Lupinen-Standort: sonnig, durchlässig und eher kalkarm
- Russell-Staudenlupinen bevorzugen einen sonnigen Standort.
- Der Boden soll humos, durchlässig und eher kalkarm sein; Verdichtungen beseitigst du vor der Saat, bei Staunässe auch in der Tiefe.
- Wegen der rübenartigen Wurzel säst du möglichst gleich am endgültigen Standort.
- Kalk gibst du nur, wenn die Messung einen zu niedrigen pH-Wert für deine Bodenart zeigt.
- Im Kübel passt etwa die 'Gartenzwerg Mischung' in einem hohen Topf; die 'Russel Mischung' ist nicht als kübelgeeignet eingestuft.

Bei Lupinen fällt die Standortfrage vor der Saat, nicht danach. Russell-Staudenlupinen bilden eine rübenartige Wurzel und sollen deshalb möglichst gleich am endgültigen Standort ausgesät werden. Die ‘Russel Mischung’ ist zudem mehrjährig und winterhart. Der Platz, den du im Frühjahr wählst, bleibt also über mehrere Jahre ihr Platz. Darum prüfe ich Licht, Boden und pH-Wert, bevor das erste Korn in die Erde kommt.
Gemeint sind hier Staudenlupinen der Art Lupinus polyphyllus. Im Beet geht es vor allem um die ‘Russel Mischung’, im Kübel um die ‘Gartenzwerg Mischung’.
Welcher Standort passt zu Lupinen?
Die kurze Antwort: ein sonniger Platz mit humosem, durchlässigem und eher kalkarmem Boden, an dem die Lupine dauerhaft bleiben kann. Die Tabelle zeigt, worauf du bei jedem Punkt achtest.
| Prüfpunkt | Worauf du achtest |
|---|---|
| Licht | ein sonniger Standort |
| Boden | humos, durchlässig und eher kalkarm |
| Kalk | nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist |
| Saatplatz | möglichst gleich der endgültige Standort, wegen der rübenartigen Wurzel |
| Abstand | 30 bis 50 cm in der Reihe je nach Saatgutmischung, 50 cm zwischen den Reihen |
| Kübel | nicht die ‘Russel Mischung’; geeignet ist etwa die ‘Gartenzwerg Mischung’ in einem hohen Topf |
Wie viel Sonne brauchen Lupinen?
Russell-Staudenlupinen bevorzugen sonnige Standorte. Bevor ich säe, beobachte ich die geplante Stelle vom Morgen bis zum Abend. Dabei notiere ich, wann Haus, Hecke oder Bäume ihren Schatten darauf werfen. Steht ein Laubbaum in der Nähe, sehe ich mir den Platz noch einmal an, wenn er voll belaubt ist. Halbschattige Ecken bekommen bei mir andere Stauden.
Lupinen zählen zu den mittelhohen bis hohen Stauden, und in einseitig betrachteten Beeten stehen die höheren Stauden hinten. Ihr Platz liegt dort also eher im hinteren Teil des Beetes. Prüfe dann, ob dieser Streifen vor Hecke oder Mauer noch Sonne abbekommt.
Welcher Boden passt zu Lupinen?
Beim Boden bevorzugen Russell-Staudenlupinen einen humosen, durchlässigen und eher kalkarmen Untergrund. Durchlässig heißt: Regenwasser versickert und bleibt nicht im Wurzelraum stehen. Humus verbessert die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und erhöht die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern.
Die Bodenart mit der Fingerprobe bestimmen
Welche Bodenart du vor dir hast, zeigt die Fingerprobe. Dafür nimmst du feuchte, aber nicht nasse Erde zwischen die Finger. Du achtest darauf, wie körnig sie ist, wie gut sie sich formen lässt und wie stark sie klebt. Die Bodenart brauchst du zweimal: für die Bodenverbesserung und später für den passenden pH-Zielbereich.
Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Sind die Phosphor- oder Kaliumwerte im Boden stark erhöht, schränkst du Kompost ein.
Ich mache die Fingerprobe an mehreren Stellen der geplanten Fläche, nicht nur an einer. Die Ergebnisse schreibe ich mir auf, damit ich sie später neben den Messwert der Bodenprobe legen kann.
