Spinnenblumen säen, vorziehen und pflegen: vom Samen bis zur Blüte
- Spinnenblumen sind einjährig, nicht winterhart und werden 80 bis 100 cm hoch.
- Vorkultur von März bis Mai in nährstoffarmer Aussaaterde, die Samen sind Lichtkeimer.
- Zum Keimen brauchen sie 20 bis 25 °C und wechselnde Temperaturen.
- Auspflanzen nach den Eisheiligen, je 30 cm Abstand in und zwischen den Reihen.
- Im Kübel ja, im kleinen Balkonkasten nein; schweres Gefäß mit Abzugsloch, keine Staunässe.
- Für eigene Samen einzelne Blüten ausreifen lassen, bei trockenem Wetter ernten, nachtrocknen und kühl, dunkel und trocken lagern.

Wer Spinnenblumen aus Samen zieht, muss gleich zu Beginn zwei Dinge beachten. Die Samen sind Lichtkeimer und gehören fast auf die Erdoberfläche. Die jungen Pflanzen sind nicht winterhart und kommen erst nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. ins Freie. Ich ziehe meine Spinnenblumen deshalb im Haus vor und arbeite bei Erde, Wärme und Abstand mit wenigen festen Werten.
Was die Spinnenblume ausmacht
Ihren Namen verdankt die Spinnenblume den weit herausragenden Staubblättern, die an Spinnenbeine erinnern. Botanisch wird die einjährige, nicht winterharte Art der Klimazone der saisonal trockenen Tropen zugeordnet, im Handel heißt sie Cleome spinosa oder Cleome hassleriana. Wie Lebensdauer, Herkunft und Besonderheiten bei Sommerblumen zusammenhängen, steht im Kurzporträt der Sommerblumen zu Lebensdauer und Herkunft.
Empfehlungen für den Garten
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
Wann säst du Spinnenblumen aus?
Für die Vorkultur im Haus liegt das Startfenster zwischen März und Mai. Vorgezogene Spinnenblumen pflanzt du nach den Eisheiligen ins Freiland. Ein Saatgutanbieter nennt für die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ins Beet Mitte Mai als frühesten Termin. Die Vorkultur hat damit einen klaren Vorteil: Zur Pflanzzeit stehen bereits Jungpflanzen bereit, während die Direktsaat erst noch keimen muss. Wann welche Sommerblume an der Reihe ist, zeigt dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Die Eckdaten von der Aussaat bis zum Beet
Die Werte gelten für Cleome spinosa, nur die Blütezeit hängt deutlich vom Saatgut ab.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Startmonate der Vorkultur | März bis Mai |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer |
| Keimtemperatur | 20 bis 25 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
| Kulturdauer | 84 bis 98 Tage |
| Abstand in der Reihe | 30 cm |
| Reihenabstand | 30 cm |
| Wuchshöhe | 80 bis 100 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 40 cm |
| Blütezeit | Mai bis August bei Cleome spinosa, Juli bis September bei der Mischung ‘Wasserspiel’ |
Was brauchst du für die Aussaat?
Älteres Saatgut prüfst du vor der Aussaat. Die Samen von Cleome spinosa gelten als orthodox, sie lassen sich also getrocknet aufbewahren. Ob eine ältere Tüte noch keimt, zeigt eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern. Ich lege die abgezählten Samen dafür auf feuchtes, aber nicht nasses Küchenpapier und decke es gegen Austrocknen ab.
Für die Aussaat nimmst du frische Erde, die ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnet ist. Gute Aussaaterde ist nährstoffarm und wasserdurchlässig. Der Salzgehalt sollte dabei unter 0,5 g/l liegen. Schalen und Töpfe müssen sauber sein und einen Wasserabzug haben, damit keine Staunässe entsteht.
abgezähltes und geprüftes Saatgut · frische Aussaaterde · saubere Schalen mit Abzugsloch · durchsichtige Abdeckung, die nicht luftdicht schließt · Sprühflasche zum Anfeuchten · Etiketten für Sorte und Aussaatdatum
Wie ziehst du Spinnenblumen im Haus vor?
