Rasen · Futterpflanzen & Weide · Pflege

Kleintier-Wiese im Jahreslauf: Aussaat, Schnitt, Heu und Winterfutter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Kiepenkerl-Kleintierwiese säst du von März bis Juni und von August bis Oktober.
  • Zum Keimen braucht die Mischung mindestens 10 °C und ein gleichmäßig feuchtes Saatbett.
  • Genutzt wird die Wiese bei einer Nutzhöhe von etwa 20 cm.
  • Als Schnitthöhe sind für die Kiepenkerl-Mischung 4 bis 5 cm angegeben.
  • Heu lagert erst mit weniger als 14 % Wassergehalt stabil und braucht Schutz vor Nässe.
  • Kreuzkraut gehört weder ins Frischfutter noch ins Heu.

Auf einer Futterwiese für Kaninchen und Meerschweinchen hängt fast jede Arbeit an der Jahreszeit. Gesät wird in zwei Fenstern, genutzt wird nach Aufwuchshöhe, und das Heu für den Winter muss trocken ins Lager. Ich führe dafür einen einfachen Wiesenkalender und trage Aussaat, Schnitte und Heuernte mit Datum ein.

Die Kleintier-Wiese ist eine mehrjährige Mischung aus Gräsern und Klee, die etwa 10 bis 20 cm hoch wird. Licht, Boden und Bodenvorbereitung klärst du vor der ersten Aussaat; was Gräser und Klee dabei brauchen, steht im Abschnitt Standort, Boden und Winterhärte der Futterpflanzen. Wie viel Fläche deine Tiere brauchen und wohin Tränke und Rückzugsorte kommen, zeigt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese von der Fläche bis zu den Ruhezonen planst.

Welche Aufgaben stehen in welcher Jahreszeit an?

So verteilt sich die Arbeit über das Jahr:

Jahreszeit Auf der Wiese Für deine Tiere
Frühjahr Aussaat ab März, Saatbett bis zur Keimung feucht halten, früher Schröpfschnitt bei neuer Ansaat Kaninchen langsam an frisches Grün gewöhnen, erste Nutzung nach Aufwuchshöhe
Sommer schneiden, Schnittgut abrechen, Wasser bei Trockenheit im Blick behalten, Heu machen Frischfutter und Weidegang mit Schatten und frischem Wasser
Spätsommer und Herbst zweites Aussaatfenster ab August, lückige Stellen nachsäen, Grasnarbe auf Frost vorbereiten Heuvorrat prüfen
Winter Wiese ruhen lassen, Bodenprobe, Mischung und Termine planen Heu aus dem Lager, ungespritzte Zweige zum Nagen

Frühjahr: Wann säst du, und wann darf die Wiese das erste Mal genutzt werden?

Für die Kiepenkerl-Kleintierwiese beginnt das erste Aussaatfenster im März und reicht bis Juni. Den genauen Tag bestimmt die Wärme, denn zum Keimen braucht die Mischung mindestens 10 °C. Ich lese vor der Saat das Thermometer im Garten ab und warte, bis diese Temperatur erreicht ist.

Angabe Wert Gilt für
Aussaatzeit März bis Juni sowie August bis Oktober Kiepenkerl-Kleintierwiese
Keimtemperatur 10 bis 20 °C Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese
Mindesttemperatur zum Keimen 10 °C Kiepenkerl-Kleintierwiese
Keimdauer 7 bis 21 Tage Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese
Keimdauer unter geeigneten Bedingungen 7 bis 14 Tage Kiepenkerl-Kleintierwiese

Nach der Saat hältst du das Saatbett gleichmäßig feucht, bis die Samen gekeimt sind. Für die ganze Keimphase steht meine Gießkanne griffbereit neben der Fläche. Saatbett, Einarbeiten und Andrücken gehören zur Aussaat selbst; die Schritte erklärt die Anleitung, wie du eine Kleintier-Wiese Schritt für Schritt aussäst.

Bei einer frischen Ansaat kann ein früher Schröpfschnitt helfen. Er fördert die Bestockung, also die Bildung von Seitentrieben, und unterstützt so die Unterdrückung von Unkraut. Auf frischer Saat können sich außerdem Vögel und Wildtiere bedienen. Wie du ohne Mittel vorbeugst, ordnet der Überblick zu Futterpflanzen und Weide im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge ein.

Ab wann fressen deine Tiere mit?

Die erste Nutzung richtest du nach der Höhe des Aufwuchses. Für die Kleintier-Wiese ist eine Nutzhöhe von etwa 20 cm angegeben. Vor jedem Schnitt halte ich einen Zollstock an mehreren Stellen in den Bestand und lese die Höhe ab.

Kaninchen gewöhnst du langsam an das frische Grün, damit sich ihr Verdauungsapparat auf das neue Futterangebot einstellen kann. Ich biete das erste Grün neben dem gewohnten Futter an und beobachte, wie die Tiere fressen. Den Rhythmus von Fütterung und Tierpflege entlang der Blühphasen beschreibt der Blütenkalender zur Fütterung von der Kleintier-Wiese.

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Sommer: Wie schneidest du, und was brauchen die Tiere auf der Wiese?

