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Blattsenf als Gründünger: Leistung, Sortenwahl und Grenzen der Bodensanierung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blattsenf ist Brassica juncea, auch Sarepta-Senf genannt: einjährig, nicht winterhart und ein Kreuzblütler mit 6 Jahren Fruchtwechselpause.
  • Aussaat von März bis September, 1–2 cm tief; als Zwischenfrucht wird für die Sorte TERRAFIT August bis September empfohlen.
  • Senf nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf und kann dessen Auswaschung vermindern, Luftstickstoff binden nur Leguminosen.
  • Mizuna und Tatsoi gehören zu Brassica rapa, die Blattsenfsorte Red Giant zu Brassica juncea.
  • Bei Schadstoffverdacht ist die untere Bodenschutzbehörde zuständig; eine Gründüngung ersetzt keine Bodenuntersuchung.

Über Blattsenf liest du viel Gutes: Er lockere den Boden, binde Stickstoff aus der Luft und ziehe sogar Schwermetalle aus belasteter Erde. Ein Teil davon stimmt, ein Teil gilt nur für andere Pflanzen, und beim Thema Schadstoffe wird ein Irrtum schnell zum Risiko. Ich säe Blattsenf als Zwischenfrucht auf abgeerntete Beete. Vorher kläre ich zwei Dinge: was ich vom Bestand erwarte und was botanisch in der Tüte steckt.

Kurz erklärt

Blattsenf ist Brassica juncea, auch Sarepta-Senf genannt. Die Pflanze ist einjährig, nicht winterhart und gehört zu den Kreuzblütlern. Gesät wird sie für zwei Zwecke: als Blattgemüse und als Gründünger.

Was für eine Pflanze ist Blattsenf?

Blattsenf wird direkt an Ort und Stelle gesät und steht sonnig oder halbschattig. Als Bodenarten eignen sich Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden. Am besten passt dort ein tiefgründiger, nährstoffreicher, aber fester Boden, der nicht zu sauer ist.

Merkmal Blattsenf (Brassica juncea)
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Licht sonnig, halbschattig
Aussaat März bis September, Direktsaat
Saattiefe 1–2 cm
Keimung mindestens 10 °C, Keimdauer 7–14 Tage
Blütezeit Juni
Erntezeit der Blätter April bis Oktober
Abstand bei Reihenkultur 25 cm in der Reihe, 20 cm zwischen den Reihen
Fruchtwechselpause 6 Jahre

Wer Blätter ernten will, versorgt das Beet vorab mit Nährstoffen und düngt während der Kultur nach. Für die Küche gehört ein Sicherheitshinweis dazu: Senf und Erzeugnisse daraus können Allergien auslösen und zählen zu den kennzeichnungspflichtigen Lebensmittelallergenen.

Was leistet Blattsenf als Gründünger, und was nicht?

Als Gründünger bringt Blattsenf mit, was für Senf insgesamt gilt: eine schnelle Bodendecke und die Aufnahme von Stickstoff aus dem Bodenvorrat. Andere Erwartungen erfüllt er nicht. Die Übersicht trennt beides.

Erwartung Einordnung
Boden bedecken, Unkraut bremsen Ja. Schnell schließende Senfbestände unterdrücken auflaufende Unkräuter vor allem durch Lichtkonkurrenz.
Stickstoff vor Auswaschung schützen Ja. Senf nimmt vorhandenen Bodenstickstoff in seine Biomasse auf und kann so dessen Auswaschung vermindern.
Boden vor Regen und Sonne schützen Ja. Eine lebende Pflanzendecke hält Sonneneinstrahlung und Starkregen von der Oberfläche ab und schützt sie vor Verschlämmung und Erosion.
Stickstoff aus der Luft binden Nein. Zusätzlichen Stickstoff bringen nur Leguminosen ein, Senf nutzt den Vorrat im Boden.
Dünger ersetzen Nicht automatisch. Die Nährstoffwirkung hängt von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab.
Schadstoffe aus dem Boden holen Kein Verfahren für den Hausgarten. Bei Verdacht ist die untere Bodenschutzbehörde zuständig.
Nematoden mindern Nur als Befund aus Feldanbau und Versuch, abhängig von Sorte und Nematodenart.
Kohlbeete gesund halten Im Gegenteil. Senf kann in der Fruchtfolge der Kreuzblütler Kohlhernie fördern.

