die Bildung und das Wachstum von Blättern und Trieben. Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt, Kalium regelt über den Innendruck der Zellen den Wasserhaushalt.
Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung keine sinnvolle pauschale Wahl. Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Bei Chrysanthemen, Primeln und Topfrosen, deren Wachstum während der Blüte nachlässt, ist weniger Stickstoff angezeigt statt absolut mehr Phosphat und Kalium.
Auch mehr Stickstoff führt nicht automatisch zu mehr Blüten. Eine sehr hohe Stickstoffversorgung kann Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten. Bei Obstgehölzen und Beerensträuchern fördert zu viel Stickstoff starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten. Organische Dünger sind davon nicht ausgenommen, denn auch sie können zu einer überhöhten Nährstoffzufuhr führen.
„Viel Phosphat, viele Blüten.“ Eine phosphatbetonte Düngung lässt sich nicht pauschal mit stärkerer Blütenbildung begründen. Im Ziergarten mit Phosphat-Gehaltsstufe C gelten höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel, weitere Phosphatgaben entfallen dort. Für einen phosphatbetonten Blühdünger bleibt in so einem Beet also kein Platz.
Warum du zuerst den Boden prüfst
Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte. Sie ist die Grundlage dafür, ob du düngst, womit und wie viel. Ich ziehe die Mischprobe aus 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Einstichen und lasse Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost aus. Die Probe nimmst du vor der Düngung, im zeitigen Frühjahr oder schon im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung. Die Standarduntersuchung wiederholst du in Abständen von 4 bis 5 Jahren. Sie erfasst Phosphor, Kalium und pH-Wert, einen Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen. für den Stickstoff liefert sie nicht.
Das Ergebnis zeigt dir auch, wann du einen Nährstoff weglassen kannst. Steht er in VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). E, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff vorübergehend aus. Bei Versorgungsstufe D brauchst du nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung zu ersetzen.
Der passende pH-Wert richtet sich nach Bodenart und Pflanzengruppe. Einen einheitlichen Zielbereich für alle Blühpflanzen gibt es nicht. Ist der pH-Wert zu hoch, kann Spurennährstoffmangel entstehen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Kalk, auch AlgenkalkAlgenkalk ist ein Kalkdünger auf Grundlage von Rotalgen. Er besteht überwiegend aus kohlensaurem Kalk mit vielen Spurenelementen, wirkt langsam und hebt einen zu sauren Gartenboden in den leicht sauren oder neutralen Bereich., bringst du nur aus, wenn der gemessene Wert unter dem Bereich für Bodenart und Humusgehalt liegt. Liegt er darüber, gibst du weder kalkhaltige Dünger noch Kompost.
Welche natürlichen Dünger es gibt und was sie liefern
Kompost, Horn, Mist und Pflanzenjauche unterscheiden sich darin, welche Nährstoffe sie liefern und wie schnell diese verfügbar werden.
| Dünger | Was er liefert | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Reifer Kompost | Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe; die Gesamtgehalte sind nicht sofort pflanzenverfügbar | nicht ins Moorbeet und nicht auf magere Standorte |
| Hornmehl | typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff, dazu Schwefel, wenig Phosphor und Kalium | unter günstigen Bedingungen nach etwa 6 Wochen umgesetzt; ersetzt keine vollständige Nährstoffversorgung |
| Hornspäne | dieselben Nährstoffe wie Hornmehl | brauchen mehrere Monate; nicht grundsätzlich keimfrei |
| Rindermist, gelagert | etwa 0,5 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist. als Tabellenwert; einzelne Chargen weichen ab | als Grundgabe statt Kompost, nicht zusätzlich |
| Pferdemist, gelagert | etwa 0,4 % Gesamtstickstoff als Tabellenwert; einzelne Chargen weichen ab | setzt Stickstoff vergleichsweise langsam frei; möglichst aus bekannter Haltung |
| Pflanzenjauche | Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit | für Wurzelgaben 1:10 mit Wasser verdünnen |
| Rapskuchen, Vinasse | pflanzliche organische Dünger | Alternative zu tierischen Ausgangsstoffen |
Kompost und Mist setzt du auf derselben Fläche als alternative Grundgaben ein, weil beide Nährstoffe zuführen. Mist kommt erst ins Beet, wenn er mindestens ein Jahr gelagert hat. Einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerdauer allerdings nicht. Rinder- und Pferdemist begrenzt du im Hausgarten wegen der Phosphatzufuhr auf 3 kg je m². Pferdemist holst du möglichst aus einer Haltung, die du kennst, weil er Rückstände von Tierarzneimitteln enthalten kann.
