Kapuzinerkresse düngen und pflegen: Blüten statt Blattmasse
- Sonnig bis halbschattig auf nährstoffarmem, gut durchlässigem Boden pflanzen.
- Zu viele Nährstoffe fördern Laub auf Kosten der Blüten, deshalb mager halten.
- Im Beet nach Bodenuntersuchung düngen, in vorgedüngter Blumenerde im Kübel zunächst 4 bis 6 Wochen gar nicht.
- Gleichmäßig frisch halten und vor dem Gießen die Feuchte im Substrat prüfen.
- Blattläuse abspülen, Raupen absammeln, geknickte Triebe abschneiden.
- Blüten und Blätter sind essbar, darum ohne chemische Mittel arbeiten.

Wenn deine Kapuzinerkresse kräftig grün wuchert und trotzdem kaum blüht, kann zu viel Nahrung dahinterstecken. Zu nährstoffreicher Boden fördert bei ihr das Laub auf Kosten der Blüten. Ich pflege sie deshalb anders als meine übrigen Balkonblumen: magerer Platz, kein Dünger auf Vorrat und beim Gießen ein Blick unter die Blätter. Gedüngt wird bei ihr nur, wenn Boden oder Pflanze einen Bedarf zeigen.
Kapuzinerkresse im Überblick
Alle Angaben beziehen sich auf die Große Kapuzinerkresse, botanisch Tropaeolum majus.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Boden | nährstoffarm und gut durchlässig |
| Wasser | gleichmäßig frisch, Trockenheit vermeiden |
| Aussaat | April bis Juni |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | etwa 1 bis 2 cm, kein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. |
| Keimdauer | 7 bis 21 Tage |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Wuchsbreite | 20 bis 50 cm |
| Wuchshöhe | Angaben von 20 bis 300 cm |
| Essbar | Blüten und Blätter |
| Gefäß | geeignet für Topf, Kübel und HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden. Sehr nährstoffreicher Boden fördert üppige Blätter, aber weniger Blüten; ärmerer Boden begünstigt die Blütenbildung.
- Düngung
Für reichen Blütenflor nährstoffarm kultivieren; zu nährstoffreicher Boden fördert Blätter auf Kosten der Blüten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.
Kapuzinerkresse düngen: wann es sich lohnt und wann nicht
Für einen reichen Blütenflor kultivierst du Kapuzinerkresse nährstoffarm. Sehr nährstoffreicher Boden bringt üppige Blätter, aber weniger Blüten. Ein ärmerer Boden begünstigt dagegen die Blütenbildung. Düngen ist bei ihr deshalb keine Routine, sondern die Antwort auf einen erkennbaren Bedarf.
Im Beet: erst den Boden kennen
Im Gartenbeet richtet sich die Düngung nach der Bodenuntersuchung. Sie zeigt, ob dein Boden mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist. Dabei zählt auch der Stickstoff, den der Humus von selbst nachliefert. Zeigt die Untersuchung für einen Nährstoff eine sehr hohe Versorgung, setzt du die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. mit diesem Nährstoff aus. Untersucht wird vor der Neuanlage eines Beets und danach alle 3 bis 5 Jahre. Vor der Probenahme düngst du nicht. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst, erklärt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.
Im Topf und Kübel: Wartezeit nach dem Einsetzen
Setzt du Kapuzinerkresse in vorgedüngte Blumenerde, bringt das Substrat bereits Nährstoffe mit. Für Kübelpflanzen gilt dann: Nach dem Einsetzen verzichtest du zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzliche Düngung. Danach entscheidest du nach dem Bild der Pflanze, nicht nach dem Kalender.
Woran du erkennst, ob sie Dünger braucht
Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum zeigen bei Balkon- und Kübelpflanzen eine gute Nährstoffversorgung an. Kräftiges Grün bedeutet gute Versorgung, und zu viel Nahrung fördert Laub statt Blüten: Eine sattgrüne Pflanze ohne Blüten düngst du deshalb nicht nach. Bleibt sie dagegen blass und wächst kaum, obwohl Licht und Wasser stimmen, kann das auf knappe Nährstoffe hindeuten. Dann düngst du nach und beobachtest die nächsten Blätter und Knospen. Kommen Blüten mit, passt es. Wächst nur das Laub, hörst du auf.
