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Dünger für die Grabbepflanzung: So versorgst du Blühpflanzen, Immergrüne, Stauden und Gehölze

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Graberde zählt zu den Kultursubstraten, und diese Bezeichnung garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt.
  • Prachtstauden bekommen im Frühjahr 3 l Kompost je m², Polster- und mediterrane Stauden auf mageren Standorten keinen.
  • Für Rhododendron, Azaleen und Eriken eignen sich weder Gartenkompost noch pauschale Kalkgaben.
  • Ziergehölze wie Buchs bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe ausreifen.
  • Eine phosphatbetonte Düngung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Auf einem Grab können Pflanzen mit gegensätzlichen Ansprüchen dicht nebeneinander stehen: Sommerblumen in der Schale, eine Buchseinfassung, eine Rose und daneben eine Erika. Ein Dünger für alles passt dann nicht. Den Kompost, den die Rose im Frühjahr bekommt, braucht die Erika nicht, denn für Moorbeetpflanzen eignet sich Gartenkompost wegen seiner pH-erhöhenden Wirkung nicht. Ich gehe deshalb vor jeder Düngung die Pflanzen auf dem Grab einzeln durch und entscheide für jede Gruppe getrennt, was sie bekommt.

Welcher Dünger passt zur Grabbepflanzung?

Einen Dünger, der für die ganze Grabbepflanzung passt, gibt es nicht. Erde und Dünger wählst du nach den Ansprüchen der Pflanzen, die tatsächlich auf dem Grab stehen. So ordne ich die Gruppen ein:

Pflanzengruppe auf dem Grab Grundversorgung Darauf achtest du
Blühende Wechselbepflanzung, etwa Pelargonien mineralischer Depotdünger, beim Pflanzen ins Substrat gemischt ohne Langzeitdünger flüssig nachdüngen; Pelargonien nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage mit flüssigem Volldünger
Buchs und Nadelgehölze das Stickstoffangebot des Bodens deckt den Bedarf häufig weitgehend; auf nährstoffreichem Boden kann Buchs ohne Zusatzdünger bleiben Stickstoff, falls nötig, erst ab Mai; nach Mitte Juli keiner mehr
Prachtstauden 3 l Kompost je m² im Frühjahr, leicht eingearbeitet nur, wenn keine stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumvorräte dagegen sprechen
Starkwachsende Stauden wie Pfingstrosen zusätzlich zur Kompostgabe bis zu 50 g Hornmehl je m² Hornmehl setzt Stickstoff schneller frei als Hornspäne
Polster-, Wild- und mediterrane Stauden auf mageren Standorten keine Kompostgabe Dünger erst bei erkennbaren Mängeln
Rosen etwa 3 l Kompost je m² im März und April; zur Forsythienblüte ein langsam wirkender organischer Dünger erneut blühende Rosen ab Mitte bis Ende Juni nachdüngen; Neupflanzungen erst im Folgejahr
Eingewachsene Ziergehölze 2 bis 4 l Kompost je m² im Frühjahr nach Mitte Juli kein stickstoffhaltiger Dünger
Rhododendron, Azaleen, Eriken kein Gartenkompost, keine pauschale Kalkgabe Rhododendron Anfang April und nach der Blüte Mitte bis Ende Juni; Langzeitdünger einmal im Frühjahr

Was Graberde für die Nährstoffversorgung bedeutet

Graberde, auch als Friedhofserde verkauft, zählt zu den Kultursubstraten. Diese Bezeichnung garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt. Einen festen Unterschied zur Gartenerde kannst du am Namen also nicht ablesen. Für Austrocknung, Verdichtung und das richtige Gießen lies nach, wie du Probleme der Graberde behebst und ihnen vorbeugst.

Vorhandenen Dünger in der Erde anrechnen

Ist die Erde vorgedüngt, zählt dieser Vorrat bei jeder weiteren Gabe mit. Für Topfpflanzen gilt ausdrücklich, dass die vorhandene Grunddüngung bei zusätzlichen Düngergaben angerechnet wird. Auf der Grabfläche passt du die Menge auf der Düngerpackung genauso an den Nährstoffvorrat im Boden und an zusätzlich gegebenen Kompost an. Wie du die passende Graberde auswählst und das Grab vorbereitest, erklärt ein eigener Ratgeber.

