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Hydrokultur und Hydroponik: Substrate, Systeme und dein Einstieg ohne Erde

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Hydroponik ist Pflanzenanbau weitgehend ohne Erdsubstrate, Wasser und Nährstoffe kommen aus einer Nährlösung.
  • Ein Hydrokulturgefäß für Zimmerpflanzen besteht aus wasserdichtem Außengefäß, durchbrochenem Innentopf, Wasserstandsanzeiger, Blähton und Nährstoffversorgung.
  • Ohne Erde gibt es keinen Nährstoffvorrat im Substrat, sämtliche Nährstoffe musst du gezielt zuführen.
  • Fülle das Gefäß nie randvoll, denn zu viel Wasser verdrängt den Sauerstoff an den Wurzeln.
  • Ein voller Anzeiger kann täuschen, wenn eingewachsene Wurzeln ihn hochdrücken.
  • Für den Einstieg eignen sich in Wasser bewurzelte Stecklinge, etwa von Grünlilie oder Tradescantia.
Verschiedene Zimmerpflanzen als grüne Sammlung im Wohnraum
Foto: cottonbro studio · Pexels License · Quelle ↗

Hydrokultur nimmt dir die Fingerprobe in der Erde ab, denn ein Wasserstandsanzeiger zeigt dir, wie viel Wasser im Gefäß steht. Dafür trägst du die Nährstoffversorgung ganz allein, und ein zu voll gefülltes Gefäß kann den Wurzeln die Luft nehmen. Ich fange deshalb jede neue Hydrokultur mit einer Pflanze an, die schon im Wasserglas Wurzeln gebildet hat. An ihr lerne ich das Gefäß kennen, bevor ich größere Pflanzen umziehe.

Was ist Hydrokultur?

Hydroponik bezeichnet den Pflanzenanbau weitgehend ohne Erdsubstrate. Die Wurzeln stecken stattdessen in einem Haltesubstrat, hängen in einer Nährlösung oder sogar frei in der Luft. Wasser und Nährstoffe bekommen sie aus dieser Lösung.

Dass das funktioniert, liegt an der Ernährung der Pflanzen. Pflanzen nehmen mineralische Nährstoffe als in Wasser gelöste Ionen auf, in Erde genauso wie ohne.

Im Wohnzimmer begegnet dir das Prinzip meist als klassische Hydrokultur. Sie besteht aus einem wasserdichten Außengefäß, einem durchbrochenen Innentopf, einem Wasserstandsanzeiger, einem Haltesubstrat wie Blähton und einer Nährstoffversorgung. Für Gemüse wie Salat kommen Wasserbeete und Rinnen dazu, in denen die Wurzeln direkt in die Nährlösung reichen oder von ihr umflossen werden.

Kurz erklärt

Hydrokultur und Hydroponik meinen dasselbe Prinzip: Pflanzen wachsen ohne Erde und bekommen Wasser und Nährstoffe über eine Lösung. Im Deutschen heißt das Zimmerpflanzen-Gefäß mit Blähton meist Hydrokultur, Anbausysteme für Gemüse laufen häufiger unter Hydroponik.

Woher die Methode kommt

Den Begriff Hydroponics prägte der amerikanische Forscher William Frederick Gericke, der die erdlose Kultur von Pflanzen systematisch untersuchte. Die Hängenden Gärten von Babylon werden gern als frühes Vorbild genannt; das ist eine Vermutung, kein Befund. Heute begegnen dir zwei Anwendungen: das Hydrokulturgefäß für Zimmerpflanzen und Anbausysteme, in denen nährstoffhaltiges Wasser im Kreislauf wieder angereichert und erneut genutzt wird.

Hydrokultur und Erde im Vergleich

Der Unterschied zeigt sich weniger an der Pflanze als am Gefäß. Diese Gegenüberstellung hilft dir beim Umdenken:

Frage Topf mit Erde Hydrokultur
Was gibt den Wurzeln Halt? Das Kultursubstrat, das auch Luft, Wasser und Nährstoffe bereitstellt Ein Haltesubstrat wie Blähton im durchbrochenen Innentopf
Woher kommen die Nährstoffe? Aus der Grunddüngung im Substrat und aus organischem Material, das nach und nach mineralisiert wird Aus der Nährlösung, in die du sämtliche Nährstoffe gezielt dosiert gibst
Wohin läuft überschüssiges Wasser? Durch funktionsfähige Abzugslöcher aus dem Topf Es bleibt im wasserdichten Außengefäß
Wie prüfst du die Versorgung? Topf anheben, bei torffreier Erde auch unten prüfen, weil die Oberfläche schneller abtrocknet Wasserstand am Anzeiger ablesen und gegenprüfen, weil Wurzeln den Anzeiger hochdrücken können

Erde bringt eine Grunddüngung mit, in erdelosen Kulturen muss dagegen jeder Nährstoff gezielt zugeführt werden. In der Hydrokultur fängt also kein Vorrat im Substrat eine Lücke auf. Was nicht in der Lösung steckt, fehlt der Pflanze.

