Portulakröschen düngen: wann, womit und wann besser gar nicht
- Portulakröschen haben einen niedrigen Düngebedarf und werden nur gelegentlich gedüngt.
- Für die Einfache Mischung ist auf trockenen, mageren Standorten keine Düngung vorgesehen.
- Im Beet entscheidet eine Bodenuntersuchung über Dünger und Kalk, nicht der Kalender.
- Im Topf bestimmt die Vordüngung der Erde den Start und die Packungsangabe die Dosis; Flüssigdünger kommt nur auf feuchte Erde.
- Phosphatbetonter Blühdünger ist keine sinnvolle Pauschallösung für mehr Blüten.

Im gemischten Balkonkasten werden Portulakröschen schnell beim Düngen der Nachbarn mitversorgt. Balkon-Geranien gehören zu den Starkzehrern und können ohne Langzeitdünger nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage flüssigen VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. bekommen. Portulakröschen haben dagegen einen niedrigen Düngebedarf und werden nur gelegentlich gedüngt. Wer beide im selben Takt versorgt, düngt das Portulakröschen also deutlich häufiger, als es sein Bedarf verlangt. Ich setze meine Portulakröschen deshalb in eigene Kästen und entscheide bei ihnen jede Gabe für sich.
Portulakröschen im Kurzporträt
Das Portulakröschen (Portulaca grandiflora) ist eine einjährige Beet- und Balkonpflanze und nicht winterhart. Es wird bis 20 cm hoch und blüht von Juni bis September in Weiß, Gelb, Rosa, Rot und Pink, mal einfach, mal gefüllt. Einen Überblick über Mischungen und Farben bekommst du, wenn du nachliest, welche einfach und gefüllt blühenden Portulakröschen es gibt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Nasse Böden vermeiden; die Art bevorzugt heiße, trockene Bedingungen.
- Düngung
Portulakröschen haben einen niedrigen Düngebedarf und können gelegentlich gedüngt werden. Bei Stecklingsvermehrung kann Düngung das Wachstum fördern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Wie viel Dünger brauchen Portulakröschen?
Portulakröschen brauchen gut durchlässigen Boden und gedeihen auch auf nährstoffarmen Sandböden. Ihr Düngebedarf ist niedrig, gedüngt wird nur gelegentlich. Für die Einfache Mischung ist auf trockenen, mageren Standorten sogar gar keine Düngung vorgesehen. Gedüngt wird deshalb nach Bedarf und nicht nach Kalender.
Gelegentlich heißt bei mir: Ich dünge erst, wenn Boden oder Pflanze einen Anlass liefern. Im Beet ist das ein Befund aus der Bodenuntersuchung, im Topf eine Erde, deren Vorrat aufgebraucht ist. Dazu kommen Blätter, die heller werden, und ein Wachstum, das ins Stocken gerät.
Eine Sonderrolle hat die Vermehrung über Stecklinge, denn dabei kann Dünger das Wachstum fördern. Ein allgemeines Düngeintervall für die ganze Saison folgt daraus aber nicht. Wie du Portulakröschen über Stecklinge vermehrst und durchs Gartenjahr bringst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Mehr Blüten durch einen phosphorbetonten Blühdünger? Als pauschale Strategie zur Blütenförderung sind phosphatbetonte Blütendünger fachlich nicht sinnvoll. Ob dein Boden überhaupt Phosphat braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung.
Im Beet: erst den Boden kennen, dann düngen
Die Bodenuntersuchung entscheidet
Im Beet dünge ich nicht nach Gefühl, sondern nach einer Bodenuntersuchung. Sie zeigt, ob Kalk und Nährstoffe fehlen oder im Überfluss vorhanden sind. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Die Düngung richtet sich nach diesem Befund und rechnet die Stickstoffnachlieferung aus dem Humus mit ein. Ist ein Nährstoff schon sehr hoch versorgt, setzt du die Grunddüngung damit aus. Kalk kommt nur aufs Beet, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt.
Untersucht wird vor der Neuanlage eines Beets und danach alle 3 bis 5 Jahre. Vor der Probenahme düngst du nicht. Du stichst an mehreren gleichmäßig verteilten Stellen gewöhnlich bis 30 cm tief, mischst 10 bis 15 Einzelproben und schickst rund 500 g davon ein. Das Portulak-Beet beprobst du getrennt von anders genutzten Flächen.