Eine Korrektur betrifft den Stickstoff. Blattsenf ist keine Leguminose und bringt deshalb keinen Luftstickstoff ins Beet. Er nimmt auf, was im Boden gelöst ist, und gibt es beim Verrotten wieder frei. Davon steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht alles zur Verfügung. Wie das beim verwandten Gelbsenf abläuft, zeigt der Beitrag dazu, wie Gelbsenf Nährstoffe bindet und an die Folgekultur weitergibt.

Humus, Bodenleben und Wurzelkanäle sind keine Besonderheit von Blattsenf, sie gehören zu jeder Gründüngung. Der Überblick erklärt, was Gründüngung im Boden leistet, samt Bodenschutz und Humusbilanz. Für Senf im Besonderen liest du nach, wie Gelbsenf Bodenstruktur, Humus und Bodenleben verbessert.

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Wann säst du Blattsenf?

Blattsenf lässt sich von März bis September direkt ins Beet säen. Die Art hat allerdings mehrere Kulturformen, und deren Saatzeiten können sich unterscheiden. Zum Keimen braucht die Saat mindestens 10 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7–14 Tage.

Für die reine Gründüngung ist der Spätsommer das passende Fenster. Bei der Sareptasenf-Sorte TERRAFIT wird für die Zwischenfruchtnutzung die Aussaat von August bis September empfohlen. Diese beiden Monate gelten ohnehin als besonders günstig für eine Gründüngung nach der Gemüseernte. Sortenempfehlung und freies Beet fallen also zusammen. Ich säe meine Zwischenfrucht im August, sobald ein Beet abgeerntet ist, und lasse sie bis zum Frost stehen.

Eine Spätsommersaat arbeitest du im Herbst nicht mehr ein. Blattsenf ist nicht winterhart: Der abgefrorene Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen. Bei später Senfsaat ist ohnehin Blattmasse bis zum Frost das Ziel, nicht die Blüte.

Eine Frühjahrssaat beobachtest du genauer. Blattsenf blüht im Juni, und vor der Samenreife muss der Bestand weg, sonst sät er sich selbst aus.

Wie lange der Bestand braucht, lässt sich nur als Spanne sagen. Für Senf als Gründüngung im Hausgarten reichen die Angaben zur Entwicklungsdauer von 4–10 Wochen. Für Sarepta-Senf werden 56 Tage Kulturdauer genannt. Richte dich deshalb nach dem Bestand und nicht nach dem Kalender: Geschnitten wird gewöhnlich kurz vor der Blüte.

Wer die Saatfenster mehrerer Arten nebeneinander sehen will, nimmt den Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken. Wie Senf als Vor-, Zwischen- oder Nachfrucht zwischen zwei Gemüsekulturen passt, zeigt der Beitrag dazu, wie du Gelbsenf im Fruchtwechsel einplanst.

Wie tief und mit wie viel Saatgut säst du?

Gesät wird 1–2 cm tief. Blattsenf ist kein Lichtkeimer, die Körner brauchen also Erde über sich. Für die Zwischenfruchtsorte TERRAFIT gilt eine größere Tiefe von 2–3 cm.

Bei der Saatmenge hältst du dich an die Angabe auf der Tüte deiner Sorte. Eine feste Grammzahl je Quadratmeter passt bei Blattsenf nicht für jedes Saatgut, weil die Körner unterschiedlich schwer sind.

Zahl im Blick

Das Tausendkorngewicht von Brassica juncea reicht bei Wild- und Genbankmaterial von 1,84 bis 4,386 g. Dieselbe Grammzahl enthält also je nach Saatgut unterschiedlich viele Körner. Aus Tausendkornmasse und Keimfähigkeit wird die Aussaatmenge berechnet, deshalb gehört der passende Wert auf die Packung.

Die Handgriffe sind dieselben wie bei jeder Gründüngung: Saatgut breitwürfig verteilen, einrechen, andrücken und bis zum Auflaufen feucht halten. Vorher räumst du Erntereste weitgehend ab und harkst die oberflächlich gelockerte Fläche feinkrümelig und eben. Die Einzelschritte stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt zur Aussaat.

Welche Sorte passt zu welchem Ziel?