Substrate in der Hydrokultur: mehr als Ersatz für Erde

Ein Kultursubstrat gibt den Wurzeln Halt und sichert ihre Versorgung mit Luft, Wasser und Nährstoffen. In der Hydrokultur liefert die Lösung Wasser und Nährstoffe, das Substrat muss vor allem halten und Luft an die Wurzeln lassen.

Blähton: das Haltesubstrat im Zimmer

Blähton besteht aus gebrannten Tonkügelchen und ist das Haltesubstrat der klassischen Zimmer-Hydrokultur. Nach gründlicher Reinigung lässt er sich wieder verwenden. Aus einem Gefäß mit wurzelfaulen Pflanzen nehme ich ihn trotzdem nicht für die nächste Pflanze, denn Substrat aus solchen Gefäßen wird nicht erneut zum Einpflanzen verwendet.

Kokos, Perlit, Bims und Lava

In Systemen mit Substrat, etwa Ebbe-Flut oder Tropf, kommen weitere Materialien infrage. Ihre Eigenschaften kennt man aus Gefäßsubstraten, und für ein Hydrosystem mit Substrat wählst du nach denselben Kriterien:

Material Was es beiträgt
Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr
Kokosmark feiner als die Fasern, speichert mehr Wasser
Perlit erhöht als Zuschlag Luftkapazität und Strukturstabilität, abhängig von der Beimischungsmenge
Bims kann Wasser speichern und verbessert als poröser Zuschlag die Strukturstabilität
Zeolith kann Wasser speichern
Lava verbessert als poröser Zuschlag die Strukturstabilität

Bei der Wahl hilft eine Frage: Soll das Material eher Wasser halten oder eher Luft an die Wurzeln lassen? Für mehr Wasser greifst du zu Kokosmark oder Zeolith, für mehr Luft zu Kokosfasern oder Perlit.

Steinwolle

Steinwolle kennst du vielleicht aus dem Erwerbsgemüsebau. Für die Fensterbank greife ich nicht dazu, weil ihre Entsorgung problematisch sein kann.

Ganz ohne Substrat

Bei der Aeroponik hängen die Wurzeln frei in der Luft und werden regelmäßig mit fein verteilter Nährlösung besprüht. Die Technik ist aufwendig und eher etwas für Erfahrene. Ein Beispiel aus der Zimmerkultur ist die Orchidee Vanda, die häufig ohne Substrat kultiviert wird. Ihre Wurzeln müssen nach dem Befeuchten aber wieder gut abtrocknen. Die Kulturvase bleibt deshalb nicht dauerhaft mit Wasser gefüllt: Ohne Substrat heißt nicht Dauerbad.

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Hydrokultur-Systeme: von Ebbe und Flut bis zum Docht

Die Systeme unterscheiden sich darin, wie die Nährlösung zu den Wurzeln kommt und wie die Wurzeln dabei an Luft kommen. Für die Fensterbank reicht das einfachste davon.

Das klassische Hydrokulturgefäß

Das Gefäß für Zimmerpflanzen kommt ohne Pumpe aus. Der Innentopf mit Blähton steht im wasserdichten Außengefäß, durch seine Öffnungen erreichen die Wurzeln die Lösung. Den Füllstand liest du am Wasserstandsanzeiger ab.

Tiefwasserkultur (Deep Water Culture)

In der Tiefwasserkultur stehen die Pflanzen in Halterungen über einer Nährlösung, in die ihre Wurzeln hineinreichen. Eine Pumpe durchmischt die Lösung und versorgt sie mit Sauerstoff. Das System eignet sich für ein selbstgebautes Wasserbeet mit Salat.

Ebbe-Flut-System

Hier stehen die Pflanzen in Behältern mit Substrat. Eine Pumpe flutet die Behälter mit Nährlösung, danach läuft die Lösung zurück in den Vorratsbehälter. Zwischen den Flutungen kommt Luft an die Wurzeln, und das System nimmt auch größere Pflanzen und verschiedene Substrate auf.