Kompost und Hornspäne gehören ins Frühjahr
Zeigt die Untersuchung einen Bedarf oder pflegst du das Beet ohnehin mit Kompost, bringst du ihn im Spätwinter oder Frühjahr aus. Als pauschale Herbstgabe taugt er nicht, weil dann Nitrat ausgewaschen werden kann. Die allgemeine Garten-Faustzahl liegt bei etwa 3 l Kompost je m² im Jahr. Sie ersetzt keine Düngeberechnung für eine bestimmte Art, und bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten fällt die Gabe kleiner aus. In leichten Böden verbessert Kompost die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Hornspäne sind ein langsam verfügbarer Stickstoffdünger. Willst du sie auf dem Zierbeet einsetzen, kommen sie schon im Frühjahr aus. Für eine Düngung im Herbst eignen sie sich wegen der verzögerten Freisetzung ebenso wenig wie mineralische DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt..
Organisch oder mineralisch?
Organische Dünger müssen erst von Bodenlebewesen aufgeschlossen werden. Sie wirken deshalb langsamer als mineralische Dünger, deren Nährstoffe überwiegend leicht löslich sind. Wie viel ein organischer Dünger freisetzt, hängt vom Wetter ab: Bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe ist es wenig. Feuchtwarmes Wetter kann dagegen starke Nährstoffschübe auslösen, die ausgewaschen werden können.
Portulakröschen bevorzugen heiße, trockene Bedingungen, und gerade bei Trockenheit setzen organische Dünger wenig frei. Auf dem trockenen Platz, den sie mögen, wirkt eine organische Gabe also langsam und hängt stark vom Wetter ab. Unbedenklich in jeder Menge ist sie trotzdem nicht, denn auch organische Dünger können den Boden bei übermäßiger Anwendung überdüngen.
Portulakröschen im Topf und Balkonkasten düngen
Erst die Erde, dann der Dünger
Portulakröschen eignen sich für Kübel, Topf und Hochbeet. Im Gefäß stellt sich die Düngefrage anders als im Beet, weil Wurzelraum und Erdvorrat begrenzt sind. Mit dem Wachstum wird die Erde durchwurzelt und ausgelaugt. Bei Balkonpflanzen bestimmt die VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. der Erde, wann du mit dem Düngen beginnst, und die Packung des Düngers, wie viel du gibst. Frisch in vorgedüngte Blumenerde gesetzte Kübelpflanzen brauchen gewöhnlich in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Bei jeder weiteren Gabe zählt die vorhandene Grunddüngung mit.
Bei torffreier Erde schaue ich genauer hin. Auch wenn sie vorgedüngt ist, kann durch die Torfersatzstoffe zu wenig Stickstoff für die Pflanzen verfügbar sein. Helles Laub und stockendes Wachstum sind dann ein Anlass, die Versorgung zu prüfen.
Langzeitdünger oder Flüssigdünger?
Für Pflanzen im Kübel kommen Langzeitdünger oder flüssige Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen infrage. Mineralischen Langzeitdünger mischst du beim Pflanzen unter das Substrat. Bei umhüllten Depotdüngern bremst die Hülle die Abgabe, und wie viel frei wird, hängt von Temperatur und Bodenfeuchte ab. Für Portulakröschen mit ihrem niedrigen Bedarf nehme ich Flüssigdünger, weil ich damit jede Gabe einzeln entscheiden kann. Abgemessen wird nach der Dosieranweisung auf der Packung.
So gebe ich Flüssigdünger
Ich gieße den Kasten zuerst mit klarem Wasser und gebe die Düngerlösung erst danach auf die feuchte Erde. Auf trockener Erde kann Düngerlösung die Wurzeln schädigen. Ich gieße dabei direkt in den Wurzelbereich, am liebsten morgens, und halte das Laub trocken.
Bei großer Hitze und Trockenheit gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert, nur auf vorher angefeuchtete Erde und nie über das Laub.
Auf das Stecketikett jedes Kastens schreibe ich, mit welcher Erde ich gepflanzt habe und an welchem Tag. Im Sommer sehe ich dann auf einen Blick, ob die Vordüngung noch zählt, bevor ich Dünger anrühre.
Wenn du Portulakröschen mit anderen Pflanzen in einen Kasten setzt, prüfe vorher, ob die Partner im Takt von Starkzehrern gedüngt werden wollen. Ideen für passende Nachbarn findest du, wenn du nachliest, welche Begleitpflanzen Portulakröschen an sonnigen, trockenen Plätzen in Szene setzen.