Torffreie Graberde: Stickstoff im Blick behalten

Ob eine Erde torffrei ist, zeigen die Angaben „torffrei“ oder „ohne Torf“, ein Bio-Siegel allein belegt das nicht. Auch vorgedüngte torffreie Erden können durch ihre Ersatzstoffe vorübergehend zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen. Holzreiche Erden brauchen eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen rechnest du den enthaltenen Phosphor an. Bei torffreien und torfreduzierten Erden kann außerdem die Oberfläche trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Ich prüfe die Feuchte deshalb mit dem Finger unter der Oberfläche, bevor ich gieße oder Flüssigdünger gebe.

Erdreste aus dem Vorjahr

Länger gelagerte Erde kann sich in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern. Den angebrochenen Sack aus dem Vorjahr mische ich unter frische Erde, statt ihn pur in die Grabschale zu füllen.

Grabschalen: Struktur, Abzug und Dünger vor dem Pflanzen

Bepflanzte Grabschalen brauchen ein strukturstabiles Substrat und einen guten Wasserabzug, damit Niederschlagswasser keine Wurzelfäule begünstigt. Bei Kübelpflanzenerden erhöhen mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt oder Blähton die Strukturstabilität, und ich gebe sie auch in die Erde für Grabschalen. Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden, deshalb kann ihre Wirkung in kleinen Pflanzgefäßen verzögert und unzureichend einsetzen. Trifft das auf eine torffreie Erde mit vorübergehend knappem Stickstoff, kann es gerade nach dem Bepflanzen an Stickstoff fehlen. Hornspäne oder Hornmehl mischst du in torffreie Gefäßerde deshalb schon vor dem Pflanzen unter.

Mulch auf dem Grab bindet Stickstoff

Eine Mulchabdeckung vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau aber Stickstoff binden. Bevor du mulchst, berücksichtigst du deshalb eine ergänzende Stickstoffversorgung. Gut abgelagerten Rindenmulch kannst du unter Gehölzen und geeigneten Zierpflanzungen bis zu 8 cm dick ausbringen. Für trockene Staudenpflanzungen eignen sich mineralische Mulchstoffe, für Gehölzbereiche nährstoffarmer Rindenhumus. Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde und damit etwas anderes als bloßer Rindenmulch.

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Nährstoffe, Boden und Düngerarten in Kürze

Stickstoff brauchen Pflanzen vor allem für Blätter und Triebe. Kalium beeinflusst den Innendruck der Zellen und ist so wesentlich am Wasserhaushalt beteiligt. Magnesium zählt wie Calcium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Welche Aufgaben Haupt- und Spurennährstoffe haben und wie viel Pflanzen davon brauchen, erklärt unsere Übersicht zu Düngen, Boden und Kompost.

Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge einer Düngung. Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe festlegen, selbst wenn sie im Boden vorhanden sind; wie pH-Wert und Kationenaustausch die Nährstoffverfügbarkeit in Pflanzerde steuern, vertieft ein eigener Ratgeber. Wie du eine Bodenprobe nimmst, steht in der Übersicht im Abschnitt zu Boden und Bodenanalyse.

Organische Dünger müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln ihre Nährstoffe aufnehmen. Leicht lösliche Mineraldünger wirken dagegen rasch, und bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung. Die Düngerarten im Vergleich findest du ebenfalls in der Übersicht.

Blühpflanzen auf dem Grab: Wechselbepflanzung versorgen

Bei blühender Wechselbepflanzung legst du schon beim Pflanzen fest, wie die Versorgung läuft. Ich mische dafür einen mineralischen Depotdünger unter das Pflanzsubstrat, denn wirken kann er nur mit Wasser im Boden. Wie schnell er Nährstoffe abgibt, hängt von Temperatur und Feuchte ab, und seine Wirkungsdauer steht auf der Verpackung. Wie bei Kübelpflanzen braucht es bei ausreichend bemessener Depotdüngung im Sommer in der Regel keine weitere Gabe. Mehr Vorrat ist dabei nicht besser: Bei hoher Bevorratung kann auch ein umhüllter Depotdünger den Salzgehalt zeitweise über den optimalen Bereich heben.

Steckt kein Langzeitdünger in der Erde, düngst du flüssig nach. Pelargonien zählen zu den Starkzehrern und bekommen dann nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Angesetztes Gießwasser mit organischem Flüssigdünger verbrauchst du bei ihnen im selben Gießdurchgang, weil es sonst gären kann. Für Schalen und Gefäße lohnt außerdem der Blick darauf, wie du Pflanzen in Blumenerde je nach Pflanzengruppe versorgst.

