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Orchideensubstrat: Woraus es besteht und welches zu deiner Orchidee passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 14 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Orchideenwurzeln brauchen ein luftiges Substrat, das Wasser hält und Überschuss ablaufen lässt; Blumenerde ist dafür ungeeignet.
  • Phalaenopsis kann in reiner Pinien- oder Tannenborke mit 0,5 bis 2 cm Korngröße wachsen, braucht dann aber eine gesonderte Nährstoffversorgung.
  • Roher Rindenmulch ist kein Orchideensubstrat, weil er wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden kann.
  • Transparente Kunststofftöpfe mit Abzugslöchern zeigen dir an Rinde und Wurzeln, ob das Substrat noch feucht ist.
  • Phalaenopsis wird etwa alle 2 bis 3 Jahre umgetopft, abhängig vom Zustand von Wurzeln und Substrat.
  • Substrat aus dem Topf einer wurzelfaulen Pflanze verwendest du nicht wieder.
Magentafarbene Blüten einer Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) am gebogenen Blütenstiel vor hellem Fenster
Foto: mari_di_ann · Pixabay Content License · Quelle ↗

Eine Orchidee lässt die Blätter hängen, obwohl die Rinde im Topf noch nass ist? Dann kann das Problem unter der Oberfläche liegen. Durch Staunässe geschädigte Wurzeln können die Wasseraufnahme beeinträchtigen, sodass die Pflanze trotz feuchtem Substrat vertrocknet wirkt. Ich hebe deshalb bei jeder schlappen Orchidee zuerst den Innentopf aus dem Übertopf und sehe mir Rinde und Wurzeln an, bevor ich gieße oder dünge.

Welches Substrat zu deiner Orchidee passt, hängt an ihrer Wuchsform, an deinem Raumklima und an deinem Topf.

Warum Orchideen nicht in Blumenerde gehören

Viele Zimmerorchideen wachsen in der Natur als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen, ihre Wurzeln liegen dort frei an der Luft. Wie sich die Gruppen der Zimmerpflanzen nach Herkunft und Ansprüchen unterscheiden, ordnet der Überblick im Zimmerpflanzen-Ratgeber ein.

Gewöhnliche Blumenerde ist für Pflanzen gemacht, die in feiner, krümeliger Erde wurzeln. Diese Erde hält Wasser zwischen den feinen Bestandteilen fest, und ihr fehlen die groben Zwischenräume, durch die Luft an die Wurzeln kommt. Für Orchideen ist das ein Risiko, denn Staunässe erhöht bei ihnen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Dasselbe Problem entsteht, wenn ein Orchideensubstrat mit der Zeit zerfällt: Dann können die Wurzeln zu wenig Luft bekommen und faulen.

Vorgedüngte Blumenerde bringt außerdem eine Grunddüngung mit, und Orchideen gelten im gärtnerischen Kultursubstrat als sehr salzempfindlich. Eine Versorgung, die einer Grünpflanze guttut, kann für Orchideenwurzeln also schon zu viel sein.

Für deine übrigen Zimmerpflanzen zeigt ein eigener Ratgeber, welche Erde zu welcher Pflanze passt und woran du gute Erde erkennst.

Was ein gutes Orchideensubstrat leisten muss

Ein Orchideensubstrat muss Wasser halten und trotzdem Luft an die Wurzeln lassen. Für Phalaenopsis heißt das konkret: Das Substrat soll wenig zersetzt und gut durchlüftet sein und dabei Wasser und Nährstoffe speichern. Schädliche Stoffe und Krankheitserreger gehören nicht hinein. Geeignet ist ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit.

Anforderung Warum sie zählt Woran du sie erkennst
Gut durchlüftet, wenig zersetzt Zerfällt das Substrat, können die Wurzeln zu wenig Luft bekommen und faulen. Zwischen den Rindenstücken bleiben sichtbare Lücken, die Stücke zerbröseln nicht.
Wasser speichern Die Wurzeln brauchen zwischen zwei Wassergaben Feuchte. Die Rinde wird nach dem Wässern dunkel.
Überschuss ableiten Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Nach dem Gießen läuft Wasser aus den Abzugslöchern ab.
Frei von Erregern Verunreinigtes Substrat kann Krankheiten auf weitere Orchideen übertragen. Frische Ware, nicht aus dem Topf einer kranken Pflanze.
Kurz erklärt

Strukturstabil heißt, dass ein Substrat seine Zwischenräume lange behält und nicht zu einer dichten Masse zusammensackt. Strukturstabile Gefäßsubstrate beugen Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vor.

