Rasen · Futterpflanzen & Weide · Pflege

Kleintier-Wiese bewässern: Wann, wie viel und womit du gießt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gieß nach dem Boden statt nach dem Kalender: Finger- oder Spatenprobe zeigen, ob unten noch Feuchte ist.
  • Frische Saat einer Kleintier-Wiese bleibt gleichmäßig feucht, bis sie nach 7 bis 21 Tagen keimt.
  • Welke Halme auf nassem Boden können auf Wurzelschäden durch zu viel Wasser hindeuten.
  • Ein Millimeter Wassergabe entspricht einem Liter pro Quadratmeter.
  • Gieß vorzugsweise früh morgens und bodennah; vor jede Tropfbewässerung gehört ein Filter.
  • Kein Abwasser auf die Futterwiese, und frisches Tränkwasser brauchen die Tiere trotzdem stets.

Im Hochsommer greifst du bei der Kleintier-Wiese schnell zum Schlauch, sobald die Halme schlapp werden. Doch auch Wurzeln, die durch zu viel Wasser geschädigt sind, können eine Welke auslösen, die nach Wassermangel aussieht. Ich prüfe deshalb zuerst den Boden und entscheide dann, ob ich gieße. Das spart Wasser, und du gießt nicht auf Verdacht.

Eine Kleintier-Wiese ist eine mehrjährige Gräser- und Kleemischung, die etwa 10 bis 20 cm hoch wird. Eine Mischung aus dem Handel enthält zum Beispiel Futtergräser und Weißklee und ist für Beweidung oder Heugewinnung gedacht. Was Futterpflanzen allgemein an Standort, Wasser und Nährstoffen brauchen, fasst der Überblick über Futterpflanzen, Wiese und Weide zusammen. Wie du eine Kleintier-Wiese anlegst und langfristig pflegst, steht in einem eigenen Ratgeber.

Wie viel Wasser braucht eine Kleintier-Wiese?

Eine feste Gießmenge für jede Kleintier-Wiese gibt es nicht. Wie viel Wasser fehlt, hängt von Boden, Wetter und Wachstumsphase ab. Deshalb liest du den Bedarf am Boden ab und nicht am Kalender.

Zahl im Blick

Ein Bewässerungsmodell nennt für einen 20 cm hohen, voll entwickelten Grünlandbestand an heißen, wolkenfreien Sommertagen höchstens 5,8 mm Wasserverbrauch pro Tag. Vorausgesetzt ist dabei ein Boden, der unbegrenzt Wasser nachliefert. Das ist ein Modellwert und keine Gießmenge für jeden Tag. Zur Umrechnung: 1 mm entspricht 1 l/m².

Die Kleintier-Wiese hat eine Nutzhöhe von etwa 20 cm. Der Modellwert passt also am ehesten zu deiner Wiese kurz vor Schnitt oder Weidegang, an einem heißen, wolkenfreien Tag und mit voll versorgtem Boden. Auch dann bleibt er eine Obergrenze und kein Ziel, das du mit dem Schlauch erreichen musst.

Den Boden prüfen statt nach Kalender gießen

Bevor ich gieße, stecke ich den Finger in den Boden oder klappe mit dem Spaten ein Stück Narbe auf. Ist die Erde unter der Oberfläche noch feucht, warte ich. Nach dem Gießen steche ich an derselben Stelle nach und schaue, wie tief das Wasser angekommen ist. Die Narbe drücke ich danach wieder an.

Wie viel Wasser dein Boden hält, hängt von Bodenart und Humus ab. Eine Gründüngung vor der Ansaat kann über die Humusbildung die Wasserspeicherung leichter Böden und die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern. Bodenart, pH-Wert und Bodenprobe behandelt der Abschnitt Standort, Boden und Winterhärte im Überblick über Futterpflanzen.

Wie viel Wasser gibt deine Brause?

Damit du weißt, was du gibst, literst du deine Schlauchbrause aus. Stell einen Eimer, dessen Inhalt du kennst, unter die Brause und miss die Zeit, bis er voll ist. Daraus ergibt sich, wie viele Liter pro Minute fließen. Nimm diesen Wert mal deine Gießzeit und teile durch die gegossene Fläche in Quadratmetern: Das Ergebnis ist deine Wassergabe in Millimetern.

Marias Erfahrung

Die Füllzeit meiner Brause steht auf einem Zettel im Schuppen. Vor dem Gießen rechne ich damit aus, wie lange ich auf einem Wiesenstück bleibe, und hinterher kontrolliere ich mit dem Spaten, wie tief das Wasser angekommen ist.

