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Rübsen als Zwischenfrucht: Bodenverbesserer mit Grenzen im Gemüsegarten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rübsen sind Kreuzblütler: Im Gemüsegarten mit Kohl, Rettich und Radieschen wird wegen des Kohlhernierisikos von ihnen als Gründüngung abgeraten.
  • Rübsen binden keinen Luftstickstoff. Winterrübsen nehmen vorhandenen Bodenstickstoff auf und speichern ihn in ihrer Biomasse.
  • Sommerrübsen sind nicht winterhart, Winterrübsen sind frostverträglich und dienen als Winterzwischenfrucht.
  • Winterrübsen werden als Winterzwischenfrucht von Ende August bis Mitte September gesät.
  • Für Rübsen gilt eine Anbaupause von 4 Jahren.
  • Vor der Samenbildung mähen, nur flach einarbeiten und bis zur Folgekultur meist etwa 2–3 Wochen warten.
Nahaufnahme der gelben Blüten und unreifen Schoten von Rübsen (Brassica rapa).
Foto: BGStock72 · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Wer nach der Ernte Rübsen als Zwischenfrucht aufs Gemüsebeet sät, holt sich einen Verwandten von Kohl, Rettich und Radieschen auf die Fläche. Damit kann das Risiko für Kohlhernie steigen. Ich säe Rübsen deshalb nur dort, wo in den nächsten Jahren kein Kohlgewächs geplant ist.

Auf solchen Flächen sind Rübsen ein brauchbarer Gründünger: Die Pflanzen wurzeln tief und nehmen Stickstoff auf, der sonst über Winter ausgewaschen werden könnte. Entscheidend sind dann die Form, der Mähtermin und die Pause bis zur nächsten Kultur.

Was sind Rübsen?

Rübsen (Brassica rapa subsp. oleifera) gehören zur Familie der Kreuzblütler und werden als Gründünger einjährig kultiviert. Die Pflanzen stehen sonnig bis halbschattig und kommen mit leichtem Sandboden zurecht, zu saurer Boden gilt als ungünstig. Wie sich die Arten unterscheiden, zeigt der Überblick über die Gründüngerpflanzen mit ihren Familien und Wuchsformen.

Aussaatkalender Rübsen
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberAussaat: OktoberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Passen Rübsen als Zwischenfrucht in deinen Garten?

Im klassischen Gemüsegarten eher nicht. Wegen der Verwandtschaft mit Kohl, Rettich und Radieschen und wegen des Kohlhernierisikos wird dort von Rübsen als Gründüngung abgeraten. Das gilt auch für Mischungen, die Rübsen enthalten: Alle Pflanzenfamilien einer Gründüngungsmischung müssen zur bisherigen und zur geplanten Gemüsefruchtfolge passen.

Infrage kommen Rübsen dort, wo der Grund für die Warnung entfällt: auf Flächen, auf denen weder vorher noch nachher Kohlgewächse stehen. Das kann offener Boden im Obstgarten sein, der im Juli noch eine Gründüngung bekommt. Für Beete mit Kohl nehme ich Phacelia, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.

Wie lange du mit Kreuzblütlern pausierst

In der Fruchtfolge zählen Gründünger zu ihrer Pflanzenfamilie. Rübsen gehören deshalb wie Senf, Ölrettich und Raps in die Kreuzblütlerpause. Gründünger derselben Familie folgen auf einer Fläche außerdem nicht unmittelbar aufeinander.

Situation Abstand
Rübsen Anbaupause von 4 Jahren
Kohlgewächse, zu denen auch Stielmus zählt Wiederkehr auf derselben Fläche erst nach 4 Jahren empfohlen
Kohlhernieprobleme an Kohl Fruchtwechsel von fünf bis sechs Jahren und Verzicht auf Kreuzblütler, auch als Gründüngung

Ich notiere mir jede Gründüngung mit Jahr und Pflanzenfamilie, damit ich die Pause später nachrechnen kann. Mit dem Werkzeug zum Planen deiner Beetbelegung legst du fest, welche Kultur auf welches Beet kommt. Die Grundregeln dazu stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur.

Rübsen und ihre Alternativen im Vergleich

Rübsen Gelbsenf Winterraps Phacelia
Familie Brassicaceae, Kreuzblütler Brassicaceae, Kreuzblütler Brassicaceae, Kreuzblütler Boraginaceae
Anbaupause 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 2 Jahre
Nährstoffbedarf schwachzehrend schwachzehrend starkzehrend schwachzehrend
Wurzeltyp tiefwurzelnd tiefwurzelnd tiefwurzelnd tiefwurzelnd

Rübsen, Gelbsenf und Winterraps sind alle drei Kreuzblütler. Bei Gemüsefruchtfolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen werden deshalb auch Senf und Raps möglichst vermieden. Der Wechsel von Rübsen zu Senf oder Raps ändert an der Familie also nichts. Phacelia ist zwar als tiefwurzelnd eingestuft, für den Hausgarten wird bei ihr aber keine besondere Tiefenwirkung angesetzt.