Schnitt, Nährstoffe und Wasser

Im Sommer dreht sich die Arbeit um den Schnitt. Gemäht oder beweidet wird, sobald der Aufwuchs die Nutzhöhe erreicht hat. Als Schnitthöhe sind für die Kiepenkerl-Mischung 4 bis 5 cm angegeben.

Das Schnittgut rechst du ab, statt es als dicke Matte liegen zu lassen. Eine solche Matte kann die Grasnarbe darunter ersticken und teilweise absterben lassen. Ich reche nach jedem Schnitt ab und breite das Grün, das die Tiere nicht frisch bekommen, zum Trocknen aus.

Wie oft du mähst, wie maßvoll du nachdüngst und wie du abgegraste Stellen regenerierst, beschreibt der Ratgeber zur langfristigen Pflege einer bestehenden Kleintier-Wiese. Beim Düngen nur so viel: Weißklee bindet als Leguminose über Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Zusätzlicher Stickstoff fördert in Gras-Klee-Beständen dagegen die Gräser und kann den Kleeanteil verringern. Stickstoffdünger braucht der Klee also nicht, sein Anteil in der Mischung kann darunter sogar leiden.

Bei Trockenheit braucht vor allem eine frische Ansaat oder Nachsaat genug Bodenfeuchte. Zu viel Wasser schadet ebenfalls, denn geschädigte Wurzeln können ähnlich welken wie bei Wassermangel. Methode, Zeitpunkt und Menge erklärt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese bedarfsgerecht bewässerst.

Weidegang und Frischfutter

Teilst du die Wiese in mehrere Abschnitte, weiden die Tiere jeweils kurz auf einer Fläche, und die Grasnarbe bekommt längere Erholungsphasen. Das macht mehr Arbeit als eine Standweide, auf der die Tiere dauerhaft bleiben, nutzt den Aufwuchs aber besser aus. Ich stecke die Abschnitte mit einem mobilen Zaun ab und notiere im Wiesenkalender, welcher Abschnitt wann dran war.

Bevor die Tiere auf die Wiese dürfen, gehe ich eine kurze Liste durch. Die letzten beiden Punkte gelten ausdrücklich für Kaninchen im Außengehege.

Mini-Checkliste

kühler Schattenplatz, der allen Tieren gleichzeitig Platz bietet · frisches Tränkwasser auch beim Weidegang · Schutz gegen Ausbuddeln und Fressfeinde · witterungsgeschützter Rückzugsraum für alle Tiere

Heu für den Winter: Wann ist es trocken genug fürs Lager?

Die Kiepenkerl-Mischung ist ausdrücklich auch für die Heugewinnung vorgesehen. Heu machst du an trockenen Tagen: mähen, auf der Fläche trocknen lassen, wenden und erst trocken einfahren. Ohne Messgerät prüfe ich mit der Hand, ob ein Bündel klamm wirkt, und rieche daran. Riecht es muffig, kommt es nicht ins Lager.

Zahl im Blick

Für lagerstabiles, dicht lagerbares Heu nennt die landwirtschaftliche Beratung weniger als 14 % Wassergehalt. Für Pferdeheu werden vor dem ersten Verfüttern 8 bis 10 Wochen Nachreife nach der Ernte angegeben. Ein eigener Wert für Heu von der Kleintier-Wiese ist das nicht.

Im Lager muss das Heu vor erneutem Wasserzutritt geschützt liegen. Über dem Stapel braucht es genug Luftraum, damit feuchtwarme Luft abziehen kann.

Schimmelpilzgifte können schon auf der Fläche oder erst während der Lagerung ins Futter gelangen. Ein trockenes Lager schützt also nur vor dem zweiten Weg, deshalb sortiere ich verschimmelte Partien schon beim Wenden aus.

Achtung

Kreuzkraut gehört weder ins Frischfutter noch ins Heu. Seine Pyrrolizidinalkaloide können auch über Heu oder Silage Rinder und Pferde schwer bis tödlich vergiften. Ich gehe vor jedem Schnitt die Fläche ab und ziehe Kreuzkraut mit der Wurzel heraus.

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Herbst: Was ist vor dem Frost noch zu tun?

Im Spätsommer beginnt das zweite Aussaatfenster: Die Kiepenkerl-Mischung kann von August bis Oktober gesät werden. Je später du säst, desto genauer schaust du auf die Temperatur, weil für die Keimung mindestens 10 °C angegeben sind. Bis zur Keimung bleibt das Saatbett gleichmäßig feucht, genau wie im Frühjahr.

Lückige Stellen kannst du jetzt nachsäen, bei einer dichten Grasnarbe ist das nicht nötig. Für Nachsaaten in vorhandenes Grünland gilt die Wachstumszeit von März bis September, sofern das Wasser für die Etablierung reicht. Den alten Bestand hältst du dabei kurz, damit die jungen Gräser genug Licht bekommen.

Wie du die Grasnarbe im Winter vor Frost- und Bodenschäden schützt, steht im Ratgeber zum Frost- und Bodenschutz winterfester Kleintier-Wiesen. Dort geht es zusätzlich um Hilfe für Wildtiere im naturnahen Garten. Die Winterfütterung deiner eigenen Tiere mit Heu folgt im nächsten Abschnitt.

