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Orchideensubstrat im Jahresverlauf anpassen: was du von Frühjahr bis Winter änderst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 13 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Das Frühjahr nach der Blüte gilt als günstiger Zeitpunkt zum regulären Umtopfen epiphytischer Zimmerorchideen.
  • Phalaenopsis in Zimmerkultur wird etwa alle 2 bis 3 Jahre umgetopft, je nach Zustand von Wurzeln und Substrat.
  • Kokosmark und Roh-Sphagnum halten Wasser, Kokosfasern und Perlit sorgen für Luft und Struktur.
  • Bei wenig Winterlicht brauchen Orchideen weniger Wasser und Nährstoffe.
  • Kälte und anhaltende Feuchtigkeit begünstigen Schwarz- und Wurzelfäule, deshalb nimmst du wasserspeichernde Anteile vor dem Winter zurück.
  • Zerfallendes Substrat lässt den Wurzeln zu wenig Luft und muss rechtzeitig ersetzt werden.
Magentafarbene Blüten einer Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) am gebogenen Blütenstiel vor hellem Fenster
Foto: mari_di_ann · Pixabay Content License · Quelle ↗

Die Rinde im Orchideentopf bleibt übers Jahr dieselbe, der Bedarf der Pflanze aber nicht. Bei wenig Winterlicht brauchen Orchideen weniger Wasser, und eine Mischung, die im Sommer gut passte, bleibt dann womöglich zu lange nass. Ich sehe mir das Substrat meiner Orchideen deshalb bei jedem Jahreszeitenwechsel an und nicht erst, wenn das Umtopfen ansteht. Für mich gehört dieser Blick in den Topf zur Orchideen-Pflege wie Gießen und Düngen.

Warum sich das Substrat übers Jahr ändern muss

Drei Dinge verschieben sich im Lauf des Jahres. Der Bedarf: Bei geringerem Lichtangebot im Winter brauchen Zimmerpflanzen einschließlich Orchideen weniger Wasser und Nährstoffe. Das Risiko: Kälte und anhaltende Feuchtigkeit begünstigen bei Orchideen Erreger der Schwarz- und Wurzelfäule. Und das Substrat selbst: Wenn es zerfällt, bekommen die Wurzeln zu wenig Luft und können faulen.

Der Wasserbedarf sinkt also im Winter, während Kälte mit anhaltender Feuchtigkeit Fäulniserreger begünstigt. Eine Mischung, die im Sommer viel Feuchte hält, wird in der kühlen Zeit deshalb zum Risiko.

Jahreszeit Was sich ändert Was ich am Substrat mache
Frühjahr mehr Licht, die Wachstumsphase beginnt Zustand prüfen, nach der Blüte regulär umtopfen, wenn Wurzeln und Substrat es verlangen
Sommer Pflanze im Wachstum, mehr Bedarf als im Winter wasserspeichernde Anteile wie Kokosmark, eine Lage Roh-Sphagnum, Abstand zwischen den Töpfen
Herbst das Licht nimmt ab, der Bedarf sinkt wasserspeichernde Anteile zurücknehmen, Struktur mit Perlit, Bims oder Lava stärken
Winter wenig Licht, oft eine kalte Fensterbank Wurzelraum nicht kalt und nass werden lassen, kein Wasser im Übertopf

Wie es im Topf aussieht, lese ich an drei Stellen ab. Bei Phalaenopsis im durchsichtigen Topf zeigt dunkle Rinde Feuchtigkeit an. Hellere Rinde und silbrige statt grüne Wurzeln weisen auf Abtrocknung hin. Dazu hebe ich den Topf vor und nach dem Gießen an, weil sich der Feuchtezustand am Gewicht einschätzen lässt. Transparente Kunststofftöpfe werden beim Umtopfen von Zimmerorchideen ohnehin nach Möglichkeit empfohlen.