NFT: der Nährfilm in der Rinne

Bei der Nutrient Film Technique, kurz NFT, fließt Nährlösung als dünner Film durch geneigte Rinnen über die Wurzeln. Die Wurzeln haben Kontakt zur Lösung, ohne in tiefem Wasser zu liegen. Genutzt wird das System häufig für Salat und Kräuter.

Tropfsystem

Im Tropfsystem bekommt jede Pflanze einen eigenen Tropfer. Überschüssige Lösung kann aufgefangen und wieder verwendet werden. Weil sich die Gabe je Pflanze anpassen lässt, passen unterschiedliche Arten in ein System.

Dochtsystem

Ein Docht verbindet das Substrat mit einem Vorratsbehälter und saugt Lösung nach, ganz ohne Pumpe. Für Zimmerpflanzen ist das ein einfacher Einstieg. Den Füllstand im Vorrat kontrollierst du trotzdem selbst.

Was dir Hydrokultur bringt

Diese Punkte sprechen im Alltag für den Anbau ohne Erde:

  • Wasser bleibt im System. In hydroponischen Anbausystemen kann nährstoffhaltiges Wasser im Kreislauf wieder angereichert und erneut genutzt werden. Im Zimmergefäß bleibt überschüssiges Wasser im Außengefäß, statt durch Abzugslöcher zu laufen.
  • Die Versorgung ist planbar. Du gibst sämtliche Nährstoffe gezielt dazu, die Versorgung hängt also nicht an der Erde.
  • Der Wasserstand ist sichtbar. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schneller abtrocknen als der untere Ballen, deshalb prüfst du dort auch unten. Im Hydrokulturgefäß liest du den Stand direkt am Anzeiger ab, der Test an einer täuschenden Oberfläche entfällt.
  • Anbau ohne Beet. Ein selbstgebautes Wasserbeet trägt Salat auch dort, wo kein Gartenboden ist.

Ganzjährig gleich stark wächst eine Zimmerpflanze ohne Erde allerdings auch nicht. Bei geringerem Winterlicht braucht sie weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn der Raum warm bleibt.

Was die Wurzeln brauchen: Nährlösung, pH-Wert und Sauerstoff

Die Nährlösung

In erdelosen Kulturen müssen sämtliche benötigten Nährstoffe gezielt dosiert zugeführt werden. Dazu gehören Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel als Hauptnährstoffe sowie Spurennährstoffe wie Eisen, Mangan und Bor.

pH-Wert und Leitfähigkeit

Bei fertig gekauften Hydrokulturgefäßen für Zimmerpflanzen ist die Nährlösung üblicherweise auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt. Der EC-Wert in mS/cm misst die Leitfähigkeit aller gelösten Salze aus Gießwasser und Dünger, einzelne Nährstoffe unterscheidet er nicht. Welcher Hydrodünger passt, wie du misst und wie du einstellst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Zimmerpflanzen in Hydrokultur mit Nährstoffen versorgst.

Sauerstoff an den Wurzeln

Auch Wurzeln im Wasser brauchen Luft. Ein zu hoher Wasserstand verdrängt den Sauerstoff aus dem Wurzelbereich und begünstigt Wurzelfäule, deshalb steht ein Hydrokulturgefäß nie randvoll.

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Standort: Licht und Temperatur

Stehen die Wurzeln im Wasser, braucht der Rest der Pflanze trotzdem den Standort, den ihre Art verlangt. Für Pflanzenlampen zählen die artspezifische Lichtintensität und ein pflanzengeeignetes Spektrum. Welche Lichtstufen und Temperaturen für deine Art gelten, steht im Ratgeber dazu, welchen Standort deine Zimmerpflanzen bei Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit brauchen.

Herausforderungen: Kosten, Lernkurve und Strom

Was der Einstieg kostet

Für eine einzelne Zimmerpflanze brauchst du Außengefäß, Innentopf, Wasserstandsanzeiger, Blähton und Nährstoffe. Anlagen für Gemüse brauchen zusätzlich Behälter, Pumpe und oft Beleuchtung, und das summiert sich. Ein einzelnes Gefäß ist deshalb der günstigere erste Versuch.

Wie steil die Lernkurve ist

Ohne Erde fällt die Fingerprobe weg, und du lernst andere Signale lesen: den Anzeiger, die Wurzeln, bei Gemüseanlagen auch Messwerte. Am Anfang wirkt das ungewohnt, weil du die Versorgung komplett selbst steuerst. Ich schreibe mir in den ersten Monaten auf, wann ich nachgefüllt und wann ich das Wasser gewechselt habe.

