Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Pflege

Reseden im Jahreslauf: Pflegekalender von der Aussaat bis zur Winterplanung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Säe Reseden im April und Mai direkt an den Platz, an dem sie blühen sollen.
  • Bedecke die Samen 1 bis 2 cm hoch mit Erde, denn Reseden sind keine Lichtkeimer.
  • Entferne von Juni bis September Verblühtes und lass einzelne Blütenstände für die Samenernte stehen.
  • Ernte Samen bei trockenem Wetter und lagere sie beschriftet kühl, dunkel und trocken.
  • Prüfe im Winter älteres Saatgut mit einer Keimprobe, weil Reseden jedes Jahr neu gesät werden.
  • Plane Kompost für Spätwinter oder Frühjahr ein, nicht als Herbstgabe.
Wohlriechende Reseda mit dichter, grünlich-gelber Blütenähre und orangefarbenen Staubbeuteln vor unscharfem Wiesengrün
Foto: Salicyna · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Reseden blühen von Juni bis September, die Arbeit dafür beginnt aber schon im Winter davor. Die Pflanzen sind einjährig und nicht winterhart, jede Saison startet also wieder mit Samen. Ich führe für meine Reseden deshalb einen Kalender, der mit der Samenernte endet und mit der Winterplanung neu anfängt. So sehe ich auf einen Blick, was im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und im Winter ansteht.

Was für eine Pflanze ist die Resede?

Die Wohlriechende Resede (Reseda odorata) ist eine einjährige Sommerblume und nicht winterhart. Sie bildet Blütentrauben aus zahlreichen kleinen, unscheinbaren gelbgrünen Blüten, die duften. Wie sie sich neben anderen Arten einordnet, zeigt der Überblick über Sommerblumen im Kurzporträt.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, alkalischer, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, alkalischer, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Direkt am endgültigen Standort säen.

Saattiefe

Das angebotene Saatgut etwa 1 - 2 cm tief säen.

Pflege

Pflege

Verblühtes zur Verlängerung der Blüte entfernen; nach dem Abblühen zurückschneiden.

Düngung

Gartenreseden mit Humus versorgen; dies kann ihre Blütezeit verlängern.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Blumenrabatten und Beete, Schnittblumen, Beeteinfassung.

Aussaatkalender Wohlriechende Reseda
GartenkalenderVorkultur: April, Mai; Aussaat: April, Mai; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Das Resedenjahr im Überblick

Ich plane das Resedenjahr vom Saatgut aus. Weil die Pflanze den Winter nicht übersteht, hängt die nächste Blüte an zwei Dingen: an Samen, die im Herbst reifen dürfen, und an einer Aussaat im April oder Mai. Zwischen Saat und Ernte richtet sich die Pflege nach der Blüte, also ausputzen, nach Bedarf gießen und nach dem Abblühen zurückschneiden.

Zeitraum Was ansteht Worauf ich achte
Spätwinter bis Frühjahr Kompost einarbeiten, Saatbeet vorbereiten Kompost nicht schon im Herbst ausbringen
April bis Mai direkt ins Beet oder in den Kübel säen 1 bis 2 cm tief, Saat nicht austrocknen lassen
Nach dem Auflaufen Sämlinge vereinzeln 20 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand
Juni bis September Verblühtes entfernen, nach Bedarf gießen, für die Vase schneiden Samenträger stehen lassen
Nach dem Abblühen zurückschneiden, Samen ernten Ernte bei trockenem Wetter
Herbst Beet räumen, Grüneinsaat säen Reseden sind nicht winterhart
Winter Saatgut prüfen, Bodenprobe nehmen, Platz und Termine planen Keimprobe mit abgezählten Körnern

Zwei Pflegeschritte ziehen dabei in entgegengesetzte Richtungen. Das Entfernen welker Blüten fördert weitere Blüten und begrenzt zugleich die Samenbildung. Für die eigene Nachzucht müssen einzelne Blüten aber bis zur Samenreife stehen bleiben. Wer im Herbst ernten will, legt deshalb schon zu Beginn der Blüte fest, welche Pflanzen ausgeputzt werden und welche Samen tragen dürfen.

