Qualitätsmerkmale von Futterkohl: Sorte, Frosthärte und stabiler Ertrag
- Für Markstammkohl liegt der angegebene Erntezeitpunkt bei 12 bis 15 % Trockensubstanz.
- Markstammkohl mit niedrigem Wuchs hat höhere Trockenmassegehalte als stängelige Sorten.
- Im Sommerzwischenfruchtanbau bringt Camaro hohen Ertrag bei mittlerer Frostempfindlichkeit, Furchenkohl sehr geringen Ertrag bei geringer Frostempfindlichkeit.
- Die Kältetoleranz von −12 °C gilt ausdrücklich für voll ausgewachsenen Markstammkohl.
- Für Markstammkohl gilt im Feldbau eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern, Senf und Raps zählen mit.
Ein Futterkohlbestand kann im Herbst dicht und grün dastehen und trotzdem wenig brauchbares Futter liefern. Ob er Masse bringt und Frost verträgt, legst du zu einem guten Teil fest, bevor das erste Korn im Boden liegt. Ich lese deshalb in jeder Sortenbeschreibung zuerst, was sie zu Ertrag und Frostempfindlichkeit sagt.
Qualität heißt bei Futterkohl mehr als Höhe und Blattmenge. Es geht um die Trockensubstanz zur Ernte, das Verhältnis von Blatt und Stängel, eine FrosthärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. passend zu deiner Nutzung und einen gesunden, sauberen Bestand.
Woran erkennst du hochwertigen Futterkohl?
Trockensubstanz zur Ernte
Für Markstammkohl liegt der angegebene Erntezeitpunkt bei 12 bis 15 % Trockensubstanz. Diesen Wert siehst du der Pflanze nicht an. Wenn du es genau wissen willst, lass das Futter untersuchen, denn eine Futteruntersuchung liefert dir die Inhaltsstoffwerte.
Trockensubstanz ist alles, was von der Pflanze ohne ihr Wasser übrig bleibt. Ein niedriger Anteil bedeutet viel Wasser im Futter.
Blatt, Stängel und Verwertung
Typisch für Markstammkohl sind ein verdickter Trieb und eine hohe Blattmasse. Genutzt werden die Blätter, ganze Pflanzen gehen als Frischfutter oder Silage in die Verwertung. Ob du mehr Blatt oder mehr Stängel erntest, bestimmt der Sortentyp mit.
Gesunde Wurzeln
Die kräftige Hauptwurzel des Markstammkohls reicht wenig in die Tiefe und verzweigt sich in der Ackerkrume. Welkt eine Pflanze, kann das auf Wassermangel hindeuten. Zu viel Wasser kann die Wurzeln aber ebenso schädigen und eine ähnliche Welke auslösen. Auch Wurzelfraß der KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. kommt als Ursache infrage. Ich fühle in solchen Fällen zuerst die Bodenfeuchte, danach ziehe ich eine welke Pflanze heraus und suche an der Wurzel nach Fraßspuren.
Saubere Pflanzen
Zur Qualität gehört auch Futterhygiene. Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen schon auf dem Feld belasten oder erst im Lager. Pflanzen mit Schimmel sortierst du deshalb aus, bevor sie in den Trog kommen.
Markstammkohl als Zweitfrucht ist Herbstfutter. Für Wiederkäuer kann nitratreiches Herbstfutter ein Vergiftungsrisiko sein: Nitrat kann zu Nitrit umgewandelt werden, und das kann die Bildung von Methämoglobin begünstigen. Eine pauschal sichere Menge gibt es nicht, deshalb stimmst du die Fütterung mit deinem Tierarzt ab.
So prüfe ich einen Futterkohlbestand
- Erntezeitpunkt bei Markstammkohl: 12 bis 15 % Trockensubstanz
- Sortentyp: blattreich oder blattarm, niedrig oder stängelig
- Frostangabe: für welchen Entwicklungsstand sie gilt
- Welke Pflanzen: erst Bodenfeuchte, dann Wurzel prüfen
- Futterhygiene: kein Schimmel an Blatt und Stängel
Welche Sorte passt: Ertrag oder Frosthärte?
Im Sommerzwischenfruchtanbau unterscheiden sich zwei Futterkohle deutlich voneinander.
| Sorte | Ertrag | Frostempfindlichkeit |
|---|---|---|
| Camaro | hoch | mittel |
| Furchenkohl | sehr gering | gering |
Camaro bringt viel Ertrag und ist mittel frostempfindlich, Furchenkohl verträgt Frost besser und bringt sehr wenig: Du wägst also Masse gegen geringe Frostempfindlichkeit ab. Ich wähle die Sorte danach, was der Bestand leisten soll. Brauche ich vor allem Futtermasse, nehme ich die ertragreiche Sorte. Soll der Kohl auch Frost abbekommen dürfen, greife ich zur weniger frostempfindlichen.
Markstammkohl: blattreich oder blattarm
Beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen. Sorten mit niedrigem Wuchs haben dabei höhere Trockenmassegehalte als stängelige. Wenn dir die TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. wichtig ist, schau in der Sortenbeschreibung zuerst auf die Wuchsform.
Futterkohl auf dem Wildacker
Auf dem Wildacker zählt neben dem Futter auch, ob der Bestand Schutz gibt. Futterkohl kann dort bis zu 2 m hoch werden und Wildtieren Deckung bieten. Furchenkohl wächst auf dem Wildacker mindestens zweijährig. Äsen die Tiere ihn nicht vollständig ab, kann er auch drei Jahre überdauern.