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Was leisten Rübsen im Boden?

Tiefe Wurzeln und Wurzelkanäle

Rübsen gelten als tiefwurzelnd. Wenn die Wurzeln einer Gründüngung verrotten, hinterlassen sie Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Die organische Substanz, die dabei im Boden bleibt, kann die Wasserspeicherung leichter Böden und die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern.

Stickstoff festhalten, nicht sammeln

Winterrübsen nehmen vorhandenen Stickstoff aus dem Boden auf und speichern ihn in ihrer Biomasse. Zwischenfrüchte können so die Gefahr verringern, dass Nitrat über Winter ausgewaschen wird. Winterharte Bestände, die bis zum Frühjahr wachsen, schützen den aufgenommenen Stickstoff dabei besser als früh beendete. Weil Winterrübsen frostverträglich sind, ist die Winterform die passende Wahl, wenn du Stickstoff über den Winter im Beet halten willst.

Mythos-Check

Rübsen reichern den Boden nicht mit Stickstoff an. Zusätzlichen Stickstoff aus der Luft bringen nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen ein. Rübsen nutzen als Nichtleguminose den Stickstoff, der schon im Boden vorhanden ist.

Der eigene Nährstoffbedarf ist gering: Rübsen gelten als schwachzehrend.

Schutz für die Bodenoberfläche

Solange der Bestand steht, beschattet und bedeckt er den Boden. Das schützt vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Wie diese Wirkungen zusammenhängen, erklärt der Überblick zur Gründüngung im Abschnitt dazu, was Gründüngung im Boden leistet.

Was Rübsen nicht leisten

Eine Partnerschaft mit Mykorrhizapilzen gehen Rübsen nicht ein. Kreuzblütler gehören zu den Pflanzen, die keine arbuskuläre Mykorrhiza bilden, und diese Pilze brauchen lebende Wirtspflanzen, um zu wachsen und sich zu vermehren. Solange auf der Fläche nur Rübsen stehen, finden die Pilze dort also keinen Wirt. Klee, Lein und Luzerne können dagegen arbuskuläre Mykorrhiza bilden.

Sommerrübsen oder Winterrübsen: welche Form als Zwischenfrucht?

Die Form entscheidet, was über Winter auf dem Beet passiert. Sommerrübsen sind nicht winterhart, Winterrübsen sind frostverträglich und werden als Winterzwischenfrucht genutzt.

Sommerrübsen Winterrübsen
Frost nicht winterhart frostverträglich
Rolle als Zwischenfrucht Sommerzwischenfrucht Sommerzwischenfrucht oder Winterzwischenfrucht
Über Winter friert der Bestand ab, bleibt er als Mulch liegen Bestand bleibt bis zum Frühjahr stehen
Im Frühjahr Reste flach einarbeiten Bestand aktiv beenden, die Pflanzenmasse kann viel Handarbeit erfordern
Marias Erfahrung

Ich entscheide zuerst, wann ich das Beet im Frühjahr wieder brauche. Soll dort früh gesät werden, nehme ich keine Winterform, weil ich einen winterharten Bestand erst abräumen muss.

Aussaat in Kürze

Sommerrübsen werden als Sommerzwischenfrucht im Juli bis August gesät. Winterrübsen kommen für eine Sommerzwischenfrucht von Mitte Juli bis Mitte August in den Boden, für eine Winterzwischenfrucht von Ende August bis Mitte September. Welcher Termin zu Region und Bodentemperatur passt, zeigt der Ratgeber dazu, wann und wie du Sommer- und Winterrübsen säst.

Gesät wird wie bei jeder Gründüngung: Saatgut breitwürfig verteilen, einrechen, andrücken und bis zum Auflaufen feucht halten. Für Rübsen werden 5–14 Tage Keimdauer genannt. Als Reinsaatstärke werden 15–20 kg/ha genannt, ein Wert aus dem Feldanbau; für dein Beet nimmst du die Mengenangabe auf der Saatguttüte. Die Saatfenster deiner Gründünger kannst du dir als Aussaatkalender für Gründünger ausdrucken.

Was passiert nach dem Mähen?