Frei von Krankheitserregern heißt nicht frei von Mikroorganismen. Unter natürlichen Bedingungen sind Orchideen bei der Keimung ihrer Samen sogar auf Mykorrhizapilze angewiesen. Was im Topf lebt und wie du ein gesundes Mikrobiom förderst, beschreibt der Beitrag darüber, welche Mikroorganismen im Orchideensubstrat leben.

Wie das Substrat Wurzeln und Nährstoffaufnahme beeinflusst

An Orchideen können Pilze Stängelgrund- oder Wurzelfäulen verursachen, Bakterien weitere Erkrankungen. Kälte und anhaltende Feuchtigkeit begünstigen die Ausbreitung von Erregern der Schwarz- und Wurzelfäule. Ein Substrat, das nach dem Gießen wieder abtrocknet, kann dieses Risiko senken, ausschließen kann es Fäulnis nicht.

Auch die Nährstoffaufnahme hängt am Substrat. Ein zur Pflanzenart unpassender pH-Wert kann sie begrenzen, obwohl genug Nährstoffe vorhanden sind. Die passenden Werte je Gattung findest du im Beitrag darüber, wie du den pH-Wert im Orchideensubstrat einstellst.

Und die Blüte?

Gesunde Wurzeln versorgen die ganze Pflanze und damit auch die Blütentriebe, eine Blühgarantie gibt dir aber kein Substrat. Wie Wurzelgesundheit, pH-Wert und Feuchte im Topf mit der Blütenbildung zusammenhängen, zeigt der Beitrag darüber, wie das Substrat die Blütenbildung von Orchideen beeinflusst.

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Woraus Orchideensubstrat besteht

Ein Orchideensubstrat setzt sich aus einem groben Grundstoff und Zuschlägen zusammen, die Wasser halten oder die Struktur stützen. Die Übersicht zeigt, was die einzelnen Bestandteile im Topf tun.

Bestandteil Was er im Topf tut Darauf achte ich
Pinien- oder Tannenborke grober Grundstoff mit Luft zwischen den Stücken als Kultursubstrat aufbereitet
Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr vor dem Mischen durchspülen
Kokosmark feiner, speichert mehr Wasser als Fasern Feuchte im Topf genau beobachten
Roh-Sphagnum luftreich, hohe Wasserspeicherkapazität locker einlegen, nicht pressen
Perlit erhöht Luftkapazität und Strukturstabilität für den Gartenbau geeignete Ware
Bims und Lava stützen die Struktur, Bims speichert zudem Wasser für sehr durchlässige Mischungen
Blähton formstabile Körner, Füllsubstrat in der Hydrokultur vor der Wiederverwendung reinigen
Holzkohle grober, fester Bestandteil nicht als Schutz vor Fäulnis einplanen

Rinde als Grundstoff

In vielen Orchideensubstraten bildet Rinde das Gerüst. Phalaenopsis kann sogar in reiner Pinien- oder Tannenborke kultiviert werden, die Korngröße liegt dann bei 0,5 bis 2 cm. In reiner Borke braucht die Pflanze allerdings eine gesonderte Nährstoffversorgung. Gröbere Stücke lassen mehr Luft in den Topf, feinere halten mehr Wasser. Ich wähle die Stückgröße nach der Pflanze: Kleine Orchideen mit feinen Wurzeln bekommen feinere Rinde als kräftige Pflanzen.

Häufiger Fehler

Rindenmulch aus dem Garten in den Orchideentopf geben. Roher Rindenmulch kann wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden und ist nicht mit aufbereitetem Kultursubstrat gleichzusetzen. Ich kaufe für Orchideen deshalb nur Rinde, die als Kultursubstrat aufbereitet ist.

Kokos, Sphagnum und Perlit

Kokos kommt in zwei Formen in die Mischung. Kokosfasern fördern die Struktur und die Luftzufuhr, feineres Kokosmark speichert mehr Wasser. Für meine Phalaenopsis nehme ich Fasern und lasse das feine Mark weg, weil ich dort mehr Luft als Wasserspeicher haben will.