Staunässe vor der Saat beseitigen
Vor einer Staudenpflanzung entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Verdichtungen, damit ein durchlässiger Pflanzboden entsteht. Zum Lockern nimmst du die Grabegabel und sammelst Rhizom- und Wurzelstücke sorgfältig heraus. Im Frühjahr wartest du damit, bis der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Bei Staunässe gehst du tiefer und beseitigst auch Verdichtungen weiter unten.
Ich steche an der geplanten Stelle mit dem Spaten ein und sehe mir die Erde an der Schnittkante an. Dabei achte ich darauf, ob sie krümelig zerfällt oder ob ich auf eine feste Schicht stoße.
In einer angelegten Staudenmischpflanzung wird auf Hacken verzichtet, und die Lupine wird am endgültigen Standort gesät. Die Lockerung erledigst du also vor der Saat, nicht im fertigen Beet.
Fingerprobe gemacht, Spatenprobe angesehen, Wurzelunkräuter samt Wurzelstücken entfernt, Verdichtungen gelöst, Bodenprobe für den pH-Wert genommen.
Welcher pH-Wert passt zu Lupinen?
Ob ein Beet Kalk braucht, richtet sich nach Bodenart, Kultur und gemessenem pH-Wert. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der Messwert für deine Bodenart zu niedrig ist. Liegt er oberhalb des passenden Zielbereichs, kalkst du nicht und nimmst auch keinen kalkhaltigen Dünger.
Russell-Staudenlupinen bevorzugen eher kalkarmen Boden, und Kalk ist nur bei einem zu niedrigen Messwert sinnvoll. Im Lupinenbeet streust du Kalk deshalb nicht vorsorglich, sondern erst nach einer Messung. Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert dem Boden auch Kalzium. Rechne ihn bei der Kalkfrage mit ein.
Als Orientierung dienen die allgemeinen pH-Zielbereiche für eine gute Kalkversorgung von Staudenbeeten:
| Bodenart | pH-Zielbereich |
|---|---|
| Sand | 5,4 bis 5,8 |
| lehmiger Sand, sandiger Schluff | 5,8 bis 6,2 |
| stark sandiger Lehm, lehmiger Schluff | 6,2 bis 6,6 |
| sandiger Lehm, schluffiger Lehm, Lehm | 6,6 bis 7,0 |
| schluffig toniger Lehm, toniger Lehm, Ton | 6,8 bis 7,2 |
Diese Bereiche gelten für Staudenbeete allgemein. Bei Lupinen lese ich sie zusammen mit ihrer Vorliebe für eher kalkarmen Boden: Liegt mein Messwert im Bereich oder darüber, streue ich keinen Kalk.
Der pH-Wert wirkt sich auch auf die Nährstoffe aus. Über pH 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein. Dann sind Mangelsymptome möglich, obwohl der Boden Vorräte hat. Unter pH 5,5 kann MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. für Pflanzen schlecht verfügbar sein.
Für die Bodenprobe stichst du 10 bis 15 Mal in die gesamte Oberbodenschicht von 25 bis 30 cm. Die Erde mischst du gut und gibst davon etwa 500 g zur Untersuchung ab.
Wie viel Platz brauchen Lupinen im Beet?
Für Russell-Staudenlupinen gilt dieses Abstandssystem:
| Maß | Wert |
|---|---|
| Pflanzabstand in der Reihe | 30 bis 50 cm, je nach Saatgutmischung |
| Reihenabstand | 50 cm |
| Gruppe im Staudenbeet | 3 bis 5 Pflanzen |
Den genauen Pflanzabstand liest du auf der Tüte deiner Mischung ab, weil er von der Saatgutmischung abhängt. Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, kannst du im Beetplaner durchspielen. Ideen, wie du Lupinen im Staudenbeet mit anderen Stauden kombinierst, findest du in einem eigenen Ratgeber.
Bei der Platzwahl denke ich auch an die Hülsen, die nach der Blüte reifen.
Lupinensamen sind Saatgut und nicht zum Essen gedacht. Je nach Sorte und Anbaubedingungen können sie hohe Gehalte an Chinolizidinalkaloiden aufweisen und beim Verzehr akute Vergiftungen auslösen. Außerdem können sie Allergien auslösen, bei Erdnussallergie sind auch Kreuzreaktionen möglich. Besteht der Verdacht, dass jemand Samen gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder hol ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.