Ich fülle die Schale mit Aussaaterde, lege die Samen einzeln darauf und drücke sie nur leicht an. Spinnenblumen sind Lichtkeimer, ihre Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm. Mehr als eine hauchdünne Erdschicht kommt also nicht darüber.
Lichtkeimer brauchen zum Keimen Licht. Liegen ihre Samen zu tief in der Erde, kann die Keimung ausbleiben oder sich verzögern.
Halte die Aussaat gleichmäßig feucht, denn Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Eine durchsichtige Abdeckung hält die Feuchte, darf aber nicht luftdicht schließen. Lüfte sie täglich und nimm sie nach der Keimung ab.
Die Keimtemperatur liegt bei 20 bis 25 °C. Außerdem braucht Cleome zum Keimen wechselnde Temperaturen. Ein warmer Platz, an dem die Temperatur innerhalb dieser Spanne leicht schwankt, passt deshalb besser als eine fest eingestellte Heizmatte. Rechne mit 14 bis 21 Tagen, bis die Keimlinge erscheinen.
Wie geht es nach der Keimung weiter?
Hell und etwas kühler weiterziehen
Sobald die Keimlinge da sind, senkst du die Temperatur etwas ab. Stell die Schale an den hellsten Platz, den du hast. Zu wenig Licht lässt Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün werden.
Nach der Keimung gehört die Schale nicht mehr über die warme Heizung. Viel Wärme bei Lichtmangel begünstigt lange, weiche Triebe.
Pikieren
Pikiert wird, wenn nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. die ersten Laubblätter sichtbar sind. Ich halte jeden Sämling dabei an einem Keimblatt, ohne daran zu ziehen, und setze die Wurzel gerade und ungeknickt ins neue Pflanzloch. Anschließend schließt du das Loch seitlich, drückst die Erde leicht an und gießt behutsam an. Die PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Bei genügend Platz pikierst du zunächst in 8-cm-Töpfe und setzt die Pflanzen später bei Bedarf in größere Töpfe um.
Abhärten
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen allmählich an das Freiland. An milden Tagen stehen sie zuerst tagsüber draußen, windgeschützt und im Schatten. Erst nach einigen Tagen dürfen sie auch in die Sonne. Werden die Nächte kalt, holst du sie wieder herein. Bereit fürs Beet sind kräftige Jungpflanzen, deren Topfballen sichtbar durchwurzelt ist.
Wie gelingt die Direktsaat ins Beet?
Für die Direktsaat eignet sich ein durchlässiger, nicht zu schwerer Gartenboden. Das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. harkst du fein, hältst es unkrautfrei und sorgst für eine gute Durchlüftung. Auch draußen säst du die Lichtkeimer nur oberflächlich und drückst sie an. Bis die Keimlinge stehen, darf die Saatfläche nicht austrocknen.
Beim Jäten musst du die jungen Spinnenblumen sicher von unerwünschten Keimlingen unterscheiden. Stehen die Sämlinge zu dicht, ziehst du sie rechtzeitig auf den Pflanzabstand aus.
Ich stecke an beide Enden jeder Saatreihe ein Stöckchen. So sehe ich beim Jäten sofort, wo die Spinnenblumen auflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. sollen.
Wann und mit welchem Abstand pflanzt du aus?
Nach den Eisheiligen kommen die abgehärteten Spinnenblumen ins Beet. Ich setze sie als Einzelpflanzen in Reihen und lasse in der Reihe 30 cm Abstand. Zwischen den Reihen halte ich ebenfalls 30 cm frei. Mit einer Wuchsbreite von 30 bis 40 cm füllen die Pflanzen diesen Raum gut aus. Den Abstand solltest du trotzdem nicht unterschreiten, denn genügend Platz verbessert die Luftzirkulation und lässt die Blätter schneller abtrocknen. Nach dem Setzen gießt du gründlich an. Wie viele Pflanzen in dein Beet passen, kannst du vorab im Beetplaner durchspielen.
