Portulakröschen richtig gießen: Beet, Topf, Hitze und Starkregen
- Gieß nach Erdfeuchte statt nach Kalender, einen allgemein gültigen Gießrhythmus gibt es nicht.
- Lass die Erde zwischen zwei Wassergaben abtrocknen und gieß dann durchdringend.
- Im Topf bis zum Topfboden durchfeuchten, Abzugsloch frei halten und Untersetzer nach Regen leeren.
- Morgens direkt auf die Erde gießen und Töpfe bei Starkregen unter ein Vordach stellen.
- Die Aussaat bis zum Auflaufen feucht halten, danach kühler und trockener weiterziehen.

Ein fester Gießplan passt nicht zum Portulakröschen. Die Art bevorzugt heiße, trockene Bedingungen, und nasse Böden solltest du ihr ersparen. Ganz ohne Wasser geht es trotzdem nicht: Die Aussaat darf nicht austrocknen, und bei Hitze und Trockenheit kann auch ein Portulakröschen-Beet Zusatzwasser brauchen. Ich gieße meine Portulakröschen deshalb nach Erdfeuchte und Wetter, nicht nach Wochentag.
Das Portulakröschen (Portulaca grandiflora) ist eine einjährige, nicht winterharte Sommerblume und wird 10 bis 20 cm hoch. Es blüht von Juni bis September, einfach oder gefüllt, in Weiß, Gelb, Rosa, Rot und Pink. Welche Sorten es gibt, zeigt der Ratgeber zu einfach und gefüllt blühenden Portulakröschen, und wie du die Blütezeit deiner Portulakröschen verlängerst, steht in einem eigenen Beitrag.
Gießen auf einen Blick
Wonach du dich in welcher Lage richtest, fasst diese Übersicht zusammen. Die Begründungen stehen in den Abschnitten darunter.
| Situation | Woran du dich orientierst | So gießt du |
|---|---|---|
| Beet im Sommer | Erdfeuchte in der Tiefe, BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien., Regen | erst nach dem Abtrocknen, dann durchdringend |
| Beet bei Hitze und Trockenheit | ausgetrockneter Boden | durchdringend in mehreren Gießgängen, morgens, direkt auf die Erde |
| Topf und Balkonkasten | Fingerprobe tief im Ballen, Topfgewicht | bis zum Topfboden durchfeuchten, Wasser frei ablaufen lassen |
| nach Starkregen | nasse Erde, volle Untersetzer | Untersetzer leeren, Gießen aussetzen, bis die Erde abgetrocknet ist |
| Aussaat bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. | Saatoberfläche | gleichmäßig feucht halten, Abdeckung lüften |
| nach dem Auflaufen | Jungpflanzen | kühler und trockener weiterziehen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Nasse Böden vermeiden; die Art bevorzugt heiße, trockene Bedingungen.
- Düngung
Portulakröschen haben einen niedrigen Düngebedarf und können gelegentlich gedüngt werden. Bei Stecklingsvermehrung kann Düngung das Wachstum fördern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Wie oft muss ich Portulakröschen gießen?
Einen allgemein gültigen Gießrhythmus gibt es nicht, auch nicht für Portulakröschen. Wie oft Wasser nötig ist, hängt von Bodenart, Temperatur und Niederschlägen ab. Weil die Art nasse Böden meiden soll, lässt du die Erde zwischen zwei Wassergaben abtrocknen. Ist sie auch in der Tiefe trocken, gießt du gründlich und wartest dann wieder ab.
Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger tief in die Erde, nicht nur in die oberste Schicht. Töpfe hebe ich zusätzlich kurz an, weil ein trockener Topf leichter ist als ein frisch gegossener. Wie Portulakröschen an Trockenheit angepasst sind, erklärt ein eigener Ratgeber.
Welke ist kein eindeutiges Durstsignal. Sie kann auf TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. hindeuten, aber auch auf beginnende WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. durch Dauernässe. Prüfe deshalb die Erdfeuchte, bevor du nachgießt. Ist die Erde nass, suchst du nach der Ursache der Staunässe, etwa einem verstopften Abzugsloch oder einem vollen Untersetzer.
Wie viel Wasser braucht ein Portulakröschen-Beet?
Braucht das Beet Zusatzwasser, gießt du durchdringend und in größeren Abständen. Das ist sinnvoller als häufiges Gießen, das nur die Oberfläche anfeuchtet. Gieß dabei direkt auf die Erde im Wurzelbereich, vorzugsweise am frühen Morgen. So kommt das Wasser an die Wurzeln, es verdunstet weniger, und Pflanzen und Boden trocknen tagsüber wieder ab. Gesammeltes Regenwasser eignet sich als Gießwasser, weil es weich und salzarm ist.
Bei Hitze und Trockenheit werden Gartenbeete durchdringend mit etwa 20 bis 25 l/m² bewässert, verteilt auf mehrere Gießgänge. Das ist ein Richtwert für Gartenbeete in genau dieser Lage, keine tägliche Pauschalmenge. Im Portulakröschen-Beet greifst du erst darauf zurück, wenn der Boden in der Tiefe ausgetrocknet ist.