Woraus Orchideensubstrat grundsätzlich besteht und welche Mischung zu welcher Art passt, ist ein eigenes Thema. Für die Jahresplanung reicht der Kern: Für Phalaenopsis eignet sich ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit, und Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Die Grundlagen findest du im Ratgeber dazu, welches Substrat Orchideen brauchen und wie du es je Art auswählst.

Frühjahr: das Substrat für die Wachstumsphase vorbereiten

Fit für die Wachstumsphase: der Frühjahrs-Check

Für epiphytische Zimmerorchideen gilt das Frühjahr nach der Blüte als günstiger Zeitpunkt zum regulären Umtopfen. Das heißt nicht, dass jede Pflanze jedes Jahr neues Substrat bekommt. Bei Phalaenopsis in Zimmerkultur liegt der übliche Rhythmus bei etwa 2 bis 3 Jahren, abhängig vom Zustand der Wurzeln und des Substrats. Genau diesen Zustand prüfe ich im Frühjahr Topf für Topf.

Dabei gehe ich drei Fragen durch. Ist die Rinde noch grob und fest, oder zerfällt sie? Wird sie nach dem Gießen wieder heller, trocknet sie also ab? Und sind die Wurzeln an der Topfwand grün oder silbrig statt morsch? Zerfällt das Substrat, plane ich frisches ein, auch wenn der übliche Rhythmus noch nicht erreicht ist.

Frisches Substrat für Phalaenopsis soll wenig zersetzt und gut durchlüftet sein, Wasser und Nährstoffe speichern und frei von schädlichen Stoffen und Krankheitserregern sein. Auch reine Pinien- oder Tannenborke mit 0,5 bis 2 cm Korngröße eignet sich. Dann braucht die Pflanze allerdings eine gesonderte Nährstoffversorgung. Übrig gebliebenes Substrat lagere ich dunkel, kühl und trocken.

Marias Erfahrung

Beim Umtopfen schreibe ich das Datum mit wasserfestem Stift auf das Steckschild im Topf. Beim Frühjahrs-Check sehe ich so, wie lange die Mischung schon drin ist, und halte das gegen den Zustand von Rinde und Wurzeln.

Umtopfen im Frühjahr in Kürze

Beim regulären Umtopfen kommen altes Rindensubstrat und morsche Wurzeln heraus, die gesunden Wurzeln setzt du vorsichtig in frisches Rindensubstrat. Einen größeren Topf braucht Phalaenopsis danach im Normalfall nicht. Wie du Schritt für Schritt vorgehst und welche Alternativen es zum Komplettwechsel gibt, liest du im Ratgeber, wann und wie du Orchideensubstrat wechselst.

Mehr Feuchtigkeit für neues Wachstum

Mit dem Licht kehrt im Frühjahr der Bedarf zurück, den der Winter gesenkt hat. Wird die Rinde nach dem Gießen jetzt sehr schnell hell, kann ein höherer Anteil wasserspeichernder Bestandteile sinnvoll sein. Welches Material du dafür nimmst, macht einen Unterschied.

Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr, das feinere Kokosmark speichert dagegen mehr Wasser. Wer einfach mehr Kokos untermischt, bekommt mit den Fasern also eher Luft als Feuchte, und für zusätzlichen Wasserspeicher ist das Kokosmark der passende Teil. Roh-Sphagnum ist luftreich und hat eine hohe Wasserspeicherkapazität. Auch mineralische Zuschläge wie Bims und Zeolith können Wasser speichern.

Die Grenze bleibt dieselbe wie im Rest des Jahres, denn Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Ich ändere die Mischung deshalb schrittweise und schaue nach dem nächsten Gießen, wie lange die Rinde dunkel bleibt und wie schwer der Topf ist.

Nährstoffe zum Saisonstart

Für epiphytische Zimmerorchideen sieht ein allgemeines Pflegeschema im Sommerhalbjahr zweimal im Monat speziellen Dünger für Orchideen im Gießwasser vor. Im Winterhalbjahr ist es nach demselben Schema eine Gabe im Monat. Die Grundlagen dazu stehen im Abschnitt zum Düngen von Zimmerpflanzen in der Wachstumsphase.

