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Futterkohl ernten und lagern: Erntezeit, Frost und Silage

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Markstammkohl kannst du ab Mitte Oktober als Frischfutter oder für die Silage ernten.
  • Der Erntezeitpunkt für Markstammkohl liegt bei 12 bis 15 % Trockensubstanz.
  • Ausgewachsener Markstammkohl verträgt Kälte bis −12 °C und eignet sich zur Frischverfütterung im Spätherbst.
  • Beim Furchenkohl werden nach den ersten Frösten Bitterstoffe abgebaut, Schalenwild nimmt ihn dann besser an.
  • Für die Silage gut verdichten und sorgfältig mit Folie abdecken, damit wenig Sauerstoff ans Futter kommt.
  • Den Silageteil trocken und ohne Erde ernten: Buttersäure weist besonders bei nassem, verschmutztem Siliergut auf schlechte Silierung hin.
  • Schimmelpilzgifte können schon auf dem Feld entstehen, schimmelige Teile sortierst du vor Trog und Silo aus.

Ab Mitte Oktober kannst du Markstammkohl ernten, frisch für den Trog oder für die Silage. Ich teile meinen Bestand vorher auf: Ein Teil bleibt stehen und wird nach Bedarf geschnitten, den Rest siliere ich an einem trockenen Tag. Kommt nasser oder verschmutzter Kohl ins Silo oder bleibt dort Luft, leidet die Qualität des Futters.

Was ist Futterkohl?

Unter dem Namen Futterkohl laufen mehrere Kohlformen. Markstammkohl, botanisch Brassica oleracea var. medullosa, heißt ebenfalls Futterkohl und stammt aus dem Mittelmeerraum. Typisch sind ein verdickter Trieb und viel Blattmasse. Verfüttert werden die Blätter, und ganze Pflanzen gehen frisch oder als Silage in den Trog.

Auf dem Wildacker steht auch Furchenkohl. Futterkohl kann dort bis zu 2 m hoch werden und bietet Wildtieren dann Deckung.

Wie gut dein Bestand im Herbst dasteht, hängt auch an Standort, Pflege und Düngung. In einem eigenen Ratgeber liest du, wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust. Die Grundlagen zu Standort, Pflege sowie Gießen und Düngen bei Futterpflanzen findest du im Überblick zu Futterpflanzen und Weide.

Wann ist Futterkohl erntereif?

Markstammkohl kann ab Mitte Oktober als Frischfutter oder zur Silierung geerntet werden. Wenn du ihn als Zweitfrucht angebaut hast, gilt derselbe Erntebeginn. Mehr zu dieser Rolle im Garten steht im Ratgeber, was Futterkohl als Zwischenfrucht im Garten leistet.

Der Erntezeitpunkt liegt bei 12 bis 15 % Trockensubstanz. Der Kohl besteht beim Schnitt also größtenteils aus Wasser, und das spielt beim Silieren eine Rolle. Ich messe die Trockensubstanz nicht selbst und richte mich im Garten nach dem Kalender.

Wie viel Trockenmasse in den Pflanzen steckt, hängt auch vom Typ ab. Beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen, und niedrig wachsende Sorten besitzen höhere Trockenmassegehalte als stängelige. Im Ratgeber, woran du hochwertigen Futterkohl erkennst, geht es um Sorte, Standort und Frosthärte.

Damit im Oktober etwas zu ernten ist, muss die Saat rechtzeitig im Boden sein. Als Hauptfrucht kann Markstammkohl im April und Mai gesät werden, als Zwischenfrucht reichen die letzten Saattermine je nach Empfehlung von Mitte bis Ende Juli. Die Saattermine für das Futterbeet hast du im Aussaatkalender für Futterpflanzen beisammen.

Achtung

Futterkohl erntest du im Herbst. In nitratreichem Herbstfutter kann sich Nitrat zu Nitrit umwandeln und die Bildung von Methämoglobin begünstigen. Besonders für Wiederkäuer kann das ein Vergiftungsrisiko sein, eine pauschal sichere Menge gibt es nicht.

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Welche Rolle spielt der Frost bei der Ernte?

Wie viel Kälte Futterkohl verträgt, hängt von Kulturform und Entwicklungsstand ab.

