Kapuzinerkresse als Gründüngung und Begleitpflanze im Gemüsebeet
- Als Sommerbegrünung liefert Kapuzinerkresse beim Einarbeiten organische Masse, aus der beim Verrotten Nährstoffe frei werden.
- Über Winter schützt sie kein Beet, weil sie stark frostempfindlich und nicht winterhart ist.
- Gegen schwarze Blattläuse kann sie als Lock- und Zeigerpflanze dienen, einen Schutz für dein Gemüse garantiert sie nicht.
- Raupen des Großen Kohlweißlings fressen auch an ihr: Kontrolliere sie wie deinen Kohl.
- Kletternde Sorten bilden bis zu 2,5 m lange Triebe, plane den Platz schon bei der Aussaat ein.
- Direkt säen kannst du die frostempfindliche Kresse von Mitte Mai bis Ende Juni.

Ein Beetstück bleibt im Sommer frei, und du überlegst, ob Kapuzinerkresse dort als Gründüngung taugt. Als Sommerbegrünung kann sie das: Eingearbeitet liefert sie organische Masse, und nebenbei kann sie dir Blattläuse anzeigen. Den Winter übersteht sie allerdings nicht, und die Raupen des Großen Kohlweißlings fressen auch an ihr. Ich plane Kapuzinerkresse deshalb als Sommerkultur für freie Flächen und Beetränder und arbeite das Kraut im Herbst ein.
Kapuzinerkresse als Gründüngung: was sie dem Boden bringt
Bei einer Gründüngung lässt du Pflanzen wachsen und arbeitest sie danach in den Boden ein. Aus der organischen Masse werden beim Verrotten Nährstoffe frei.
Der Nutzen für den Boden kommt aus dieser organischen Masse. Baut sich durch Gründüngung Humus auf, nimmt der Boden Wasser besser auf und speichert es besser. Auf Sandboden verbessert organisches Material die Wasserspeicherung, auf schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung.
Kapuzinerkresse ist einjährig und stark frostempfindlich, deshalb säst du sie von Mitte Mai bis Ende Juni direkt ins Beet. Damit passt sie auf Flächen, die im Sommer frei werden und bis zum Herbst frei bleiben. Ich lasse sie dort bis zum Saisonende wachsen und ernte zwischendurch Blätter für die Küche. Wenn die Pflanzen im Herbst zusammenfallen, ziehe ich die Triebe ab, zerkleinere sie mit dem Spaten und arbeite sie flach ein.
Wie viel Dünger die Folgekultur danach noch braucht, bemisst du nach einer Bodenuntersuchung. Den Stickstoff, den der Humus nachliefert, rechnest du dabei mit ein.
Auch als Zeiger für den Boden hat die Kresse Grenzen. Eine einzelne Zeigerpflanze erlaubt noch keine verlässliche Standortbeurteilung, und eine Laboranalyse von Nährstoffen und pH-Wert liefert genauere Informationen. Was ihr Wuchs dir trotzdem verraten kann, liest du im Ratgeber zur Kapuzinerkresse als Bioindikator für deinen Boden.
Warum sie dein Beet nicht über Winter schützt
Eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur., die über Winter auf einem geräumten Beet steht, schützt es vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung. Ihre Wurzeln halten den Boden dabei locker. Kapuzinerkresse ist nicht winterhart und stark frostempfindlich, also hält sie den Boden nach dem ersten Frost nicht mehr mit lebenden Wurzeln. Für den Winter planst du auf solchen Flächen deshalb eine winterharte Grüneinsaat ein.
Ich notiere mir im Frühjahr, welche Beetstücke bis zum Herbst frei bleiben, und säe die Kapuzinerkresse genau dort. Für dieselben Flächen lege ich gleich fest, was danach über Winter wächst.
Auf belastetem Boden: erst untersuchen, dann einarbeiten
Ob ein Gartenboden mit Schadstoffen belastet ist, klärt eine Bodenuntersuchung. Bei einem Verdacht ist die untere Bodenschutzbehörde zuständig. Für die Kapuzinerkresse zählt das, denn ihre Blätter können Cadmium enthalten. In Feldversuchen erhöhte Stickstoffdüngung auf beiden untersuchten Standorten den Cadmiumgehalt in den Blättern. Ich dünge meine Kapuzinerkresse deshalb nicht.