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Sommer: Feuchte halten, Luft lassen

Schutz vor Austrocknung

Im Sommer sehe ich öfter nach meinen Orchideen, weil sie im Wachstum mehr Wasser brauchen als in der lichtarmen Zeit. Die Zeichen sind dieselben wie im Rest des Jahres: helle Rinde, silbrige Wurzeln, ein leichter Topf.

Auch der Topf selbst spielt mit. Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser durch ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe haben diese Verdunstung nicht. Dieselbe Mischung trocknet in einem unglasierten Tontopf also schneller ab als in einem Kunststofftopf.

Trocknet die Rinde trotzdem sehr schnell ab, ergänze ich Wasserspeicher an der Oberfläche und lege eine Lage Roh-Sphagnum auf. Wie ich die Oberfläche übers Jahr wechsle, steht weiter unten beim Oberflächentuning.

Bei der Luftfeuchte bin ich vorsichtig mit Zielwerten. Für die Erwerbskultur junger und blühfähiger Phalaenopsis werden in warmen Sommermonaten bis 70 % relative Luftfeuchtigkeit beschrieben. Für das Wohnzimmer ist das kein Zielwert, sondern eine Angabe aus dem Gewächshaus. Bevor ich etwas ändere, messe ich mit einem Thermohygrometer, wie feucht die Luft am Platz der Pflanze ist.

Luft im Topf und rund um die Pflanze

Orchideen brauchen Luft an zwei Stellen: zwischen den Rindenstücken und rund um Blätter und Topf.

Im Topf entscheidet die Struktur. Zerfallendes Substrat lässt den Wurzeln zu wenig Luft, sodass sie faulen können. Für den Gartenbau geeignetes Perlit erhöht als Zuschlag die Luftkapazität und die Strukturstabilität, wobei es auf die beigemischte Menge ankommt. Kokosfasern wirken in dieselbe Richtung, weil sie Struktur und Luftzufuhr fördern.

Rund um die Pflanze zählt der Abstand. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen Grauschimmel, besonders an geschwächten Zimmerpflanzen in der dunklen Jahreszeit. Im Erwerbszierpflanzenbau gehört eine relative Luftfeuchtigkeit unter 85 % zu den vorbeugenden Maßnahmen. Dort sollen die Pflanzen außerdem nachts trocken bleiben, ausreichend auseinanderstehen und von befallenem Material befreit werden. Das senkt das Risiko, garantiert aber nichts. Ich stelle meine Orchideen deshalb nicht Topf an Topf und nehme befallene Pflanzenteile ab, sobald ich sie entdecke.

Gießen im Sommer

Wie oft du im Sommer gießt, richtet sich nach den Feuchtezeichen im Topf und nicht nach dem Kalender. Nach dem Gießen muss das Wasser ablaufen, denn die Orchidee darf nicht im überschüssigen Wasser stehen. Methoden, Wasserwahl und Rhythmus erklärt der Ratgeber, wie du Orchideen richtig gießt.

Herbst: die Mischung auf die kühle Zeit umstellen

Wenn das Licht im Herbst nachlässt, sinkt der Bedarf an Wasser und Nährstoffen wieder. Du gießt jetzt zurückhaltender und düngst seltener, und ob die Rinde abgetrocknet ist, zeigen dir weiter Farbe und Topfgewicht.

Substratmischung für bessere Drainage anpassen

Vor dem Winter stelle ich die Frage aus dem Frühjahr umgekehrt: Hält die Mischung mehr Wasser, als die Pflanze in der lichtarmen Zeit braucht? Was ich für den Sommer an Wasserspeicher ergänzt habe, nehme ich jetzt zurück. Die Lage Roh-Sphagnum kommt von der Oberfläche, und Kokosmark mische ich nicht mehr nach.