Marias Erfahrung

Die Pflanzen für die Samenernte markiere ich mit einem Stab, sobald die ersten Blütentrauben offen sind. Beim Ausputzen lasse ich sie dann aus.

Die wichtigsten Werte für den Kalender

Die Zahlen gelten für die Wohlriechende Resede als Art. Für die Sorte ‘Machet’ ist eine eigene Wuchshöhe angegeben.

Merkmal Wert
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Aussaat April bis Mai, direkt an den endgültigen Platz
Saattiefe 1 bis 2 cm, kein Lichtkeimer
Keimtemperatur 10 bis 15 °C
Keimdauer 14 bis 21 Tage
Abstand 20 cm in der Reihe, 25 cm zwischen den Reihen, Direktsaat in Reihen
Blütezeit Juni bis September
Wuchshöhe Art 20 bis 30 cm, Sorte ‘Machet’ etwa 25 bis 60 cm
Wuchsbreite 20 bis 30 cm
Blüten Trauben aus vielen kleinen, gelbgrünen Blüten, duftend

Der Abstand hat noch einen Nutzen: Zwischen den Pflanzen zirkuliert die Luft besser, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt.

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Frühjahr: Saatbeet vorbereiten und direkt säen

Saatbeet vorbereiten

Vor der Aussaat lockere ich den Boden, entferne unerwünschten Bewuchs und ziehe die Fläche mit dem Rechen glatt. Reseden mögen mäßig nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden, den die britische Royal Horticultural Society (RHS) als alkalisch bis neutral einordnet. Ob dein Beet dazu passt, klärt die Bodenprobe aus dem Winter.

Direktsaat im April und Mai statt Vorkultur

Für Reseden nennt die RHS die Direktsaat am endgültigen Standort. Ich ziehe sie deshalb nicht in Töpfen vor, sondern säe im April oder Mai gleich ins Beet oder in den Kübel, in dem sie blühen sollen. Die Samen kommen 1 bis 2 cm tief in die Erde, denn Reseden sind keine Lichtkeimer. Sie keimen kühl, bei 10 bis 15 °C. Bis die Sämlinge erscheinen, vergehen 14 bis 21 Tage, und so lange darf die Saat nicht austrocknen.

Nach dem Auflaufen: vereinzeln

Stehen die Sämlinge zu dicht, vereinzele ich sie in der Reihe auf 20 cm. Zwischen den Reihen bleiben 25 cm frei.

Standort und Kübel

Reseden wachsen in voller Sonne oder im Halbschatten und eignen sich auch für Kübel und Töpfe. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, und in vorgedüngter Blumenerde düngst du in den ersten 4 bis 6 Wochen nicht zusätzlich. Was Licht, Boden und Kübelplatz im Einzelnen verlangen, beschreibt der Ratgeber zu den Standortbedingungen der duftenden Resede.

Sommer: Blüte von Juni bis September

Gießen und Düngen

Reseden mögen frischen Boden, und wie oft sie Wasser brauchen, hängt von Bodenart, Temperatur und Regen ab. Ich prüfe vorher die Bodenfeuchte und gieße morgens direkt auf die Erde. Statt nach einem Düngerkalender versorge ich das Beet mit Humus, denn das kann die Blütezeit von Reseden verlängern. Wie du Reseden nach der Aussaat gießt, düngst und vor Schäden schützt, steht im Pflegeratgeber für Reseden im Garten.

Ausputzen

Verblühtes entferne ich während der ganzen Blütezeit, denn das verlängert die Blüte. Die markierten Samenträger lasse ich dabei aus. Wie Ausputzen bei Sommerblumen allgemein funktioniert, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Pflege.

Blattläuse und Schnecken

Treten Blattläuse auf, spritze ich sie bei schwachem Befall mit einem Wasserstrahl ab. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken, die ich absammle. Vorbeugung und Eingreifen von Hand beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Reseden für die Vase

Reseden sind duftende Schnittblumen. Ich schneide morgens und stelle die Stiele sofort ins Wasser. Wann du den Schnitt ansetzt und wie der Strauß frisch bleibt, erklärt der Ratgeber, wie du Reseden als Schnittblumen erntest und frisch hältst.

