Lupinen: Zierstaude oder Gründünger? So wählst du die passende Lupine
- Die Staudenlupine Lupinus polyphyllus ist mehrjährig, die als Gründüngung angebotene Düngelupine Lupinus angustifolius einjährig.
- Mithilfe von Knöllchenbakterien können Lupinen Stickstoff aus der Luft binden; beim Verrotten werden die gespeicherten Nährstoffe wieder verfügbar.
- Gründüngungslupinen vor der Samenreife schneiden und nach dem Einarbeiten meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung warten.
- Lupinen als Gründüngung nicht unmittelbar vor oder nach Bohnen und Erbsen anbauen.
- Staudenlupinen der 'Russel Mischung' 1 bis 2 cm tief und möglichst gleich am endgültigen Standort säen.
- Lupinensamen sind Saatgut und nicht zum Essen gedacht.

Im Saatgutregal liegen zwei sehr verschiedene Lupinen nebeneinander: die mehrjährige Staude fürs Blumenbeet und die einjährige Gründüngung, die nach einer Saison in den Boden wandert. Wer die falsche Tüte greift, wartet im zweiten Jahr vergeblich auf Blüten. Oder es steht eine Staude auf einer Fläche, die eigentlich wieder frei werden sollte. Ich kläre deshalb vor jedem Kauf, welche Aufgabe die Lupine bei mir übernehmen soll. Danach richten sich Art, Aussaat und Platz.
Zierstaude oder Gründünger: zwei Lupinen, zwei Aufgaben
Fürs Staudenbeet wird die Staudenlupine Lupinus polyphyllus angeboten, zum Beispiel als ‘Russel Mischung’. Diese Mischung ist mehrjährig und winterhart. Mehrjährige Gartenlupinen können im zweiten Standjahr von Mai bis Juni blühen.
Die Düngelupine Lupinus angustifolius ist dagegen einjährig und wird als Gründüngung angeboten. Sie kann bis zu 200 cm tief wurzeln. Ihre Aufgabe endet, wenn du sie schneidest und in den Boden einarbeitest.
Welche der beiden passt, entscheidet deine Fläche. Ein Platz, der über Jahre blühen soll, braucht die Staude. Gründüngung eignet sich in Blumen- und Staudenbeeten vor allem für größere Flächen, die vorübergehend frei sind, und zur Vorbereitung einer Neuanlage.
Lupinen gehören wie Bohnen und Erbsen zu den Leguminosen, botanisch zur Familie FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.. Mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. können sie Stickstoff aus der Luft binden. Die Staudenlupine Lupinus polyphyllus kann über diese Symbiose pflanzenverfügbaren Stickstoff gewinnen.
Was Lupinen im Staudenbeet bieten
Mittelhohe bis hohe Stauden wie Lupinen ordnest du wirkungsvoll in Gruppen von 3 bis 5 Pflanzen an. Hohe Lupinen setze ich in Beeten, die man nur von einer Seite sieht, nach hinten. Dort stehen die höheren LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden., vorn die niedrigen BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz.. Wie die Gruppen auf deine Fläche passen, kannst du vorab im Beetplaner auf deiner Beetfläche einteilen.
Gegen das Abknicken der langen Stängel kannst du hohe Lupinen mit einer Stütze sichern. Ich stecke den Stab gleich beim Pflanzen mit ein. Wer wenig Platz hat oder im Kübel gärtnert, findet mit der ‘Gartenzwerg Mischung’ eine kompakte, mehrjährige Form von Lupinus polyphyllus. Sie blüht von Juni bis August.
Lupinen und Insekten
Von Körnerlupinen ist bekannt, dass sie je nach Art wenig oder keinen Nektar bieten, dafür aber ein mäßiges bis gutes Pollenangebot. Besucht werden sie bevorzugt von Hummeln. Pollen dient Bienen als Aufbaunahrung, während Nektar Energie liefert. Auf Staudenlupinen lassen sich diese Angaben nicht eins zu eins übertragen. Ausführlich geht es um Lupinen als Bienenweide und stickstoffbindende Bodenverbesserer in einem eigenen Ratgeber.