Nicht alles, was nach Blattsenf klingt, ist Brassica juncea. Mizuna und Tatsoi gehören zu Brassica rapa, die Blattsenfsorte Red Giant gehört zu Brassica juncea. Ich lese deshalb auf jeder Tüte zuerst den botanischen Namen und erst danach die Sortenbeschreibung.

Dein Ziel Passende Wahl Was dafür gilt
Zwischenfrucht nach der Gemüseernte Sareptasenf-Sorte für die Zwischenfruchtnutzung, zum Beispiel TERRAFIT Aussaat August bis September, 2–3 cm tief
Blätter für die Küche Blattsenfsorte von Brassica juncea, zum Beispiel Red Giant Aussaat März bis September, 1–2 cm tief, Erntezeit April bis Oktober
Mizuna oder Tatsoi im Beet Brassica rapa, kein Blattsenf Andere Art mit eigenen Angaben zu Saat und Wuchs
Rübennematoden mindern Nur eine als resistent eingestufte Senfsorte Als resistent gelten Sorten mit Anfälligkeitsnote 1–3, niedrigere Noten sind günstiger
Häufiger Fehler

Mizuna oder Tatsoi als Blattsenf einplanen. Für die Fruchtfolge ändert das wenig, denn auch Brassica rapa zählt zu den Kreuzblütlern. Saatzeit und Saattiefe richten sich aber nach der eigenen Art.

Resistenter Senf kann Rübennematoden mindern, verlassen solltest du dich darauf nicht. Die Befunde stammen aus dem Feldanbau, und über die Resistenz entscheidet die Sorte. Steht keine Einstufung auf der Packung, rechnest du nicht mit dieser Wirkung.

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Blattsenf oder Gelbsenf?

Beide sind einjährige, nicht winterharte Kreuzblütler, botanisch aber verschiedene Arten. Für die Planung unterscheiden sie sich in wenigen Punkten.

Merkmal Blattsenf Gelbsenf
Botanischer Name Brassica juncea Sinapis alba
Aussaatzeit März bis September April bis September
Saatmenge als Gründüngung im Garten nach Angabe auf der Tüte 5 g/m²
Fruchtfolge Fruchtwechselpause 6 Jahre mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern

Den Gartenwert für Gelbsenf überträgst du nicht einfach auf Blattsenf. Die Anleitung für die andere Art steht im Beitrag dazu, wie du Gelbsenf als schnellen Gründünger anbaust.

Eignet sich Blattsenf zur Bodensanierung?

Das hängt davon ab, welchen Schaden der Boden hat. Bei Verdichtung und Humusmangel kann Blattsenf mithelfen. Bei Schadstoffen entscheidet nicht die Gründüngung, sondern die Untersuchung.

Verdichteter, verschlämmter oder humusarmer Boden

Solche Böden kann eine Gründüngung durch Wurzelmasse und organische Substanz verbessern. Verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Bei stark geschädigten Flächen braucht das Zeit: Dort kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben.

Blattsenf allein füllt diese Zeit nicht, denn er ist einjährig und nicht winterhart. Gründüngungsarten derselben Pflanzenfamilie stehen außerdem nicht unmittelbar hintereinander auf derselben Fläche. Auf einer Sanierungsfläche ist Blattsenf deshalb ein Abschnitt in einer Folge, und nach ihm kommt eine Art aus einer anderen Familie wie Phacelia. Phacelia zählt wie Ölrettich und Sandhafer zu den Zwischenfrüchten, die für schwere oder verdichtete Standorte infrage kommen.

Marias Erfahrung

Bevor ich eine Fläche als Sanierungsfall behandle, steche ich mit dem Spaten ein Profil. Ich prüfe Eindringwiderstand, Gefüge und Wurzelverlauf und achte auf Hohlräume, Farbe und Geruch.

Liegt die Verdichtung tief, können fachgerecht eingesetzte Tiefenlockerer nötig sein. Tiefwurzelnde Pflanzen stabilisieren das gelockerte Gefüge danach. Tonboden bearbeitest du nur abgetrocknet, denn im feuchten Zustand ist die Verdichtungsgefahr besonders hoch.