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Spätsommer und Herbst: Samen ernten und Beet räumen

Samen ernten

Für die eigene Nachzucht lasse ich einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, wenn die Samen braun, ausgereift und trocken sind. Danach trockne ich sie auf Papier nach und trenne sie von den Pflanzenresten.

Saatgut lagern

Die Tüten beschrifte ich mit Sortenname und Erntejahr und lagere sie kühl, dunkel und trocken. Stammt das Saatgut von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.

Zurückschneiden und Beet räumen

Pflanzen, von denen ich keine Samen ernte, schneide ich nach dem Abblühen zurück. Weil Reseden nicht winterhart sind, räume ich das Beet nach der Samenernte ab. Auf die freie Fläche säe ich eine Grüneinsaat. Sie schützt das geräumte Beet über Winter vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung, und ihre Wurzeln halten den Boden locker.

Winter: Planung und Vorbereitung

Im Winter gibt es bei Reseden nichts zu überwintern, denn die Pflanzen sind einjährig. Die Arbeit verlagert sich vom Beet auf Saatgut, Boden und Plan. Bis zum April will ich wissen, ob mein Saatgut keimt, wo gesät wird und wann.

Saatgut prüfen: Keimt es noch?

Für Resedensamen ist das Lagerverhalten nicht sicher eingestuft. Wie lange eine Tüte keimfähig bleibt, kann ich daher nicht am Erntejahr ablesen, sondern nur mit einer Keimprobe prüfen. Dafür zähle ich die Körner genau ab und lege sie auf feucht gehaltenes, aber nicht nasses Küchenpapier. Damit es nicht austrocknet, decke ich die Probe ab. Reseden keimen bei 10 bis 15 °C, deshalb steht die Probe bei mir an einem kühlen Platz. Aus dem Anteil gekeimter Körner sehe ich, ob die Tüte noch für eine Aussaat taugt.

Häufiger Fehler

Eine alte Samentüte ungeprüft aussäen und dann vergeblich auf Sämlinge warten. Die Keimprobe im Winter zeigt vorher, ob das Saatgut noch keimt.

Bodenprobe nehmen

Eine Bodenprobe nimmst du zwischen Herbst und Frühjahr, auf jeden Fall vor der Düngung. Gekalkt wird nur, wenn die Untersuchung einen für Bodenart und Humusgehalt zu niedrigen pH-Wert zeigt, auch wenn Reseden alkalischen bis neutralen Boden mögen. Wie du die Probe entnimmst, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Kompost für den Spätwinter einplanen

Humus kann die Blütezeit von Reseden verlängern, und Kompost baut Humus im Boden auf. Kompost kommt zum Schutz vor Nitratauswaschung im Spätwinter oder Frühjahr aufs Beet, nicht im Herbst. Die Humusgabe für das Resedenbeet plane ich deshalb für den Spätwinter ein und nicht für das Abräumen im Herbst. Als allgemeine Faustzahl gelten 3 l Kompost je m² und Jahr, eine artspezifische Düngeberechnung ersetzt das nicht. Zeigt die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, bringst du weniger aus.

Platz und Nachbarn festlegen

Als Sommerblume passt die Resede als Lückenfüller ins Staudenbeet oder als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Die RHS nennt für sie Rabatten und Beete, Beeteinfassungen und den Schnitt. Ideen für Gartenstile, Balkonkasten und passende Sorten sammelt der Ratgeber, wie du Reseden vielseitig im Garten einsetzt. Den Platz zeichne ich mit Reihen und Abständen im Beetplaner für dein Gartenbeet ein.

Die Wohlriechende Resede gilt als nützlingsfreundlich. An Garten-Resede wurde im Botanischen Garten Dresden die Reseden-Maskenbiene Hylaeus signatus nachgewiesen. Für ein durchgehendes Blütenangebot kombiniere ich Reseden mit Pflanzen, die zu anderen Zeiten blühen.