Für mehr Struktur nehme ich mineralische Zuschläge. Poröse Zuschläge wie Lava und Bims können die Strukturstabilität von Gefäßsubstraten verbessern. Perlit erhöht zusätzlich die Luftkapazität, wobei die Wirkung von der beigemischten Menge abhängt. Steht eine Orchidee in reinem Sphagnum, prüfe ich sie vor dem Winter besonders genau, weil Roh-Sphagnum eine hohe Wasserspeicherkapazität hat.

Wie weit ich im Herbst eingreife, hängt am Zustand des Substrats. Das reguläre Umtopfen gehört ins Frühjahr nach der Blüte, zerfallendes Substrat muss aber rechtzeitig ersetzt werden. Ist die Rinde noch stabil, korrigiere ich im Herbst deshalb nur oben und lasse den Wurzelballen in Ruhe. Zerfällt sie schon, warte ich nicht bis zum Frühjahr.

Wenn du deine Mischung von Grund auf selbst zusammenstellen willst, findest du Rezepte im Ratgeber, wie du Orchideensubstrat selbst mischst.

Winter: Kälte und Staunässe vom Wurzelraum fernhalten

Schutz vor Kälte und Staunässe

Im Winter kommen bei Orchideen zwei Risiken zusammen. Kälte und anhaltende Feuchtigkeit begünstigen Erreger der Schwarz- und Wurzelfäule, und Staunässe erhöht die Gefahr von Wurzelfäulnis. Bei wenig Licht gießt du außerdem zurückhaltender und düngst seltener als im Sommer.

Als Erstes kontrolliere ich im Winter die Übertöpfe, denn die Orchidee darf nicht im überschüssigen Wasser stehen.

Häufiger Fehler

Nach dem Tauchbad kommt die Orchidee tropfnass zurück in den Übertopf, und unten sammelt sich Wasser. Lass epiphytische Zimmerorchideen nach dem Tauchen etwa 15 Minuten abtropfen, bevor sie zurück in den Übertopf kommen.

Wirkt eine Orchidee trotz feuchtem Substrat vertrocknet, können durch Staunässe geschädigte Wurzeln die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Dann schneide ich abgestorbene Wurzeln heraus und lasse die Pflanze eine Nacht abtrocknen, bevor sie in frisches Substrat kommt. Das alte Substrat verwende ich nicht weiter. Mit Wurzelfäuleerregern verunreinigte Töpfe und Substrate können Krankheiten auf weitere Orchideen übertragen, deshalb reinige ich den Topf, bevor er wieder bepflanzt wird.

Isolieren, ohne Nässe einzuschließen

Isolierendes Material unter dem Topf trennt den Wurzelraum vom kalten Untergrund. Auf kalten Fensterbänken stelle ich meine Orchideen deshalb auf eine trockene Styroporplatte. Material, das Wasser hält, lege ich dagegen nicht um die Wurzeln, denn Kälte zusammen mit anhaltender Feuchtigkeit begünstigt Fäulniserreger.

Bei Vanda gilt das besonders. Sie wird häufig ohne Substrat kultiviert, und ihre Wurzeln müssen nach dem Befeuchten wieder gut abtrocknen. Auch die Kulturvase bleibt nicht dauerhaft mit Wasser gefüllt. Roh-Sphagnum hat dagegen eine hohe Wasserspeicherkapazität. Um die Wurzeln gewickelt, würde es also genau das Abtrocknen bremsen, das diese Wurzeln brauchen.

Luftfeuchte im beheizten Zimmer

Heizungsluft verändert das Klima am Fenster. Wird Luft ohne zusätzliche Wasserzufuhr erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit. Warme, trockene Heizungsluft begünstigt außerdem Spinnmilben an Zimmerpflanzen. Ein digitales Thermohygrometer zeigt relative Luftfeuchte und Temperatur gemeinsam an, und damit messe ich direkt am Platz der Pflanze.