Bei der Phytoextraktion wird schadstoffbelastete Pflanzenmasse gesammelt und fachgerecht entsorgt. Eine Gründüngung arbeitet die Masse dagegen in den Boden ein. Auf einem belasteten Beet käme so in den Boden zurück, was die Pflanzen aufgenommen haben, deshalb arbeitest du die Kresse dort nicht ein. Wie Kapuzinerkresse bei der Sanierung eingesetzt wird, beschreibt der Ratgeber zur Bodensanierung mit Kapuzinerkresse.
Schwermetalle, die eine Pflanze aus dem Boden aufgenommen hat, lassen sich nicht abwaschen. Schadstoffe aus belasteten Böden können über Pflanzen in Lebensmittel gelangen. Iss Kapuzinerkresse von einem Beet mit Belastungsverdacht erst, wenn eine Bodenuntersuchung Klarheit bringt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffarmer, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden. Sehr nährstoffreicher Boden fördert üppige Blätter, aber weniger Blüten; ärmerer Boden begünstigt die Blütenbildung.
- Düngung
Für reichen Blütenflor nährstoffarm kultivieren; zu nährstoffreicher Boden fördert Blätter auf Kosten der Blüten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.
Wie hilft Kapuzinerkresse gegen Schädlinge im Gemüsegarten?
Bei Schädlingen hilft dir Kapuzinerkresse vor allem beim Beobachten. Schützen kann sie dein Gemüse nicht zuverlässig, und für manche Schädlinge ist sie selbst Futter.
Blattläuse: Kapuzinerkresse als Lock- und Zeigerpflanze
Kapuzinerkresse kann von Blattläusen befallen werden, und darin liegt ihr Nutzen im Gemüsegarten. Als Lock- und Zeigerpflanze kann sie schwarze Blattläuse anziehen und dir so den Befall zeigen. An ihr siehst du früh, dass Läuse unterwegs sind, und kannst gezielt reagieren.
Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen und können Blätter und Triebe kräuseln oder verkrüppeln. Wenn ich durchs Beet gehe, drehe ich deshalb zuerst einige Kressenblätter um und schaue an die Triebspitzen.
Ist die Kresse besetzt, schaust du zuerst nach Nützlingen. Marienkäfer sowie Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. fressen Blattläuse. Sind sie schon bei der Arbeit, greifst du nur nötigenfalls ein und entfernst die besetzten Pflanzenteile. Bei schwachem Befall genügt häufig schon ein Wasserstrahl. Dass die Läuse dein Gemüse daneben verschonen, garantiert die Kresse nicht.
Kapuzinerkresse für die Küche ziehe ich an einer anderen Stelle als die Lockpflanzen. Denn die Kresse kann Blattläuse anlocken, und Blüten zum Essen werden vorher vorsichtig von Insekten befreit.
Besonders auf Baumscheiben kann Kapuzinerkresse schwarze Blattläuse anlocken und anzeigen. Besetzte Triebe der Kresse schneidest du dort einfach ab.
Kohlweißling: Die Raupen fressen auch an der Kresse
Neben Kohl wird Kapuzinerkresse gern als Abwehr gegen den Kohlweißling gesetzt. Darauf solltest du dich nicht verlassen.
„Kapuzinerkresse hält den Kohlweißling fern.“ Die Raupen des Großen Kohlweißlings fressen auch an Kapuzinerkresse und hinterlassen Löcher in ihren Blättern. Eine Abwehr gegen diesen Schädling ist sie damit nicht.
Ich kontrolliere die Kresse neben dem Kohl deshalb genauso gründlich wie den Kohl selbst. Sehe ich Fraßlöcher, drehe ich die Blätter um und sammle die Raupen ab.
Kapuzinerkresse in der Mischkultur einplanen
Behauptete positive Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab. Ich wähle die Nachbarn meiner Kapuzinerkresse deshalb nach Wuchs und Platz, nicht nach Partnerlisten. Für die Gemüsenachbarn untereinander ist der Mischkultur-Planer ein Ausgangspunkt, entscheiden musst du am eigenen Beet.
