Passionsblume düngen: Nährstoffe, Zeitpunkt und der passende Dünger
- Die Blaue Passionsblume bekommt in Zimmer- und Wintergartenkultur im März Dünger und frische Erde.
- In der Hauptwachstumsphase wird sie regelmäßig gegossen und gedüngt.
- Für viele Zimmerpflanzen gilt in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen als Empfehlung.
- Frisch in vorgedüngte Blumenerde umgetopft, braucht eine Kübelpflanze gewöhnlich in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger.
- Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll.
- Bleibt das Wachstum im Winter lichtbedingt aus, wird nicht zusätzlich gedüngt.

Eine Blaue Passionsblume bildet in Topfkultur etwa 200 bis 300 cm lange Klettertriebe. Die Nährstoffe dafür holt sie aus dem begrenzten Vorrat in ihrem Kübel. Kommt Düngerlösung auf trockene Erde, kann sie die Wurzeln schädigen, und zu viel Dünger kann den Salzgehalt im Substrat erhöhen. Ich richte das Düngen deshalb nach dem Wachstum der Pflanze und nicht nach einem starren Wochenplan.
Artspezifische Angaben in diesem Ratgeber gelten für die Blaue Passionsblume, Passiflora caerulea, die als Topf- und Kübelpflanze gezogen wird. Andere Passionsblumenarten können andere Ansprüche haben.
Welche Nährstoffe braucht die Passionsblume?
Für ihre langen Triebe braucht die Passionsblume Stickstoff, denn er dient dem Aufbau von Trieben und Blättern und steckt in Eiweiß und ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub.. Phosphor arbeitet im Energiehaushalt, Kalium regelt den Wasserhaushalt mit, und auch Calcium, Magnesium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. zählen zu den Hauptnährstoffen. Dazu kommen SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. wie Eisen, Mangan und Zink; wie das alles zusammenwirkt, erklärt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Kapitel zum Düngen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geschützt in Sonne oder Halbschatten auf feuchtem, gut durchlässigem Boden. In kalten Gebieten im Kübel kultivieren und im Wintergarten oder Gewächshaus überwintern; kräftigen Wuchs kontrollieren.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte feucht und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Samen zwölf Stunden in warmem Wasser vorquellen und im warmen Gewächshaus säen; Sämlinge in Einzeltöpfe pikieren.
Pflege
- Pflege
Im Frühjahr zurückschneiden, soweit nötig.
- Düngung
Die angebotenen Sorten bei Zimmer- und Wintergartenkultur im März düngen und frische Erde geben.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als immergrüne Kletterpflanze.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als blühende Topfpflanze.
Wann düngst du die Passionsblume?
Der Düngeplan folgt dem Jahr der Pflanze: Start im März, Versorgung in der Wachstumsphase, Zurückhaltung im Winterquartier.
| Zeitraum | Was an der Pflanze passiert | Was du beim Düngen tust |
|---|---|---|
| März | kräftiger Rückschnitt, frische Erde | in Zimmer- und Wintergartenkultur düngen; nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Gabe |
| Wachstumsphase im Frühling und Sommer | Triebe wachsen, ab Mai beginnt die Blüte | regelmäßig düngen; Rahmen für viele Zimmerpflanzen: Flüssigdünger alle 2 bis 4 Wochen |
| Winter | hell, kühl und frostfrei im Haus | seltener düngen; bleibt das Wachstum lichtbedingt aus, kein zusätzlicher Dünger |
Im März: Rückschnitt, frische Erde und Dünger
Im März wird die Blaue Passionsblume kräftig zurückgeschnitten. In Zimmer- und Wintergartenkultur bekommt sie im selben Monat Dünger und frische Erde. Ich lege alle drei Arbeiten auf einen Termin, dann steht der Kübel nur einmal auf dem Arbeitstisch.
Topfst du dabei in vorgedüngte Blumenerde, steckt die Grunddüngung schon im Substrat und muss beim Nachdüngen berücksichtigt werden. Frisch so umgetopfte Kübelpflanzen brauchen gewöhnlich in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Wer im März in vorgedüngte Erde topft, hat die Startgabe damit in der Regel schon im Topf und setzt den ersten Flüssigdünger erst nach dieser Pause.
Wenn ich im März umtopfe, schreibe ich das Datum mit Bleistift auf ein Etikett im Kübel. So sehe ich im Frühjahr auf einen Blick, wann die übliche Düngepause nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde vorbei ist.
Wie oft düngst du in der Wachstumsphase?
Während der Hauptwachstumsphase wird die Blaue Passionsblume regelmäßig gegossen und gedüngt. Als Rahmen nehme ich die Empfehlung für viele Zimmerpflanzen: in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen. Einen allgemeingültigen Dünge- und Gießrhythmus gibt es für Kübelpflanzen nicht. Innerhalb der Spanne richte ich mich danach, wie kräftig die Pflanze gerade wächst.
Vor jeder Düngergabe hebe ich den Kübel an. Ist er leicht, gieße ich zuerst klares Wasser und gebe die Düngerlösung erst auf die feuchte Erde. In torffreier Erde fühle ich zusätzlich weiter unten im Topf nach, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann. Bei Passiflora edulis soll das Substrat ohnehin durchgehend vor dem Austrocknen geschützt bleiben.
Was gilt im Winterquartier?
Die Blaue Passionsblume im Kübel kann im Haus hell, kühl und frostfrei überwintern. Bei weniger Winterlicht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, deshalb sinken Gießmenge und Düngehäufigkeit. Bleibt das Wachstum lichtbedingt aus, ist zusätzlicher Dünger nicht angezeigt. Gedüngt wird, wenn die Pflanze wächst.