Schadstoffe und Schwermetalle

Mythos-Check

„Blattsenf zieht Schwermetalle aus dem Gartenboden.” Untersucht wird die Aufnahme von Metallen in Pflanzen tatsächlich, als ein Verfahren der Phytosanierung neben dem durch Pflanzen geförderten mikrobiellen Abbau organischer Schadstoffe. Ein Rezept für das eigene Beet ergibt sich daraus nicht.

Ob von einem Boden ein Risiko ausgeht, hängt von Konzentration, Mobilität und Bioverfügbarkeit der Schadstoffe und von den Bodeneigenschaften ab. Am Beet lässt sich das nicht ablesen. Eine gute Bodenstruktur beweist keine Schadstofffreiheit. Gründüngung verbessert aber gerade die Struktur, deshalb sagt ein krümeliges Beet nach Blattsenf nichts über die Belastung aus.

Achtung

Bei einer Schadstoffbelastung oder einem Verdacht ist die untere Bodenschutzbehörde deines Landkreises oder deiner kreisfreien Stadt zuständig. Welche Maßnahmen nötig sind, wird nach Untersuchung im Einzelfall festgelegt. Bis dahin erntest du von der Fläche nichts für die Küche.

Die übliche Nährstoffanalyse reicht für diese Frage nicht. Beim Hessischen Landeslabor etwa erfasst die Standardanalyse Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert, Schwermetalle müssen gesondert beauftragt werden. Auch der Aufwuchs einer belasteten Fläche ist kein gewöhnlicher Gartenabfall. Welches Entsorgungsverfahren passt, richtet sich nach der Beschaffenheit des Abfalls und dem Behandlungsziel.

Biofumigation gegen Nematoden

Ein drittes Stichwort bei Senf ist die Biofumigation. Dabei werden glucosinolatreiche Senfbestände zur Blüte zerkleinert und eingearbeitet, um bestimmte pflanzenparasitäre Nematoden zu bekämpfen. Nach dem Zerkleinern entstehen enzymatisch Isothiocyanate, die solche Nematoden schädigen können. Die beschriebenen Tests betreffen den Wurzelgallennematoden Meloidogyne hapla und den Wurzelläsionsnematoden Pratylenchus penetrans. Eine Wirkung gegen alle Bodenschädlinge zeigen sie nicht.

Der übliche Gründünger-Schnitt kurz vor der Blüte ist also nicht dieses Verfahren, denn dort wird erst zur Blüte zerkleinert. Ob es sich auf ein Gemüsebeet übertragen lässt, ist offen. Übernimm es deshalb nicht ungeprüft in deinen Garten; den Rahmen dazu gibt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Nematoden und Biofumigation.

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Fruchtfolge, Pflege, Einarbeiten: das Nötige in Kürze

Fruchtfolge. Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. In Beeten mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen meidest du Blattsenf deshalb möglichst und hältst sonst seine Fruchtwechselpause von 6 Jahren ein. Mit dem Beetplaner kannst du Beete und Anbaupausen planen; die Regeln dahinter stehen im Überblick im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur.

Pflege. Bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht. Danach achtest du vor allem in den Sommermonaten auf eine ausreichende Wasserversorgung. Was eine Gründüngung sonst an Wasser und Nährstoffen braucht, steht im Überblick im Abschnitt zu Pflege, Gießen und Düngen.

Einarbeiten. Geschnitten wird vor der Samenreife, gewöhnlich kurz vor der Blüte. Die frische Masse arbeitest du nur flach ein und wartest danach meist etwa 2–3 Wochen mit der nächsten Saat. Im Frühherbst bleibt sie stehen, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Überblick im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.

Mischungen. In Zwischenfruchtmischungen steht Senf zum Beispiel neben Ölrettich. Jede enthaltene Pflanzenfamilie muss zur bisherigen und zur geplanten Gemüsefruchtfolge passen. Bei fertigen Mischungen gilt die Saatmenge auf der Verpackung, mehr dazu im Überblick bei Fruchtfolge und Mischkultur.

Blüte und Insekten. Soll ein Teil des Bestands für Insekten blühen, beendest du ihn nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Ein einzelnes Blütenangebot versorgt nicht alle Wildbienen, weil viele Arten auf wenige Nahrungspflanzen spezialisiert sind. Welche Gründünger als Insektennahrung zählen, ordnet der Überblick bei den Familien und Wuchsformen ein.