Gemäht wird gewöhnlich kurz vor der Blüte und spätestens vor der Samenbildung. Rübsen gelten als verwilderungsfähig, deshalb lasse ich sie nicht bis zur Samenreife stehen. Die frische Masse wird nur flach eingearbeitet, und bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen meist etwa 2–3 Wochen. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit beschreibt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.

Wie sich eingearbeitete Rübsen zersetzen

Bakterien, Pilze und Regenwürmer zersetzen die Reste und tragen damit zur Humusbildung bei. Ein Teil der organischen Substanz wird weiter umgesetzt, ein stabilerer Anteil bleibt länger als Dauerhumus im Boden. Die Nährstoffe, die die Pflanzen vorher aus dem Boden aufgenommen haben, werden beim Verrotten wieder frei.

Wie schnell das geht, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Auch das Alter zählt: Junge Pflanzen haben ein engeres Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff als ältere und werden deshalb schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Wer Rübsen zu lange stehen lässt, muss also mit einer langsameren Rotte rechnen und mit Stickstoff, der der Folgekultur zeitweise fehlt.

Frische Grünmasse gehört nur in die oberste Bodenschicht, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, denn Einarbeiten kann Nährstoffe vorzeitig freisetzen und ihre Auswaschung begünstigen.

Die Wartezeit von etwa 2–3 Wochen ist eine Orientierung, die tatsächliche Zersetzung zählt mit. Ich steche vor dem Pflanzen an einer Stelle mit der Grabegabel ein und schaue, ob die Reste noch grün und faserig sind.

Wie viel Stickstoff du für die Folgekultur anrechnest

Der Stickstoff aus der Biomasse steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Die Freisetzung muss außerdem zeitlich zu ihrem Bedarf passen. Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung dient die Höhe des Aufwuchses:

Aufwuchshöhe der Gründüngung Anrechenbarer Stickstoff
unter 5 cm 1 g/m²
5–14 cm 2 g/m²
15–30 cm 4 g/m²
über 30 cm 6 g/m²

Die Werte ersetzen keine Düngeplanung für die Folgekultur, sie helfen beim Abschätzen.

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Rübsen im Hochbeet und im Kübel

Im Hochbeet ist eine Gründüngung sinnvoll, wenn die Fläche nach der Ernte mehrere Wochen oder über Winter ungenutzt bleibt. In kleinen Gefäßen lohnt sie sich meist nicht, weil sich die Erde dort einfach austauschen lässt. Die Familienregel gilt im Hochbeet genauso: Standen dort Radieschen, Rettich oder Kohl oder planst du sie als Nächstes, nimmst du keine Rübsen.

Hochbeete erwärmen sich schneller als Bodenbeete und können rascher austrocknen, und eine Gründüngungssaat soll bis zum Auflaufen feucht bleiben. Ich fühle im Hochbeet deshalb nach der Saat mit dem Finger nach, statt mich auf den Regen zu verlassen. Bleiben Winterrübsen bis zum Frühjahr stehen und brauche ich danach ein feines Saatbett, räume ich den Bestand ab und kompostiere ihn.

Welche weiteren Nutzungen bieten Rübsen?

Im Feldanbau werden Sommerrübsen auch für die Körnernutzung gesät, im österreichischen Anbauschema von März bis Anfang April. Im Hausgarten kennst du die Art eher als Gemüse, denn zu Brassica rapa gehören auch Speiserüben, Stielmus, Mizuna und Tatsoi. Bei den Speiserübenformen sind Blätter und Rüben roh oder gekocht verwendbar, Stielmus wird wegen seiner jungen Blätter und Blattstiele angebaut.

Für die Küche säe ich diese Gemüseformen eigens aus und überlasse den Gründüngungsbestand dem Boden. Stielmus kannst du von Mitte März bis Anfang August direkt ins Freiland säen. Auch er zählt als Kreuzblütler in die Fruchtfolge der Kohlgewächse.

Blühende Rübsen gelten als nützlingsfreundlich, die Blütezeit der Art reicht von Mai bis August. Lässt du sie für Insekten blühen, beendest du den Bestand nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Mehr zu Blüten als Insektennahrung steht im selben Überblick bei den Familien und Wuchsformen.

Mit Zuckerrübe, Futterrübe und Roter Bete haben Rübsen nur den ähnlichen Namen gemeinsam, denn diese drei sind Kulturformen von Beta vulgaris. Was sie im Beet bewirken, zeigt der Ratgeber dazu, wie Rübenarten Struktur und Nährstoffhaushalt des Gartenbodens beeinflussen.

Pflege, Schädlinge und Krankheiten in Kürze

Gründüngung braucht nach dem Auflaufen wenig Pflege. Bei trockener Witterung kann vor allem in der Keimphase wiederholtes Gießen nötig sein. Mehr dazu steht im Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Pflege, Gießen und Düngen.