Frosthärte: Was die Minusgrade bedeuten
Die Frostangaben für Futterkohl hängen davon ab, welche Kulturform gemeint ist und wie weit die Pflanzen entwickelt sind.
| Kultur und Zustand | angegebene Kältetoleranz |
|---|---|
| Markstammkohl, Angabe zum Gartensaatgut | etwa −10 °C |
| Markstammkohl, voll ausgewachsene Pflanzen | −12 °C |
| Futterkohl auf dem Wildacker, an Kälte gewöhnt | bis −15 °C |
Der Wert von −12 °C gilt ausdrücklich für voll ausgewachsene Pflanzen. Die −15 °C beziehen sich auf Futterkohl, der an Kälte gewöhnt ist. Beide Angaben zusammen zeigen: Frosthärte ist kein fester Sortenwert, sie hängt davon ab, wie weit deine Pflanzen entwickelt und abgehärtet sind. Für junge Pflanzen gibt es keine eigene Angabe. Verlass dich bei einem spät gesäten Bestand also nicht auf die Werte für ausgewachsene Pflanzen.
Welche Rolle der Frost beim Erntezeitpunkt spielt, erklärt der Ratgeber, wie du Futterkohl erntest und lagerst.
Ich schreibe mir zu jeder Futterkohlsorte die Frostangabe zusammen mit ihrem Bezug auf: Gilt sie für voll ausgewachsene Pflanzen oder für das Saatgut allgemein? Diese Notiz steht in meiner Beetliste neben Sortenname und Saattag.
„Futterkohl wächst nur in warmem Klima.“ Markstammkohl stammt zwar aus dem Mittelmeerraum. Für voll ausgewachsene Pflanzen wird aber eine Kältetoleranz von −12 °C angegeben, deshalb schließt du von der Herkunft besser nicht auf Frostempfindlichkeit.
Ertragsstabilität: worauf es von Jahr zu Jahr ankommt
Anbaupause zu allen Kreuzblütlern
Für Kohlgewächse allgemein werden 3 bis 5 Jahre Anbaupause empfohlen. Für Markstammkohl im Feldbau und für Futterkohl im ökologischen Zwischenfruchtanbau sind es mindestens 5 Jahre zu anderen KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen.. Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen zählen dabei mit, auch wenn sie nur als Gründüngung auf dem Beet standen. Ich führe deshalb für jedes Beet eine Liste, in der jeder Kreuzblütler mit seinem Jahr steht. Mit dem Beetplaner für deine Anbaujahre behältst du das ebenfalls im Blick. Passende Vor- und Nachfrüchte zeigt der Ratgeber, welche Fruchtfolge zu Futterkohl passt.
Unkraut in der Jugendphase
Am Anfang wächst Markstammkohl langsam, und genau in dieser Zeit braucht er eine wirksame Unkrautregulierung. Ich hacke dann zwischen den Reihen und ziehe Unkraut in der Reihe von Hand.
Sorte und Anbauform zusammen planen
Die Bewertung von Camaro und Furchenkohl gilt für den Sommerzwischenfruchtanbau. Für diese Anbauform ist eine frühe Julisaat vorgesehen, als Hauptfrucht säst du dagegen im April und Mai. Ich prüfe deshalb vor dem Saatgutkauf, ob eine Sortenbewertung zu meiner Anbauform passt. Den passenden Termin erklärt der Ratgeber, wann du Futterkohl am besten säst. Meine Termine trage ich in den Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken ein.
Standort, Aussaat, Pflege und Ernte: was davon die Qualität betrifft
Die Anbauschritte selbst beschreibt der Ratgeber, wie du Futterkohl Schritt für Schritt anbaust. Hier steht nur, was davon direkt die Qualität betrifft.
Standort und Boden. Auf dem Wildacker kommt Futterkohl bei durchlässigem Boden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 8 zurecht, das ist eine Toleranzspanne und kein Optimum. Feuchte, staunasse und saure Böden begünstigen zugleich die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen., ein saurer Boden bleibt also trotz dieser ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. ein Risiko für deinen Bestand. Wie Standort, Boden und Winterhärte bei Futterpflanzen zusammenhängen, zeigt der Überblick zu Futterpflanzen und Weide.
Aussaat. Markstammkohl ist feinsamig und braucht ein sorgfältiges SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. mit gutem Bodenschluss. Kräftige Jungpflanzen vom Gartensaatgut stehen in der Reihe 30 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du 50 cm, ob du nun vereinzelst oder auspflanzt.
Düngen. Markstammkohl kann viel Stickstoff aufnehmen. Im Feldanbau teilt man die Stickstoffdüngung auf eine Gabe vor der Saat und eine weitere bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe auf. Wie du mit organischer Düngung arbeitest, zeigt der Ratgeber, wie Futterkohl im Öko-Anbau gelingt.
Schutz vor der Kohlfliege. Die Kleine Kohlfliege legt etwa ab Mitte April Eier. Lege deshalb direkt nach Saat oder Pflanzung ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit weniger als 1 mm Maschenweite auf und schließe die Ränder dicht. Bedenke dabei, dass das Netz auch Nützlingen den Zugang verwehren kann.
Ernte und Lagerung. Markstammkohl aus der Zweitfrucht erntest du ab Mitte Oktober, als Frischfutter oder für Silage. Den Zeitpunkt richtest du nach der Trockensubstanz aus, im Lager kontrollierst du auf Schimmel. Wie Frost, Ernte und Konservierung zusammenspielen, vertieft der Ernte-Ratgeber.
Futterwert und Tiere. Welche Inhaltsstoffe Futterkohl mitbringt, erklärt der Ratgeber, welchen Futterwert Futterkohl hat. Markstammkohl eignet sich für Rinder, Schafe und Ziegen als Ergänzung zu rohfaserreichen Rationen, bei Milchziegen kann Kohl aber den Milchgeschmack beeinträchtigen. Den Einsatz je Tierart beschreibt der Ratgeber, für welche Nutztiere sich Futterkohl eignet.