Zahl im Blick

Für junge und blühfähige Phalaenopsis beschreibt die Erwerbskultur etwa 60 % relative Luftfeuchtigkeit. Für ungedämmte oder schlecht gedämmte Wohnungen gilt im Winter als Faustregel eine relative Luftfeuchtigkeit unter 50 %.

Der erste Wert gilt für das Gewächshaus, der zweite für den Wohnraum. In einer schlecht gedämmten Wohnung liegt die Faustregel für den Winter also unter dem Gewächshauswert, und ich richte mich dann nach dem Raum.

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Kleine Eingriffe übers Jahr

Teilwechsel statt Komplettwechsel

Zwischen zwei Umtopfterminen erneuere ich manchmal nur die oberste Rindenschicht. Ob das reicht oder ob der ganze Ballen frisches Substrat braucht, hängt am Zustand weiter unten im Topf. Wie ein Teilwechsel abläuft und wann er nicht mehr genügt, beschreibt der Ratgeber zum Substratwechsel, den ich beim Umtopfen im Frühjahr verlinkt habe.

Oberflächentuning

Die Oberfläche kann ich verändern, ohne die Pflanze auszutopfen. Im Sommer lege ich eine Lage Roh-Sphagnum auf die Rinde, weil es luftreich ist und viel Wasser speichert. Im Herbst nehme ich diese Lage wieder ab und lege grobe Borke in der Körnung auf, die auch im Topf steckt. In der kühlen Zeit liegt oben dann kein Material mehr, das viel Wasser hält.

Mythos-Check

„Rindenmulch aus dem Gartenmarkt ist dasselbe wie Orchideenrinde.“ Das stimmt so nicht. Roher Rindenmulch kann wachstumshemmende Stoffe enthalten und Stickstoff binden. Mit aufbereitetem Kultursubstrat ist er deshalb nicht gleichzusetzen, auch nicht als Abdeckung obenauf.

Saisonale Zusätze

Welche Zuschläge ich unter die Rinde mische, hängt an der Jahreszeit. Entscheidend ist, ob ein Material eher Wasser hält oder eher Luft und Struktur bringt.

Zusatz Was er im Substrat tut Wann ich ihn nutze
Kokosmark speichert mehr Wasser als Kokosfasern Frühjahr und Sommer, wenn die Rinde schnell abtrocknet
Roh-Sphagnum luftreich, hohe Wasserspeicherkapazität Sommer, als Lage obenauf
Zeolith kann Wasser speichern Sommerhalbjahr
Kokosfasern fördern Struktur und Luftzufuhr wenn die Mischung mehr Luft braucht
Perlit erhöht Luftkapazität und Strukturstabilität, abhängig von der Menge Herbst, vor der kühlen Zeit
Bims und Lava verbessern die Strukturstabilität, Bims kann auch Wasser speichern Herbst

Hornspäne, die manche im Frühjahr als Nährstoffschub einmischen, wirken nicht sofort. Mikroorganismen müssen sie erst abbauen, bevor ihre Nährstoffe pflanzenverfügbar werden. Bei organischen Langzeitdüngern verzögern niedrigere Temperaturen die Wirkung zusätzlich. Auch Nährstoffe aus organischen Düngern können zur Überversorgung und zu erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen, und Orchideen gelten als sehr salzempfindlich. Ich gebe Nährstoffe deshalb lieber mit dem Gießwasser und halte mich an die Dosierung auf der Packung. Was sich sonst im Substrat abspielt, zeigt der Ratgeber dazu, welche Mikroorganismen im Orchideensubstrat leben und wie du sie förderst.