Roh-Sphagnum ist luftreich und kann viel Wasser speichern. Ich lege es locker in die Mischung, wenn die Rinde am Fensterplatz schnell hell wird, und presse es nicht um die Wurzeln.

Perlit erhöht als Zuschlag die Luftkapazität und die Strukturstabilität. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt von der Menge ab, die du beimischst. Achte darauf, dass das Perlit für den Gartenbau geeignet ist.

Blähton, Bims und Lava

Mineralische Zuschläge bringen Körner in die Mischung, die ihre Form behalten. Poröse Zuschläge wie Lava und Bims können die Strukturstabilität verbessern. Bims und Zeolith können außerdem Wasser speichern.

Blähton dient in der Hydrokultur als Füllsubstrat. Die Gefäße dürfen dort nicht randvoll stehen, weil ein zu hoher Wasserstand Sauerstoff aus dem Wurzelbereich verdrängt und Wurzelfäule begünstigt. Für Phalaenopsis in Hydrokultur soll der Wasserstand in der Erwerbskultur höchstens 1 cm betragen.

Holzkohle

Holzkohle steckt in manchen Fertigmischungen. Der Holzkohle wird nachgesagt, Feuchte und Schadstoffe zu binden, den pH-Wert zu stabilisieren und Keime zu hemmen. Ich zähle sie in meinen Mischungen als groben, festen Bestandteil und nicht als Schutz vor Fäulnis. Dieses Risiko senke ich über Abzugslöcher und eine luftige Mischung.

Torf und torffreie Mischungen

Auch als Bio-Erde bezeichnetes Substrat kann Torf enthalten, ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also. Als Torfersatz kommen in Topfsubstraten unter anderem Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosmaterial infrage. Wie torffreie Erden grundsätzlich funktionieren, beschreibt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt zu Substrat, pH-Wert und Hydrokultur.

Welches Substrat zu welcher Orchidee passt

Wie grob oder fein die Mischung sein soll, richtet sich danach, wie und wo die Orchidee wurzelt. Die Tabelle gibt dir die Richtung, die Abschnitte darunter die Handgriffe.

Gruppe Wurzelt in der Natur Richtung fürs Substrat
Phalaenopsis auf Bäumen Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit
Vanda auf Bäumen häufig ganz ohne Substrat
Erdorchideen wie Paphiopedilum im Boden feiner und wasserhaltender, aber locker
Steinbewohner wie manche Dendrobium-Arten auf Fels sehr durchlässig, mit mineralischen Zuschlägen
Miniatur-Orchideen je nach Art feinere Rinde, mit Perlit gelockert

Phalaenopsis

Für Phalaenopsis nehme ich ein Rindensubstrat und mische Kokosfasern unter, wenn die Rinde am Fenster schnell hell wird. Wie viel, mache ich am Abtrocknen fest: Bleibt die Rinde nach dem Tauchen lange dunkel, nehme ich beim nächsten Umtopfen weniger davon. Den Topf wähle ich durchsichtig, damit ich Rinde und Wurzeln sehe.

Vanda

Vanda wird häufig ganz ohne Substrat kultiviert, zum Beispiel in einer Kulturvase. Die Wurzeln müssen nach dem Befeuchten wieder gut abtrocknen, deshalb bleibt die Vase nicht dauerhaft mit Wasser gefüllt. Ich gieße das Wasser nach dem Befeuchten wieder ab und lasse die Wurzeln an der Luft abtrocknen. Setzt du eine Vanda doch in einen Topf, wähle sehr grobes Material, damit die Wurzeln schnell trocken werden.

Erdorchideen wie Paphiopedilum

Erdorchideen wie Paphiopedilum, der Frauenschuh, wurzeln in der Natur im Boden statt auf Bäumen. Für sie passt eine feinere Mischung, die mehr Wasser hält als reine Rinde, etwa mit feinerer Rinde und Kokosmark. Locker bleiben muss sie trotzdem, denn Staunässe erhöht auch bei Erdorchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Weil eine feinere Mischung länger nass bleibt, hebe ich diese Töpfe vor dem Gießen an und gieße erst, wenn sie spürbar leichter geworden sind.