Behauptete positive Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab. Ich plane deshalb vor allem genug Raum für die endgültige Größe jeder Pflanze ein. Welche Nachbarn sich kombinieren lassen, prüfe ich im Mischkultur-Planer.

Termine festlegen und notieren

Die Aussaat lege ich in den April oder Mai. Die RHS beschreibt für britische Gärten auch Herbstsaaten, die eine Haube vor Frost schützt, ich bleibe bei der Frühjahrssaat. Alle Saattermine der Saison trage ich in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein. Nach jeder Saison notiere ich dort Saattag, Beet und den Tag der ersten offenen Blüten.

Mini-Checkliste

Bevor im April gesät wird, sind bei mir diese Punkte erledigt:

  • Keimprobe mit abgezählten Körnern gemacht
  • Bodenprobe genommen und ausgewertet
  • Kompostgabe für den Spätwinter eingeplant
  • Platz für die Direktsaat in Reihen im Plan eingezeichnet
  • Pflanzen für die Samenernte im Plan vorgemerkt
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Häufige Fragen

Was ist bei Reseden in welcher Jahreszeit zu tun?
Im April und Mai säst du Reseden direkt an den endgültigen Platz, 1 bis 2 cm tief. Von Juni bis September blühen sie, dann entfernst du Verblühtes und lässt einzelne Blütenstände für die Samenernte stehen. Nach dem Abblühen schneidest du zurück und erntest die Samen bei trockenem Wetter. Weil Reseden nicht winterhart sind, prüfst du im Winter dein Saatgut und planst die neue Aussaat.
Welche Standortbedingungen bevorzugt die Duft-Resede?
Die Duft-Resede wächst in voller Sonne oder im Halbschatten. Sie mag mäßig nährstoffreichen, gut durchlässigen und frischen Boden, den die britische Gartenberatung RHS als alkalisch bis neutral einordnet. Ob du kalken solltest, zeigt nur eine Bodenuntersuchung: Gekalkt wird, wenn der pH-Wert für Bodenart und Humusgehalt zu niedrig liegt.
Welche Irrtümer gibt es bei Pflege und Anbau von Reseden?
Reseden sind keine Lichtkeimer, ihre Samen gehören 1 bis 2 cm tief in die Erde. Mehrjährig sind sie ebenfalls nicht: Die Wohlriechende Resede ist einjährig und nicht winterhart, jede Saison beginnt mit einer neuen Aussaat. Beim Boden ordnet die britische RHS sie als Pflanze für alkalischen bis neutralen Boden ein, nicht für sauren.
Welche Wuchshöhe erreichen Reseden?
Für die Wohlriechende Resede werden 20 bis 30 cm Wuchshöhe angegeben. Die Sorte 'Machet' erreicht etwa 25 bis 60 cm. Damit passen Reseden in Rabatten und Beete, als Beeteinfassung und in Kübel oder Töpfe.
Wie trägt die Resede zur Vielfalt bestäubender Insekten bei?
Die Wohlriechende Resede wird als nützlingsfreundliche Gartenpflanze eingestuft. An Garten-Resede wurde im Botanischen Garten Dresden die Reseden-Maskenbiene Hylaeus signatus nachgewiesen. Für ein durchgehendes Blütenangebot kombinierst du Reseden mit Pflanzen, die zu anderen Zeiten blühen.
Welche Schritte sind bei Reseden im Kübel zu beachten?
Reseden eignen sich für Kübel und Töpfe, und du säst sie direkt in das Gefäß, in dem sie blühen sollen. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht. In vorgedüngter Blumenerde gibst du in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Vor dem Gießen prüfst du die Erdfeuchte mit dem Finger.
Wie lassen sich Reseden als Schnittblumen verwenden?
Reseden sind als duftende Schnittblumen geeignet. Schneide sie am besten morgens und stell die Stiele sofort ins Wasser. Blätter, die ins Wasser reichen würden, entfernst du, und Vase und Wasser hältst du sauber.
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