Strom und Technik

Pumpen, Belüftung und Pflanzenlampen brauchen Strom. Ebbe-Flut, NFT, Tropfsystem, Tiefwasserkultur und Aeroponik arbeiten mit Pumpen, das Dochtsystem und das klassische Hydrokulturgefäß kommen ohne aus. In der Tiefwasserkultur versorgt die Pumpe die Lösung mit Sauerstoff, und fehlt den Wurzeln Sauerstoff, begünstigt das Wurzelfäule. Ein Pumpenausfall kann dort also direkt die Wurzeln treffen.

Gesunde Pflanzen ohne Erde

Ohne Erde bleiben Pflanzen nicht automatisch gesund. Gelbe oder abfallende Blätter können durch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress entstehen und belegen allein keinen Düngermangel. Welche Fehler bei Nährlösung, Wasser, Sauerstoff und Hygiene passieren und woran du sie erkennst, erklärt der Beitrag, wie du Fehler in der Hydrokultur erkennst und vermeidest.

Wo Hydroponik heute eingesetzt wird

Im Zimmer und im Büro

Hydrokulturgefäße mit Blähton und Wasserstandsanzeiger stehen in Wohnungen ebenso wie in Büros und öffentlichen Gebäuden. Für solche Orte passt, dass sich der Wasserstand ablesen lässt und überschüssiges Wasser im Außengefäß bleibt.

In der Gärtnerei

Auch Gärtnereien ziehen Pflanzen ohne Erde, etwa Phalaenopsis. In der Erwerbskultur soll der Wasserstand bei Phalaenopsis in Hydrokultur höchstens 1 cm betragen.

Gemüse ohne Beet

Salat wächst im selbstgebauten Wasserbeet nach dem Prinzip der Tiefwasserkultur. Weil dafür kein Gartenboden nötig ist, lassen sich solche Systeme auch in Innenräumen aufstellen.

Ein Blick nach vorn

Geforscht wird unter anderem an hydroponischen Rinnensystemen für Salat hinter Fensterscheiben, ergänzt durch LED-Beleuchtung. Wer Salat am Fenster ziehen will, plant bei solchen Systemen Pumpe und Licht gleich mit ein. Ich bleibe auf der Fensterbank beim Gefäß mit Blähton und Anzeiger, weil es ohne Strom auskommt.

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Erste Schritte: So steigst du in die Hydrokultur ein

Mit welcher Pflanze du anfängst

Für den Einstieg eignen sich in Wasser bewurzelte Stecklinge, zum Beispiel von Grünlilie oder Tradescantia. Beim Zypergras (Cyperus alternifolius) schneidest du die Spitze mit ihren Blättern ab und stellst sie umgekehrt in Wasser. Ungefähr nach 14 Tagen können sich Wurzeln bilden. Weil sich gerade in Wasser bewurzelte Stecklinge für den Einstieg eignen, hast du damit eine Startpflanze, die nie Erde gesehen hat.

Eine Pflanze aus Erde umzuziehen ist ein eigener Weg mit Anpassungsphase. Wie das gelingt, erklärt der Ratgeber, wie du eine Pflanze von Erde auf Hydrokultur umstellst. Für Gemüse bietet sich Salat im selbstgebauten Wasserbeet an.

Jetzt dran

Stell einen Steckling deiner Grünlilie ins Wasserglas und schau nach, bis sich Wurzeln zeigen. Dann setzt du ihn in ein Gefäß mit Blähton.

So setzt du ein Hydrokulturgefäß auf

  1. Stelle einen durchbrochenen Innentopf in ein wasserdichtes Außengefäß.
  2. Stecke den Wasserstandsanzeiger so ein, dass du ihn von oben ablesen kannst.
  3. Setze den bewurzelten Steckling in den Innentopf und fülle rundherum Blähton ein.
  4. Gib Wasser und Nährstoffe dazu, die Dosierung richtet sich nach der Anweisung auf der Packung.
  5. Fülle nur so weit, dass das Gefäß nicht randvoll steht, und lies den Stand am Anzeiger ab.

Wasserstand und Wasserwechsel

Den Wasserstand liest du am Anzeiger ab. Ungefähr alle 6 Monate wechselst du das Wasser und stellst die Nährlösung dabei neu ein.

