Kapuzinerkresse im Kräutergarten: Blätter, Blüten und Knospen frisch ernten und nutzen
- Essbar sind junge Blätter, Blüten und Knospen der sicher bestimmten, unbehandelten Pflanze.
- Blätter erntest du ab Mai, Blüten von Juni bis Oktober.
- Der Geschmack ist würzig-scharf und leicht senfartig, passend für Salat und Kräuterquark.
- Direkt gesät wird die frostempfindliche Kapuzinerkresse von Mitte Mai bis Ende Juni.
- Ein Heilversprechen gibt es hier nicht: Im Kräutergarten ist sie Würzkraut, keine Medizin.

An der Kapuzinerkresse in meinem Kräuterbeet pflücke ich von Mai bis Oktober. Zuerst nehme ich junge Blätter, ab Juni kommen Blüten und Knospen dazu. Damit die Ernte sicher in der Küche landet, brauchst du zwei Dinge: den richtigen Zeitpunkt für jeden Pflanzenteil und einen prüfenden Blick vor dem Essen. Wer die Pflanze nur als Zierde kennt, lässt eine lange Erntezeit ungenutzt.
Was Kapuzinerkresse im Kräutergarten leistet
Im Kräutergarten ist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ein Würzkraut, das du über Monate beerntest. Blätter, Blüten und Knospen schmecken würzig-scharf und leicht senfartig. Neben milden Kräutern bringt sie damit eine scharfe Note ins Beet.
Die Große Kapuzinerkresse wächst einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. und ist nicht winterhart. Du säst sie also jedes Jahr neu und planst sie als Sommerkultur ein, die mit dem Herbst endet.
Mehr Überlegung braucht der Platz. Kletternde Sorten können bis zu 2,5 m lange Triebe bilden. Mit solchen Trieben kann kletternde Kapuzinerkresse andere Pflanzen unterdrücken, im Kräuterbeet also auch deine Kräuter. Zwischen niedrige Kräuter setze ich deshalb kompakte Sorten, rankende leite ich an den Zaun am Beetrand. Den Raum für die endgültige Größe jeder Pflanze planst du schon bei der Aussaat ein, etwa indem du das Beet vorher im Beetplaner aufteilst.
Für den Garten hat die Pflanze noch eine zweite Seite, denn sie ist eine Nahrungsquelle für NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. und Insekten. Was Kapuzinerkresse im Naturgarten für Bienen und Nützlinge leistet, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden. Sehr nährstoffreicher Boden fördert üppige Blätter, aber weniger Blüten; ärmerer Boden begünstigt die Blütenbildung.
- Düngung
Für reichen Blütenflor nährstoffarm kultivieren; zu nährstoffreicher Boden fördert Blätter auf Kosten der Blüten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.
Kapuzinerkresse säen: das Wichtigste in Kürze
Säe Kapuzinerkresse von Mitte Mai bis Ende Juni direkt ins Beet, denn sie ist stark frostempfindlich. Die großen Samen kommen etwa 1 bis 2 cm tief in die Erde. Wie du Kapuzinerkresse aussäst, vorziehst und passende Sorten findest, zeigt ein eigener Ratgeber, die Termine hat auch der Aussaatkalender für Sommerblumen.
Welche Teile du isst und wie sie schmecken
Essbar sind junge Blätter, Blüten und Knospen der sicher bestimmten Kapuzinerkresse. In der Küche bleibe ich bei genau diesen drei Teilen. Alle drei schmecken würzig-scharf und leicht senfartig, die Blüten bringen dazu Farbe auf den Teller. Blätter und Blüten eignen sich für Salat, für Kräuterquark und als essbare Dekoration.
| Pflanzenteil | Erntezeit | So nutze ich ihn frisch |
|---|---|---|
| Junge Blätter | ab Mai | fein gehackt im Kräuterquark, ganz im Salat |
| Blüten | Juni bis Oktober | im Salat und als essbare Dekoration |
| Knospen | während der Blütezeit | geschlossen gepflückt, wie die Blätter im Salat |
Junge Blätter hacke ich für Quark fein, ganze Blätter kommen in den Salat. Die Blüten lege ich erst kurz vor dem Servieren obenauf. Wie du Blüten und Blätter in Rezepten verwendest und haltbar machst, sammelt ein eigener Ratgeber mit weiteren Ideen.
Wann und wie du frisch erntest
Blätter kannst du ab Mai ernten, Blüten von Juni bis Oktober. Direkt säen kannst du die frostempfindliche Pflanze aber erst ab Mitte Mai, und bis zur Keimung vergehen 7 bis 21 Tage. Wer im Mai schon Blätter pflücken will, braucht deshalb vorgezogene Pflanzen.
Geerntet wird bei mir nach Bedarf, kurz bevor ich die Blätter in der Küche brauche. Junge Blätter zupfe ich einzeln mit dem Stiel ab und nehme einer Pflanze nie alle auf einmal. Blüten pflücke ich offen, Knospen solange sie geschlossen sind.