Jede BegleitpflanzeEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. hat dabei ihre eigene Aufgabe. Gegen NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. im Boden wird Tagetes im flächigen Anbau eingesetzt, und Tagetes patula wirkt dabei besonders gut gegen Pratylenchus, nicht gegen alle Nematoden. Einzelne Studentenblumen zwischen den Gemüsereihen ersetzen diesen flächigen Anbau nicht.
Platz für die Endgröße einplanen
Bei Mischkultur planst du schon bei der Aussaat genug Raum für die endgültige Größe jeder Kultur ein. Bei kletternden Sorten der Kapuzinerkresse sind das bis zu 2,5 m lange Triebe, die andere Pflanzen unterdrücken können. Ich lege ihre Wuchsrichtung deshalb beim Säen fest und setze rankende Kresse gleich an den Zaun.
Die ‘Rankende Mischung’ eignet sich zum Begrünen von Pergolen, Spalieren und Zäunen. Im Beet vereinzelst du ihre Sämlinge auf 30 × 40 cm. Wo nichts klettern soll, nimmst du eine kompakte Sorte, wie sie für die Kultur in Gefäßen empfohlen wird. Für Sichtschutz und Fassaden zeigt ein eigener Ratgeber, wie du Kapuzinerkresse ranken lässt.
Kletternde Kapuzinerkresse ohne Rankhilfe zwischen niedriges Gemüse säen. Ihre langen Triebe können die Nachbarn dann unterdrücken.
Beim Blätterernten nehme ich gleich die Triebe mit, die ins Nachbarbeet greifen. Welche Schnitt- und Pinziertechniken es für eine reiche Blüte gibt, liest du im Ratgeber zu Schnitt und Pinzieren für mehr Blüten.
Planungswerte im Überblick
| Planungspunkt | Wert |
|---|---|
| DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ins Freie | Mitte Mai bis Ende Juni |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Triebe kletternder Sorten | bis zu 2,5 m lang |
| ‘Rankende Mischung’ im Beet | Sämlinge auf 30 × 40 cm vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe., an Pergola, Spalier oder Zaun ziehen |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | keine, stark frostempfindlich |
Rankseite und freie Flächen kannst du vorab im Beetplaner einzeichnen. Die Saatfenster deiner Sommerblumen behältst du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Standort, Pflege, Küche und Sorten im Kurzüberblick
Standort und Pflege
Für einen reichen Blütenflor braucht Kapuzinerkresse Sonne und einen nährstoffarmen, gut durchlässigen Boden, denn zu viel Nährstoff fördert Laub auf Kosten der Blüten. Wie Licht, Platz und pH-Wert bei Sommerblumen zusammenspielen, zeigt der Überblick zu Standort und Boden bei Sommerblumen. Steht die Kresse zu trocken, können sich gelbe Blätter bilden; Gießen, Düngen und Pflanzenschutz beschreibt der Ratgeber, wie du Kapuzinerkresse kultivierst und gesund hältst.
Blätter und Blüten in der Küche
Junge Blätter, Blüten und Knospen der sicher bestimmten Kapuzinerkresse sind essbar und schmecken würzig-scharf, leicht senfartig. In Salat, Kräuterquark oder als essbare Dekoration kommen nur Pflanzen, die nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurden. Welche Teile du wann erntest, zeigt der Ratgeber, wie du Kapuzinerkresse im Kräutergarten erntest und als Würzkraut nutzt.
Sorten
Neben kletternden Sorten gibt es kompakte, die sich für die Kultur in Gefäßen eignen. Wie du Sommerblumen nach Höhe, Wuchs und Duft zu Sorten und Mischungen kombinierst, beschreibt derselbe Sommerblumen-Überblick.
Kapuzinerkresse für Insekten
Kapuzinerkresse ist eine Nahrungsquelle für Insekten und Nützlinge, und ungefüllte Blüten erleichtern ihnen den Zugang zu Nektar und Pollen. Was sie Bienen, Nützlingen und Kleinlebewesen bietet, liest du im Ratgeber über Kapuzinerkresse als Nahrungsquelle im Naturgarten.