Woran du erkennst, dass das Substrat angepasst werden muss

Warnsignale für nötige Substratanpassungen

Mini-Checkliste

  • Die Rinde zerfällt: Die Wurzeln bekommen dann zu wenig Luft und können faulen.
  • Die Rinde bleibt nach dem Gießen lange dunkel, und der Topf bleibt schwer: Das kann darauf hindeuten, dass die Mischung für die Jahreszeit zu viel Wasser hält.
  • Die Pflanze wirkt trotz feuchtem Substrat vertrocknet: Durch Staunässe geschädigte Wurzeln können die Wasseraufnahme beeinträchtigen.
  • Die Wurzeln an der Topfwand sind silbrig statt grün: Das weist auf Abtrocknung hin. Geht das im Sommer sehr schnell, prüfe ich den Anteil an Wasserspeichern.
  • Beim Umtopfen zeigen sich morsche Wurzeln: Sie kommen heraus, gesunde bleiben erhalten.

Die Blätter allein sind ein unsicheres Signal. Welke, matte oder fleckige Orchideenblätter können verschiedene Ursachen haben und erlauben für sich keine sichere Diagnose eines Nährstoffmangels. Ich schaue deshalb zuerst auf Substrat und Wurzeln, bevor ich am Dünger etwas ändere.

Wurzelwachstum beobachten

Durchsichtige Töpfe zeigen mir die Wurzeln, ohne dass ich die Pflanze austopfen muss. Beim Gießen drehe ich jeden Topf und sehe mir die Wurzeln an der Topfwand an. Grün steht bei Phalaenopsis für feuchtes Substrat, silbrig für abgetrocknetes.

Welke Blätter können dabei in die Irre führen. In noch feuchtem oder nassem Rindensubstrat können scheinbare Trockenheitssymptome auf geschädigte Wurzeln hinweisen. Wer dann nachgießt, macht das Substrat noch nasser, und Staunässe erhöht bei Orchideen die Gefahr von Wurzelfäulnis. Bevor ich bei welken Blättern gieße, prüfe ich deshalb Rindenfarbe und Gewicht.

Wie das Substrat über die Wurzelgesundheit mit der Blütenbildung zusammenhängt, zeigt der Ratgeber dazu, wie Orchideensubstrat über die Wurzeln die Blüte beeinflusst.

pH-Wert kurz eingeordnet

Ein zur Pflanzenart unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genügend Nährstoffe vorhanden sind. Gießwasser mit hoher Carbonathärte begünstigt einen Anstieg des Substrat-pH, und schnelle Korrekturen mit Kalkmilch oder elementarem Schwefel können im Topf heftig und schwer vorhersehbar wirken. Welche Werte für die einzelnen Gattungen gelten und wie du sie einstellst, liest du im Ratgeber dazu, welchen pH-Wert deine Orchideen brauchen.

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Stolpersteine bei der saisonalen Anpassung

Im Winter zu nass

Die Mischung aus dem Sommer bleibt im Topf, während der Bedarf der Pflanze sinkt. Genau dann treffen Kälte und anhaltende Feuchtigkeit aufeinander, die Fäulniserreger an den Wurzeln begünstigen. Ich gieße im Winter erst, wenn Rindenfarbe und Topfgewicht auf Abtrocknung hinweisen.

Im Sommer die Zeichen übersehen

Ein Gießgefühl aus dem Winter passt im Sommer nicht mehr, weil die Pflanze im Wachstum mehr braucht. Wer daran festhält, übersieht leicht helle Rinde und silbrige Wurzeln. Ich hebe die Töpfe im Sommer deshalb häufiger an als in der kühlen Zeit.

Stehende Luft und enger Stand

In der dunklen Jahreszeit rücken die Töpfe auf der Fensterbank oft zusammen. Gerade dann begünstigen feuchtwarme Luft und ein enger Stand Grauschimmel an geschwächten Pflanzen. Ich lasse deshalb auch im Winter Abstand zwischen den Töpfen.

Zu viel auf einmal ändern

Neue Zuschläge, eine andere Oberfläche und ein neuer Gießrhythmus zur selben Zeit machen es schwer, die Reaktion der Pflanze zuzuordnen. Ich ändere deshalb pro Jahreszeitenwechsel nur eine Sache an der Mischung. Danach beobachte ich Rinde, Gewicht und Wurzeln, bevor ich weiter anpasse.