Hochbeet und Obstgarten. Im Hochbeet lohnt eine Gründüngung, wenn es mehrere Wochen oder über Winter ungenutzt bleibt, in kleinen Gefäßen meist nicht. Unter Obstbäumen konkurriert dichter Unterbewuchs um Wasser und Nährstoffe. Welche Zeiträume sich eignen, steht im Überblick im Abschnitt zu Zeitpunkt und Dauer.

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Häufige Fragen

Was ist Blattsenf und wie funktioniert er als Gründünger?
Blattsenf ist Brassica juncea, auch Sarepta-Senf genannt, ein einjähriger und nicht winterharter Kreuzblütler. Als Gründünger wird er flächig gesät und bildet eine Bodendecke: Schnell schließende Senfbestände unterdrücken auflaufende Unkräuter vor allem durch Lichtkonkurrenz. Senf nimmt außerdem vorhandenen Bodenstickstoff in seine Biomasse auf und kann so dessen Auswaschung vermindern.
Wie wird Blattsenf richtig ausgesät und in den Boden eingearbeitet?
Blattsenf wird direkt an Ort und Stelle gesät, und zwar 1–2 cm tief, weil er kein Lichtkeimer ist. Für die Gründüngung verteilst du das Saatgut breitwürfig, rechst es ein, drückst es an und hältst es bis zum Auflaufen feucht. Geschnitten wird vor der Samenreife, die frische Masse arbeitest du nur flach ein. Danach vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung.
Wann ist die beste Zeit für die Aussaat von Blattsenf als Zwischenfrucht?
Grundsätzlich lässt sich Blattsenf von März bis September säen. Für die Zwischenfruchtnutzung wird bei der Sareptasenf-Sorte TERRAFIT die Aussaat von August bis September empfohlen, was zum günstigen Fenster für eine Gründüngung nach der Gemüseernte passt. Blattsenf ist nicht winterhart, der abgefrorene Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen.
Kann Blattsenf zur Bodensanierung und Schwermetallbindung eingesetzt werden?
Verdichtete, verschlämmte oder humusarme Böden kann eine Gründüngung, auch mit Blattsenf, durch Wurzelmasse und organische Substanz verbessern. Bei Schwermetallen ist das anders: Die Aufnahme von Metallen in Pflanzen wird als Verfahren der Phytosanierung untersucht, ein Rezept für den Hausgarten ist das nicht. Besteht ein Verdacht auf Schadstoffe, ist die untere Bodenschutzbehörde deines Landkreises oder deiner kreisfreien Stadt zuständig. Welche Maßnahmen nötig sind, wird nach Untersuchung im Einzelfall festgelegt.
Wie unterscheidet sich Blattsenf von Weißem Senf in der Gründüngungsanwendung?
Blattsenf ist Brassica juncea, Weißer Senf oder Gelbsenf ist Sinapis alba; beide sind einjährige, nicht winterharte Kreuzblütler. Blattsenf wird von März bis September gesät, Weißer Senf von April bis September. Für Gelbsenf als Gründüngung im Garten werden 5 g/m² Saatgut verwendet, bei Blattsenf richtest du dich nach der Angabe auf der Saatguttüte. In der Fruchtfolge gehören beide in die Kreuzblütlerpause.
Welche Fruchtfolgeregeln müssen bei Kreuzblütlern wie Blattsenf beachtet werden?
Für Blattsenf gilt eine Fruchtwechselpause von 6 Jahren. Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. In Beeten mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen vermeidest du Senf deshalb möglichst und säst eine Gründüngung aus einer anderen Familie, zum Beispiel Phacelia. Gründüngungsarten derselben Pflanzenfamilie stehen außerdem nicht unmittelbar hintereinander auf derselben Fläche.
Stimmt es, dass Blattsenf chemische Düngemittel vollständig ersetzen kann?
Nein. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab und ersetzt eine zusätzliche Düngung nicht automatisch. Blattsenf bringt auch keinen neuen Stickstoff ins Beet: Luftstickstoff binden nur Leguminosen, Senf nimmt auf, was im Boden schon vorhanden ist. Was die Folgekultur braucht, planst du deshalb nach ihrem Bedarf und rechnest den Aufwuchs der Gründüngung mit ein.
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