Achtung

Verlass dich nicht blind auf den Anzeiger. Ein scheinbar voller Hydrokulturtopf kann fast leer sein, wenn eingewachsene Wurzeln den Wasserstandsanzeiger hochdrücken.

Marias Erfahrung

Ich klebe an jeden Außentopf ein Etikett mit dem Datum des letzten Wasserwechsels. Wirkt mir der Stand am Anzeiger verdächtig gleich, hebe ich den Innentopf kurz an und schaue in den Außentopf.

Ein Wasserbeet für Salat selbst bauen

Für Gemüse bietet sich die Tiefwasserkultur als Selbstbau an. Du brauchst:

  • einen wasserdichten Behälter für die Nährlösung
  • eine Abdeckung mit Pflanzöffnungen und Netztöpfen als Halterung
  • eine Pumpe, die die Lösung durchmischt und mit Sauerstoff versorgt
  • Nährstoffe, dosiert nach der Anweisung auf der Packung

Für Salat setzt du die Pflanzöffnungen etwa 25 cm auseinander, gemessen von Mitte zu Mitte. Ich lasse Pumpe und Schläuche einer neuen Anlage erst probeweise laufen, bevor Pflanzen hineinkommen. Dabei kontrolliere ich den sicheren Sitz der Schläuche.

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Häufige Fragen

Was ist Hydrokultur und wie unterscheidet sie sich vom Anbau in Erde?
Hydrokultur, auch Hydroponik genannt, ist Pflanzenanbau weitgehend ohne Erdsubstrate. Halt gibt ein Substrat wie Blähton, Wasser und Nährstoffe kommen aus einer Nährlösung. Anders als Erde bringt diese Kultur keine Grunddüngung mit, deshalb müssen sämtliche Nährstoffe gezielt zugeführt werden.
Was sind die Unterschiede zwischen Blähton und anderen Substraten?
Blähton ist das Haltesubstrat der klassischen Zimmer-Hydrokultur und lässt sich nach gründlicher Reinigung wieder verwenden. Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr, feineres Kokosmark speichert mehr Wasser. Perlit erhöht als Zuschlag die Luftkapazität, Bims und Zeolith können Wasser speichern. Welches Material passt, hängt davon ab, ob dein System eher Wasser halten oder eher Luft an die Wurzeln lassen soll.
Worin unterscheiden sich NFT und Ebbe-Flut-Systeme?
Bei der Nutrient Film Technique, kurz NFT, fließt Nährlösung als dünner Film durch geneigte Rinnen über die Wurzeln. Im Ebbe-Flut-System stehen die Pflanzen in Behältern mit Substrat, die mit Nährlösung geflutet werden und danach wieder leerlaufen. NFT wird häufig für Salat und Kräuter genutzt, Ebbe-Flut nimmt auch größere Pflanzen und verschiedene Substrate auf.
Wie wichtig ist die Sauerstoffversorgung der Wurzeln in der Hydrokultur?
Sehr wichtig, denn auch Wurzeln im Wasser brauchen Luft. Ein zu hoher Wasserstand verdrängt den Sauerstoff aus dem Wurzelbereich und begünstigt Wurzelfäule, deshalb füllst du ein Hydrokulturgefäß nie randvoll. In der Tiefwasserkultur durchmischt eine Pumpe die Nährlösung und versorgt sie mit Sauerstoff.
Welche Rolle spielt der pH-Wert in der Hydrokultur?
Ein zur Pflanzenart unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genügend Nährstoffe vorhanden sind. Bei fertig gekauften Hydrokulturgefäßen für Zimmerpflanzen ist die Nährlösung üblicherweise auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt.
Wie oft wechselt man das Wasser in einer Hydrokultur für Zimmerpflanzen?
Für die klassische Zimmerpflanzen-Hydrokultur wird ungefähr alle 6 Monate ein Wasserwechsel empfohlen. Dabei stellst du die Nährlösung neu ein. Zwischen den Wechseln liest du den Wasserstand am Anzeiger ab; ein scheinbar voller Topf kann fast leer sein, wenn eingewachsene Wurzeln den Anzeiger hochdrücken.
Ist Hydrokultur aufwendiger als Pflanzen in Erde?
Der Aufwand ist anders verteilt. Statt die Erdfeuchte zu prüfen, liest du den Wasserstand am Anzeiger ab und wechselst in der Zimmer-Hydrokultur ungefähr alle 6 Monate das Wasser. Dafür musst du sämtliche Nährstoffe gezielt zuführen, und Systeme mit Pumpe brauchen Strom und eine Kontrolle der Technik.
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