Wie gießt du in welcher Wachstumsphase?

Eine frisch gesäte Wiese braucht anderes Gießen als eine eingewachsene. Die Phasen im Überblick:

Phase Worauf du beim Gießen achtest
Aussaat bis Keimung Saat liegt 0,5 bis 1 cm tief; gleichmäßig feucht halten; Keimung bei 10 bis 20 °C in 7 bis 21 Tagen
Junge Wiese ausreichend Bodenfeuchte, bis die Fläche geschlossen grün ist; weiter mit feiner Brause
Eingewachsene Wiese nach Finger- oder Spatenprobe gießen, nicht nach festem Rhythmus
Nachsaat in Lücken Bodenfeuchte bei der Saat und während der Etablierung; alten Bestand kurz halten

Von der Aussaat bis zur Keimung

Die Saat einer Kleintier-Wiese kommt nur 0,5 bis 1 cm tief in den Boden. Bis zur Keimung soll sie gleichmäßig feucht bleiben. Sie keimt im Bereich von 10 bis 20 °C. Bis es so weit ist, können 7 bis 21 Tage vergehen. Weil die Samen so flach liegen und die Keimung bis zu 21 Tage dauern kann, reicht einmaliges Angießen nach der Saat nicht. Die obere Bodenschicht muss die ganze Zeit über feucht bleiben.

Ich gieße dafür mit feiner Brause und halte sie tief über den Boden, damit der Strahl die flach liegende Saat nicht verschwemmt. Sobald die Oberfläche abtrocknet, gieße ich nach. Schon vor der Saat zählt das Saatbett: Feinsämige Futterpflanzen brauchen es feinkrümelig und mit gutem Bodenschluss, damit sie beim Auflaufen mit Wasser versorgt sind. Wann du welche Futterpflanze säst, zeigt dir der Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.

Die junge Wiese nach der Keimung

Mit den ersten Halmen ist die empfindliche Phase nicht vorbei. Frisch gesäter Rasen wird nach beginnender Keimung ständig ausreichend feucht gehalten, und eine Grünlandnachsaat braucht auch während der Etablierung genug Bodenfeuchte. Ich halte es bei der jungen Kleintier-Wiese genauso. Bis die Fläche geschlossen grün ist, bleibe ich bei der feinen Brause und gieße nach, sobald die Fingerprobe trockene Erde zeigt.

Die eingewachsene Wiese

Ist die Wiese eingewachsen, gießt du nur noch, wenn die Bodenprobe trockenen Boden zeigt. Ich gieße dann durchdringend, sodass der Spatenstich hinterher deutlich unter der Oberfläche feucht ist. Mit der nächsten Gabe warte ich, bis die Probe wieder trocken ausfällt. Mehr Wasser ist dabei nicht automatisch besser.

Nachsaat in Lücken

Bei einer dichten Grasnarbe brauchst du keine Pflegenachsaat. Säst du in Lücken nach, braucht die Saat bei der Aussaat und während der Etablierung ausreichend Bodenfeuchte. Halte den alten Bestand kurz, damit die jungen Gräser Licht bekommen. Dünge nicht übermäßig, denn das verstärkt die Konkurrenz des alten Bestands gegenüber den jungen Pflanzen. Mährhythmus, Nachsaat und Regeneration vertieft der Pflege-Ratgeber zur Kleintier-Wiese.

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Worauf kommt es beim Gießen im Jahreslauf an?

Zeit Was beim Gießen zählt
Frühjahr Aussaatfenster einer Kleintierwiesen-Mischung März bis Juni; Keimung ab 10 °C; Saat bis zur Keimung feucht halten
Sommer an heißen, wolkenfreien Tagen höchstens 5,8 mm Verbrauch pro Tag (Modellwert für 20 cm hohes, voll entwickeltes Grünland, keine Gießmenge); früh morgens und bodennah gießen; Tränke und Schatten für die Tiere
Spätsommer und Herbst zweites Aussaatfenster derselben Mischung August bis Oktober; Grünlandnachsaat bis September, wenn die Wasserversorgung reicht
Vor dem ersten Frost Schläuche, Leitungen und Regner entleeren, Geräte frostfrei lagern

Eine Grünlandnachsaat ist von März bis September möglich, solange die Wasserversorgung die Etablierung erlaubt. Säst du im Spätsommer nach, planst du das Gießen also gleich mit, falls der Regen in der Etablierungsphase ausbleibt.