Wachsen Spinnenblumen auch im Kübel?
Die Spinnenblume eignet sich für Kübel, für kleine Balkonkästen ist sie wegen ihrer Größe aber nicht zu empfehlen. Das Gefäßsubstrat sollte durchlässig und nicht zu schwer sein. Bei der Mischung ‘Wasserspiel’ sind die Wurzeln empfindlich, Staunässe muss deshalb vermieden werden. Leere den Untersetzer nach Regen aus, damit kein Wasser an den Wurzeln steht.
Spinnenblumen werden 80 bis 100 cm hoch, und hohe Pflanzen brauchen ein entsprechend schweres Gefäß gegen Umkippen durch Wind. Für den Kübel wählst du deshalb ein schweres Gefäß und stellst es windgeschützt auf. In torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte im unteren Topfbereich, weil die Oberfläche schneller abtrocknet.
Eine Kiesschicht am Topfboden soll das fehlende Abzugsloch ersetzen. Das klappt nicht, der Kübel braucht trotzdem ein offenes Abzugsloch.
Wo wirkt die Spinnenblume im Garten?
Mit 80 bis 100 cm Höhe ist die Spinnenblume eine Pflanze für die Einzelstellung, für Beete und für Kübel. Je nach Saatgut blüht sie weiß, rosa, pink oder rot. Im Staudenbeet füllt sie als Sommerblume Lücken. Ich setze sie außerdem gern dorthin, wo frühblühende Zwiebelgewächse Platz gemacht haben, denn Sommerblumen eignen sich als Folgebepflanzung nach ihnen. Wie du Höhen, Farben und Duft kombinierst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Gestalten mit Sorten und Mischungen.
Die Blüten taugen auch für die Vase, denn Cleome spinosa eignet sich als Schnittblume. Entferne alle Blätter, die ins Wasser reichen würden, und stell die frisch geschnittenen Stiele sofort ins Wasser. Worauf es beim Schnitt ankommt, zeigt der Ratgeber, wie du Spinnenblumen als Schnittblumen anbaust und lange frisch hältst.
Für Bienen bietet die Spinnenblume Nektar. Wie sich die Spinnenblume in naturnahe Pflanzungen einfügt, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Stachelige Triebe und Haustiere
Die Mischung ‘Wasserspiel’ hat leicht stachelige Triebe, beim Anbinden und Schneiden trage ich deshalb Handschuhe. Fachquellen bewerten die Giftigkeit von Cleome spinosa unterschiedlich; toxikologische Übersichten nennen vor allem die Samen giftig. Als Futter für Haustiere ist sie nicht geeignet, und zum Essen ist die Spinnenblume nicht gedacht.
Standort, Gießen und Schädlinge in Kürze
Standort
Die Spinnenblume bevorzugt einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz. Der Boden sollte durchlässig und nicht zu schwer sein. Welche Licht-, Boden- und Klimabedingungen im Einzelnen passen, erklärt der Leitfaden, welcher Standort der Spinnenblume guttut.
Gießen und Blütezeit
Gieß nach Bedarf, Bodenfeuchte und Witterung direkt am Boden und vermeide Staunässe. Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern. Wie du Spinnenblumen im Beet und im Topf richtig gießt und die Blütezeit der Spinnenblume verlängerst, zeigen zwei eigene Ratgeber.
Schädlinge und Krankheiten
Bei schwachem Blattlausbefall genügt an Zierpflanzen häufig das Abspritzen mit einem Wasserstrahl. Wie du Krankheiten und Schädlingen vorbeugst und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Wie erntest du Spinnenblumen-Samen?
Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. an der Pflanze. Das Entfernen welker Blüten kann die Samenbildung begrenzen. Wer bis zum Schluss jede welke Blüte abschneidet, hat also am Ende keine reifen Samenstände. Ich nehme deshalb einzelne kräftige Pflanzen vom AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. aus. Geerntet werden braune, ausgereifte Samen bei trockenem, sonnigem Wetter. Anschließend trocknest du sie auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und lagerst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Stammen die Samen von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.