Steinbewohner

Lithophytische Orchideen wachsen in der Natur auf Fels, dazu zählen manche Dendrobium-Arten. Für sie bietet sich eine sehr durchlässige Mischung aus grober Rinde und mineralischen Zuschlägen an. Bims passt hier gut, weil er Wasser speichern kann und zugleich die Struktur stabil hält.

Miniatur-Orchideen

Miniatur-Orchideen haben feine Wurzeln und stehen in kleinen Töpfen. Ich nehme für sie feinere Rinde und mische Perlit unter, damit die feinere Körnung nicht zu dicht wird. Perlit erhöht dabei die Luftkapazität der Mischung.

Marias Erfahrung

Wenn ich eine neue Orchidee kaufe, sehe ich mir an, in welcher Mischung sie steht, und schreibe es auf das Etikett. Beim ersten Umtopfen bleibe ich nah an dieser Mischung und ändere danach immer nur einen Bestandteil auf einmal.

So wählst du das Substrat für deine Bedingungen aus

Neben der Art entscheiden dein Raumklima, deine Gießgewohnheiten und die Jahreszeit mit darüber, wie grob oder fein deine Mischung sein sollte.

Raumklima und Luftfeuchte

In der Erwerbskultur rechnet man für junge und blühfähige Phalaenopsis mit etwa 60 % relativer Luftfeuchte. In ungedämmten oder schlecht gedämmten Wohnungen soll die relative Luftfeuchte im Winter dagegen als Faustregel unter 50 % liegen. Eine Orchidee in so einer Wohnung bekommt also weniger Feuchte aus der Luft, als die Erwerbskultur vorsieht. Heizungsluft verstärkt das, denn wird Luft ohne zusätzliches Wasser erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte.

Ich messe die Luftfeuchte mit einem Thermo-Hygrometer am Fensterplatz. Wird die Rinde dort schnell hell, gebe ich der nächsten Mischung mehr wasserhaltende Anteile.

Gießgewohnheiten

Wenn du gern häufig gießt, nimm eine gröbere Mischung, die schneller abtrocknet. Gießt du eher selten, darf die Mischung mehr Wasser halten, etwa durch Kokosmark. Ich hebe meine Töpfe vor und nach dem Gießen an, am Gewicht merke ich, wie schnell eine Mischung bei mir abtrocknet.

Jahreszeit

Im Winter brauchen Orchideen bei weniger Licht weniger Wasser und Nährstoffe. Was das für Mischung und Pflege bedeutet, beschreibt der Ratgeber darüber, wie du Orchideensubstrat an Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter anpasst.

Fertig kaufen oder selbst mischen

Bei industriell hergestellten Substraten wird die Zusammensetzung technisch geregelt, damit die Anteile gleich bleiben. Eine unabhängige Gütesicherung kann beim Kauf Orientierung geben, hochwertige Substrate gibt es aber auch ohne Siegel. Was für gekauftes und was für selbst gemischtes Substrat spricht, wägt der Vergleich ab, ob sich selbst gemischtes Orchideensubstrat gegenüber gekauftem lohnt.

Konkrete Mischungen je Orchidee findest du bei den Rezepten, mit denen du Orchideensubstrat selbst mischst.

Mini-Checkliste

Darauf schaue ich beim Kauf von Orchideensubstrat:

  • Die Rinde ist als Kultursubstrat aufbereitet, kein roher Rindenmulch.
  • Die Stücke sind fest und zerbröseln nicht zwischen den Fingern.
  • Der Sack riecht nicht muffig und zeigt keine Verpilzung.
  • Die Zutatenliste nennt alle Bestandteile.

Substrat vorbereiten: einweichen und auswaschen

Rinde aus dem Sack ist oft trocken und bringt Staub und feine Bruchstücke mit. Ich weiche sie deshalb vor dem Eintopfen ein und spüle sie durch. So gehst du vor:

  1. Gib die Rinde in einen Eimer und übergieße sie mit lauwarmem Wasser, bis alles bedeckt ist.
  2. Lass sie stehen, bis sich die Stücke vollgesogen haben. Brich zur Probe ein Stück durch: Ist es auch innen dunkel und feucht, ist die Rinde so weit.
  3. Gieß das Wasser ab und spüle die Rinde mit frischem Wasser durch, bis es klarer abläuft.
  4. Lass die Rinde abtropfen, bis sie feucht ist, aber nicht mehr tropft.