Jetzt dran

Nimm beim nächsten Jahreszeitenwechsel jeden Orchideentopf in die Hand. Prüfe Rindenfarbe, Gewicht und Wurzeln, und entscheide dann, ob die Mischung mehr Wasserspeicher oder mehr Luft braucht.

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Häufige Fragen

Was macht ein gutes Orchideensubstrat aus?
Für Phalaenopsis soll das Substrat wenig zersetzt und gut durchlüftet sein, Wasser und Nährstoffe speichern und frei von schädlichen Stoffen und Krankheitserregern sein. Geeignet ist ein spezielles Rindensubstrat mit hoher Luft- und Wasserdurchlässigkeit, zum Beispiel reine Pinien- oder Tannenborke mit 0,5 bis 2 cm Korngröße. In reiner Borke braucht die Pflanze allerdings eine gesonderte Nährstoffversorgung. Zerfällt das Substrat mit der Zeit, bekommen die Wurzeln zu wenig Luft und können faulen.
Wie unterscheidet sich die Substratpflege bei Orchideen zwischen Sommer und Winter?
Im Sommer kann ein höherer Anteil wasserspeichernder Bestandteile wie Kokosmark oder Roh-Sphagnum sinnvoll sein, solange das Substrat luftig bleibt. Im Winter brauchen Orchideen bei weniger Licht weniger Wasser und Nährstoffe, deshalb gießt du zurückhaltender und düngst seltener. Weil Kälte und anhaltende Feuchtigkeit Erreger der Schwarz- und Wurzelfäule begünstigen, nimmst du wasserspeichernde Anteile vor dem Winter wieder zurück. Zu jeder Jahreszeit gilt: Die Orchidee darf nicht im überschüssigen Wasser stehen.
Warum sollte man Orchideensubstrat an die Jahreszeit anpassen?
Der Bedarf der Pflanze ändert sich übers Jahr, die Mischung im Topf passt sich aber nicht von selbst an. Bei geringerem Winterlicht brauchen Orchideen weniger Wasser, und Kälte zusammen mit anhaltender Feuchtigkeit begünstigt Fäulniserreger an den Wurzeln. Ein Substrat, das im Sommer viel Feuchte hält, kann im Winter deshalb zu nass bleiben. Hinzu kommt, dass Substrat mit der Zeit zerfällt und den Wurzeln dann zu wenig Luft lässt.
Woran erkenne ich, dass das Orchideensubstrat gewechselt werden muss?
Ein deutliches Zeichen ist zerfallendes Substrat, weil die Wurzeln darin zu wenig Luft bekommen und faulen können. Wirkt die Orchidee trotz feuchtem Substrat vertrocknet, können durch Staunässe geschädigte Wurzeln dahinterstecken. Bei Phalaenopsis in Zimmerkultur liegt der übliche Umtopfrhythmus bei etwa 2 bis 3 Jahren, abhängig vom Zustand von Wurzeln und Substrat. Welke, matte oder fleckige Blätter allein erlauben dagegen keine sichere Diagnose eines Nährstoffmangels.
Wann ist ein guter Zeitpunkt, um Orchideensubstrat zu erneuern?
Für epiphytische Zimmerorchideen gilt das Frühjahr nach der Blüte als günstiger Zeitpunkt zum regulären Umtopfen. Dabei kommen altes Rindensubstrat und morsche Wurzeln heraus, gesunde Wurzeln werden vorsichtig in frisches Rindensubstrat gesetzt. Einen größeren Topf braucht Phalaenopsis danach im Normalfall nicht. Zerfällt das Substrat schon vorher, ist frisches Substrat rechtzeitig nötig, damit die Wurzeln genug Luft bekommen.
Zuletzt geprüft:
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