Im Sommer denke ich beim Gießen auch an die Tiere. Die gegossene Wiese ersetzt keine Tränke: Kaninchen und Meerschweinchen brauchen auch beim Weidegang stets genug frisches Wasser. Im Freigehege gehört außerdem ein kühler Schattenplatz dazu, der allen Tieren gleichzeitig Platz bietet. Wie du Tränken, Schatten und Ruhezonen auf der Fläche einplanst, zeigt der Ratgeber zur Wiesenplanung.

Was sonst von der Frühjahrsaussaat bis zum Winterfutter ansteht, zeigt der Überblick, welche Aufgaben auf der Kleintier-Wiese in welcher Jahreszeit anfallen. Wie du Fütterung und Tierpflege an den Blühphasen der Wiese ausrichtest, erklärt der Blütenkalender.

Welche Bewässerungsmethode passt zu deiner Wiese?

Methode Passt für Darauf achtest du
Gießkanne, Schlauchbrause Ansaat, Nachsaat, kleine Flächen feine Brause, tief über dem Boden halten
Regner größere, eingewachsene Flächen benetzt von oben; Verteilung mit Spatenstichen prüfen
Perl- oder Tropfschlauch gezielte Gabe am Boden Filter davor; Tropfer auf Verstopfung und Kalk prüfen
Bewässerungscomputer feste Gießzeit früh morgens nach Regen aussetzen; Bodenprobe bleibt Pflicht

Gießkanne und Schlauchbrause sind bei der Ansaat im Vorteil, weil du damit fein und bodennah gießen kannst. Ein Regner nimmt dir auf größeren Flächen die Arbeit ab, benetzt die Pflanzen aber von oben. Ich stelle ihn früh morgens an und kontrolliere hinterher mit Spatenstichen an mehreren Stellen, ob das Wasser überall angekommen ist. Perl- und Tropfschläuche geben das Wasser gezielt ab, können aber ausfallen, wenn Tropfer verstopfen oder verkalken. Deshalb gehört ein Filter davor.

Ein Bewässerungscomputer nimmt dir das Auf- und Zudrehen ab, die Kontrolle aber nicht. Er gießt nach Plan, auch wenn es gerade geregnet hat. Prüf deshalb nach Regen den Boden und setz das Programm aus, solange er feucht ist.

Wie sparst du Wasser auf der Kleintier-Wiese?

Die erste Sparmaßnahme ist die Bodenprobe: Du gießt nur, wenn der Boden trocken ist. Gieß vorzugsweise früh morgens und bodennah, so wie es für Gartenpflanzen empfohlen wird. Auf der Wiese halte ich die Brause dafür dicht über der Narbe, statt das Wasser in hohem Bogen zu verteilen. Regenwasser aus der Tonne verringert den Bedarf an Leitungswasser, und für Tropfschläuche gilt auch dann: Filter davor.

Achtung

Gieß die Futterwiese nicht mit Abwasser. Unzureichend aufbereitetes Abwasser kann Krankheitserreger und chemische Schadstoffe enthalten, die Pflanzen, Tiere, Boden und Grundwasser gefährden.

Mythos-Check

Hält Rasenschnitt als Mulch auf der Wiese das Wasser im Boden? Für Gartenbeete gilt eine Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm als Richtwert, und feiner Rasenschnitt soll dort nur locker, angetrocknet und dünn liegen. Auf der Wiese selbst kann eine dicke Matte aus liegen gelassenem Schnittgut die Grasnarbe darunter ersticken und teilweise absterben lassen. Lass Schnittgut auf der Kleintier-Wiese deshalb nicht als dicke Matte liegen; Mulch nach Richtwert gehört aufs Beet.

Woran erkennst du Überberegnung, und was hilft?

Hinweise auf zu viel Wasser findest du im Boden und an den Pflanzen:

  • Pfützen bleiben nach dem Gießen stehen; der Boden nimmt dann womöglich kein Wasser mehr auf.
  • Die Erde im Spatenstich ist nass und klebt am Spaten.
  • Pflanzen welken, obwohl der Boden feucht ist.

Zu viel Wasser kann Wurzeln schädigen, und geschädigte Wurzeln lassen Pflanzen ähnlich welken wie Wassermangel. Gießt du welke Halme ohne Blick in den Boden, kannst du also genau das verstärken, was die Welke ausgelöst hat.

Kurz erklärt

Die nutzbare Feldkapazität ist der Wasservorrat im Boden, den Pflanzen nutzen können, also alles zwischen Welkepunkt und Feldkapazität. Ihr Füllstand wird in Prozent angegeben und kann über 100 % liegen. Dann enthält der Boden mehr Wasser als bei Feldkapazität, und zusätzliches Gießen vergrößert den nutzbaren Vorrat nicht mehr.