Bei den Krankheiten zählt vor allem die Kohlhernie, wegen der von Rübsen im Gemüsegarten abgeraten wird. Die Feldbefunde zur Nematodenbekämpfung betreffen resistente Ölrettich- und Senfsorten, nicht Rübsen. Wo die Grenzen solcher Bodenkuren liegen, ordnet der Überblick im Abschnitt zu Nematoden, Biofumigation und Krankheiten ein.

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Häufige Fragen

Was sind Rübsen und wie unterscheiden sie sich von anderen Kreuzblütlern im Garten?
Rübsen (Brassica rapa subsp. oleifera) gehören zur Familie der Kreuzblütler und werden als Gründünger und Zwischenfrucht gesät. Die Pflanzen gelten als tiefwurzelnd und schwachzehrend. Zur selben Art gehören Küchenformen wie Speiserüben, Stielmus, Mizuna und Tatsoi. In der Fruchtfolge zählen Rübsen wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern.
Welche Vorteile bietet der Anbau von Rübsen als Gründünger für die Bodenverbesserung?
Rübsen wurzeln tief, und verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Winterrübsen nehmen vorhandenen Stickstoff aus dem Boden auf und speichern ihn in ihrer Biomasse, was die Auswaschung über Winter verringern kann. Der Bestand bedeckt außerdem den Boden und schützt ihn vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Im Gemüsegarten wird wegen der Verwandtschaft mit Kohl, Rettich und Radieschen und des Kohlhernierisikos trotzdem von Rübsen abgeraten.
Wie funktioniert die Stickstoffanreicherung durch Rübsen im Gartenboden?
Rübsen reichern den Boden nicht mit zusätzlichem Stickstoff an. Luftstickstoff binden nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen mithilfe von Knöllchenbakterien. Winterrübsen nehmen Stickstoff auf, der schon im Boden vorhanden ist, speichern ihn in ihrer Biomasse und geben ihn beim Verrotten wieder frei. Der Folgekultur steht davon je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht alles zur Verfügung.
Worin unterscheiden sich Winterrübsen von Sommerrübsen in der Gartenanwendung?
Sommerrübsen sind nicht winterhart und werden als Sommerzwischenfrucht im Juli bis August gesät. Winterrübsen sind frostverträglich und dienen als Winterzwischenfrucht mit Aussaat von Ende August bis Mitte September. Ein winterharter Bestand bleibt bis zum Frühjahr stehen und muss vor der nächsten Kultur aktiv beendet werden. Abgefrorene Gründüngung bleibt dagegen über Winter als Mulch liegen.
Wie können Rübsen erfolgreich in die Fruchtfolge kleiner Hausgärten integriert werden?
Am ehesten auf Flächen, auf denen weder vorher noch nachher Kohlgewächse stehen. Im Gemüsegarten wird wegen der Verwandtschaft mit Kohl, Rettich und Radieschen und des Kohlhernierisikos von Rübsen als Gründüngung abgeraten. Für Rübsen gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, und Gründünger derselben Familie folgen nicht unmittelbar aufeinander. In Beeten mit Kohlgewächsen passt Phacelia besser, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.
Stimmt es, dass Rübsen den Boden auslaugen und nachfolgenden Kulturen schaden?
Bleibt die Pflanzenmasse auf dem Beet, laugen Rübsen den Boden nicht aus: Die Pflanzen gelten als schwachzehrend, und die aufgenommenen Nährstoffe werden beim Verrotten wieder frei. Verholzte Reste verrotten allerdings langsamer und können vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Das eigentliche Risiko für Folgekulturen liegt in der Familie, denn Rübsen sind mit Kohl, Rettich und Radieschen verwandt und bringen ein Kohlhernierisiko mit.
Wie wird die organische Substanz von Rübsen in Humus umgewandelt?
Bakterien, Pilze und Regenwürmer zersetzen die Pflanzenreste und tragen damit zur Humusbildung bei. Ein Teil der organischen Substanz wird weiter umgesetzt, ein stabilerer Anteil bleibt länger als Dauerhumus im Boden. Wie schnell das geht, hängt von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Junge Pflanzen werden schneller umgesetzt als ältere, verholzte.
Worin unterscheiden sich Rübsen von Senf und Phacelia als Gründüngerpflanzen?
Rübsen und Gelbsenf sind beide Kreuzblütler mit einer Anbaupause von 4 Jahren und passen deshalb nicht in Beete mit Kohl, Rettich oder Radieschen. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und kann viele Gemüsefruchtfolgen ergänzen. Winterrübsen sind frostverträglich, während Phacelia als nicht winterhart gilt.
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