Wann ich den Dünger stehen lasse
Die meisten Düngepausen ergeben sich aus zwei Fragen: Ist im Boden oder in der Erde noch genug da, und kann die Pflanze gerade etwas aufnehmen? In diesen Lagen dünge ich nicht oder erst später.
| Situation | Was ich tue |
|---|---|
| Trockenes, mageres Beet mit der Einfachen Mischung | Ich dünge nicht, für diesen Standort ist keine Düngung vorgesehen. |
| Frisch in vorgedüngte Blumenerde gepflanzt | Ich warte ab; Kübelpflanzen brauchen dann gewöhnlich in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen Zusatzdünger. |
| Bodenuntersuchung zeigt sehr hohe Versorgung | Ich setze die Grunddüngung mit diesem Nährstoff aus. |
| pH-Wert liegt über dem passenden Zielbereich | Kein Kalk und keine kalkhaltigen Dünger. |
| Erde ist trocken | Erst anfeuchten, dann Düngerlösung geben. |
| Herbst | Keine Hornspäne und kein Depotdünger; Kompost erst im Spätwinter oder Frühjahr. |
Eine schlappe Pflanze bekommt Dünger, weil sie hungrig aussieht. Welke kann aber TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. oder beginnende Wurzelfäule anzeigen, deshalb prüfst du zuerst die Feuchte der Erde. Ist die Pflanze krank, düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt hat.
Woran du erkennst, ob die Versorgung passt
Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum zeigen bei Balkon- und Kübelpflanzen eine gute Nährstoffversorgung an. Beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. schaue ich mir deshalb die älteren und die jüngsten Blätter getrennt an. Verfärbungen sind Hinweise und keine Diagnosen, denn viele Ursachen sehen sich ähnlich.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du vorher prüfst |
|---|---|---|
| Helles Laub, gehemmtes Wachstum, zuerst gelbe ältere Blätter | allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel | In torffreier Erde kann trotz Vordüngung Stickstoff knapp sein. |
| Braune Ränder an älteren bis mittelalten Blättern | Kaliummangel | Trocken- und SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. sehen ähnlich aus. |
| Dunkelgrüne bis rötlich-purpurne Blätter, gehemmtes Wachstum | Phosphormangel | Allein daraus ergibt sich keine sichere Diagnose. |
| Aufhellungen an älteren Blättern, Adern zunächst grün | Magnesiummangel | Das BlattbildDas Blattbild ist das sichtbare Erscheinungsbild der Blätter: Farbe, Flecken und das Muster von Verfärbungen. Es hilft dir einzuschätzen, ob einer Pflanze Nährstoffe fehlen oder ob eher eine Krankheit dahintersteckt. ist nur ein Hinweis. |
| Gelbe junge Blätter, Adern zunächst grün | Eisenmangel | Hoher pH-Wert, Kalk, Staunässe oder Gießwasser mit hoher CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. können die Aufnahme blockieren, obwohl genug Eisen da ist; andere Spurennährstoffmängel sehen ähnlich aus. |
Allgemeinen Nährstoffmangel und Stickstoffmangel kannst du am Aussehen allein kaum unterscheiden. Bei unklaren Blattflecken und kümmernden Pflanzen kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Ursache und passende Maßnahmen klären.
Nasse Böden sind für Portulakröschen zu vermeiden, und Staunässe kann die Eisenaufnahme bremsen, obwohl genug Eisen im Boden steckt. Gelbe junge Blätter an einem nassen Platz können deshalb eher auf ein Wasserproblem hindeuten als auf fehlenden Dünger.
Zu viel gedüngt: was jetzt hilft
Hohe Salzbelastung durch Überdüngung kann Wurzeln absterben lassen und braune Blattränder verursachen, besonders bei Pflanzen im Gefäß. Hast du zu viel gegeben, stellst du das Düngen zuerst ein. Im Topf wäschst du die Salze mit langsam fließendem Wasser aus, wobei das Wasser frei ablaufen muss. Reicht das nicht, kannst du die Erde im Gefäß austauschen. Im Beet setzt du die Grunddüngung mit dem Nährstoff aus, den die Bodenuntersuchung als sehr hoch versorgt ausweist. Zum Gießen im Topf nehme ich Regenwasser, weil es weich und salzarm ist.
Standort, Gießen und Pflege in Kürze
Portulakröschen brauchen einen warmen, vollsonnigen und vor Regen geschützten Platz mit gut durchlässigem Boden. Was Sommerblumen allgemein an Licht, Platz und pH-Wert brauchen, erfährst du im Abschnitt darüber, wie du Standort und Boden für Sommerblumen wählst.
Die Art bevorzugt heiße, trockene Bedingungen, nasse Böden solltest du vermeiden. Wie oft und wie viel du Portulakröschen in Beet und Topf gießt, klärt ein eigener Ratgeber.
Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen die Samenbildung begrenzen und weitere Blüten fördern. Wie du das beim Portulakröschen angehst, liest du im Ratgeber dazu, wie du die Blütezeit von Portulakröschen verlängerst.