Wenn sich Lupinen selbst aussäen
Eine starke Ausbreitung von Lupinus polyphyllus kann die Artenvielfalt nährstoffarmer Wiesen beeinträchtigen. Das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten kann bei vielen Stauden die unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern. Grenzt dein Garten an eine magere Wiese, schneidest du Verblühtes an der Staudenlupine also ab, bevor sich Samen bilden. Ich lasse nur an den Blütenständen Hülsen reifen, von denen ich Saatgut ernten will. Wie Lupinen in der Stadtbegrünung eingesetzt werden und welche Risiken sie dort bringen, beschreibt der Ratgeber zu Lupinen im Stadtgrün.
Lupinen als Gründünger: vom Säen bis zum Einarbeiten
Als Gründüngung nimmst du eine einjährige Lupine, etwa die Düngelupine Lupinus angustifolius. Sie bekommt eine Fläche, die eine Saison lang frei bleibt oder eine Neuanlage vorbereitet. Während sie wächst, können die Lupinen mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden. Gründüngung kann zusammen mit Kompost, Mulch und schonender Bodenbearbeitung das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. fördern und zum Humusaufbau beitragen.
Schneiden, einarbeiten, warten
Gründüngungslupinen schneidest du, bevor ihre Samen ausreifen. Danach arbeitest du das Grün in den Boden ein. Beim Verrotten werden die in den Pflanzen gespeicherten Nährstoffe wieder verfügbar. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen.
Ich schaue vor dem Schnitt an den Hülsen nach, ob sich schon Samen bilden. Den Tag des Einarbeitens schreibe ich auf das Beetschild, damit ich die Wartezeit bis zur Folgekultur im Blick habe.
Lupinen in der Fruchtfolge: was davor und danach kommt
Für Lupinen gibt es in der Fruchtfolge eine klare Grenze: Als Gründüngung sollten sie nicht unmittelbar vor oder nach anderen Leguminosen wie Bohnen und Erbsen angebaut werden. Zwischen Erbsenbeet und Lupine gehört also mindestens eine Kultur, die keine Leguminose ist. Welche Nachbarn zur Lupine passen, kannst du im Mischkultur-Planer nachschlagen.
Lupinen als Gründüngung direkt auf das abgeerntete Erbsen- oder Bohnenbeet säen. Plane dazwischen eine Kultur aus einer anderen Pflanzenfamilie ein.
Was nach der Lupine kommt: Nährstoffe anrechnen
Die Nährstoffe aus einer eingearbeiteten Gründüngung ziehst du von der Düngermenge ab, die deine Folgekultur zusätzlich braucht. Auch die Stickstofffreisetzung beim Humusabbau kann zusätzliche Stickstoffdüngung verringern oder überflüssig machen. Wer nach der Lupine trotzdem düngt wie in jedem Jahr, riskiert zu viel Stickstoff, und überhöhte Stickstoffgaben können als Nitrat ausgewaschen werden. Wie viel Dünger noch nötig ist, zeigt eine Bodenuntersuchung. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf; Stickstoff musst du gesondert beauftragen.
Welche Lupine passt zu deinem Garten?
Bei der Wahl stelle ich mir drei Fragen. Soll die Lupine über Jahre blühen oder nach einer Saison in den Boden? Steht sie im Beet oder im Kübel? Und wie viel Platz bekommt sie?
| Lupine | Lebensdauer | Einsatz | Wichtige Angaben |
|---|---|---|---|
| Staudenlupine Lupinus polyphyllus ‘Russel Mischung’ | mehrjährig, winterhart | Staudenbeet | Pflanzabstand je nach Mischung 30 bis 50 cm, Reihenabstand 50 cm; nicht als gefäßtauglich eingestuft |
| Lupinus polyphyllus ‘Gartenzwerg Mischung’ | mehrjährig | Kübel | je nach Anbieter 30 bis 60 cm hoch; Blüte Juni bis August |
| Düngelupine Lupinus angustifolius | einjährig | Gründüngung | kann bis zu 200 cm tief wurzeln |
Für ein dauerhaftes Staudenbeet passt die ‘Russel Mischung’. Sie ist mehrjährig und winterhart und bevorzugt sonnige Plätze mit humosem, durchlässigem und eher kalkarmem Boden. In der Reihe brauchen Russell-Staudenlupinen je nach Mischung 30 bis 50 cm Abstand. Zwischen den Reihen sind es 50 cm. In den Kübel gehört diese Mischung nicht, denn sie wird nicht als gefäßtauglich eingestuft.
Für Kübel und Topf greifst du zur ‘Gartenzwerg Mischung’. Sie wird je nach Anbieter 30 bis 60 cm hoch. Wegen der langen Wurzeln empfiehlt sich für geeignete Lupinensorten ein hoher Topf mit Wasserabzug. Für eine Gründüngung bleibt die einjährige Düngelupine die passende Wahl, weil sie nach einer Saison wieder Platz macht.