Wie schnell ein Beet wieder Wasser braucht, hängt vom Boden ab: Sand lässt Wasser schnell durch und speichert wenig, Ton lässt es langsamer durch und vernässt leichter. Portulakröschen gedeihen auf nährstoffarmen Sandböden, deshalb prüfst du dort nach heißen Tagen früher, ob die Erde in der Tiefe ausgetrocknet ist. Wie du Standort und Boden für Sommerblumen nach Licht, Platz und pH-Wert wählst, zeigt der Sommerblumen-Überblick.
Portulakröschen im Topf und Balkonkasten gießen
Im Gefäß kommt es zuerst auf den Wasserabzug an. Jeder Topf und jeder Kasten braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch, das frei bleibt. Gegossen wird, bis das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist und überschüssiges Wasser unten abläuft. Danach wartest du, bis die Erde wieder abgetrocknet ist.
Wie oft das nötig ist, hängt von Wetter, Topfgröße und Gefäßmaterial ab, dazu kommen Sonne, Regen und Wind am Standort. Ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser speichern und den raschen Wasserverlust an heißen Tagen abpuffern. Das Substrat soll strukturstabil sein, Wasser halten und überschüssiges Wasser abgeben. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton unterstützen diese Struktur.
Torffreie Erde kann an der Oberfläche schon trocken sein, während sie weiter unten noch nass ist. Prüfe deshalb mit dem Finger tiefer im Ballen oder über das Gewicht des Topfes. Eine dunkle Erdfarbe ist kein sicheres Zeichen für feuchte Erde.
Hat sich ein ausgetrockneter Ballen vom Topfrand gelöst, tauchst du den Topf ein, bis der Ballen wieder benetzt ist. Balkonkästen gießt du in diesem Fall vorsichtig in mehreren Durchgängen.
Den Topf bei Hitze in einen Untersetzer voller Wasser stellen, damit sich die Pflanze selbst bedient. Portulakröschen sollen nasse Böden meiden, und Gefäße für Pflanzen ohne Staunässetoleranz brauchen freien Wasserabzug. Leere den Untersetzer deshalb, besonders nach starkem Regen.
Gießen bei Hitze, Trockenheit und Starkregen
Bei Hitze und langer Trockenheit
Bei Hitze gießt du früh am Morgen, direkt auf die Erde und ohne das Laub zu benetzen. Pflanzen auf dem Balkon bekommen bei Bedarf abends eine zweite Wassergabe in den Wurzelbereich. Welkt ein Topf in der Hitze, prüfst du zuerst die Erdfeuchte, denn auch Hitze allein kann eine Pflanze welken lassen.
Hält die Trockenheit an, bleibt es beim Prinzip: durchdringend gießen, dann abtrocknen lassen. Im Beet kann eine MulchdeckeEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. die Verdunstung und die Erwärmung des Bodens verringern.
„RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. hält das Portulakröschen-Beet feucht und passt deshalb immer.“ Roher, nicht kompostierter Rindenmulch ist für Beete mit Einjahresblumen ungeeignet. Rinde kann bei ihrer Zersetzung außerdem Stickstoff im Boden binden. Willst du die Verdunstung bremsen, ist flaches Hacken eine Alternative, weil es die Kapillaren im Boden unterbricht.
Bei Starkregen und Dauerregen
Portulakröschen bevorzugen einen warmen, vollsonnigen und vor Regen geschützten Standort. Töpfe und Kästen stellst du bei angekündigtem Starkregen deshalb unter ein Vordach. Abzugslöcher sorgen dafür, dass an regenreichen Tagen keine Staunässe entsteht, und Untersetzer leerst du nach dem Regen. Danach setzt du das Gießen aus, bis die Erde wieder abgetrocknet ist.
Im Beet hilft ein ausreichender Pflanzabstand. Die Luft zirkuliert besser, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt.
Meine Portulakröschen-Kästen stehen unter dem Dachüberstand, weil die Art einen vor Regen geschützten Platz bevorzugt. Nach einem Regentag hebe ich sie an einer Ecke an und gieße erst wieder, wenn sie spürbar leichter geworden sind.
Gießen von der Aussaat bis zum Auspflanzen
Am Anfang ist es umgekehrt: Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Portulakröschen sind LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. und liegen nah an der Oberfläche, deshalb feuchte ich die Aussaat vorsichtig an, statt mit dem Strahl zu gießen. Zur Keimung brauchen die Samen 18 bis 22 °C. Bis die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage.
Bei der Einfachen Mischung hältst du die Aussaat unter Glas oder Folie feucht, bis die Sämlinge auflaufen. Die Abdeckung lüftest du täglich und nimmst sie nach der Keimung ab. Danach ziehst du die Jungpflanzen kühler und trockener weiter.
Wann du säen kannst, zeigt der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken. Wie es nach dem Auspflanzen weitergeht, liest du im Ratgeber, wie du Portulakröschen durchs Gartenjahr begleitest.
Gießen und Düngen aufeinander abstimmen
Portulakröschen haben einen niedrigen Düngebedarf, und bei der Einfachen Mischung ist auf trockenen, mageren Standorten keine Düngung vorgesehen. Düngst du im Topf, gibst du die Düngerlösung nur auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Details stehen im Ratgeber, wann und womit du Portulakröschen düngst, die Grundlagen zu Gießen und Düngen nach Phase und Bedarf im Sommerblumen-Überblick.