Kohl und Zustand Angegebene Kältetoleranz
Markstammkohl, Angabe beim Gartensaatgut −10 °C
Markstammkohl, voll ausgewachsen −12 °C
Futterkohl auf dem Wildacker, an Kälte gewöhnt bis −15 °C

Der Wert von −12 °C gilt ausdrücklich für voll ausgewachsene Pflanzen. Ausgewachsener Markstammkohl verträgt diese Kälte und eignet sich zugleich zur Frischverfütterung im Spätherbst, deshalb musst du ihn nicht auf einen Schlag ernten. Du kannst ihn stehen lassen und portionsweise schneiden. Ich behalte dabei die Nachttemperaturen im Blick, denn die Kälteangaben gelten für bestimmte Pflanzen und sind keine Garantie für jeden Bestand.

Wer Rinder oder Schafe hält, kann Markstammkohl im Spätherbst auch beweiden lassen.

Marias Erfahrung

Für den Winter lasse ich die Pflanzen stehen, die ich vom Weg aus erreiche. So hole ich auch bei nassem Boden Blätter für den Trog, ohne ins Beet zu treten.

Bitterstoffe: Was der erste Frost beim Furchenkohl ändert

Beim Furchenkohl werden nach den ersten Frösten Bitterstoffe abgebaut. Schalenwild nimmt ihn danach besser an. Wer Furchenkohl als Äsung auf dem Wildacker anbaut, lässt ihn deshalb über die ersten Fröste stehen.

Mythos-Check

„Futterkohl immer erst nach dem Frost ernten, dann wird er süß.“ Den Abbau von Bitterstoffen nach den ersten Frösten kennt man vom Furchenkohl. Markstammkohl kannst du ab Mitte Oktober ernten, auch vor dem ersten Frost.

Wie erntest du Futterkohl richtig?

Für kleine Portionen frisches Futter nehme ich nur Blätter ab. Für die Silage schneide ich ganze Pflanzen. Den verdickten Trieb trenne ich mit einem scharfen, kräftigen Messer knapp über dem Boden ab. Dabei achte ich darauf, dass keine Erde am Schnittgut hängt, und lege es auf eine Plane statt auf den nackten Boden.

Den Silageteil schneide ich an einem trockenen Tag. Gelbe, angefressene oder schimmelige Blätter sortiere ich schon auf dem Beet aus.

Achtung

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) können Futterpflanzen schon auf dem Feld belasten, nicht erst im Lager. Schimmelige Blätter und Pflanzen gehören deshalb weder in den Trog noch ins Silo.

Wie lagerst du frischen Futterkohl?

Ich lagere ihn deshalb nicht als Frischware ein. Der Bestand bleibt auf dem Beet, und ich schneide nur so viel, wie ich verfüttere. Was geschnitten ist, geht in den Trog oder ins Silo.

Auch zum Trocknen von Futterkohl fehlen mir verlässliche Richtwerte. Für mich bleibt es daher bei frischem Kohl und Silage.

Wie silierst du Futterkohl ohne Qualitätsverlust?

Kurz erklärt

Silieren ist eine Gärung unter Luftabschluss. Vor allem Milchsäurebakterien wandeln dabei den Zucker der Pflanzen in Milchsäure um. Markstammkohl lässt sich so als Ganzpflanzensilage nutzen.

Beim Silieren geht es vor allem darum, Sauerstoff fernzuhalten. Verdichtest du das Schnittgut gut und deckst es sorgfältig mit Folie ab, kommt weniger Sauerstoff an das Futter. Das senkt das Risiko für Nacherwärmung und Schimmel. Ich drücke das Schnittgut lagenweise fest und schließe die Folie an den Rändern dicht.

Gärsaft kann entstehen, wenn Pflanzen mit weniger als 30 % Trockenmasse siliert werden. Weil Markstammkohl zur Ernte mit 12 bis 15 % Trockensubstanz deutlich darunter liegt, kann beim Einsilieren von frischem Futterkohl Gärsaft austreten. Plane deshalb vorher ein, wohin er abläuft.

Buttersäure in der Silage ist ein Hinweis auf schlechte Silierung und Clostridienaktivität. Das betrifft besonders nasses und stark verschmutztes Siliergut. Bei mir kommt deshalb kein Kohl mit Erde oder Regennässe ins Silo.