Wenn ich zu viel Wasser vermute, drehe ich als Erstes ab und gieße erst wieder, wenn die Spatenprobe trockenen Boden zeigt. Läuft ein Bewässerungscomputer, prüfe ich gleich seine Gießzeiten. Bleiben Lücken zurück, säst du sie nach, sobald der Boden nicht mehr nass ist. Für die Nachsaat gilt dann dasselbe wie oben: Bodenfeuchte während der Etablierung, alten Bestand kurz halten, nicht übermäßig düngen.

Wie wartest du das Bewässerungssystem?

Eine Anlage gießt nur so gleichmäßig, wie ihre Teile arbeiten. Zu Beginn der Saison und immer, wenn eine Stelle auffällig trocken bleibt, gehe ich sie durch:

  • Filter vor Tropf- und Perlschläuchen prüfen und reinigen, damit er die Tropfer vor Verstopfung schützt.
  • Tropfer und Düsen einzeln ansehen: Kommt Wasser heraus, oder ist die Öffnung zu oder verkalkt?
  • Schläuche und Verbindungen auf Lecks prüfen.
  • Auf der Fläche nach trockenen Streifen oder nassen Senken schauen; beides kann auf ungleiche Verteilung hindeuten.
  • Gießzeiten am Bewässerungscomputer mit Wetter und Bodenprobe abgleichen.
Mini-Checkliste

Vor dem ersten Frost

  • Schläuche, Leitungen und Regner vollständig entleeren
  • Pumpe ausbauen, reinigen und frostfrei lagern
  • mobile Teile trocken und frostfrei einräumen
  • im Frühjahr alle Teile auf Frostschäden prüfen, bevor du das Wasser aufdrehst
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Häufige Fragen

Wie oft solltest du eine Kleintier-Wiese bewässern?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil Boden, Wetter und Wachstumsphase den Bedarf bestimmen. Prüf vor dem Gießen mit dem Finger oder einem Spatenstich, ob der Boden unter der Oberfläche noch feucht ist, und gieß erst, wenn er abgetrocknet ist. Frische Saat ist die Ausnahme: Sie bleibt bis zur Keimung gleichmäßig feucht.
Welche Bewässerungssysteme eignen sich für eine Kleintier-Wiese?
Für Ansaat, Nachsaat und kleine Flächen eignen sich Gießkanne und Schlauchbrause, weil du damit fein und bodennah gießen kannst. Größere eingewachsene Flächen deckt ein Regner ab, der die Pflanzen allerdings von oben benetzt. Perl- und Tropfschläuche geben das Wasser gezielt am Boden ab und brauchen einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können.
Wie nutzt du Regenwasser für die Kleintier-Wiese?
Regenwasser aus der Tonne kannst du mit Gießkanne oder Schlauchbrause verteilen, vorzugsweise früh morgens und bodennah. Läuft es über Tropf- oder Perlschläuche, gehört ein Filter davor, damit die Tropfer nicht verstopfen. Abwasser gehört dagegen nicht auf die Futterwiese, denn unzureichend aufbereitet kann es Krankheitserreger und Schadstoffe enthalten, die Pflanzen, Tiere und Boden gefährden.
Wie passt du das Gießen an die Jahreszeit an?
Steht im Frühjahr oder Spätsommer eine Aussaat oder Nachsaat an, hältst du die Saat bis zur Keimung gleichmäßig feucht. Im Sommer gießt du früh morgens und bodennah, aber nur, wenn die Bodenprobe trockenen Boden zeigt. Vor dem ersten Frost entleerst du Schläuche, Leitungen und Regner und lagerst die Geräte frostfrei.
Woran erkennst du eine Überberegnung der Kleintier-Wiese?
Hinweise sind Pfützen, die nach dem Gießen stehen bleiben, und Erde, die im Spatenstich nass ist und am Spaten klebt. Auch welke Pflanzen können auf zu viel Wasser hindeuten, denn geschädigte Wurzeln lassen Pflanzen ähnlich welken wie Wassermangel. Prüf deshalb vor dem Nachgießen den Boden und gieß erst wieder, wenn er abgetrocknet ist.
Wie gießt du eine Kleintier-Wiese in den einzelnen Wachstumsphasen?
Nach der Aussaat bleibt die flach liegende Saat gleichmäßig feucht, bis sie keimt, und das kann bei einer Gräser-Klee-Mischung 7 bis 21 Tage dauern. Auch der junge Bestand braucht danach ausreichend Bodenfeuchte, bis er sich etabliert hat. Eine eingewachsene Wiese gießt du nur noch nach Bedarf, also wenn Finger- oder Spatenprobe trockenen Boden zeigen.
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