Auch beim Gießen bleibe ich im Quartier zurückhaltend. Ein zu nasser und kalter Wurzelballen begünstigt bei überwinternden Kübelpflanzen wurzelschädigende Pilze. Wie sich das Düngen bei anderen Zimmerpflanzen über das Jahr verschiebt, liest du im Ratgeber darüber, wie du Zimmerpflanzen im Wechsel der Jahreszeiten düngst.
Und bei Sämlingen?
Aus Samen gezogene Passionsblumen starten in Aussaaterde, die nährstoffarm, luftdurchlässig und feinkrümelig sein soll. Nach der Keimung werden die Sämlinge von Passiflora caerulea einzeln eingetopft, hell weitergezogen und früh mit einer Rankhilfe versehen. Den Weg bis zur kräftigen Jungpflanze beschreibt die Anleitung, wie du Passionsblumen aus Samen ziehst.
Wie düngst du für eine reiche Blüte?
Die Blaue Passionsblume blüht von Mai bis Oktober. Für die Blüte achte ich darauf, dass die Pflanze in der Hauptwachstumsphase regelmäßig Wasser und Dünger bekommt. Ihr Substrat soll feucht und gut durchlässig sein, ihr Standort sonnig bis halbschattig.
Mehr Phosphor, mehr Blüten? Phosphor ist für Energiehaushalt und Zellaufbau notwendig. Dass zusätzliche Phosphorgaben die Blütenbildung pauschal fördern, lässt sich daraus aber nicht ableiten. Phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung deshalb nicht sinnvoll.
Die Düngung soll sich am Bedarf der Pflanze orientieren, denn auch ein Zuviel kann den Salzgehalt im Substrat erhöhen. Blüht meine Passionsblume trotz Dünger kaum, prüfe ich zuerst Licht und Ballenfeuchte, bevor ich mehr dünge. Was neben dem Dünger zur Pflege gehört, zeigt der Ratgeber darüber, wie du Passionsblumen im Haus pflegst, damit sie gesund bleiben und blühen.
Welcher Dünger passt zur Passionsblume?
Beim Kauf achte ich auf drei Punkte: keine Phosphatbetonung, eine klare Dosierungsanweisung und bei DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. die angegebene Wirkungsdauer. Die Menge je Gabe richtet sich nach der Anweisung auf der Verpackung.
Flüssigdünger für die Wachstumsphase
Flüssigdünger kommt mit dem Gießwasser in den Kübel, sodass du die Versorgung Gabe für Gabe an das Wachstum anpassen kannst. Gib die Lösung nur auf bereits feuchte Erde, weil Düngerlösung auf trockenem Substrat die Wurzeln schädigen kann. Als Gießwasser eignet sich zimmerwarmes Regenwasser, denn kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten.
Depotdünger: auf die Wirkungsdauer achten
Umhüllte Depotdünger geben ihre Nährstoffe abhängig von Feuchtigkeit und Temperatur frei. Niedrigere Temperaturen verzögern die Wirkung. Mineralische Depotdünger sind mit ihrer Wirkungsdauer gekennzeichnet. Weil bei lichtbedingt ausbleibendem Wachstum im Winter kein zusätzlicher Dünger angezeigt ist, gleiche ich diese Angabe mit der Zeit bis zum Winterquartier ab. Auch beim Depotdünger zählt die Grunddüngung frischer, vorgedüngter Erde mit.
Organisch düngen und Blattdüngung
Wer im März die Erde für die Passionsblume selbst mischt, kann Hornspäne oder Hornmehl zur vorbeugenden Stickstoffversorgung schon vor dem Pflanzen in torffreie Gefäßerde einarbeiten. Beide wirken verzögert, weil Mikroorganismen sie erst abbauen müssen, und Hornspäne liefern Stickstoff langsamer als Hornmehl. Reiner Kompost taugt dagegen nicht als Topfsubstrat, weil er zu nährstoffreich ist.
BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann Nährstoffe zuführen, ist aber wegen möglicher Verbrennungen und fehlender nachhaltiger Wirkung nur begrenzt einsetzbar. Wie du Dünger dosierst und anwendest, steht ausführlicher im Ratgeber zur Düngung von Grünpflanzen und Palmen.
Vor jeder Düngergabe an der Passionsblume:
- Kübel anheben und bei torffreier Erde auch weiter unten fühlen: Ist der Ballen feucht?
- Menge von der Dosierungsanweisung auf der Verpackung übernehmen.
- Grunddüngung frischer, vorgedüngter Erde mitrechnen.
- Wächst die Pflanze? Bleibt das Wachstum im Winter lichtbedingt aus, entfällt der Dünger.
- Ist die Pflanze krank, düngst du erst nach ihrer Erholung wieder.
Gelbe Blätter: Mangel, pH-Wert oder zu viel Dünger?
Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Nährstoffmangel hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.. Vor dem Nachdüngen prüfe ich deshalb Standort und Ballenfeuchte; wie du Symptome einordnest, erklärt der Ratgeber darüber, wie du Nährstoffmangel an Grünpflanzen erkennst.
Beim Boden braucht die Blaue Passionsblume eine schwach saure Reaktion. Passt der pH-Wert nicht zur Art, kann die Nährstoffaufnahme leiden, obwohl genug Nährstoffe vorhanden sind; unter pH 5 kann etwa die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium sinken.
Deuten die Zeichen auf SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. durch Überdüngung, stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei ein Teil der alten Erde ausgetauscht wird. Ausführlich behandelt der Zimmerpflanzen-Ratgeber diese Fragen im Kapitel zu Nährstoffmangel, SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. und Überdüngung.