„Aus selbst geernteten Samen wächst wieder genau meine Lupine.“ Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. ist darauf kein Verlass. Ihre Nachkommen können deutlich von der Mutterpflanze abweichen und anders aussehen.
Zweck klären: Blüte über Jahre oder Gründüngung für eine Saison. Platz prüfen: Beet oder Kübel mit hohem Topf. Boden ansehen: durchlässig und ohne Staunässe. Umgebung bedenken: Grenzt eine magere Wiese an, Verblühtes vor der Samenreife abschneiden.
Saatgut selbst ernten und lagern
Für die Vermehrung sind Lupinensamen erntereif, wenn ihre Hülsen dunkel gefärbt und trocken sind. Vollständig getrocknetes Saatgut bewahrst du trocken und dunkel bis zur nächsten Aussaat auf. Mehrjährige Lupinen lassen sich außerdem im Frühjahr durch Teilung der Wurzelstöcke vermehren. Wie du Lupinen nach dem Auflaufen bis zur Blüte pflegst und danach vermehrst, zeigt die Anleitung vom Samen bis zur prächtigen Blüte.
Lupinensamen aus dem Garten sind Saatgut, kein Lebensmittel. Je nach Sorte und Anbaubedingungen können sie hohe Gehalte an Chinolizidinalkaloiden enthalten und beim Verzehr akute Vergiftungen auslösen. Außerdem können sie allergische Reaktionen hervorrufen, bei einer Erdnussallergie sind Kreuzreaktionen möglich. Besteht der Verdacht, dass jemand Samen gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.
Lupinen säen: Termine, Saattiefe und Keimung
Wann und wie tief du säst, hängt davon ab, ob du eine Staudenlupine oder eine einjährige Lupine ziehst.
| Angabe | Staudenlupine ‘Russel Mischung’ | Lupine, einjährig |
|---|---|---|
| Vorkultur | März bis Mai | keine Angabe |
| Direktsaat | April bis Juni | keine Angabe |
| Saattiefe | 1 bis 2 cm | 2 bis 3 cm |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C | 16 bis 18 °C |
| Keimdauer | 7 bis 21 Tage | 7 bis 14 Tage |
Die samen.liver ‘Russel Mischung’ kannst du vor der Aussaat anritzen und für einige Stunden vorquellen, das kann die Keimung beschleunigen. Wegen ihrer rübenartigen Wurzel säst du diese Staudenlupinen möglichst gleich am endgültigen Standort. Ziehst du sie doch vor, bleibt der Wurzelballen beim Umsetzen möglichst unbeschädigt. Ich ritze die Samen leicht an, lasse sie quellen und lege sie dann direkt an den Platz, an dem die Staude bleiben soll. Jeden Schritt von der QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. bis zur Keimung erklärt die Anleitung, wie du Lupinen richtig aussäst.
Im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken hast du die Saattermine deiner Stauden nebeneinander und kannst die Lupinen dazwischen einplanen.
Standort, Pflege und Gesundheit in Kürze
Standort und Boden
Gartenlupinen bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze mit durchlässigem Boden ohne Staunässe. Für die Staudenlupine Lupinus polyphyllus ist ein leicht sandiger und schwach saurer Standort günstig. Welche Lage, welcher Boden und welches Klima Lupinen üppig blühen lassen, vertieft der Ratgeber zu den Standortbedingungen für Lupinen.
Pflege und Düngung
Wie du Stauden zurückschneidest, über den Winter bringst und mulchst, steht im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf mit Rückschnitt, Winter und Mulch. Stickstoff kann die Staudenlupine über ihre Knöllchenbakterien selbst gewinnen, über den übrigen Bedarf gibt eine Bodenuntersuchung Auskunft. Wann und wie zurückhaltend du Lupinen düngst, erklärt der Ratgeber zur Düngung von Lupinen.
Krankheiten und Schädlinge
Bei Krankheiten und Schädlingen im Staudenbeet gehst du in Stufen vor: vorbeugen, kontrollieren, absammeln. Ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung können bei anfälligen Stauden Echtem Mehltau vorbeugen. Welche Krankheiten, Schädlinge und Nährstoffmängel bei Lupinen auftreten, zeigen die Praxistipps zum Lupinenanbau.