Flüssigdünger kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei großer Hitze und längerer Trockenheit feuchtest du den Boden vorher an, gibst den Dünger niedrig konzentriert und benetzt das Laub nicht. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit auch bei vorhandenen Nährstoffen Mangelsymptome auslösen. Zeigen Sommerblumen auf einem ausgetrockneten Grab solche Symptome, fehlt ihnen also womöglich zuerst Wasser, und Dünger auf trockener Erde würde die Wurzeln zusätzlich mit Salz belasten.

Mythos-Check

Brauchen Blühpflanzen einen phosphatbetonten Blütendünger? Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Für Chrysanthemen und Primeln, deren Wachstum während der Blüte abnimmt, rät man in der Topfkultur sogar, den Stickstoff zu reduzieren, statt Phosphat und Kalium absolut zu erhöhen.

Marias Erfahrung

Die Menge nehme ich aus der Dosierungsanweisung des Düngers. Weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, wiege ich sie einmal zu Hause ab und markiere die Füllhöhe an einem Messbecher. Der Becher bleibt bei meinem Gießzeug, sodass ich am Grab nicht schätzen muss.

Immergrüne auf dem Grab: Buchs und Nadelgehölze

Bei vielen Ziergehölzen außer Rosen reicht das Stickstoffangebot des Bodens weitgehend aus. Auf nährstoffreichem Boden kann eine zusätzliche Buchsbaumdüngung unterbleiben. Auch bei der Pflanzung von Koniferen ist eine Düngung nicht grundsätzlich nötig, sie richtet sich nach der untersuchten Nährstoffversorgung.

Brauchen Ziergehölze und Nadelbäume doch Stickstoff, gibst du ihn erst ab Mai. Bis dahin versorgen Reserven in Holz und Rinde den Austrieb im Frühjahr. Nach Mitte Juli bekommen Ziergehölze keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Nach einem starken Rückschnitt kannst du den Buchs mulchen und einen allgemeinen Dünger geben.

Für Buchs im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger zur vollständigen Versorgung nicht aus. Hornspäne und Hornmehl liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel bei geringen Phosphor- und Kaliumgehalten. Horn allein deckt den Bedarf eines Buchses in der Grabschale also nicht vollständig ab. Hitze- oder frostgeschädigte Wurzeln können bei Kübelbuchs die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen einschränken und Blattschäden verursachen. Eine isolierende Unterlage und eine Umhüllung des Topfes schützen ihn im Winter vor solchen Wurzelschäden.

Vergilben die Spitzen oder ganze ältere Nadeljahrgänge, kann das auf Magnesiummangel hindeuten; Bittersalz allein versorgt Koniferen aber nicht ausgewogen. Braune Triebe an der Thuja können dagegen auch von Trockenheit, Frosttrocknis, natürlicher Alterung, Krankheiten oder Schädlingen kommen. Ob ein Nährstoff wirklich fehlt oder nur schlecht verfügbar ist, klärt eine Laborbodenanalyse mit pH-Wert.

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Stauden auf dem Grab: nach Standort versorgen

Stauden nährstoffarmer Standorte düngst du erst, wenn Mängel erkennbar sind, Arten nährstoffreicher Standorte brauchen eine entsprechend höhere Versorgung. Prachtstauden bekommen im Frühjahr 3 l Kompost je m², leicht eingearbeitet, sofern keine stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumvorräte dagegen sprechen. Starkwachsende Arten wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² erhalten. Hornmehl setzt Stickstoff schneller frei als Horngrieß und Hornspäne, weil feineres Material leichter mineralisiert wird. Frühlingsblühende Zwiebelpflanzen zwischen den Stauden versorgst du über deren bedarfsgerechte Düngung im zeitigen Frühjahr vor der Blüte mit.

Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten bekommen keinen Kompost. Übermäßige Düngung führt bei ihnen zu untypisch starkem Wachstum und verschlechtert ihre Winterhärte. Eingewachsene, standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen in der Regel keinen Zusatzdünger. Bei Lavendel unterstützt eine zurückhaltende Düngung einen intensiveren Duft und kompakten, standfesten Wuchs. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können bei ihm zu weichem, instabilem Wuchs führen.

Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können. Für Blumenbeete empfiehlt sich abgesiebter Kompost mit Bestandteilen kleiner als 10 bis 15 mm. So fein siebe ich auch den Kompost fürs Grab und streue ihn nur zwischen Prachtstauden, Rosen und Gehölze. Polsterstauden und Erika spare ich aus.

Häufiger Fehler

Kompost gleichmäßig über das ganze Grab verteilen. Polster- und mediterrane Stauden auf mageren Standorten sollen keinen Kompost bekommen. Für Rhododendron, Azaleen und Eriken eignet sich Gartenkompost wegen seiner pH-erhöhenden Wirkung nicht.

Rosen, Ziergehölze und Moorbeetpflanzen auf dem Grab

Rosen

Etablierte Rosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Als Frühjahrsgabe im März und April gelten für Rosen etwa 3 l Kompost pro m². Erneut blühende Rosen unterstützt eine bedarfsgerechte Sommerdüngung während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni. Dafür eignet sich ein schnell wirkender, vorzugsweise in Wasser gelöster Dünger. Frisch gepflanzte Rosen, auch aus der Herbstpflanzung, düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.

Ziergehölze

Eingewachsene Ziergehölze bekommen zur Grundversorgung im Frühjahr jährlich 2 bis 4 l Kompost je m². Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann die Gefährdung von Stauden und Gehölzen im Winter erhöhen. Auch hier gilt deshalb: Nach Mitte Juli gibt es keinen Stickstoff mehr.

Rhododendron, Azaleen und Eriken

Säureliebende Moorbeetpflanzen brauchen sauren Boden. Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5. Die angegebene obere Toleranz reicht bis etwa pH 6,0. Gartenkompost und pauschale Kalkgaben passen nicht zu Rhododendron, Azaleen und Eriken, weil beide den pH-Wert anheben. Auch Rindenhumus ist nicht automatisch sauer, denn aus kompostierter Rinde kann er einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 haben.

Eine gezielte Rhododendrondüngung setzt voraus, dass du pH-Wert und vorhandene Nährstoffe kennst. Gedüngt wird Anfang April und nach der Blüte Mitte bis Ende Juni; einen geeigneten Langzeitdünger gibst du einmal im Frühjahr. Dünger für Moorbeetpflanzen senken den pH-Wert, deshalb überträgst du sie nicht ungeprüft auf andere Grabpflanzen. Werden junge Blätter gelb und die Adern bleiben grün, kann ein zu hoher pH-Wert das Eisen festgelegt haben. Hartes Gießwasser kann bei Topfpflanzen den Substrat-pH erhöhen und solche Eisenchlorosen begünstigen.

Grabpflanzen übers Jahr düngen

Wie im Garten ziehst du die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vor, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten können freigesetzte Nährstoffe nicht mehr von Pflanzen aufgenommen werden und sind auswaschungsgefährdet.

Zeitraum Was auf dem Grab ansteht
Zeitiges Frühjahr Zwiebelblumen über die bedarfsgerechte Staudendüngung vor der Blüte mitversorgen
Frühjahr Kompost für Prachtstauden und eingewachsene Ziergehölze, Polsterstauden und Moorbeet aussparen
März und April etwa 3 l Kompost je m² für Rosen; zur Forsythienblüte ein langsam wirkender organischer Rosendünger; Rhododendron Anfang April, Langzeitdünger einmal im Frühjahr
Ab Mai Stickstoff für Ziergehölze und Nadelbäume, falls nötig
Mitte bis Ende Juni Sommergabe für erneut blühende Rosen; Rhododendron nach der Blüte
Sommer Pelargonien ohne Langzeitdünger alle 10 bis 14 Tage flüssig; bei Hitze niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden
Ab Mitte Juli kein stickstoffhaltiger Dünger mehr für Ziergehölze; ab dem Spätsommer Stickstoff bei ausreifenden mehrjährigen Pflanzen aussetzen
Herbst keine späte Düngung für Stauden und Gehölze; frisch gepflanzte Rosen erst im Folgejahr düngen; Eriken ohne Kalk und Gartenkompost setzen
Winter nicht düngen

Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig schon genügend Nährstoffe nach. Eingewachsene Stauden und Gehölze auf dem Grab schaue ich mir deshalb genau an, bevor ich im Sommer nachdünge. Für jedes Grab notiere ich, wann Rose und Rhododendron ihre Gaben bekommen haben.