Vor dem Essen befreist du die Blüten vorsichtig von Insekten und wäschst sie sehr sanft. Bei den Blättern lohnt ein Blick auf die Unterseite, denn Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Raupen des Großen Kohlweißlings fressen Löcher in die Blätter. Befallene Teile nehme ich ab und verwende sie nicht in der Küche. Gelbe Blätter sortiere ich ebenfalls aus, weil sie auf einen zu trockenen Stand hindeuten können.
Für die Küche stehen bei mir ein paar kompakte Pflanzen am Rand des Kräuterbeets, gleich neben dem Weg. Beim Pflücken drehe ich jedes Blatt einmal um und schaue nach Läusen und Raupen.
Verwelkte Blüten knipse ich beim Ernten gleich mit ab. Bei Sommerblumen kann das vor dem Samenansatz die Bildung weiterer Blüten fördern. Welche Schnitt- und Pinziertechniken es für mehr Blütenfülle gibt, erklärt ein eigener Ratgeber.
Meine Ernte verwende ich frisch. Wie du Kapuzinerkresse trocknest und lagerst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Was du vor dem Essen prüfst
Iss nur Pflanzen, die du sicher als Kapuzinerkresse bestimmt hast. Blüten und Blätter für den Teller dürfen nicht mit chemischen Mitteln behandelt sein.
Ich esse deshalb nur Kapuzinerkresse, die ich selbst gesät und gepflegt habe.
Auch der Boden zählt. Schadstoffe aus belasteten Böden können über Pflanzen in Lebensmittel gelangen. Schwermetalle, die eine Pflanze aufgenommen hat, lassen sich nicht abwaschen. Ob dein Gartenboden belastet ist, klärt eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen., und bei einem Verdacht ist die untere Bodenschutzbehörde zuständig.
Bei der Kapuzinerkresse kommt die Düngung dazu. Ein zu nährstoffreicher Boden fördert Laub auf Kosten der Blüten. In Feldversuchen stieg mit der Stickstoffdüngung außerdem der Cadmiumgehalt der Blätter, und zwar auf beiden untersuchten Standorten. Wer für die Küche anbaut, hat damit zwei Gründe, die Pflanze nährstoffarm zu kultivieren.
Eine Laboranalyse von Nährstoffen und pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. liefert genauere Bodeninformationen als die bloße Beobachtung von Zeigerpflanzen. Was der Wuchs der Kapuzinerkresse über deinen Gartenboden verraten kann, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Kapuzinerkresse als Heilkraut: was sich sicher sagen lässt
Viele kennen die Kapuzinerkresse auch aus der Naturheilkunde. Essbare Blüten und Blätter sind Lebensmittel und keine Medizin. Was einer Pflanze in der Volksheilkunde nachgesagt wird, ist noch keine Empfehlung, sie anzuwenden.
Sicher sagen lässt sich etwas über ihre Inhaltsstoffe. Kapuzinerkresse enthält das Senfölglykosid Glucotropaeolin. Wird es fermentativ gespalten, entsteht daraus Benzylsenföl.
Senfölglykoside sind Pflanzenstoffe, aus denen bei einer Spaltung Senföle entstehen. Fermentativ heißt, dass Enzyme diese Spaltung übernehmen.
Wer Kapuzinerkresse aus gesundheitlichen Gründen nutzen möchte, lässt sich vorher ärztlich beraten. In meinem Kräutergarten hat die Pflanze eine klare Rolle als frisches Würzkraut für Salat und Quark.
Sorten, Pflege und Gartennutzen in Kürze
Welche Sorten gibt es und wie gewinnst du Samen?
Kapuzinerkresse gibt es als kletternde und als kompakte, buschige Sorten. Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen, bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. kann der Nachwuchs allerdings anders aussehen. Die Grundlagen zu Lebensdauer und Herkunft stehen im Kurzporträt des Sommerblumen-Ratgebers.
Welchen Standort und welche Pflege braucht sie?
Kapuzinerkresse braucht einen sonnigen Platz mit nährstoffarmem, gut durchlässigem Boden, und Trockenheit solltest du vermeiden. Blattläuse wäschst du ab, und auch Raupen des Großen Kohlweißlings können an ihr fressen. Wie du Kapuzinerkresse durch die Saison pflegst und vor Schädlingen schützt, erklärt ein eigener Ratgeber, die Grundlagen stehen im Sommerblumen-Ratgeber unter Standort und Boden sowie unter Krankheiten und Schädlinge.
Taugt sie als Rankpflanze?
Rankende Kapuzinerkresse wie die ‘Rankende Mischung’ eignet sich zum Begrünen von Pergolen, Spalieren und Zäunen. Wie du sie für Sichtschutz, Fassaden und als Bodendecker einsetzt, steht in einem eigenen Ratgeber.
Hilft sie im Gemüsegarten?
Auf Baumscheiben kann Kapuzinerkresse als Lock- und Zeigerpflanze für schwarze Blattläuse dienen, solche Pflanzen nutze ich nicht für die Küche. Behauptete Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab, MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. unterstützt also, garantiert aber nichts. Wie du sie als Begleitpflanze im Gemüsegarten einsetzt, beschreibt ein eigener Ratgeber, passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.