Beim Öffnen fühle ich, ob die Silage warm geworden ist, rieche daran und schaue nach Schimmel. Verschimmelte Silage entsorge ich großzügig, mindestens 30 cm rund um die Schimmelstelle, denn wo Schimmel wächst, musst du mit Schimmelpilzgiften im Futter rechnen. Muffig riechende Stellen ohne sichtbaren Schimmel und warm gewordene Silage kommen ebenfalls nicht in den Trog. Bist du unsicher, ob eine Partie noch taugt, lass sie von einer Futterberatung oder deiner Tierärztin beurteilen.

Mini-Checkliste

Silageteil an einem trockenen Tag schneiden. Keine Erde und keine schimmeligen Blätter ins Silo geben. Schnittgut lagenweise fest verdichten. Folie sorgfältig auflegen und an den Rändern dicht schließen. Vorher klären, wohin Gärsaft abläuft. Beim Öffnen auf Wärme, muffigen Geruch und Schimmel prüfen. Verschimmeltes mit mindestens 30 cm Rand entsorgen.

Für welche Tiere eignet sich Futterkohl?

Markstammkohl eignet sich für Rinder, Schafe und Ziegen als Ergänzung zu rohfaserreichen Rationen. Bei Milchziegen kann Kohl den Geschmack der Milch beeinträchtigen. Im Ratgeber dazu liest du, für welche Nutztiere Futterkohl passt und wie du ihn einsetzt.

Was kommt nach dem Futterkohl ins Beet?

Für Getreide und Hülsenfrüchte gilt Markstammkohl als gute Vorfrucht. Für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau gilt zu anderen Kreuzblütlern eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren. Dazu zählen auch Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen. Ich trage jedes Kreuzblütler-Beet in den Beetplaner für die Fruchtfolge ein, damit ich die Pause im Blick behalte.

Mythos-Check

„Futterkohl lockert als Tiefwurzler den Boden.“ Markstammkohl bildet zwar eine kräftige Hauptwurzel. Sie reicht aber wenig in die Tiefe und verzweigt sich in der Ackerkrume.

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Häufige Fragen

Was ist Futterkohl?
Als Futterkohl wird unter anderem Markstammkohl bezeichnet, botanisch Brassica oleracea var. medullosa. Er stammt aus dem Mittelmeerraum, bildet einen verdickten Trieb mit viel Blattmasse und wird frisch oder als Silage verfüttert. Auf dem Wildacker kann Futterkohl bis zu 2 m hoch werden und Wildtieren Deckung bieten.
Wann ist Futterkohl erntereif?
Markstammkohl kannst du ab Mitte Oktober als Frischfutter oder zur Silierung ernten, auch wenn du ihn als Zweitfrucht angebaut hast. Der Erntezeitpunkt liegt bei 12 bis 15 % Trockensubstanz. Genutzt werden die Blätter, ganze Pflanzen gehen frisch oder als Silage ins Futter.
Muss Futterkohl vor der Ernte Frost abbekommen?
Nicht zwingend, denn Markstammkohl kannst du ab Mitte Oktober ernten, auch vor dem ersten Frost. Beim Furchenkohl werden nach den ersten Frösten Bitterstoffe abgebaut, und Schalenwild nimmt ihn danach besser an. Ausgewachsener Markstammkohl verträgt Kälte bis −12 °C und eignet sich zur Frischverfütterung im Spätherbst.
Wie lagert man Futterkohl über den Winter?
Ausgewachsener Markstammkohl verträgt bis −12 °C, deshalb kannst du ihn auf dem Beet stehen lassen und nur so viel schneiden, wie du verfütterst. Für einen Vorrat silierst du ihn, dabei wandeln Milchsäurebakterien unter Luftabschluss pflanzlichen Zucker in Milchsäure um. Gute Verdichtung und eine sorgfältige Folienabdeckung begrenzen den Sauerstoffzutritt und damit das Risiko von Nacherwärmung und Schimmel.
Warum tritt beim Silieren von Futterkohl Flüssigkeit aus?
Das ist Gärsaft, der beim Silieren von Pflanzen mit weniger als 30 % Trockenmasse entstehen kann. Markstammkohl hat zur Ernte nur 12 bis 15 % Trockensubstanz und liegt damit deutlich darunter. Plane beim Einsilieren deshalb ein, wohin der Saft abläuft.
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