Winter: Wie fütterst du aus dem Vorrat, und was planst du fürs nächste Jahr?

Winterfutter aus dem Lager

Im Winter ruht die Wiese, und deine Tiere bekommen das Heu aus dem Sommer. Muffig riechendes oder sichtbar verschimmeltes Heu verfütterst du nicht.

Marias Erfahrung

Mein Heu liegt auf Holzpaletten unter dem Scheunendach, und zwischen den Ballen und dem Dach lasse ich Platz. Jeden Ballen öffne ich vor dem Füttern draußen, schaue hinein und rieche daran.

Als Nagematerial kannst du Kaninchen ungespritzte Zweige von Apfel, Birne, Weide, Buche oder Haselnuss anbieten. Beim Obstbaumschnitt lege ich ungespritzte Apfel- und Birnenzweige dafür beiseite.

Planung: Mischung, Saatgut und Termine

Bei der Wahl der Mischung hilft ein Blick auf die Zusammensetzung. Die Kiepenkerl-Kleintierwiese enthält Futtergräser und Weißklee; Grünlandfutter besteht allgemein aus Gräsern sowie Kräutern und Leguminosen, etwa Weidelgras, Spitzwegerich und Klee. Die Pflanzengruppen im Grünland ordnet der Überblick zu Futterpflanzen und Weide im Abschnitt Wiese und Weide ein.

Für die Bestellung misst du die Fläche aus, denn für die Kiepenkerl-Mischung sind etwa 25 g Saatgut je Quadratmeter angegeben. Beide Aussaatfenster trägst du dir in den Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken ein.

Willst du kalken, nimm vorher eine Bodenprobe als Mischprobe aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche. Für Kleearten im Feldfutterbau wird ein optimaler Boden-pH von 6,0 bis 6,7 angegeben. Liegt dein Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, kommen weder Kalk noch kalkhaltige Dünger auf die Fläche.

Wer im Winter auf das Wiesenjahr zurückschaut, findet typische Fehler bei Standort, Aussaat und Pflege im Ratgeber zu häufigen Fehlern beim Anlegen einer Kleintier-Wiese.

Jetzt dran

Fläche ausmessen, Saatgutmenge ausrechnen, beide Aussaatfenster eintragen und das Heulager auf Feuchtigkeit prüfen.

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Häufige Fragen

Was ist eine Kleintier-Wiese und welche Pflanzen gehören dazu?
Eine Kleintier-Wiese ist eine mehrjährige Gräser- und Kleemischung, die du als Futterfläche für Kaninchen, Meerschweinchen und andere Kleintiere anlegst. Die Kiepenkerl-Kleintierwiese zum Beispiel enthält Futtergräser und Weißklee und ist für Beweidung oder Heugewinnung vorgesehen. Die Mischung wird etwa 10 bis 20 cm hoch.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat einer Kleintier-Wiese?
Für die Kiepenkerl-Kleintierwiese gibt es zwei Aussaatfenster, von März bis Juni und von August bis Oktober. Zum Keimen braucht die Mischung mindestens 10 °C, deshalb richtest du den Termin am Anfang und am Ende der Fenster nach der Temperatur. Nach der Saat hältst du das Saatbett gleichmäßig feucht, bis die Samen gekeimt sind.
Wie unterscheidet sich die saisonale Pflege einer Kleintier-Wiese im Jahresverlauf?
Im Frühjahr stehen die Aussaat, eine gleichmäßig feuchte Keimphase und die erste Nutzung bei der angegebenen Nutzhöhe von etwa 20 cm an. Im Sommer schneidest du, rechst das Schnittgut ab und machst an trockenen Tagen Heu. Im Spätsommer und Herbst folgen das zweite Aussaatfenster und Nachsaaten in lückige Stellen. Im Winter ruht die Wiese, du fütterst Heu aus dem Lager und planst Saatgut und Termine für das nächste Jahr.
Wie stellt man sicher, dass Kleintiere die Wiese nicht übergrasen?
Teile die Wiese in mehrere Abschnitte und lass die Tiere jeweils nur kurz auf einer Fläche weiden. So bekommt die Grasnarbe längere Erholungsphasen, und der Aufwuchs wird besser genutzt als auf einer Standweide, auch wenn das mehr Arbeit macht. Einen Abschnitt nutzt du erst wieder, wenn er die angegebene Nutzhöhe von etwa 20 cm erreicht hat.
Wie kann man Frischfutter aus der eigenen Kleintier-Wiese richtig konservieren?
Für den Wintervorrat machst du Heu: an trockenen Tagen mähen, auf der Fläche trocknen lassen und wenden, bis es durchgetrocknet ist. Lagerstabil ist Heu nach landwirtschaftlicher Beratung mit weniger als 14 % Wassergehalt, und es muss vor erneuter Nässe geschützt mit Luftraum darüber liegen. Schimmelpilzgifte können schon auf der Wiese oder erst im Lager entstehen, deshalb verfütterst du muffiges oder verschimmeltes Heu nicht.
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