Kokosfasern und Sphagnum spüle ich genauso durch, bevor sie in die Mischung kommen. Weil Orchideen als sehr salzempfindlich gelten, prüfe ich bei einer neuen Mischung das Spülwasser mit einem Leitfähigkeitsmessgerät. Die Messung zeigt den Gesamtsalzgehalt, einzelne Nährstoffe unterscheidet sie nicht.

Tipp

Zum Einweichen nehme ich kalkarmes Wasser, etwa Regenwasser. Gießwasser mit hoher Carbonathärte begünstigt, dass der pH-Wert im Substrat steigt.

Der passende Topf

Für Zimmerorchideen werden nach Möglichkeit transparente Kunststofftöpfe empfohlen. Durch die Wand siehst du, was im Substrat passiert. Bei Phalaenopsis zeigt dunkle Rinde Feuchte an, hellere Rinde und silbrige statt grüner Wurzeln weisen auf Abtrocknung hin. Ich schaue durch die Topfwand und hebe den Topf an, bevor ich gieße.

Jeder Topf braucht funktionsfähige Abzugslöcher. Den Übertopf leere ich nach dem Gießen, denn Orchideen dürfen nicht im überschüssigen Wasser stehen.

Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe nicht. Im Tontopf trocknet die Rinde also schneller ab, nur siehst du die Wurzeln nicht. Dafür kann ein Tontopf durch sein höheres Gewicht die Standfestigkeit verbessern, was bei kopflastigen Pflanzen hilft.

Wackelt eine frisch getopfte Orchidee, fixiere ich sie mit einem gebogenen Draht im Substrat, damit sie Halt bekommt.

Mythos-Check

Orchideen brauchen mit der Zeit immer größere Töpfe? Bei Phalaenopsis nicht: Nach dem Entfernen von verbrauchtem Substrat und morschen Wurzeln ist im Normalfall kein größerer Topf nötig. Ein übergroßer Topf erhöht sogar das Risiko, zu viel zu gießen und damit die Wurzeln zu schädigen.

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Orchideen umtopfen: Zeitpunkt in Kürze

Phalaenopsis topfst du in Zimmerkultur etwa alle 2 bis 3 Jahre um, je nachdem, wie es um Wurzeln und Substrat steht. Als günstiger Zeitpunkt gilt bei epiphytischen Zimmerorchideen das Frühjahr nach der Blüte. Jeden Handgriff von der Vorbereitung über den Wurzelschnitt bis zur Eingewöhnung zeigt die Anleitung, wie du eine Orchidee Schritt für Schritt umtopfst.

Gießen und Düngen im Rindensubstrat

Ich tauche meine Phalaenopsis in lauwarmes, kalkarmes Wasser und lasse sie danach etwa 15 Minuten abtropfen, bevor sie zurück in den Übertopf kommt. Wie oft und mit welchem Wasser du gießt, steht im Ratgeber, wie du Orchideen richtig gießt.

Orchideen gelten als sehr salzempfindlich, und zu hohe oder zu häufige Düngergaben können ihre Wurzeln schädigen. Die Düngerlösung gebe ich deshalb nur auf bereits feuchtes Substrat. Wann und wie oft gedüngt wird, steht im Abschnitt Düngen in der Wachstumsphase im Zimmerpflanzen-Ratgeber.

Probleme im Substrat erkennen

Welke, matte oder fleckige Blätter können bei Orchideen verschiedene Ursachen haben und erlauben für sich keine sichere Diagnose eines Nährstoffmangels. Ich schaue deshalb zuerst ins Substrat und an die Wurzeln, bevor ich etwas an der Pflege ändere.

Die Rinde zerfällt

Wenn Orchideensubstrat zerfällt, können die Wurzeln zu wenig Luft bekommen und faulen. Dann wird rechtzeitig frisches Substrat nötig. Ich drücke beim Kontrollieren ein Rindenstück vom Topfrand zwischen den Fingern. Zerbröselt es oder wirkt die Mischung erdig, plane ich den Wechsel.

Das Substrat bleibt lange nass

Bleibt die Rinde lange dunkel und der Topf schwer, steht vermutlich zu viel Wasser im Substrat. Bei staunassen Zimmerpflanzen wird überschüssiges Wasser entfernt und zunächst nicht weiter gegossen. Ich leere dann den Übertopf und warte, bis die Rinde durch die Topfwand wieder heller aussieht.