Dünger oder Kompost auf Vorrat ins Pflanzloch geben. Bei Kapuzinerkresse fördert ein zu nährstoffreicher Boden das Laub auf Kosten der Blüten. Gib Nährstoffe erst, wenn die Bodenuntersuchung oder die Pflanze selbst einen Bedarf zeigt.
Ich dünge meine Kapuzinerkresse nie nach Kalender. Bevor ich etwas gebe, schaue ich mir die jüngsten Blätter und den Knospenansatz an. Außerdem prüfe ich in meinen Notizen, was dieses Beet im Frühjahr bekommen hat.
Welcher Standort bringt die meisten Blüten?
Kapuzinerkresse verträgt Sonne bis HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone., empfohlen wird ein Platz in voller Sonne. Der Boden soll nährstoffarm und gut durchlässig sein. Nach britischer Gartenpraxis wächst sie auf sauren, neutralen und alkalischen Böden, ob kalkig, lehmig oder sandig. Schwierig wird viel Ton im Boden, denn ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt Staunässe.
Ich setze sie an den sonnigen Beetrand, den ich im Frühjahr nicht mit Kompost versorge. Als Sommerblume füllt sie auch Lücken im Staudenbeet oder folgt auf früh blühende Zwiebelblumen. Für NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. und Insekten ist sie eine Nahrungsquelle. Wie du einschätzt, welchen Nutzen sie Bienen und Nützlingen im Naturgarten bringt, zeigt ein eigener Ratgeber. Ein weiterer Beitrag behandelt, was ihr Wuchs über deinen Gartenboden aussagen kann. Wie du Licht, Platz und pH-Wert für Sommerblumen allgemein einschätzt und schwere Böden verbesserst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Gießen: gleichmäßig frisch, ohne Staunässe
Kapuzinerkresse braucht gleichmäßig frischen Boden, Trockenheit solltest du vermeiden. Im Beet gießt du bei Hitze und Trockenheit durchdringend mit etwa 20 bis 25 l/m², verteilt auf mehrere Gießgänge. Das ist eine Gabe für heiße, trockene Phasen und keine Menge für jeden Tag. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr legst du sie nur dünn aus.
Im Topf braucht das Gefäß am Boden mindestens ein Abzugsloch. Beim Gießen feuchtest du das Substrat bis zum Topfboden durch, wie oft, richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze. In torffreier Erde trocknet die Oberfläche schnell ab, deshalb prüfst du die Feuchte weiter unten mit dem Finger oder hebst das Gefäß an. Untersetzer leerst du nach Regen, damit keine Nässe an den Wurzeln steht. Ein größeres Erdvolumen bevorratet mehr Wasser, und bei Kapuzinerkresse gilt es, Trockenheit zu vermeiden: Ein großes Gefäß ist für sie also die bessere Wahl als ein kleiner Topf.
Hängen die Blätter im Topf schlaff herab, prüfst du zuerst die Feuchte, bevor du nachgießt. Welke kann auch von Dauernässe und abgestorbenen Wurzeln kommen. Ich hebe meine Kübel vor dem Gießen kurz an und gieße erst, wenn sie sich leicht anfühlen.
Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen und von Hand eingreifen
An Kapuzinerkresse können Blattläuse und die Raupen des Großen Kohlweißlings auftreten. Beim Gießen drehe ich ein paar Blätter um und schaue in die Triebspitzen, damit mir Befall früh auffällt. Allgemeines zu Krankheiten und Schädlingen an Sommerblumen steht im Sommerblumen-Ratgeber im gleichnamigen Abschnitt.
Blattläuse abspülen oder ausschneiden
Blattläuse wäschst du ab oder entfernst sie zusammen mit den befallenen Pflanzenteilen. Bei schwachem Befall an Zierpflanzen reicht meist schon ein Wasserstrahl.