Wer tierische Rohstoffe meiden möchte, liest das Etikett genau. Organische Dünger können Horn oder Schafwolle enthalten und sind nicht automatisch vegan. Rapskuchen und Vinasse sind pflanzliche Alternativen. Schafwolle hat in einem Pelargonienversuch ihren Stickstoff für die kurze KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. zu langsam freigesetzt. Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich als Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts.
Auf sandigen Rosenböden kann Bentonit die Wasser- und Nährstoffspeicherung verbessern. Für sehr durchlässige, trockene Ziergartenböden kommt eine Gabe von 0,5 bis 1 kg Bentonit je m² zusammen mit Kompost infrage. Wie du organische Dünger herstellst, dosierst und kombinierst, zeigt der Ratgeber zu den Alternativen für Blaukorn.
Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Pflanzenwurzeln sie aufnehmen können. Aufgenommen werden sie dann in mineralisch gelöster Form, genau wie die Nährstoffe aus Mineraldüngern. Natürlich düngen heißt deshalb: Die Nährstoffe kommen zeitversetzt an, je nach Wärme und Feuchte des Bodens.
Holzasche gibst du abgekühlt in den Hausmüll, nicht ins Beet und nicht auf den Kompost, denn sie kann mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein. Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Blumendünger geschluckt, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
Wie viel Kompost und Hornmehl welche Blühpflanze bekommt
Die Menge richtet sich nach der Pflanzengruppe, nicht nach dem Wunsch nach möglichst vielen Blüten. Ich gehe im Frühjahr mit der Pflanzenliste durch jedes Beet, bevor ich den Kompost verteile.
| Pflanzengruppe | Kompost | Ergänzung und Hinweis |
|---|---|---|
| Prachtstauden | 3 l je m² im Frühjahr, oberflächlich eingearbeitet, sofern keine stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumvorräte dagegen sprechen | starkwachsende Arten wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² |
| Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten | keine Kompostgabe | erst düngen, wenn Mängel erkennbar sind |
| Frühlingsblühende Zwiebelblumen im Staudenbeet | über die Staudendüngung mitversorgt | Düngung im zeitigen Frühjahr vor der Blüte |
| Etablierte Gartenrosen | etwa 3 l je m² im März und April | langsam wirkender organischer Dünger zur Forsythienblüte |
| Eingewachsene Ziergehölze | 2 bis 4 l je m² im Frühjahr | außer bei Rosen reicht der Bodenstickstoff häufig weitgehend; nötigen Stickstoff erst ab Mai, nach Mitte Juli keinen mehr |
| Rhododendron und Azaleen | kein Gartenkompost wegen seiner pH-erhöhenden Wirkung | Rhododendron gezielt erst düngen, wenn pH-Wert und Nährstoffvorrat bekannt sind |
| Eingewachsene Steingartenpflanzen | in der Regel kein Zusatzdünger | gut durchlässiger Boden ohne Staunässe |
| Artenreiche Blumenwiese | keine Düngung | Mähgut entfernen, damit sie ausmagert |
Bei einer jährlichen Kompostgabe von 3 l je m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt. Zusätzlichen Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf. Stauden nährstoffarmer Naturstandorte reagieren auf übermäßige Düngung mit untypisch starkem Wachstum, und ihre Winterhärte leidet. Hornmehl wiege ich einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.
Rosen
Etablierte Gartenrosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Den Beginn der Forsythienblüte notiere ich deshalb jedes Jahr im Gartenkalender. Bei Rosen, die erneut blühen, unterstützt eine bedarfsgerechte Sommergabe während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni den zweiten Flor. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Wie du deine Rosen ganz auf organische Düngung umstellst, steht im Ratgeber zur nachhaltigen Rosendüngung.
Lavendel
Für Lavendel ist Kalium blühfördernd. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist meidest du, weil sie zu weichem, instabilem Wuchs führen können. Eine zurückhaltende Düngung unterstützt einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs. Für die Blüte zählt auch der Schnitt: Ein regelmäßiger kräftiger Frühjahrsschnitt erhöht Blühfreudigkeit und Blütengröße. Welchen Lavendeldünger du selbst herstellen kannst und wie zurückhaltend du ihn einsetzt, erklärt ein eigener Ratgeber.
Hortensien
Gartenhortensien bevorzugen leicht sauren, lehmig-humosen Boden, der Wasser gut speichert. Ob etablierte Bauernhortensien Dünger brauchen, wird unterschiedlich beurteilt. Mehrere leichte Gaben während der Wachstumszeit sind empfehlenswert, Ballhortensien können aber auch ohne Dünger gedeihen. Eine allgemeine Düngepflicht folgt daraus nicht.