Die Wurzeln sind braun und weich

Bei Phalaenopsis sind Wurzeln im feuchten Zustand grün und abgetrocknet silbrig. Braune, weiche oder hohle Wurzeln können auf Fäulnis hindeuten. Abgestorbene Wurzeln schneide ich mit einer sauberen Schere heraus. Eine vernässte Orchidee kann danach vor dem erneuten Eintopfen eine Nacht abtrocknen. Das alte Substrat dieser Pflanze verwende ich nicht wieder.

Weiße Krusten oder weißer Belag

Weiße Krusten auf der Rinde oder am Topfrand können auf angereicherte Salze hindeuten. Bei Salzschäden durch Überdüngung wird die Düngung eingestellt und, falls nötig, unter teilweisem Austausch des alten Substrats umgetopft. Ein weißer, flaumiger Belag kann dagegen auf dauerhafte Nässe hindeuten. Dann prüfe ich zuerst Abzugslöcher und Übertopf.

Wechseln oder nicht?

Ob ein kompletter Wechsel fällig ist oder ob es Alternativen gibt, hängt vom Befund im Topf ab. Woran du den Bedarf erkennst und wie du vorgehst, steht im Ratgeber, wann und wie du Orchideensubstrat wechselst.

Häufige Fehler beim Orchideensubstrat

  • Blumenerde statt Orchideensubstrat. Feine Erde hält Wasser fest, und Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis.
  • Rinde zu fest andrücken. Fest gestopft verliert die Mischung die Zwischenräume, durch die Luft an die Wurzeln kommt. Beim Einfüllen klopfe ich den Topf auf den Tisch, damit sich die Rinde setzt, statt sie hineinzudrücken.
  • Nur die oberste Schicht prüfen. Die obersten Rindenstücke verraten wenig über das Innere des Topfes. Ich schaue durch die Topfwand und hebe den Topf an, bevor ich gieße.
  • Kalt und nass überwintern. Im Winter brauchen Orchideen bei weniger Licht weniger Wasser, und Kälte mit anhaltender Feuchtigkeit begünstigt Erreger der Schwarz- und Wurzelfäule. Wer an einem kühlen Platz weiter gießt wie im Sommer, hält den Topf also in einem Zustand, der diese Erreger begünstigt.
  • Die Mischung nicht an die Art anpassen. Eine Vanda, deren Wurzeln nach dem Befeuchten gut abtrocknen müssen, gehört nicht in ein dichtes, feuchtes Substrat.
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Altes Substrat wiederverwenden, lagern und entsorgen

Gebrauchtes Substrat

Ein Phalaenopsis-Substrat soll wenig zersetzt sein, und zerfallendes Substrat lässt zu wenig Luft an die Wurzeln. Gebrauchte Rinde aus einem Orchideentopf kommt bei mir deshalb nicht in den nächsten Orchideentopf. Rinde von gesunden Pflanzen gebe ich auf den Kompost. Blähton und andere mineralische Anteile spüle ich gründlich ab und verwende sie wieder.

Substrat aus Töpfen mit wurzelfäulekranken Pflanzen verwende ich dagegen nicht erneut zum Einpflanzen, auch nicht seine mineralischen Anteile.

Achtung

Mit Wurzelfäuleerregern verunreinigte Töpfe und Substrate können Krankheiten auf weitere Orchideen übertragen. Reinige einen Topf gründlich, bevor eine neue Pflanze hineinkommt, vor allem wenn darin eine kranke Orchidee stand.

Übrig gebliebenes Substrat lagern

Angebrochene Säcke lagere ich dunkel, kühl und trocken. Bei länger gelagerten torffreien oder torfreduzierten Erden können Verpilzungen, Nährstofffreisetzung und Salzgehalt zunehmen. Für Orchideen, die als sehr salzempfindlich gelten, öffne ich deshalb lieber einen frischen Sack, als einen zu nehmen, der lange offen stand.

Jetzt dran

Nimm deine Orchidee aus dem Übertopf, heb den Innentopf an und schau durch die Wand auf Rinde und Wurzeln. Drück ein Rindenstück am Rand zwischen den Fingern: Hält es, hat dein Substrat noch Struktur. Zerbröselt es, wird frisches Substrat fällig.