Raupen absammeln
Die Raupen des Großen Kohlweißlings fressen Löcher in die Blätter. Frische Fraßlöcher können ein Hinweis auf sie sein. Dann suchst du die Pflanze ab und sammelst die Raupen von Hand ab.
Grauschimmel vorbeugen
Bei Beet- und Balkonpflanzen begünstigt ein sehr dichter Bestand die Ausbreitung von GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten.. Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können zu Befallsstellen werden. Lass deshalb Luft zwischen den Pflanzen und schneide geknickte Teile ab. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du Schere und Handschuhe, bevor du an gesunde gehst.
Blüten und Blätter sind essbar, und Blüten zum Verzehr dürfen nicht chemisch behandelt sein: Wer ernten will, bleibt also bei Wasserstrahl, Absammeln und Schere.
Blattunterseiten und Triebspitzen auf Blattläuse ansehen, frische Fraßlöcher prüfen und Raupen absammeln, geknickte Blätter und Stiele abschneiden, Schere und Handschuhe nach kranken Pflanzen reinigen.
Mischkultur: Platz lassen, Nachbarn schützen
Wenn du Kapuzinerkresse zwischen Gemüse setzt, geht es vor allem um Platz. Kletternde Kapuzinerkresse kann mit ihren langen Trieben andere Pflanzen unterdrücken. Bei Mischkultur planst du deshalb schon bei der Aussaat genug Raum für die endgültige Größe jeder Kultur ein. Ihre Wuchsbreite liegt bei 20 bis 50 cm: Den Abstand zum Gemüse misst du also an der ausgewachsenen Pflanze, nicht am Sämling.
Ich lenke Triebe, die in die Nachbarreihe wandern, beim Gießen zurück an ihre eigene Rankhilfe. Wo sie im Beet hinpasst, kannst du im Beetplaner einzeichnen. Mögliche Nachbarn lassen sich im Mischkultur-Werkzeug prüfen. Wie du Kapuzinerkresse als Begleitpflanze im Gemüsegarten einplanst, beschreibt ein eigener Beitrag.
„Kapuzinerkresse lockt die Blattläuse vom Gemüse weg.” Darauf verlassen kannst du dich nicht. Behauptete Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab. Fest steht dagegen, dass Blattläuse und Kohlweißling-Raupen an der Kapuzinerkresse selbst auftreten können, deshalb gehört sie bei deinem Kontrollgang dazu.
Ranken lenken und zurückschneiden
Kletternde Kapuzinerkresse führst du an einer Rankhilfe, damit ihre langen Triebe nicht in Nachbarpflanzen wachsen. Im Kübel braucht das Gefäß genug Standfestigkeit, und das Klettergerüst sicherst du möglichst zusätzlich an einer festen Rückwand. Wie du sie als Sichtschutz, an Fassaden und als Bodendecker einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Für den Schnitt gibt es ebenfalls einen eigenen Beitrag: welche Schnitt- und Pinziertechniken bei Kapuzinerkresse auf mehr Blüten zielen. Allgemeines zu AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Rankhilfen bei Sommerblumen steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Pflege.
Aussaat und Auspflanzen in Kürze
Gesät wird Kapuzinerkresse von April bis Juni. Die Samen kommen etwa 1 bis 2 cm tief in die Erde, denn sie ist kein Lichtkeimer. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 21 Tage. Da sie nicht winterhart ist, gewöhnst du vorgezogene Pflanzen tagsüber an die Außentemperaturen und setzt sie erst bei frostfreiem Wetter ins Freie. Ihre großen Samen eignen sich auch für begleitete Keimversuche mit Kindern.
Wie du Kapuzinerkresse aussäst und bis zur ersten Blüte heranziehst, steht im Ratgeber zur Aussaat. Die Termine findest du auch im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Ernte: Blätter ab Mai, Blüten bis Oktober
Blätter der Großen Kapuzinerkresse erntest du ab Mai, Blüten von Juni bis Oktober. Beide passen in Salat, in Kräuterquark oder als essbare Dekoration. Wie du Blüten und Blätter erntest, trocknest und lagerst und sie in der Küche verwendest und haltbar machst, zeigen zwei eigene Ratgeber.