Blau blühen nur dafür geeignete Sorten, und zwar in saurem Boden mit verfügbarem Aluminium. Für die Blaufärbung gilt ein Substratbereich von etwa pH 4 bis 5,5. Ab etwa pH 6,0 blühen umfärbbare Hortensien rosa. Hohe Phosphatgehalte können die Aluminiumaufnahme und damit die Blaufärbung beeinträchtigen. Gieß blau gehaltene Hortensien möglichst mit Regenwasser, damit der niedrige pH-Wert erhalten bleibt. Rostige Nägel in der Erde färben die Blüten nicht zuverlässig blau. Weil Kompost den pH-Wert anheben kann, misst du bei blauen Hortensien zuerst den pH-Wert, bevor Kompost ins Beet kommt.
Was Kompost, Mulch und Gründüngung im Blühbeet leisten
Kompost. Ins Blumenbeet kommt nur reifer Kompost. Je nach Material und Rotteführung dauert die Reife etwa 4 bis 12 Monate, den Reifezustand prüfst du deshalb zusätzlich. Gartenkompost tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, weil ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht werden.
Bodenleben. Humus ernährt die Bodenorganismen, deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt. Jede Zufuhr organischen Materials unterstützt so auch die Bodenlebewesen im Ziergarten.
Mulch. Organischer Mulch vermindert die Verdunstung und liefert den Bodenorganismen Nahrung. Trockene Staudenpflanzungen mulchst du mineralisch, Gehölzbereiche sowie frische bis feuchte Staudenflächen mit nährstoffarmem Rindenhumus. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden, deshalb berücksichtigst du vor dem Mulchen eine ergänzende Stickstoffversorgung.
Gründüngung. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Auf abgeräumten Beeten bindet ein Gründüngungsbewuchs freigesetzte Nährstoffe und vermindert ihre Auswaschung.
Bokashi und Wurmkiste. Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung von Küchenabfällen: Das fermentierte Material mischst du mit Erde oder kompostierst es weiter, bevor es ins Blumenbeet kommt. Wurmkompost ist je nach Feuchte, Temperatur und Ausgangsmaterial nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Effektive Mikroorganismen haben in einem Gewächshausversuch mit 106 Herbststaudenarten und -sorten keinen einheitlichen Vorteil für Pflanzenqualität und Gesundheit gezeigt.
Wie du Kompost anlegst, mulchst und Gründüngung säst, steht ausführlich im Grundlagen-Ratgeber, dort auch alles zu Wurmkiste und Bokashi.
Wie du Pflanzenjauche im Blühbeet einsetzt
Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn und Giersch eignen sich als Ausgangskraut, der Ansatz steht im Grundlagen-Ratgeber unter den natürlichen Düngemethoden. Ich sichere das Fass mit einem luftdurchlässigen Gitter statt eines Deckels und rühre einmal täglich kräftig um. Bei warmer Witterung ist die Jauche nach ungefähr 14 Tagen fertig, erkennbar an dunkler Farbe und ausbleibendem Schaum.
Für die Wurzelgabe verdünnst du die fertige Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder ein festes Intervall gibt es nicht, weil Nährstoffgehalt, Pflanzenbedarf und Bodenvorrat schwanken. Du richtest dich deshalb nach der Pflanzengruppe und schaust auf Blätter und Wuchs. Arten nährstoffreicher Standorte brauchen eine höhere Versorgung als Stauden magerer Standorte, die du erst bei erkennbaren Mängeln düngst. Die verdünnte Jauche gießt du auf feuchten Boden. Bei Hitze und Trockenheit gibst du Flüssigdünger niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen.
Blattgabe nur bei akutem Mangel
Bei sehr akutem Nährstoffmangel kannst du Jauche auch über das Blatt geben, dann im Verhältnis 1:50 verdünnt. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen. Eine Blattdüngung lindert einen Mangel nur vorübergehend und ersetzt keine Versorgung über die Wurzeln. Sprüh abends oder bei bedecktem Himmel, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. setzt du für jede Anwendung frisch an.
Wann und wie du natürliche Dünger ausbringst
Du düngst im Frühjahr statt im Herbst, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze mehr auf, was frei wird, und diese Nährstoffe sind auswaschungsgefährdet. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen starke Schübe auslösen.
Streu Kompost und Hornmehl auf feuchten Boden und nicht auf nasse Pflanzen, weil anhaftender Dünger an nassen Pflanzenteilen Ätzschäden verursachen kann. Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein, denn tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. Für Blumenbeete siebst du ihn auf Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm ab.
Stickstoff gibst du während der Vegetationsperiode. Bei mehrjährigen Gartenpflanzen, die ausreifen sollen, setzt du ihn ab dem Spätsommer aus. Zu späte oder zu reichliche Düngung kann Stauden und Gehölze im Winter stärker gefährden. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen.