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Häufige Fragen

Was macht ein gutes Orchideensubstrat aus und welche Eigenschaften sind wichtig?
Ein Orchideensubstrat muss Wasser halten und trotzdem Luft an die Wurzeln lassen. Für Phalaenopsis heißt das konkret: wenig zersetzt, gut durchlüftet, wasser- und nährstoffspeichernd sowie frei von schädlichen Stoffen und Krankheitserregern. Geeignet ist ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit. Eine stabile Struktur ist wichtig, weil die Wurzeln in zerfallendem Substrat zu wenig Luft bekommen und faulen können.
Warum ist Luftdurchlässigkeit bei Orchideenerde so wichtig?
Bekommen Orchideenwurzeln im Topf zu wenig Luft, können sie faulen, etwa wenn das Substrat zerfällt. Staunässe erhöht bei Orchideen zusätzlich die Gefahr von Wurzelfäulnis. Kommen Kälte und anhaltende Feuchtigkeit zusammen, begünstigt das außerdem die Ausbreitung von Erregern der Schwarz- und Wurzelfäule. Grobe Rinde und Zuschläge wie Perlit, das die Luftkapazität erhöht, halten die Zwischenräume im Topf offen.
Welche Bestandteile sollte eine optimale Orchideenerde enthalten?
Als Grundlage dient aufbereitete Rinde, etwa Pinien- oder Tannenborke; Phalaenopsis kann sogar in reiner Borke mit 0,5 bis 2 cm Korngröße kultiviert werden, braucht dann aber eine gesonderte Nährstoffversorgung. Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr, feineres Kokosmark speichert mehr Wasser, Roh-Sphagnum ist luftreich und speichert viel Wasser. Perlit erhöht Luftkapazität und Strukturstabilität, poröse Zuschläge wie Bims und Lava stützen die Struktur zusätzlich. Rohen Rindenmulch nimmst du nicht, weil er wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden kann.
Wie unterscheidet sich Orchideensubstrat von herkömmlicher Blumenerde?
Blumenerde ist fein und hält Wasser zwischen den Krümeln fest, Orchideensubstrat besteht dagegen aus groben Stücken wie Rinde mit viel Luft dazwischen. Bei Orchideen erhöht Staunässe die Gefahr von Wurzelfäulnis, deshalb ist dichte Erde für sie ungeeignet. Vorgedüngte Blumenerde bringt zudem eine Grunddüngung mit, und Orchideen gelten im Kultursubstrat als sehr salzempfindlich.
Warum ist eine langsame Zersetzung bei Orchideensubstrat vorteilhaft?
Solange die Rinde ihre Struktur behält, bleiben zwischen den Stücken Lufträume für die Wurzeln. Zerfällt das Substrat, können die Wurzeln zu wenig Luft bekommen und faulen, deshalb soll ein Phalaenopsis-Substrat wenig zersetzt sein. Ist die Rinde krümelig und erdig geworden, braucht die Pflanze rechtzeitig frisches Substrat.
Wie topft man Orchideen richtig um und wann ist der beste Zeitpunkt?
Als günstiger Zeitpunkt gilt bei epiphytischen Zimmerorchideen das Frühjahr nach der Blüte. Phalaenopsis topfst du etwa alle 2 bis 3 Jahre um, je nachdem, wie es um Wurzeln und Substrat steht. Dabei entfernst du altes Rindensubstrat und morsche Wurzeln und setzt die gesunden Wurzeln vorsichtig in frisches Rindensubstrat. Einen größeren Topf braucht Phalaenopsis danach im Normalfall nicht, empfohlen wird ein transparenter Kunststofftopf.
Welche Vorbereitungsschritte sind vor der Verwendung von Orchideensubstrat nötig?
Rinde aus dem Sack weichst du in lauwarmem Wasser ein, bis die Stücke auch innen dunkel und feucht sind. Danach gießt du das Wasser ab, spülst mit frischem Wasser nach und lässt die Rinde abtropfen, bis sie feucht ist, aber nicht mehr tropft. So landen Staub und feine Bruchstücke nicht im Topf. Töpfe, in denen eine wurzelfäulekranke Pflanze stand, reinigst du vorher gründlich, weil verunreinigte Gefäße Krankheiten auf andere Orchideen übertragen können.
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