Lupinen im Kübel: Sorte und Topf entscheiden
Nicht jede Lupine gehört in einen Topf. Die ‘Russel Mischung’ ist im Herstellerprofil nicht als geeignet für die GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen. eingestuft. Für den Kübel eignet sich dagegen die ‘Gartenzwerg Mischung’, die etwa 50 bis 60 cm hoch wird.
Geeignete Lupinensorten brauchen wegen ihrer langen Wurzeln einen hohen Topf. Ein größeres Erdvolumen kann zudem mehr Wasser bevorraten. Ein hoher, großer Topf gibt der Wurzel also Raum und hält gleichzeitig mehr Wasser vor.
Für eine mehrjährige Bepflanzung füllst du strukturstabile Kübelpflanzenerde ein. Sie vermindert Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich. Poröse mineralische Zuschlagstoffe wie Bims oder Lava stabilisieren die Struktur in dauerhaft bepflanzten Kübeln zusätzlich. Ihr Anteil kann 10 bis 40 % betragen.
Kontrolliere die Wasserabzugslöcher, bevor du Erde einfüllst. Sind sie frei, kann überschüssiges Wasser ablaufen, statt sich im Topf zu stauen.
Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte auch unten im Topf. Eine trockene Oberfläche kann nämlich feuchte tiefere Schichten verdecken. Ich hebe meine Kübel dafür kurz an und schätze am Gewicht, wie viel Wasser noch in der Erde ist. Ist deine Sorte winterhart, isolierst du den Topf im Winter so, dass du weiterhin gießen kannst.
Winter, Hang und Küste: Was in besonderen Lagen gilt
Winter und Trockenheit
Die ‘Russel Mischung’ ist mehrjährig und winterhart und bleibt deshalb auch über den Winter im Beet. Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du bei anhaltender Trockenheit in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. wiederholt und durchdringend. Je Gießgang sind das etwa 25 l/m². Vorher prüfe ich mit dem Finger, ob die Erde auch unter der Oberfläche trocken ist.
Lupinen am Hang
Am Hang gelten dieselben Ansprüche wie im flachen Beet: Sonne und ein humoser, durchlässiger, eher kalkarmer Boden. Nach einem kräftigen Regen gehe ich den Hang ab und merke mir, wo Wasser stehen bleibt. Diese Stellen lasse ich für Lupinen aus, weil die Pflanzen dort dauerhaft stehen würden.
Gärten an der Küste
An der Küste gelten dieselben Grundregeln. Säe dort zunächst eine kleine Gruppe und beobachte über die erste Saison, wie sie sich entwickelt.
Für Grünflächen in der Stadt gibt es einen eigenen Beitrag dazu, wie Lupinen in der urbanen Begrünung eingesetzt werden.
Aussaat, Pflege und Düngen in Kürze
Die ‘Russel Mischung’ säst du im Freiland von April bis Juni, vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. kannst du sie von März bis Mai. Die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. am endgültigen Platz schont die rübenartige Wurzel. Wie du Lupinen Schritt für Schritt aussäst, vom Vorquellen bis zur Keimung, erklärt ein eigener Ratgeber. Die Termine stehen auch im Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken.
Beim Pflanzenschutz gehst du in Stufen vor: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Was Lupinen beim Gießen, gegen Unkraut und bei Krankheiten brauchen, steht im Ratgeber zu ihren Vorzügen und Sorten.
Lupinensamen sind für die Vermehrung erntereif, wenn ihre Hülsen dunkel gefärbt und trocken sind. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen aus selbst geernteten samen.liveutlich von der Mutterpflanze abweichen. Wie du Lupinen bis zur Blüte pflegst und danach vermehrst, liest du im Ratgeber zur Kultur.
Kompost und StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. liefern Nährstoffe und zählen deshalb bei der Düngung mit. Welche Nährstoffe dein Boden schon enthält, zeigt eine Bodenuntersuchung, damit du bedarfsgerecht düngst. Wann und wie zurückhaltend du Lupinen düngst, steht in einem eigenen Beitrag.
Die Grundlagen für alle Stauden, vom Kurzporträt mit Herkunft bis zu Düngen und Pflege im Jahreslauf, bündelt der Überblick zu Stauden und Ziergräsern.