Für jedes Beet führe ich eine Karteikarte mit dem Datum der letzten Bodenprobe, den Versorgungsstufen, der Kompostmenge und dem Hornmehl. Vor dem Streuen greife ich in die Erde und gieße vorher, wenn sie trocken ist. Hornmehl ziehe ich danach mit dem Rechen flach ein.
Liegt ein Bodenbefund vor, und passt der pH-Wert zu Bodenart und Pflanzengruppe? Sind Magerstandorte, Steingarten und Moorbeet von der Kompostgabe ausgenommen? Ist der Kompost reif und abgesiebt? Bekommt die Fläche Kompost oder Mist, aber nicht beides? Ist der Boden feucht und das Laub trocken?
Wie du Balkonkästen und Kübel natürlich versorgst
Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden, bevor die Pflanze ihre Nährstoffe aufnehmen kann. In kleinen Gefäßen kann ihre Wirkung deshalb verzögert und unzureichend einsetzen. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Erde mischst du schon vor dem Pflanzen unter. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann nämlich zu wenig verfügbaren Stickstoff bereitstellen. Untergemischt hat das Horn Zeit für den Abbau, solange der Vorrat der frischen Erde noch reicht.
Kübelpflanzen mit Winterruhe düngst du von Ende April bis August. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei torffreier Erde prüfst du die Feuchte auch unterhalb der Oberfläche, weil sie oben trocken und weiter unten noch nass sein kann.
Pelargonien gehören zu den Starkzehrern. Beim Umtopfen mische ich Hornspäne direkt in die frische Erde, als Beispielwert gelten 4 g je Liter Substrat. Ohne Langzeitdünger bekommen eingewurzelte, wachsende Pelargonien alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Nimmst du einen organischen Flüssigdünger, brauchst du das angesetzte Gießwasser im selben Gießgang auf, weil es sonst gären kann. Weiches Regenwasser vertragen Pelargonien häufig besser als hartes Leitungswasser. Bei Fuchsienhochstämmchen kannst du ab den ersten Knospen einen kaliumbetonten Dünger wählen.
Selbst gemischte Blumenerde enthält höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost. Für Pelargonien, die im Regen stehen, gilt dieselbe Grenze in einem leichten Substrat. Reiner Kompost kann Keimlingswurzeln wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration Wasser entziehen. Für die Aussaat von Sommerblumen nimmst du Aussaaterde mit einem Salzgehalt unter 0,5 g/l.
Was tun, wenn die Blüte trotz Dünger ausbleibt?
Bevor du nachdüngst, prüfst du Wasser, Temperatur und Schnitt. Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome auslösen, obwohl der Boden genug Nährstoffe enthält. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen außerdem die Freisetzung aus organischen Düngern, eine weitere Gabe behebt das akute Problem dann nicht zuverlässig. Kommt danach feuchtwarmes Wetter, können organische Dünger starke Nährstoffschübe auslösen, und die nachgeschobene Gabe wirkt dann zusätzlich. Bei trockenem Boden gießt du also zuerst und düngst erst danach, wenn es noch nötig ist.
Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten, lassen sich aber nicht immer von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden. Häufig steckt eine eingeschränkte Verfügbarkeit bei zu hohem pH-Wert dahinter und kein zu kleiner Eisenvorrat. Ein Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich dagegen häufig zuerst an älteren Blättern. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Nährstoffmangel.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Was du prüfst oder tust |
|---|---|---|
| Pelargonien bilden keine neuen Blüten | länger anhaltende Temperaturen unter 10 °C | Temperatur am Standort prüfen |
| Lavendel blüht wenig | fehlender regelmäßiger, kräftiger Frühjahrsschnitt | im Frühjahr kräftig schneiden |
| Kaktus blüht nicht | Alter der Pflanze oder fehlende kühle Überwinterung | Überwinterung kühl gestalten |
| Stauden magerer Standorte wachsen untypisch stark | übermäßige Düngung | erst wieder bei erkennbaren Mängeln düngen |
| Weiße Krusten an Topfrand oder Substrat | auch Salze aus dem Gießwasser; allein kein Beweis für Überdüngung | Gießwasser und Düngung prüfen, bevor du handelst |
| Kübelerde dauerhaft nass | Staunässe | weder gießen noch düngen, bis die Erde abgetrocknet ist, solange die Wurzeln nicht verfault sind |
Bei bestätigter Überdüngung einer Kübelpflanze spülst du den Wurzelballen bei freiem Wasserabfluss langsam durch, schwere Fälle topfst du um. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an.