Im Winter düngst du nicht: Organische Dünger setzen bei Frost kaum Nährstoffe frei, und niedrige Temperaturen verzögern auch die Wirkung von Langzeitdüngern. Wie du Graberde und Grabbepflanzung sicher durch den Winter bringst, zeigt ein eigener Ratgeber.

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Wenn Grabpflanzen schwächeln: erst die Ursache klären

Gelbe Blätter können auf Nährstoffmangel hindeuten, doch Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung verursachen ähnliche Symptome. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen zudem die Freisetzung organischer Dünger, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Wie du die Ursache eingrenzt, erklärt die Übersicht zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung; grabtypische Probleme wie Austrocknung und Verdichtung behandelt der Ratgeber zur Graberdenpflege.

Mini-Checkliste

Vor dem Düngen am Grab

  • Erde unter der Oberfläche feucht?
  • Pflanzengruppe geklärt: Wechselbepflanzung, Immergrün, Staude, Rose, Moorbeet?
  • Grunddüngung der Erde und Kompost angerechnet?
  • Bei Gehölzen: Liegt der Termin vor Mitte Juli?
  • Menge abgewogen statt geschätzt?
Achtung

Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Blumendünger aufgenommen hat, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis.

Häufige Fragen

Was unterscheidet Graberde von normaler Gartenerde?
Graberde, auch als Friedhofserde verkauft, zählt zu den Kultursubstraten, und diese Bezeichnung garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt. Einen festen Unterschied zur Gartenerde kannst du am Namen deshalb nicht ablesen. Gute Erde bleibt ausreichend belüftet und strukturstabil und hat eine Nährstoffversorgung und einen pH-Wert, die zur vorgesehenen Pflanzengruppe passen. Für bepflanzte Grabschalen kommt es außerdem auf ein strukturstabiles Substrat und einen guten Wasserabzug an.
Worin unterscheidet sich die Nährstoffversorgung von Blühpflanzen und immergrünen Grabpflanzen?
Blühende Wechselbepflanzung versorgst du über einen Depotdünger, den du beim Pflanzen ins Substrat mischst, oder flüssig. Pelargonien zählen zu den Starkzehrern und bekommen ohne Langzeitdünger nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Bei Immergrünen wie Buchs deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf dagegen häufig weitgehend. Brauchen sie doch Stickstoff, gibst du ihn erst ab Mai und nach Mitte Juli nicht mehr.
Welche praktischen Schritte gehören zur jahreszeitlichen Düngung von Grabpflanzen?
Im Frühjahr bekommen Prachtstauden 3 l Kompost je m², Rosen eine organische Gabe zur Forsythienblüte und Rhododendron Anfang April seinen Dünger. Ab Mitte bis Ende Juni folgen die Sommergabe für erneut blühende Rosen und die Gabe für Rhododendron nach der Blüte. Nach Mitte Juli erhalten Ziergehölze keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Im Winter düngst du nicht, weil organische Dünger bei Frost kaum Nährstoffe freisetzen.
Wie beeinflusst der pH-Wert die Nährstoffaufnahme von Grabpflanzen?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, auch wenn sie im Boden vorhanden sind. Ist er zu hoch, kann das bei Rhododendren Eisen festlegen und gelbe junge Blätter mit grünen Adern verursachen. Einen einheitlichen Zielbereich für alle Blühpflanzen gibt es nicht, der passende pH-Wert richtet sich nach Bodenart und Pflanzengruppe. Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5.
Wie unterscheiden sich organische und mineralische Dünger in der Grabpflege?
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material und müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum Nährstoffe frei. Leicht lösliche Mineraldünger wirken dagegen rasch, und bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung. Überdüngen kannst du mit beiden Düngerarten.
Stimmt es, dass mehr Dünger zu besseren Grabpflanzen führt?
Nein. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen, und auch organische Dünger lassen sich überdosieren. Stauden magerer Standorte reagieren auf übermäßige Düngung mit untypisch starkem Wachstum und schlechterer Winterhärte. Die Menge richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze, dem Vorrat im Boden und zusätzlich gegebenem Kompost.
Welche Anzeichen deuten auf Nährstoffmangel bei Grabpflanzen hin?
Stickstoffmangel zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, Eisenmangel dagegen an jungen Blättern, die zwischen grün bleibenden Adern aufhellen. Solche Symptome sind nur Hinweise, denn Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnlich aussehen. Eine Bodenuntersuchung zeigt, welche pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte tatsächlich vorhanden sind.
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